mini|Lage des Reichskommissariats Moskowien (1942) Reichskommissariat Moskowien war zwischen 1941 und 1945 die propagandistische Bezeichnung eines von den Nationalsozialisten für die Zeit nach dem so genannten „Endsieg“ geplanten Reichskommissariats.Klaus Hildebrand: Das Dritte Reich. Göttingen 2003, S. 95 (Digitalisat) Am 7. April 1941 verfasste Alfred Rosenberg im Rahmen seiner Ostpolitik und des Konstituierungsprozesses des von ihm geleiteten Reichsministeriums für die besetzten Ostgebiete, eine „Denkschrift“ über seine Vorschläge zur Personalbesetzung der zukünftigen Reichskommissariate im Osten. In dieser ist zu lesen:Der Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof Nürnberg 14. November 1945 – 1. Oktober 1946, Bd. XI, München/Zürich 1984, S. 603.

Am 20. Juni 1941, zwei Tage vor dem Angriff auf die Sowjetunion, erläuterte Rosenberg im Rahmen seines Kampfes gegen den „Bolschewismus“ (worunter er stets „Jüdischer Bolschewismus“ verstandErnst Piper: Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe, München 2005, S. 49 und 427, ISBN 3-89667-148-0.) „vor den engsten Beteiligten am Ostproblem“ seine politischen Zielsetzungen, wobei er die besondere Rolle von Moskau akzentuierte. So sagte er unter anderem:Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu …“ Das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion. München 2006, S. 82 f. (Quelle: IMT, Bd. 26, 1058-PS; Job Zimmermann: Erlebnisse und Gestalten im Ostministerium. Maschinenschriftliches Manuskript, o. D., IfZ, ZS 426, Bl. 20.)

Wie schon in seiner Denkschrift vom 7. April, erklärte er auch hier, dass die Ukraine und eine kaukasische Föderation mit Zentrum in Georgien als ein Bollwerk gegen das „Großrussentum“ errichtet werden müsse sowie die Wiederherstellung von Moskowien auf einen als „ursprünglich“ gedachten Zustand. Am 16. Juli 1941 wurden die Stellenbesetzungen für die Reichskommissariate von Rosenberg, Adolf Hitler und Hermann Göring gemeinsam diskutiert. Göring sprach sich gegen Erich Koch als Reichskommissar in Moskau aus, Rosenberg blieb bei seinem Vorschlag von Koch und Hitler legte sich auf Siegfried Kasche fest. Als am 17. Juli 1941 dann die Ernennungen der Reichskommissare für die zu besetzenden Ostgebiete durch Hitler stattfanden, wurden lediglich für das Reichskommissariat Ostland und für das Reichskommissariat Ukraine Reichskommissare eingesetzt.Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu …“ Das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion. München 2006, S. 87.

Siehe auch Generalplan Ost

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Einzelnachweise

Kategorie:Deutsche Besetzung Europas 1939–1945