London Underground 150px|Logo London Underground 300px|Der Bahnhof Farringdon im Stadtbezirk IslingtonBasisinformationenStaat 25px Vereinigtes KönigreichStadt LondonEröffnung 10. Januar 1863Betreiber London Underground Ltd.Besitzer Transport for LondonMitarbeiter ca. 19.000 (Juni 2021) Website von Transport for London, abgerufen am 17. Juni 2012.InfrastrukturStreckenlänge 402 kmSpurweite 1435 mm (Normalspur, seit 1863)2140 mm (Breitspur, 1863–1869)Stromsystem 630 V DCStationen 272BetriebLinien 11Kürzester Takt z. Zt. 100 Sekunden, Ziel 90 SekundenStatistik Fahrgäste 4,8 Mio. pro Tag1.305.000.000 pro JahrWebseitetfl.gov.uk300pxStreckenplan
mini|Der Spitzname „tube“ stammt von den röhrenförmigen Tunneln der Kleinprofillinien; hier das Tunnelende der Northern Line nördlich der Station Hendon Central mini|Großprofilzug des Typs D78 auf der District Line, Station Kensington (Olympia)
Die London Underground ist mit mehr als 160 Jahren (Stand 2023) die älteste U-Bahn der Welt und besitzt nach der Metro Moskau die zweitgrößte Netzlänge europäischer U-Bahnen. Sie erschließt neben der City of London besonders nördlich der Themse weite Teile der britischen Hauptstadt London sowie einige angrenzende Gebiete.
Der erste Streckenabschnitt der Metropolitan Railway (die heutige Metropolitan Line) wurde am 10. Januar 1863 als unterirdische, mit Dampflokomotiven befahrene Eisenbahn eröffnet. Obwohl von der Metropolitan Railway die weltweit häufigste Bezeichnung für eine U-Bahn – Metro – abgeleitet wurde, wich dieser Begriff im britischen Englisch bereits Ende des 19. Jahrhunderts der Bezeichnung Underground. In der Umgangssprache der Londoner wird die U-Bahn Tube (englisch für „Röhre“) genannt.
Fast 150 Jahre lang war die Underground die längste U-Bahn der Welt; Stand 2020 ist sie die sechstlängste, aber die längste außerhalb von Ostasien. Derzeit beträgt die Streckenlänge 402 Kilometer mit 272 Stationen auf 11 Linien, von denen 262 selbst verwaltet werden. Außerhalb der Innenstadt verkehren die Linien mehrheitlich an der Oberfläche, tatsächlich liegen nur 45 Prozent des Streckennetzes im Tunnel. Komplett unterirdisch verkehren lediglich die Victoria Line und die nur zwei Stationen umfassende Waterloo & City Line.
Im Geschäftsjahr 2011 benutzten täglich durchschnittlich rund 3,2 Millionen Fahrgäste die Underground, an Werktagen bis zu 3,7 Millionen. In dieser Zeit wurden insgesamt 1,171 Milliarden Fahrten unternommen, was einen Rekordwert darstellte.. Website von Transport for London (Facts & Figures), abgerufen am 3. November 2015.
Seit 2003 ist London Underground ein Teil von Transport for London (TfL), das auch für die übrigen öffentlichen Verkehrsmittel in Greater London mit Ausnahme der Eisenbahnen verantwortlich ist. Rechtlicher Betreiber ist jedoch die Tochtergesellschaft London Underground Limited.
Liniennetz mini|Zugang zur U-Bahn-Station Piccadilly Circus mini|Eingang der Station Charing Cross (1974)
Das Londoner U-Bahn-Netz ist 402 km lang, hat 272 Stationen und besteht aus 11 Linien, die zum Teil mehrfach verzweigt sind.Siehe Transport for London. Abgerufen am 31. Januar 2023. 14 Stationen liegen außerhalb der Grenzen von Greater London, nämlich drei bzw. fünf Stationen der Metropolitan Line in den Grafschaften Buckinghamshire und Hertfordshire sowie sechs Stationen der Central Line in der Grafschaft Essex.
Die Züge fahren werktags, mit Abweichungen auf einzelnen Linien, von etwa 5 Uhr früh (samstags meist etwas später) bis zirka 1 Uhr nachts und sonntags ab etwa 7 Uhr bis Mitternacht. Die Taktzeiten betragen in Spitzenzeiten zwei Minuten, tagsüber durchschnittlich vier Minuten, am späten Abend bis zu zehn Minuten. In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag gibt es Nachtverkehr auf der Victoria Line, der Jubilee Line, Teilen der Northern, Central und Piccadilly Line sowie auf der East London Line von London Overground.
