{ "type": "ExternalData", "service": "geoline", "ids": "Q540106", "properties": { "stroke": "#008000", "stroke-width": 2 } } Der Wells Gray Provincial Park ist ein großes Naturschutzgebiet im Osten des Cariboo Regional District in der kanadischen Provinz British Columbia. Er ist nach dem Tatshenshini-Alsek Provincial Park, dem Spatsizi Plateau Wilderness Provincial Park und dem Northern Rocky Mountains Provincial Park der viertgrößte der Provincial Parks in British Columbia.

Lage und Naturraum Der Wells Gray Provincial Park liegt im Übergangsbereich der Cariboo Mountains mit dem Interior Plateau im Bereich des Wells Gray-Clearwater-Vulkanfeldes. Direkt im Norden schließt sich der Cariboo Mountains Provincial Park – früher Mitchell Lake/Niagara Provincial Park – an. Gemeinsam mit dem nördlich hieran anschließenden Bowron Lake Provincial Park sowie mehreren kleinen Provinzparks bilden sie ein nahezu geschlossenes über 810.000 Hektar großes Naturschutzgebiet im Westen der Cariboo Mountains.

Auf der Fläche des Parks von 5400 km², die den Oberlauf des Clearwater River und seiner Nebenflüsse umfasst, verteilen sich 5 große – Hobson Lake, Azure Lake, Clearwater Lake, Murtle Lake und Mahood Lake – und zahlreiche kleinere Seen.

Am Mount Goddall erreichen die Gipfel eine Höhe von , weitere Gipfel im Park sind Mount Winder (), Mount Beaman () und Mount Aves (), in den südlichen Randgebieten des Parks beträgt die Höhe im Tal des Clearwater River weniger als 500 Meter.

Während in den Flusstälern Mischwald und borealer Nadelwald vorherrschen, sind rund 65 Prozent des Parks mit subalpiner Tundra bedeckt, darüber hinaus sind die Gipfelregionen vergletschert, das Braithwaite Icefield befindet sich in der Mitte des Parks zwischen Azure Lake und Hobson Lake.

Der Zugang zum Park erfolgt in der Regel von Clearwater aus, am Highway 5, der hier auch Southern Yellowhead Highway genannt wird.

Vulkanismus

Große Teile des Parks sind von Zeichen vulkanischer Aktivität – erkalteten Lavaströmen, Vulkankegeln und Kratern – geprägt, welche teilweise erst 400 Jahre alt sind. Ältere Zeichen von Vulkanismus sind teilweise glazial überformt. Im Bereich des Parks erheben sich zahlreiche Erhebungen, die auf vulkanische Aktivität zurückzuführen sind: Kostal Cone (polygenetischer Schlackenkegel, 52.17 N, 119.94 W, entstanden im Holozän) Pillow Creek (subglazialer Vulkan, 52.02 N, 119.84 W, entstanden im Pleistozän) Gage Hill (Tuya, 52.05 N, 120.01 W, entstanden im Pleistozän) Dragon Cone (Schlackenkegel, 52,25 N, 120,02 W, entstanden im Holozän) Flourmill Cone (Schlackenkegel, 52,05° N, 120,32° W, entstanden im Holozän) Pointed Stick Cone (erodierter Schlackenkegel, 52,24° N, 120,08° W, entstanden im Holozän) Spanish Lake Centre (polygenetischer Schlackenkegel, 52,07° N, 120,31° W, entstanden im Holozän) Spanish Bonk (Basaltkegel, 52,13° N, 120,37° W, entstanden im Pleistozän) Ray Mountain (subglazialer Vulkan, 52,24° N, 120,11° W, entstanden im Pleistozän) Spanish Mump (subglazialer Vulkan, 52,16° N, 120,33° W, entstanden im Pleistozän) Jack's Jump (subglazialer Vulkan, 52,12° N, 120,05° W, entstanden im Pleistozän) Hyalo Ridge (Tuya, 52,11° N, 120,36° W, entstanden im Pleistozän) McLeod Hill (Tuya, 52,02° N, 120,01° W, entstanden im Pleistozän) Mosquito Mound (Tuya, 52,02° N, 120,18° W, entstanden im Pleistozän) Buck Hill (Schlackenkegel, 51,80° N, 119,98° W, entstanden im Pleistozän) Ida Ridge (erodierter Schlackenkegel, 51,80° N, 119,94° W, entstanden im Pleistozän) Fiftytwo Ridge (subglazialer Vulkan, 51,93° N, 119,98° W, entstanden im Pleistozän) Flatiron (erodiertes Schlackenfeld, 51,88° N, 120,05° W, entstanden im Pleistozän) White Horse Bluff (submariner Vulkan, 51,90° N, 120,11° W, entstanden im Pleistozän) Pyramid Mountain (subglazialer Vulkan, 51,99° N, 120,10° W, entstanden im Pleistozän)

Geschichte mini|Helmcken Falls Das Gebiet des Parks war vor Ankunft weißer Siedler hart umkämpfter Jagdgrund der Secwepemc und der Chilcotin, einige geographische Namen im Park – wie Battle Mountain, Battle Creek und Fight Lake – sprechen für die Heftigkeit der Kämpfe um die Beherrschung der Wanderrouten des Karibus. Etwa 35 archäologische Stätten geben Zeugnis von den indigenen Kulturen.

