Erinnerungs- und Denkmale in Lübeck ist eine Liste panoramafreier Skulpturen, Objekte, Denk- und Erinnerungstafeln in der Stadt Lübeck, die als Denkmal an eine bestimmte Person oder ein bestimmtes Ereignis erinnern. Sie sind in der zeitlichen Folge der aufgeführten Themen geordnet.
Plastiken und Objekte ohne einen Bezug zu einer bestimmten Person oder einem historischen Ereignis finden sich in der Liste Skulpturen und Objekte in Lübeck.
Kulturdenkmale sind in der Liste der Kulturdenkmale in Lübeck aufgeführt.
Mittelalter und Frühe Neuzeit Heinrich-der-Löwe-Denkmal
Am 9. Oktober 1930 wurde das Erinnerungsmal an den zweiten Begründer Lübecks, Herzog Heinrich den Löwen, im Garten des Museums am Dom von dem Direktor des Museums, Willibald Leo von Lütgendorff-Leinburg, dem Direktor der Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit, Adolf Ihde, übergeben. Die Aufstellung erfolgte an der Stelle, die der Herzog bei der Begründung des Domes auf dem bewaldeten Hügel nahe der Trave, voraussichtlich zuerst betreten haben wird.Chronik. In: Vaterstädtische Blätter, Jahrgang 1930/31, Nr. 2, 25. Oktober 1930, S. 8.
Das Original des Löwen ließ Heinrich der Löwe zwischen 1163 und 1181Peter Seiler: Der Braunschweiger Burglöwe – Spurensicherung auf der Suche nach den künstlerischen Vorbildern. In: Luckhardt, Niehoff (Hrsg.): Heinrich der Löwe und seine Zeit. Band 2 (Essays), S. 244. in Braunschweig errichten. Der heutige Abguss vor dem Lübecker Dom entstand 1975. Wie auch in Ratzeburg und Schwerin, erinnert der Löwe an die Gründungen des Herzogs.
Grundstein Katharinenkirche (1335) Erinnerungsplatte an die Grundsteinlegung der Katharinenkirche durch den Lübecker Bischof Heinrich II. Bochholt am 23. Juli 1335 in der Westfassade an der Königstraße links neben dem Hauptportal.Abbildung und Text mit Übersetzung bei Clasen, S. 178 ff.
Kleverschusskreuz (1436) 80px|rechts|Kleverschusskreuz
An der Roeckstraße auf der Höhe des Stadtparks, kurz vor der Gabelung der Arnimstraße (früher die alte Landstraße Richtung Wismar) und Marlistraße (Richtung Mark Brandenburg).Bernhard, S. 1 f.
Lübecker Kreuzweg (1493) 80px|rechts|Ende des Kreuzweges am Jerusalemsberg
Portal Füchtingshof (1639) Johann Füchting
19. Jahrhundert Arnim-Denkmal 80px|rechts|Gedenkstein für Major von Arnim An der Wesloer Landstraße findet sich der Gedenkstein für den Major der Hanseatischen Legion Friedrich W. L. von Arnim, der am 5. September 1813 bei dem Versuch, die französisch-dänische Besatzungstruppe in Lübeck handstreichartig zu besiegen, von einer verirrten Kugel tödlich getroffen wurde. Die (Süd-)Inschrift lautet: „FRIEDR:WILH:LUDW von ARNIM / AUS DEM HAUSE SUCKOW / KÖNIGL:PREUSS:U:GROSBRITT: / MAIOR / RITTER DES VERDIENST UND / JOHANNITER=ORDENS / ERSTER FÜHRER DER / HANSEATISCHEN REUTEREI / GEB D: 10 APRIL 1780 / GEFALLEN D: 5 SEPT:1813 / BEI EINEM VERSUCHE ZU LÜBECKS BEFREIUNG“. Auf der Nordseite steht: „FÜR DAS VATERLAND HAT / ER SEIN BLUT VERGOSSEN / AUCH AUS SEINEM BLUTE IST / EUCH HEIL ENTSTANDEN / DENKET DANKBAR SEIN DIE / IHR VORÜBER GEHT / UND GELOBET ES IN DER / FREIHEIT SCHÖNEN TAGEN / IMMER HELDENMÜTHIG / GUT UND BLUT ZU WAGEN / WENN DAS VATERLAND / IN NOTH IHR SEHT / * / DIESES DENKMAL / SETZTEN DEM HELDEN / TREUE KAMPFGENOSSEN“ Diese Verse stammen von dem reformierten Pastor Johannes Geibel (dem Vater von Emanuel Geibel), der auch der Einweihungsfeier von Lübecks erstem Kriegerdenkmal am 18. Oktober 1814 beiwohnte.
