mini|Toma Prošev Toma Prošev (* 10. November 1931 in Skopje, Königreich Jugoslawien; † 12. September 1996 in Zlatin, Kroatien) war ein jugoslawischer Komponist, Musikwissenschaftler und Dirigent.

Leben

Prošev studierte Komposition an der Musikakademie in Ljubljana bei Lucijan Marija Škerjanc. Er erhielt eine staatliche Anerkennung in Form eines Stipendiums, das ihm einen jährlichen Studienaufenthalt in Paris ermöglichte, und studierte dort bei Nadia Boulanger. Er unterrichtete und komponierte im Wechsel in Skopje und Zagreb. 1957 bis 1960 war er Produzent bei Radio-Zagreb. In Skopje gründete er 1968 das Sveta Sofija Ensemble für Zeitgenössische Musik, welches das 1964 von ihm gegründete Kormoni Ansambl Musica Nova in Zagreb ablöste. 1968 erlitt Prošev unerwartet eine schwere Lähmung seines ganzen Körpers, ausgehend vom Rückgrat, und musste lange völlig in Gips liegen. Danach ging er für zwei Jahre als Direktor zur Oper und schrieb Musiken für mazedonische Filme. Zwischen 1975 und 1977 wurde Prošev zum Dekan (Hochschule) befördert. 1981 erhielt er die Doktorwürde in Musikwissenschaft an der Musikakademie in Sarajevo. Er siedelte nach Zagreb über, war dort bis 1985 Direktor des Philharmonischen Orchesters und bis 1991 Direktor des Bereichs Musik bei Radio-Zagreb. Prošev war Generalsekretär des jugoslawischen und Präsident des mazedonischen Komponistenverbands.

Prošev war der bedeutendste mazedonische Komponist seiner GenerationZdravko Blažeković, in „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“, Kassel 2005. Er verwendete häufig Zwölftontechniken, komponierte in späteren Werken frei atonal und bediente sich gelegentlich auch elektronischer Klänge.

Werke (Auswahl)

Orchesterwerke Das Massengrab, Oratorium, 1961 Das Spinnennetz, Oper, 1961 1. Symphonie, 1961 5 Aphorismen für Klavier, 1962 Drittes Blasquintett, 1963 Konzert für Violine und Orchester, 1963 Konzert für Ondes Martenot, 1964 Skopje, Oratorium, 1964 Morfographie, 1965 Trio a Cordes, 1965 Die Sonne der alten Erde, 1966 Ballett Das Lied über den Liedern, 1968 Konzert für Gitarre und Streichorchester op. 38, 1968 Pacem in terris, Oratorium, 1968 2. Symphonie für Streichorchester, 1971 3 Lyrische Bilder für 3 Flöten und Streichorchester, 1973 3. Symphonie, 1976 4. Symphonie, 1977 5. Symphonie, 1984 6. Symphonie, 1987 7. Symphonie, 1988 8. Symphonie, 1989 9. Symphonie, 1991 10. Symphonie, 1992 11. Symphonie, 1992 Das Aquarell, 1995 Alexander der Große, Oratorium, 1996 Ohrid, Oratorium, 1997

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Komponist (Jugoslawien) Kategorie:Dirigent Kategorie:Musikwissenschaftler Kategorie:Jugoslawe Kategorie:Geboren 1931 Kategorie:Gestorben 1996 Kategorie:Mann