Im Rahmen des Cariboo-Goldrauschs versuchten einige Goldsucher erfolglos die Überquerung der Cariboo Mountains auf dem heutigen Parkgelände, eine gangbare Route wurde nicht gefunden.

Um 1870 begann die systematische Erforschung des Gebiets im Auftrag der Canadian Pacific Railway, doch die Entdeckung des Kicking Horse Pass im Jahre 1881 beendete die Suche nach einem Übergang über die Cariboo Mountains. Ende des 19. Jahrhunderts kamen vereinzelt Goldsucher in das Gebiet, einzelne Farmen und eine bescheidene Holzindustrie entstanden in den Tälern des North Thompson River und des Clearwater River.

Die Entdeckung der Helmcken Falls im Jahr 1913 erhöhte den Druck auf die Provinzverwaltung, das Gelände unter Schutz zu stellen.

Der Park wurde am 28. November 1939 eingerichtet und zu Ehren von Arthur Wellesley Gray, einem Minister der Provinzregierung, benannt. Der Park erfuhr im April 1996 wesentliche Erweiterungen, die Clearwater River Corridor Addition (31 km²) schützt das Tal des Clearwater River bis nahe der Mündung in den North Thompson River, die Trophy Mountain Addition (69,3 km²) umfasst neun, steil nach Norden abfallende Gipfel und einige der am leichtesten zugänglichen Gebirgswiesen mit zahlreichen Gebirgsseen.

Tierwelt Der Park beherbergt verschiedene Vogel- und Säugetierarten wie Grizzlybären, Weißwedelhirsche, Biber, Elche, Maultierhirsche, Schwarzbären und Timberwölfe.

Naturschutz Neben dem Schutz von Flora und Fauna – hier durch eine große, nahezu unzugängliche Conservation Area – gilt den Zeugnissen vulkanischer Aktivität besonderes Augenmerk.

Bei dem Park handelt es sich um ein Schutzgebiet der Kategorie Ib (Wildnisgebiet).

Innerhalb des Ökosystems von British Columbia wird das Parkgebiet, auf Grund der Größe und der unterschiedlichen Bedingungen auch verschiedenen Ökozonen zugeordnet, diese sind die Interior Douglas Fir Zone, die Interior Cedar-Hemlock Zone, die Engelmann Spruce-Subalpine Fir Zone sowie die Alpine Tundra Zone.

Der Wald – hauptsächlich Nadelwald – wird von Hemlocktanne, Douglasie und Riesen-Lebensbaum geprägt, entlang der Seeufer und der Flussläufe finden sich vereinzelt Laubbäume. Unter anderem findet sich hier der Weinblatt-Ahorn.

Neben 219 Vogelarten sind alle im kanadischen Westen heimischen, größeren Säugetier-Arten im Park vertreten.

Sehenswürdigkeiten Der Park ist aufgrund seiner Größe in verschiedene Sektionen unterteilt, nur der als Wells Gray Korridor bezeichnete ist leicht erreichbar.

Wells Gray Korridor mini|Dawson Falls Der Wells Gray Korridor, der sich entlang der einzigen Zufahrt zum Clearwater Lake hinzieht, bietet einige spektakuläre Sehenswürdigkeiten: Green Mountain Viewing Tower – Ausblick über den südlichen Teil des Parks und zum Mahood Lake Dawson Falls – als Little Niagara Falls bezeichnet stürzt der Murtle River 15 Meter tief über eine 90 Meter breite Felsstufe Helmcken Falls – der Murtle River stürzt hier 141 Meter über eine Basaltstufe Ray Farm – Reste der ältesten im Park liegenden Ortschaft mit den Grabstätten des Farmers John Ray und seiner Frau Alice Bailey's Chute – die Stromschnellen sind insbesondere zur Zeit des Zugs der Lachse im August und September interessant Clearwater Lake – Südende des Gebirgssees

Murtle Lake Der See ist der größte See in Nordamerika, welcher ausschließlich durch nichtmotorisierte Boote befahren werden darf. Der einsame See besitzt eine Küstenlänge von mehr als 100 Kilometer. Der Zugang erfolgt über eine enge, 27 Kilometer lange Schotterstraße von Blue River aus; vom Parkplatz führt ein Wanderweg über 2,5 Kilometer bis zum Einsatzpunkt für Boote, welcher auch mit kleinen Bootswagen benutzt werden kann.