Bismarck-Denkmal 80px|rechts|Statue Otto von Bismarcks
Dem Reiterstandbild des Kaisers gegenüber steht unweit vom Lübecker Bahnhof in der Parkanlage des Lindenplatzes das Denkmal des ehemaligen Reichskanzlers Otto von Bismarck. Die von Hans Hundrieser nach seinem zweitplatzierten Entwurf für das Hamburger Bismarck-Denkmal geschaffene StatueBismarck-Denkmal, Kunst im öffentlichen Raum Lübeck, abgerufen am 17. Dezember 2016 wurde am Sedantag des Jahres 1903 auf dem heutigen Holstentorplatz vom Bürgermeister Heinrich Klug enthüllt und im Namen des Senates und der Bürgerschaft entgegengenommen.Lokale Notizen. In: Lübeckische Blätter, 45. Jg., Nummer 36, 6. September 1903, S. 462. Es wurde von der Kunst- und Glockengießerei Lauchhammer gegossen.
Geibel-Denkmal 80px|rechts|Geibel-Denkmal am Koberg
Am Koberg befindet sich zwischen dem Heiligen-Geist-Hospital und der Jakobikirche auf dem Geibelplatz das Denkmal des Dichters Emanuel Geibel von Hermann Volz. Es wurde 1889 enthüllt und zog auf dem Koberg, der von 1889 bis 1936 den Namen Geibelplatz trug, mehrfach um.
Prahl-Denkmal 80px|rechts|Denkmal für Jürgen Paul Prahl
Am 7. Juli 1820 wurde ein Denkmal für Jürgen Paul Prahl an der Stelle seiner Hinrichtung eingeweiht. Der von klassizistischen Architekten und Lübecker Stadtbaumeister Joseph Christian Lillie entworfene, drei Meter hohe Obelisk trägt an der Vorderseite die Inschriften Waffengewalt erkohr zum Opfer den friedlichen Bürger sowie Innig danke dem Herrn jeder, den Freiheit beglückt, und auf der Rückseite Hier sank J. P. Prahl den VII. Juli MDCCCXIII sowie Der Unschuld allgemeine Achtung. Von vereinten Aemtern errichtet MDCCCXX.
Da beim Bau des Elbe-Lübeck-Kanals 1898 dieser Teil der Lübecker Wallanlagen abgetragen wurde, versetzte man das Denkmal um etwa 50 Meter auf die Krone eines verbliebenen Wallrests, wo es sich bis heute befindet.
Lutherbuche 80px|rechts|Lutherbuche im Jahre 2011
Zur Erinnerung an das 700-jährige Bestehen des Domes (1873) traf ein Ableger der Lutherbuche vom Lutherdenkmal (Steinbach) bei Bad Liebenstein in Thüringen in Lübeck ein und wurde auf dem Domkirchhof eingepflanzt.
Deutsch-Französischer Krieg 80px|rechts 80px|rechts
Auf dem Burgtorfriedhof bei den beiden Grabstätten für die in Lübeck während des Deutsch-Französischen Krieges verstorbenen Soldaten beider Länder wurde bis 1914 alljährlich, da die Hansestadt kein großes öffentliches allgemein zugängliches Kriegerdenkmal besitzt, am Sedantag der Toten gedacht.