Die London Underground ist auf das nördliche und südliche Stadtgebiet ungleich verteilt. Südlich der Themse liegen nur etwa zehn Prozent des Streckennetzes, der Raum ist hauptsächlich mit Vorortzügen erschlossen. Nördlich der Themse verhält es sich umgekehrt, hier beschränkt sich die Eisenbahn auf wenige Hauptstrecken zu den großen Kopfbahnhöfen.
Die Londoner Linien LinieEingesetzterFahrzeugtyp Eröffnung Linientyp Länge(in km) Stationen Fahrgästein Mio./Jahr 1972 Tube Stock 1906 Röhrenbahn 23,2 25 111,1 1992 Tube Stock 1900 Röhrenbahn 74,0 49 260,9 S7 Stock 1884 Großprofil 22,5 27 114,6Fahrgastzahlen für Circle und Hammersmith & City Line gemeinsam gerechnet S7 Stock 1868 Großprofil 64,0 60 208,3 S7 Stock 1864 Großprofil 26,5 29 114,6 1996 Tube Stock 1979 Röhrenbahn 36,2 27 213,6 S8 Stock 1863 Großprofil 66,4 34 66,8 1995 Tube Stock 1890 Röhrenbahn 57,6 51 252,3 1973 Tube Stock 1906 Röhrenbahn 70,4 52 210,2 2009 Tube Stock 1969 Röhrenbahn 22,5 16 200,0 1992 Tube Stock 1898 Röhrenbahn 2,4 2 15,8
Geschlossene Stationen und Linienabschnitte
Im Netz der Londoner U-Bahn gibt es eine Reihe aus unterschiedlichen Gründen geschlossener Stationen. In den Frühzeiten der Londoner U-Bahn waren Rolltreppen als vertikales Transportmittel gänzlich unbekannt und die tiefen Stationen waren, abgesehen von Nottreppen, ausschließlich über Aufzüge erreichbar. Mit dem späteren Einbau von Rolltreppen die auch eine horizontale Distanz überwinden, sind die oberirdischen Eingänge häufig näher aneinander gerückt. Daher erschien es sinnvoll, einige Stationen einzusparen; andere wurden wegen geringer Fahrgastzahlen geschlossen.
Betrieb mini|Zug des Typs 1992 Tube Stock auf der Central Line
Von Januar 2003 bis Mai 2008 bzw. Mai 2010 war London Underground in Form einer Public Private Partnership (PPP; Partnerschaft zwischen öffentlicher Hand und Privatunternehmen) teilprivatisiert. Der Unterhalt der Infrastruktur wurde durch private Unternehmen durchgeführt, doch die Underground blieb im Besitz von Transport for London, die auch für den Zugbetrieb zuständig war. Das Ziel von PPP war die Erschließung von Geldquellen für zukünftige Investitionen ins U-Bahn-System. Dazu gehörten der Neu- und Ausbau von Stationen, der Kauf von neuem Rollmaterial sowie die Einrichtung von neuen Sicherheitssystemen und Zugsicherungen.
Das Netz wurde in drei Gruppen aufgeteilt: Die Röhrenbahnen JNP mit den Linien Jubilee, Northern und Piccadilly wurde von der Firma Tube Lines betrieben Die weiteren Röhrenbahnen BCV (Linien Bakerloo, Central und Victoria) wurden von der Firma Metronet unterhalten Die Großprofil-Linien SSL (Sub-Surface Lines) mit den Linien District, Metropolitan, Circle, East London sowie Hammersmith & City, für die ebenfalls Metronet verantwortlich war
Nachdem Metronet 2007 in große finanzielle Schwierigkeiten geraten war, übernahm Transport for London im Mai 2008 deren Mitarbeiter und Leistungsverträge in zwei neue Tochtergesellschaften. Im Mai 2010 erwarb Transport for London dann alle Geschäftsanteile von Tube Lines; seitdem wird das Unternehmen als Tochtergesellschaft geführt. Metronet wurde 2011 liquidiert.
Der Rückkauf der London Underground Tube Lines kostete 206,4 Mio. Pfund. Ein Bericht bezifferte die Gesamtkosten des gescheiterten PPP-Projekts für die Allgemeinheit mit 5,526 Mrd. Pfund.
