Die Nördliche Andenwassermaus (Chibchanomys trichotis) ist eine Nagetierart aus der Familie der Wühler (Cricetidae), die in den nordöstlichen, kolumbianischen Anden (Cordillera Oriental) und im anschließenden venezolanischen Bundesstaat Táchira vorkommt.
Merkmale Die Nager erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 11,3 bis 12,5 Zentimeter, haben einen 11,5 bis 13,3 Zentimeter langen Schwanz und werden 35 bis 50 Gramm schwer. Der Schwanz ist somit ein wenig länger als die Kopf-Rumpf-Länge. Die Hinterfußlänge liegt bei 3 bis 3,3 Zentimeter, die Ohren sind 0,6 bis 1 Zentimeter lang. Sie sind im Kopffell verborgen. Das Fell ist auf dem Rücken und an den Seiten mattgrau oder schwarz, das Bauchfell ist hellgrau. Die Vorderpfoten weisen fünf getrennte Sohlenballen auf. Die Hinterpfoten besitzen einen gut ausgebildeten Saum aus steifen, silbrigen Haaren. Die Kralle der fünften Zehe reicht über das erste Gelenk der vierten Zehe hinaus.
Lebensraum und Lebensweise Die Nördliche Andenwassermaus lebt in Höhenlagen von 2400 bis 2900 Metern an kleinen Gebirgsbächen, die von Nebelwald gesäumt sind. Sie ist semiaquatisch und ist wahrscheinlich nachtaktiv und ernährt sich von Wasserinsekten, darunter die Larven von Käfern (Scirtidae), Schnaken und Köcherfliegen, sowie die Nymphen von Eintagsfliegen und Steinfliegen.
Systematik Die Nördliche Andenwassermaus wurde 1897 durch den britischen Säugetierkundler Oldfield Thomas als Ichthyomys trichotis erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die Gattung Chibchanomys wurde 1988 durch den US-amerikanischen Mammalogen Robert S. Voss eingeführt. 1997 wurde eine zweite Art der Gattung beschrieben. 2023 stellte man jedoch fest, dass die Orces-Andenwassermaus näher mit der Gattung Neusticomys verwandt ist als mit Chibchanomys, worauf die Orces-Andenwassermaus in diese Gattung verschoben wurde.
Gefährdung Über eine mögliche Gefährdung der Nördlichen Andenwassermaus kann die IUCN keine Angaben machen, da zu wenig Daten vorliegen.
Einzelnachweise Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier & Thomas E. Lacher, Jr, (2017): Cricetidae S. 204–535 in Handbook of the Mammals of the World – Volume 7 Rodents II. Barcelona, Lynx Edicions, S. 406, ISBN 978-84-16728-04-6
P.D. Jenkins, A.A. Barnett (1997) A new species of water mouse, of the genus Chibchanomys (Rodentia, Muridae, Sigmodontinae) from Ecuador. American Museum Novitates, 2026(4049):1-27 (2026). doi:10.1206/4049.1 Jorge Salazar-Bravo, Nicolás Tinoco, Horacio Zeballos, Jorge Brito, Daniela Arenas-Viveros, David Marín-C, José Daniel Ramírez-Fernánde, Alexandre R. Percequillo, Thomas E. Lee, Sergio Solari, Javier Colmenares-Pinzon, Carlos Nivelo, Bernal Rodríguez Herrera, William Merino, Cesar E. Medina, Oscar Murillo-García, Ulyses F.J. Pardiñas: Systematics and diversification of the Ichthyomyini (Cricetidae, Sigmodontinae) revisited: evidence from molecular, morphological, and combined approaches. PeerJ, Januar 2023, doi:10.7717/peerj.14319 Oldfield Thomas (1897): Descriptions of four new South-American mammals. Annals and Magazine of Natural History (6)20(116):218-221. Robert S. Voss: Systematics and ecology of ichthyomyine rodents (Muroidea): patterns of morphological evolution in a small adaptive radiation. Bulletin of the American Museum of Natural History, Volume 188
Kategorie:Fischratten