mini|hochkant=0.7|Traditionelle Darstellung eines „Man in Black“ Als Men in Black (meist abgekürzt mit MIB oder M.I.B.) bezeichnet vor allem die Ufologie eine moderne Sage und Verschwörungstheorie von hochgewachsenen Männern in schwarzen Anzügen. Sie sollen Zeugen angeblicher Ufo-Sichtungen und Begegnungen der dritten Art unangekündigt zu Hause aufsuchen und zum Stillschweigen verpflichten. Im deutschen Sprachraum ist die eingedeutschte Bezeichnung „Männer in Schwarz“ geläufig.

Beschreibung Fast alle Berichte angeblicher Zeugen beschreiben die „Männer in Schwarz“ gleich: hochgewachsen, schlank, oft sehr blass (seltener mit dunkel getönter Haut) und in pechschwarze Anzüge gekleidet. Ihre Gesichter sollen manchmal auffallend hohe Wangenknochen und mandelförmige Augen aufweisen. Sie tragen weiße Hemden, schwarze Krawatten (seltener Fliege), weiße oder schwarze Handschuhe, schwarze, breit gekrempte Hüte und schwarze Schuhe. In manchen Fällen tragen sie schwarze Sonnenbrillen. Oft wird berichtet, dass die „Männer in Schwarz“ einander verblüffend gleichen, wenn sie zu mehreren erscheinen. In den USA sollen sie oft merkwürdig altmodische Autos, zum Beispiel ältere Cadillac-Modelle fahren, im Vereinigten Königreich sollen es meist Rolls-Royce oder Jaguars sein. Allen Beschreibungen der Autos ist gemeinsam, dass sie pechschwarz lackiert, stets tip-top gepflegt und brandneu seien.Jonathan Kendall: The Metaphysics of UFOs. Woodbury (Minnesota) 2026, S. 96–101.

Auftreten und Verhalten Vorgebliche Augenzeugenberichte überliefern, dass die „Männer in Schwarz“ oft überraschend nur wenige Stunden nach der behaupteten Ufo- oder Außerirdischen-Begegnung auftauchten – verdächtig früh, als dass offiziell-staatliche Behörden in so kurzer Zeit ein herkömmliches Agententeam hätten zusammenstellen und aussenden können. In so kurzer Zeit wäre es besonders in den damaligen Epochen auch für Regierungsbehörden unmöglich gewesen, die privaten Anschriften der Zeugen ausfindig zu machen. Angeblich würden die Männer sogar dann überraschend aufkreuzen, wenn der Sichtungszeuge den Vorfall (noch) gar nicht öffentlich gemeldet hatte.

In den meisten Fällen wird das Auftreten der „Männer in Schwarz“ vor dem Zeugen als kalt, arrogant und bedrohlich beschrieben. Die Männer suchten ihre Opfer zu Hause auf, gäben sich bevorzugt als Agenten der CIA, des FBI oder der US Air Force aus und schüchterten ihr Opfer gekonnt ein. Die Befragungen seien oft erschöpfend lang und arteten nicht selten in peinlichen Befragungen aus. Dabei würden die „Männer in Schwarz“ ein Detailwissen zum Vorfall offenbaren, das selbst dem Zeugen entgangen sei und Letzteren regelrecht verblüffen würde. Der Ufo-Zeuge werde zum Abschluss, meist recht eindringlich, dazu ermahnt, nichts von dem zu erzählen, was er bei der UFO-Sichtung gesehen und gehört hat. Danach verlassen sie das Haus und fahren in ihrem Auto davon. Ein Überprüfen der Kennzeichen (sofern überhaupt vorhanden) führe dabei zuverlässig ins Leere.Jerome Clark: The UFO Encyclopedia, 3rd Edition. Massachusetts 2019, S. 317–318.

Ursprung des Mythos und Verschwörungstheorien Während des Kalten Krieges wurden in den USA in der Tat in Schwarz gekleidete Regierungsbeamte unterschiedlicher Behörden dazu angehalten, Zeugen angeblicher Ufo-Sichtungen aufzusuchen, um möglicherweise unerlaubt gesammeltes, für die Öffentlichkeit ungeeignetes Material zu beschlagnahmen.Walter Hain: SAETI. Seite 243.Judit Laczkó: UFOs und Außerirdische. Seite 70.