Das Grab der deutschen, in Lübeck an den Folgen ihrer Wunden verstorbenen Soldaten wurde als hohes, reich verziertes Sandsteinmonument erbaut, dessen Turmartiger Aufbau ein Eisernes Kreuz krönte. Die auf der Rückseite des Denkmals aufgelisteten Toten stammen aus dem „Garnison-Lazareth des Mecklb.-Schwerin. Gren.-Reg. Nr. 89, 1. Bat.“
Wenige Schritte rechts von dem deutschen befindet sich das der hier verstorbenen französischen Soldaten, in Form eines damals von Efeu überwachsenen Granit-Findlings. Seine Inschrift verweist darauf, dass dort die im Reserve-Lazarett zu Lübeck verstorbenen Soldaten ruhen.
Lübeck selbst besitzt kein großes öffentliches Denkmal an seine gefallenen Soldaten, größtenteils Füsiliere aus dem heimischen Bataillons des 2. Hanseatischen Infanterie-Regiments Nr. 76, jenes Krieges. Jene sind auf ansehnlichen Tafeln im nördlichen Chorumgang der Marienkirche aufgelistet.Die Kriegsgräber auf dem allgemeinen Gottesacker. In: Vaterstädtische Blätter. Jahrgang 1903, Nr. 37, 13. September 1903, S. 289–291.
20. Jahrhundert Gedenkstein Langenbuch 80px|rechts|Stele zur Erinnerung an den Stadtgärtner Langenbuch
Gedenkstele für Metaphius Theodor August Langenbuch, den Schöpfer des Lübecker Stadtparks.
Kaiser-Wilhelm-Denkmal 80px|rechts|Statue Kaiser Wilhelm I.
In der Grünanlage am Lindenplatz ist Kaiser Wilhelm I. zu Pferd nach dem Entwurf des Bildhauers Louis Tuaillon aus dem Jahr 1912 in Bronze dargestellt. Es war das letzte in Deutschland begonnene Reiterstandbild des Kaisers, konnte aber kriegsbedingt erst 1921, als Tuaillon bereits gestorben war, gegossen werden. Infolge der Novemberrevolution lehnte die Stadt seine Aufstellung als unzeitgemäß ab, woraufhin der Kaufmann und Kunstsammler Siegfried Buchenau es als Privatbesitzer erwarb und in seinem Park bei Nienburg aufstellte. Erst nach Rückkauf durch die Stadt erhielt das Denkmal 1934 seinen heutigen Platz gegenüber dem Bismarck-Denkmal.Louis Tuaillon: Reiterdenkmal Kaiser Wilhelm I.- Information auf der Website Kunst@SH Schleswig-Holstein und Hamburg.
Brunnen am Von-Großheim-Platz 80px|rechts|Karl-v.-Großheim-Brunnen
Ende Dezember 1912 gedachte seine Vaterstadt ihres Sohnes, des Architekten Karl von Großheim, durch die Errichtung einer Brunnenanlage auf dem Platz vor seinem Elternhaus in der Bäckerstraße 21, die seinen Namen trug. Die im Atelier der Firma Kayser und v. Grossheim entworfene halbrunde Anlage fügt sich in dem Platz ein. Der mittlere Aufbau trug das von der Gattin des Verstorbenen gestiftete Bronzebildnis, welches von Professor Manzel erschaffen wurde. Rechts und links der darunter befindlichen Inschrift ließen Muscheln ihre Wasserstrahlen in ein Becken, dem sich zu beiden Seiten Sitzbänke mit hohen Rückenlehnen anschlossen, fließen. Der Abschluss wurde von vier Pfeilern mit ornamental behandelten Blumenbekrönungen gegliedert. Der Brunnen, der durch gärtnerische Anlagen mit seiner Umgebung passend verbunden wurde, bestand aus Muschelkalkstein.Karl-v.-Grossheim-Brunnen in Lübeck. In Zentralblatt der Bauverwaltung, 33. Jahrgang, Nr. 65 (16. August 1913), S. 431.
