Karl Evers (* 17. April 1904 in Berlin-Schöneberg als Karl Artur Otto August Ernst Evers; † 3. Mai 1970 in Schlag) war ein Flieger-Hauptingenieur im Reichsluftfahrtministerium und Regierungsdirektor im Bundesverteidigungsministerium.

Leben Karl Evers wurde im Frühjahr 1904 in Berlin-Schöneberg als Sohn des „herrschaftlichen Dieners“ Karl Evers (1873–1957) und dessen Ehefrau Rosalie Plewe (1871–1964) geboren.Standesamt Schöneberg I, Geburtsregister-Eintrag Nr. 878 vom 19. April 1904; eingesehen auf ancestry.de am 15. August 2026. Er absolvierte ein Fachhochschulstudium und wurde Ingenieur. Im Dritten Reich war er Referent für Navigationsinstrumente im Reichsluftfahrtministerium und betreute die Entwicklung von Kreiselinstrumenten. Diese werden in Flugzeuge und unbemannte Flugkörper, wie der „V2“, eingesetzt. Die Askania-Werke AG in Berlin war Lizenznehmer der US-amerikanischen Sperry Corporation für Kreiselinstrumente und wurden von Evers im Reichsluftfahrtministerium und später im Bundesverteidigungsministerium betreut.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitete Evers ab 1945 bei Siemens bei der Angebotserstellung. 1956 wurde er Beamter im Bundesverteidigungsministerium und leitete dort zehn Jahre lang das Referat Bordausrüstung. Er gehörte zum Starfighter-Team und war zur Vorbereitung der Kaufverträge für die Starfighter-Kampfflugzeuge Ende der 1950er Jahre achtmal in den USA. Im Sommer 1964 wurden an die Fa. Sperry Aufträge der Luftwaffe der Bundeswehr vergeben. In der Folge zog im Sommer 1965 der beratende Ingenieur Peter Ehrhardt aus München – er war seit 1961 Sperry-Lobbyist gewesen – auf sein Weingut am Gardasee, und sein Stellvertreter Colin Richardson verlegte seinen Wohnsitz nach London.

Die Sperry-Kreiseltechnik hatte ihren Geschäftssitz in München. Rudolf Höfling leitete die Apparatebau Gauting, welche bis 1955 Tochtergesellschaft der Askania war. Diese Gesellschaft besaß zu 50 Prozent die Luftfahrtgerätevertrieb Gauting, deren andere Hälfte von der Bendix Air Equipement, einem Lizenznehmer von Sperry, gehalten wurde. Apparatebau Gauting erhielt ein Drittel des Auftrages für den Autopiloten „Sperry SP-40“ und einen Unterauftrag für die Kreiselplattform „SYP–820“ für das Kampfflugzeug Fiat G.91Y, die den Sperry-Richtungskreisel „CL-11“ ersetzte. Apparatebau Gauting fertigte später den „C2-G“-Kurskreisel von Sperry für den Starfighter Lockheed F-104G und den Hubschrauber Bell 206. Die Apparatebau Gauting gehörte zu zehn Prozent ihrem Direktor Rudolf Höfling, zu 90 Prozent Josef „Ochsensepp“ Müller und dessen Tochter Christine-Marianne.

Am 29. März 1966 ließ sich Evers, verärgert über seine ausgebliebene Beförderung zum Ministerialrat, vorzeitig in den Ruhestand versetzen und zog von Bonn in die Nähe von Grafenau in Niederbayern. Kurz darauf wurde er am 6. April 1966 telegrafisch aufgefordert, einen festgelegten Termin in Bonn wahrzunehmen. Ihm wurde eröffnet, dass es sich um einen Haftbefehl handelte; es wurde ihm Vorteilsgewährung vorgeworfen. Wegen der nachgewiesenen Annahme von Bestechungsgeldern und Sachzuwendungen wurde Evers im Mai 1967 zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt.An Geschenke gewöhnt. Urteil im Bestechungsprozeß gegen Referatsleiter Evers. In: Die Zeit, Nr. 18/1967 vom 5. Mai 1967.

Karl Evers starb am 3. Mai 1970 im Alter von 66 Jahren in der damals noch eigenständigen Gemeinde Schlag im Landkreis Freyung-Grafenau.Standesamt Berlin-Charlottenburg Iii, Heiratsregister-Eintrag Nr. 559 vom 6. Juli 1929; eingesehen auf ancestry.de am 15. August 2026.

Familie Seit dem 6. Juli 1929 war Karl Evers mit der Kassiererin Gretchen Werner verheiratet. Zu seinen Trauzeugen im Standesamt Charlottenburg zählte neben seinem Vater der 81 Jahre alte Infanterie-General a. D. Arthur von Brietzke.

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