Clearwater Azure Marine Dieser Teil des Parks umfasst die beiden nördlich des Wells Gray Korridor gelegenen Seen Clearwater Lake und Azure Lake, beide mehr als 20 Kilometer lang und durch den Clearwater River miteinander verbunden. An ihren Ufern gibt es zahlreiche Wasserfälle, die bekanntesten sind: Rainbow Falls – am östlichen Ende des Azure Lake (Südufer) Garnet Falls – im westlichen Teil des Azure Lake (Nordufer) Des Weiteren bieten beide in engen Gebirgstälern gelegenen Seen großartige Ausblicke auf die vergletscherte Buchanan Ridge (Garnet Peak 2.900 m) und das Massiv des Azure Mountain (2.495 m).

Mahood Lake Mahood Lake – der mit Abstand wärmste der großen Seen im Park, befindet sich im Westen des Parks und ist am besten von 100 Mile House über die Canim Lake Road und die FS Road #8100 oder vom Highway 24 zwischen Lone Butte und Roe Lake über die Mahood Lake Road zu erreichen.

Spahats Creek Das heute als Spahats Creek Section bekannte Gebiet, wurde 1965 als Spahats Creek Provincial Park unter Schutz gestellt und erst 1996 als Teil der Clearwater River Corridor Addition in den Wells Gray Provincial Park integriert. Hauptattraktion dieses leicht zugänglichen Bereiches 10 Kilometer nördlich von Clearwater sind die Spahats Falls.

Die von Hemlocktannen und Lebensbäumen beschattete Aussichtsplattform bietet sich hervorragend für Tierbeobachtung im Tal des Clearwater River an.

Clearwater River mini|links|Blick über das Tal den Clearwater Canyon Erst 1996 wurde das Tal des Clearwater River als Teil des Wells Gray Provincial Park unter Schutz gestellt, es ist reich an Zeugnissen des vulkanischen Erbes der Region – Kissenlava, Säulenbasalt und Lavaströme sind an einzelnen Stellen sichtbar. Neben den in anderen Teilen des Parks häufigen Nadelbäumen gibt es hier größere Bestände an Küsten-Kiefern, Espen und Birken.

Das Tal des Clearwater River ist ein bedeutendes Überwinterungsgebiet für Elche, daneben bietet das touristisch wenig erschlossene Gebiet ein Rückzugsgebiet für Maultierhirsche, Weißwedelhirsche, Schwarzbären, Kojoten und Dachse.

Sogenanntes Backcountry Diese Gebiete sind nahezu unzugänglich, man erreicht sie normalerweise ausschließlich nach mehrtägigen Wanderungen oder Kombinationen aus Kanutouren und Wanderungen. Ihr Reiz besteht hauptsächlich in ihrer Abgelegenheit und der Einsamkeit, denen der Reisende hier unterliegt.Ole Helmhausen: Hüttenwandern in Kanada: Allein im wilden Westen. In: Spiegel Online. 19. April 2012

Aktivitäten Der Park ist schon aufgrund seiner Größe nur teilweise erschlossen, weite Gebiete – speziell im Osten und Norden des Parks sind nahezu unzugänglich.

Wells Gray Korridor Wanderwege mini|Aussichtsturm auf dem Green Mountain Der Wells Gray Korridor ist Ausgangspunkt zahlreicher Wanderungen, die teilweise weit in abgelegene Gebiete hineinführen:

Flat Iron Trail (leicht, 5 km) – Zugang zum Flat Iron, einem schmalen Tafelberg aus vulkanischem Gestein, Ausblick auf den Canyon des Hemp Creek Placid Lake Trail (leicht, 5 km) – Wanderung durch alten, ursprünglichen Wald; Möglichkeit der Beobachtung von Elchen und Vögeln Helmcken Brink Trail/Helmcken Falls Rim Trail (leicht, 8 km) – durch das bewaldete Tal des Murtle River zum oberen Ende des Wasserfalls North Rim Trail (leicht, 2 km) – entlang des Nordrandes des Helmcken Canyon zu einer Aussicht auf die Mündung des Murtle River in den Clearwater River Horseshoe Trail (leicht, 1 km) – Zugang zum Clearwater River, Beobachtung des Laichens der Lachse im Juli und August (Vorsicht Bären!) Ray Farm Loop / Mineral Spring Trail (leicht, 6 km) – Blockhäuser der Ray Farm; Weg zu einer Mineralquelle entlang des Alice Lake Bailey's Choote / West Lake Loop (leicht, 5 km) – Weg zu den Stromschnellen, zum kleinen West Lake und zu den Donkey Falls führt durch urwüchsigen Wald Dragon's Tongue Trail (leicht, 4 km) – der Weg zu den Stitca Falls führt weiter zu einem nur ca. 7000 Jahre alten Lavafluss