Betriebszahlen Während der Hauptverkehrszeit transportiert die Underground derzeit auf den am stärksten benutzten Abschnitten stündlich 142.000 Passagiere. Theoretisch hätte sie eine maximale Kapazität von 315.000 Passagieren pro Stunde.Protokoll Fragestunde House of Commons 13. Mai 2002
Im Vergleich zu U-Bahnen in anderen Millionenstädten bestreitet die London Underground einen relativ hohen Anteil ihrer Betriebsausgaben aus den Fahrkarteneinnahmen. Im Jahr 2004 wurden die Ausgaben von knapp 2 Milliarden Pfund zu etwa 62 Prozent mit Fahrkarteneinnahmen finanziert. Insgesamt hatte die Underground damit einen Zuschussbedarf von 768 Mio. Pfund. Im Jahr 2002 betrug der Anteil der Fahrkartenverkäufe an den Einnahmen sogar fast 82 Prozent.Transport for London: (PDF; 1,2 MB)
Mitarbeiter in der Haltestelle Während in vielen anderen U-Bahn-Systemen keine Mitarbeiter in den Haltestellen mehr beschäftigt werden, sind alle Haltestellen der London Underground durchgehend mit mehreren Angestellten besetzt. Zu den Aufgabenbereichen zählen: die Unterstützung bei Problemen an den automatischen Ticketbarrieren der Verkauf von Fahrscheinen, Information der Reisenden Kontrolle des Zugverkehrs im Stationsbereich, Stellwerk Durchsagen und Abfertigung der Züge
Besonderheiten an Weihnachten und Silvester Am 24. Dezember verkehren die Londoner Verkehrsmittel nach dem Fahrplan des entsprechenden Wochentags.
Am 25. Dezember verkehren keine Züge der Londoner Verkehrsmittel, keine Eisenbahn, (fast) keine Busse und nur wenige Taxis, die dann Aufschlag kosten. Lediglich ein Ersatzverkehr zwischen der Stadt und den Flughäfen Heathrow und Gatwick wird angeboten.
An den folgenden Tagen (26. Dezember bis 30. Dezember) ist ebenfalls mit Einschränkungen zu rechnen.
In der Silvesternacht (31. Dezember auf 1. Januar) wird ein durchgehender Nachtbetrieb angeboten, der zwischen 23:45 Uhr und 4:30 Uhr kostenfrei benutzt werden kann. An Silvester und am 1. und 2. Januar ist mit geringerer Taktfrequenz zu rechnen.
Transport for London gibt jedes Jahr rechtzeitig eine Broschüre für die Weihnachtsfeiertage und Silvester heraus.Christmas and New Year Services Abgerufen am 20. Dezember 2011.
24-Stunden-Betrieb (Night Tube) mini|Nachtliniennetz Ab dem 12. September 2015 sollten zunächst die Victoria und Jubilee Lines sowie Teile der Central, Northern und Piccadilly Lines in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag rund um die Uhr betrieben (Night Tube) werden.https://www.tfl.gov.uk/campaign/tube-improvements/the-future-of-the-tube/night-tube [Abgerufen am: 2. Januar 2015] Auf den meisten Nachtlinien war ein 10-Minuten-Takt vorgesehen, auf der Northern Line sogar verdichtet auf 7 Minuten, was eine Senkung der Reisezeit im Vergleich zu Nachtbus-Verbindungen um durchschnittlich 20 Minuten bewirken sollte.
Da die Mitarbeiter der Underground jedoch einen Lohnzuschlag für die nächtliche Arbeit forderten, war ein Konflikt zwischen Arbeitgeber und der britischen Gewerkschaft der Lokomotivführer entstanden. Kritisiert wurde seitens der Belegschaft auch, dass fast zeitgleich Sparmaßnahmen angekündigt wurden, so etwa die Schließung der Fahrkartenschalter und die Entlassung von fast 900 Mitarbeitenden.Christian Bunke: Gegenwehr lohnt sich. In: ver.di Publik 6/2015, S. 8. Daraufhin wurde ein 24-stündiger Streik für den 8. Juli 2015 angekündigt. Nachdem die Gewerkschaften weitere Streiks für den September 2015 angekündigt hatten, hatte TfL den Start der Night Tube vorerst bis auf weiteres abgesagt, um Zeit für weitere Verhandlungen zu haben. Nach einer Einigung mit den Gewerkschaften wurde die Einführung der Night Tube zum 5. August 2016 angekündigt, tatsächlich begann der Betrieb dann am 19. August. In einer zweiten Phase wurde mit Picadilly, Central und Northern Lines am 23. September 2016 die Night Tube erweitert.
mini|Ein Sub-Surface-Zug des Typs S-Stocks der Metropolitan Line fährt in Finchley Road ein Im Nachtnetz gelten die Fahrscheine des Vortages bis 4:29 Uhr, da darauf folgend tariflich der nächste Tag beginnt. Um die Lärmbelastung von Anwohnern nahe der Underground-Linien möglichst gering zu halten, besteht eine Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden. Als erste Maßnahme wurde die Lautstärke von Durchsagen verringert. Um den Fahrgästen auch nachts Sicherheit zu gewährleisten, werden hundert Einsatzkräfte der British Transport Police während der Betriebszeit der Night Tube eingesetzt, ebenso das Bahnhofspersonal.Mitteilung des tfl zur Night Tube