Der erste öffentliche Bericht über „Männer in Schwarz“ stammt aus dem Jahr 1947. Der angebliche UFO-Zeuge Harold Dahl behauptete, ein Mann in einem schwarzen Anzug habe ihn davor gewarnt, über seine angebliche UFO-Sichtung bei Maury Island an die Öffentlichkeit zu gehen. Der nächste öffentliche Bericht stammt von dem Ufologen Albert K. Bender aus dem Jahr 1953. Bender behauptet, in seinem Heim von drei schwebenden, in Schwarz gekleideten Humanoiden besucht worden zu sein. Diese hätten ihn davor gewarnt, mit seinem Wissen über Ufos an die Öffentlichkeit zu gehen.Arthur Goldwag: Cults, Conspiracies, and Secret Societies. New York 2009, S. 159. Danach veröffentlichten weitere Autoren eigene Werke über vorgebliche MiB-Begegnungen. Gray Barker schrieb 1956 in They Knew Too Much About Flying Saucers über die MiBGray Barker: They Knew Too Much About Flying Saucers. University Books, New York City 2015 (Neuauflage), ISBN 1-51870-944-3., ebenso John A. Keel in The Mothman Prophecies.John A. Keel: The Mothman Prophecies. Saturday Review Press, New Yoek City 2013, ISBN 1-44477-902-8. Der deutsche UFO-Sachbuchautor Michael Hesemann macht in seinem 1993 erschienenen Buch Geheimsache UFO eine gewisse 1127th Field Activities Group des Geheimdienstes der United States Air Force als verantwortlich für die Men-in-Black-Einsätze und vermutete hinter den Männern ehemalige Kleinkriminelle, die von der Air Force eigens für diese Einsätze angeheuert worden seien.Michael Hesemann: Geheimsache UFO: Die wahre Geschichte der unbekannte Flugobjekte. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1998, ISBN 3-82893-392-0. James Bamford schließlich berichtet in einem kurzen Abschnitt in seinem Buch NSA – Die Anatomie des mächtigsten Geheimdienstes der Welt, die National Security Agency (NSA) habe ein Sonderkommando, das als Men In Black beschrieben wird. Dieses soll sich darum kümmern, dass kein Unbefugter dem Hauptquartier der NSA im Fort George G. Meade, Maryland, zu nahe kommt.James Bamford: NSA – Die Anatomie des mächtigsten Geheimdienstes der Welt. Bertelsmann, 2001, ISBN 3-57015-151-4.

Der Historiker und Skeptiker Aaron John Gulyas berichtet, dass bereits in den 1950er und 1960er Jahren Ufologen eine verschwörungstheoretische Denkweise annahmen und offenbar zu befürchten begannen, sie könnten -gewissermaßen als Vergeltung für die Entdeckung der „Wahrheit über die UFOs“- Ziel organisierter Einschüchterungsmaßnahmen durch Regierung und Behörden werden. Ab den 1970er, 1980er und 1990er Jahren integrierten UFO-Verschwörungstheoretiker die „Männer in Schwarz“ in ihre zunehmend komplexen und paranoiden Vorstellungen und bemühten sich nach Leibeskräften, diese in der Öffentlichkeit zu verbreiten und leichtgläubige Interessierte von selbigen zu überzeugen. Glaubwürdige Begründungen und/oder gar Beweise für ihre Behauptungen konnten und können die Verschwörer allerdings nicht vorweisen.Aaron John Gulyas: Conspiracy Theories. Jefferson (North Carolina) 2016, S. 86–88. Andere Skeptiker betrachten die Berichte über „Männer in Schwarz“ ergänzend als ein reines Fantasieprodukt der vorgeblichen Ufo-Zeugen, die damit angeblich verschwundenes Beweismaterial zu erklären versuchen. Die Skeptiker verweisen dabei auf die Ähnlichkeit der „Männer in Schwarz“-Berichte mit denen über angebliche engelsgleiche Ufonauten, nur dass die „Männer in Schwarz“ hier die Rolle der Bösewichte übernehmen.

Rezeptionen und Parodien In der Jugendbuchserie Die drei ??? wird in dem von André Marx geschriebenen Buch Geheimsache Ufo und dessen Hörspiel-Adaption Geheimakte Ufo (beide 1998 erschienen) von den „Männern in Schwarz“ erzählt. Des Weiteren wurden seit 1997 mehrere Kinofilme unter dem Titel Men in Black veröffentlicht: Men in Black, Men in Black II und Men in Black 3. Bei den Filmen handelt es sich um Science-Fiction-Komödien mit Will Smith und Tommy Lee Jones, die auf einer Miniserie von Malibu Comics basieren. 2019 kam mit Men in Black: International ein vierter Teil ins Kino. Die deutsche Heavy-Metal-Band Running Wild griff das Thema im Lied Men in Black auf dem Album Masquerade von 1995 auf. Der Text handelt von Sichtungen von UFOs und den durch die Men in Black verbreiteten Lügen darüber.

Literatur Jerome Clark: The UFO Encyclopedia, 3rd Edition. Omnigraphics, Massachusetts 2019, ISBN 0-78081-659-5. Aaron John Gulyas: Conspiracy Theories: The Roots, Themes and Propagation of Paranoid Political and Cultural Narratives. McFarland & Company, Jefferson (North Carolina) 2016, ISBN 978-1-47662-349-8. Jonathan Kendall: The Metaphysics of UFOs: Evidential Case Studies on UAPs, Paranormal Phenomena, and Spiritual Experiences. Llewellyn Worldwide, Woodbury (Minnesota) 2026, ISBN 978-0-73878-338-3. Judit Laczkó: UFOs und Außerirdische: Eine religionssoziologische Untersuchung des Milieus um das Phänomen der fliegenden Untertassen. Diplom-Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-8324-2327-3. Arthur Goldwag: Cults, Conspiracies, and Secret Societies: The Straight Scoop on Freemasons, the Illmuniati, Skull & Bones, Black Helicopters, the New World Order, and Many, Many More. Vintage Books, New York 2009, ISBN 0-307-45666-8.

Einzelnachweise

Kategorie:Verschwörungstheorie Kategorie:Ufologie