Florian Poser (* 15. April 1954 in Hamburg; † 19. Juli 2024 in Rotenburg (Wümme)) war ein deutscher Jazzmusiker (Vibraphon, Marimba und Komposition).
Leben Poser entstammte einer Musikerfamilie, sein Vater war der Hamburger Komponist Hans Poser. Er lernte als Kind zunächst Cello, später autodidaktisch Klavier, Gitarre und Schlagzeug. 1971 begann er Vibraphon zu spielen. Zunächst studierte er Soziologie, bevor er von 1978 bis 1981 ein klassisches Schlagzeugstudium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg absolvierte. Seit 1975 erhielt er zusätzlichen Unterricht bei Wolfgang Schlüter, später kamen Kurse bei Tom van der Geld, David Friedman, David Samuels und Gary Burton hinzu.
1979 gründete er seine Band Lifeline, mit der er seit 1980 mehrere Alben aufnahm und auf internationale Tourneen ging. Mit dem Gitarristen Peter Finger nahm er vier Schallplatten auf. Außerdem spielte er mit Klaus Ignatzek und mit Supersession. Daneben leitet er sein Bandprojekt Brazilian Experience und trat auch mit Solo-Programmen auf.
Poser wurde 1994 als Professor an die Hochschule für Künste Bremen berufen, wo er im Fach Popularmusik im Rahmen der Musiklehrerausbildung lehrte.
Preise und Auszeichnungen Poser erhielt 1985 den Ernst-Fischer-Preis der GEMA-Stiftung. Er gewann im gleichen Jahr beim Oldenburger Kompositionswettbewerb mit seinem „Concertino für Vibraphon und Orchester – St. Mountain“. Mit seinen Gruppen wurde er viermal Preisträger beim „Jazzpodium Niedersachsen“ und erhielt vom Land Niedersachsen ein Nachwuchsstipendium (1989) und ein Arbeitsstipendium (1990). Zweimal wurden seine Jazzkompositionen für den „Concours International de Composition de Themes de Jazz“ von Monaco nominiert. 2024 gewann er den zum 100-jährigen Bestehen des Bundesverbands Amateurmusik Sinfonie- und Kammerorchester ausgeschriebenen Kompositionspreis mit seinem „Capriccio ad jubilaeum“.
Kompositionen 1984: Capriccio für Querflöte und Vibraphon (1986 auch Version für Vibraphon und Marimba) 1985: »St. Mountain«, Concertino für Vibraphon und Orchester (2000 auch Version für Sinfonisches Blasorchester) 1988: Kleines Tanzstück für 3 Blockflöten und Percussion 1990: »Romanian Rhapsody«, Konzertstück für Sinfonieorchester (2006 auch Version für Sinfonisches Blasorchester) 1990: Trilogie für Sextett 1998: »Three Pictures«, Concerto für Vibraphon und Orchester 2006: 3. Concerto für Concerto für Vibraphon und Orchester (2012 langsamer Satz „Alone“ auch in einer Version für Sinfonisches Blasorchester) 2010: »Scenes«, für Big Band und Sinfonieorchester 2024: »Capriccio ad jubilaeum«, für Sinfonieorchester (Uraufführung 2024 in der Elbphilharmonie Hamburg) und ca. 200 Jazz-Themen und -Arrangements
Diskografie (Auswahl) 1980: Lifeline 1980: Windspiele 1981: Linie 2 1982: Im Labyrinth 1983: Fahrt in’s Blaue 1984: Music For Grandpiano And Vibes 1992: Say Yes 1994: Aspects 1995: Favourite Standards 1996: Reunion 1996: Winds 1997: Pacific Tales 1997: At The Seaside 1997: Questions And Answers 1999: Springdale 2002: Polar Lights 2004: New Adventures 2006: Live in Berlin 2009: Celestial Encounter 2012: Crossing Minds 2013: Surfing The Clouds 2021: Florian Poser / Martin Flindt: The Gaze
Kritiken
Lexigraphische Einträge Martin Kunzler: Jazz-Lexikon. Band 2: M–Z. (= rororo-Sachbuch. Band 16513). 2. Auflage. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2004, ISBN 3-499-16513-9.
Weblinks Offizielle Homepage Florian Poser über seine Brazilian Experience Tour
Einzelnachweise
Kategorie:Jazz-Vibraphonist Kategorie:Fusion-Musiker Kategorie:Komponist (Jazz) Kategorie:Hochschullehrer (HfK Bremen) Kategorie:Musiker (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1954 Kategorie:Gestorben 2024 Kategorie:Mann