Ehrenmal der Landgemeinde Wesloe 80px|rechts Schlichte Granit-Stele in einem kleinen Hain auf den alten Schanzen an der Brandenbaumer Landstraße; 1921 errichtet von der Gemeinde Wesloe (Alt Lauerhof, Wesloe, Brandenbaum und Hohenwarte) unmittelbar vor ihrer Eingemeindung nach Lübeck-St. Gertrud. Inschrift (nach 1945 erweitert): Zum Gedenken an die Gefallenen der Kriege 1914–1918 und 1939–1945 Errichtet von der Gemeinde Wesloe 1921. Heute betreut vom Gemeinnützigen Verein e.V. für die Stadtteile Eichholz, Krögerland, Wesloe und Brandenbaum.
Turnerschafts-Ehrenmal 80px|rechts|Turnerschafts-Ehrenmal
Für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen der Lübecker Turnerschaft gestaltete Hans Schwegerle Anfang der 1920er Jahre ein Ehrenmal auf dem Sportplatz Buniamshof.Abram B. Enns: Kunst und Bürgertum. Die kontroversen zwanziger Jahre in Lübeck. Christians/Weiland, Hamburg/Lübeck 1978, ISBN 3-7672-0571-8, S. 56
Denkmal in der Dornbreite 80px|rechts
Im Jahre 1932, als für 20.000 Händepaare keine Arbeit in Lübeck war, gab das Reich 450.000,00 RM Baudarlehen für 165 Siedlerstellen und 600 Kleingärten
Sterbender Krieger 80px|rechts|Denkmal „Sterbender Krieger“
(Zentrales) Ehrenmal für Hans Küstermann durch den Bildhauer Fritz Behn (1919) im Auftrag der Witwe für den Ehrenfriedhof.Bernhard, S. 14 f.
Helm ab zum Gebet 80px|rechts|Denkmal „Helm ab zum Gebet“
Kriegerdenkmal für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen des Infanterie-Regiments Lübeck (3. Hanseatisches) Nr. 162 von Richard Kuöhl. Es steht seit 1923 auf dem Ehrenfriedhof, konnte jedoch – wie es hieß aufgrund der politischen Umstände – erst 1926 eingeweiht werden.Bernhard, S. 16 f.
Gedenkstein für die in Deutsch-Südwest-Afrika gefallenen ehemaligen Angehörigen des Regiments Lübeck 80px|rechts
Zum zehnjährigen Bestehen stiftete der Kameradschaftsbund der ehemaligen 76er und 162er zu Lübeck einen Gedenkstein für die in Deutsch-Südwest-Afrika gefallenen ehemaligen Angehörigen des Regiments.
Dieser stand auf dem Hofe der Marli-Kaserne (I. Batl.) und wurde am 23. Juni 1907 dem Kommandeur übergeben.
Dass der Termin nicht mit dem Stiftungstag des Regiments zusammengefallen sei, hätte, so berichteten die Lübecker Zeitungen, an der zu jener Zeit ungünstigen Witterung sowie des Aufenthalts des Regiments im Lockstedter Lager gelegen.
Die Tafel liegt heute nahezu unlesbar von Grünspan überzogen auf dem Boden des Ehrenfriedhofs.
Ehrenmal am Straßenbahndepot 80px|rechts|Ehrenmal am ehem. Straßenbahndepot in Lübeck (Foto: August 2009)
Vom ehemaligen Straßenbahndepot des Stadtverkehr Lübeck in der Roeckstraße hat sich nur das Kriegerdenkmal für die gefallenen Lübecker Straßenbahner des Ersten Weltkrieges neben der Pförtnerei des ehemaligen Betriebsgeländes erhalten. Entstehung: 1935