mini|Ingeborg Wellmann mit den Stachelschweinen in Düsseldorf 1956 Ingeborg Wellmann (* 5. Mai 1924 in Breslau; † 6. Januar 2015 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin und Synchronsprecherin.
Leben und Karriere Ingeborg Wellmann erhielt von 1941 bis 1943 privaten Schauspielunterricht bei Max Gaede in Hannover. Es folgten, nach dem Schauspieldebüt am Landestheater in Beuthen, von 1946 bis 1948 Gastspiele an den Städtischen Bühnen, den Kammerspielen und der Landesbühne in Hannover. Nach einem Engagement am Ateliertheater Hannover, konzentrierte sich Wellmann ab 1950 bei ihrer Bühnentätigkeit insbesondere auf das Kabarett. So war sie unter anderem in der Mausefalle in Stuttgart und der Bonbonniere in Hamburg zu sehen und gehörte viele Jahre zum Ensemble der Berliner Stachelschweine.
Neben Bühnenauftritten war Wellmann auch in Spielfilmen zu sehen. Sie spielte 1953 neben Hans Richter und Rudolf Carl in der Komödie Knall und Fall als Detektive und 1960 in Dietrich Haugks Heldinnen. In dem Film Genosse Münchhausen (1962) des Kabarettisten Wolfgang Neuss trat sie in einer Nebenrolle auf. Im Fernsehen war sie u. a. in Serien wie Wie gut, daß es Maria gibt, Liebling Kreuzberg und in zwei Tatort-Folgen zu sehen.
Ingeborg Wellmann war langjährig als Synchronsprecherin tätig. Sie sprach für Claire Trevor in Ringo, Sharon Tate in Tanz der Vampire, Jane Fonda in Ein Mann wird gejagt, Piper Laurie in Gottes vergessene Kinder oder Bonnie Hunt in Rain Man.
Eine ihrer bekanntesten Rollen dürfte aber Betty Geröllheimer in der Zeichentrickserie Familie Feuerstein sein, die sie in sämtlichen 166 Folgen sprach. Sie sprach auch die Gutemine in Asterix – Operation Hinkelstein, die Großmutter Marie in der Zeichentrickverfilmung Anastasia und Madame Pottine in Die Schöne und das Biest. Ferner wirkte sie in einigen Folgen der Hörspielserien Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg mit. Sie war des Weiteren auch bei sehr vielen Hörspielproduktionen der Reihe Damals war’s – Geschichten aus dem alten Berlin des RIAS als Sprecherin beteiligt.
Ingeborg Wellmann war seit 1945 mit ihrem Schauspielkollegen Heinz Giese verheiratet, der im Oktober 2010 starb. Aus der Ehe gingen zwei gemeinsame Kinder hervor. Wellmann starb im Januar 2015 im Alter von 90 Jahren. Beigesetzt wurde sie auf dem Waldfriedhof Zehlendorf in Berlin-Nikolassee (Feld 032, Ruhegemeinschaft) in der unmittelbaren Nähe ihres Mannes.
Filmografie (Auswahl) 1953: Von Liebe reden wir später 1953: Knall und Fall als Detektive 1955: Die 10 war ihr Schicksal 1955: Michael Kramer 1958: Meine 99 Bräute 1959: Herbert Engelmann 1960: Die Botschafterin 1960: Heldinnen 1962: Genosse Münchhausen 1965: Mach’s Beste draus 1968: Der eiserne Henry 1971: Bedenkzeit 1975: Familienglück 1975: Berlin – 0:00 bis 24:00 – Kudamm gegen Bretzenheim 1976: Ein Fall für Stein – Denkzettel per Telefon 1977: Jede Woche hat nur einen Sonntag 1978: Der Pfingstausflug 1979: Nachbarn und andere nette Menschen 1981: Leute wie du und ich (Fernsehserie, Folge 2 Episode: Briefe von Unbekannt) 1984: Die Platzanweiserin 1985–1986: Tatort (Fernsehreihe) 1985: Tod macht erfinderisch 1986: Tödliche Blende 1986: Berliner Weiße mit Schuß Folge 5, Episode: Und nicht mal'n Stiefmütterchen 1988: Liebling Kreuzberg – Die Fehler der anderen 1990–1991: Wie gut, daß es Maria gibt (24 Folgen)
Hörspiele (Auswahl)
1954: Erich Wildberger: Ring über Ostkreuz (2 Teile) (Ella Schäfer) – Regie: Curt Goetz-Pflug (SFB) ? : Alf Tamin: Hilfe – Meine Frau will mein Bestes. Ein ehelicher Stoßseufzer – Regie: Werner Oehlschläger (RB) 1961: Pierre MacOrlan, Nino Frank: Pension Usher (Zizi) – Regie: Peter Schulze-Rohr (SWF) 1962: Thierry: Pension Spreewitz (Der Ausflug, Folge 121, Erstsendung am 13. Oktober 1962) – Regie: Ivo Veit (RIAS Berlin) 1963: Thierry: Pension Spreewitz (Giselas Tauschgeschäfte, Folge 138, Erstsendung am 8. Juni 1963) – Regie: Ivo Veit (RIAS Berlin) 1963: Horst Pillau: Der Doktor – Regie: Günther Schwerkolt (SFB) 1971: Herbert Achternbusch: Absalom (Kind) – Regie: Raoul Wolfgang Schnell (SDR) 1964–1978: Diverse Autoren: Damals war's – Geschichten aus dem alten Berlin (in 16 Geschichten mit 204 Folgen hatte sie eine durchgehende Rolle) – Regie: Ivo Veit (40 Geschichten in 426 Folgen) (RIAS Berlin) 1966: Michael Maaßen: Bella (Titelrolle) – Regie: Siegfried Niemann (SFB) 1979: Anonym: Jumbo und Chelonia. Eine Comic-Serie des „Deutschen Missionswerks“ (UNTI) – Regie: Siegfried Niemann (SFB)
Weblinks
Verzeichnis der Hörspiele mit Ingeborg Wellmann
Einzelnachweise
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