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Elpersdorf bei Windsbach (amtlich Elpersdorf b.Windsbach, fränkisch Älbasch-dorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 70. Dort folgendermaßen transkribiert: „ęlbəschdorf“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Windsbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.
Geografie Lage Elpersdorf ist ein Straßendorf. Es liegt an der Fränkischen Rezat, in die rechts der Seeleingraben und links der Schwalbenbach münden. Die Staatsstraße 2223 führt nach Windsbach (1,3 km nordwestlich) bzw. Untereschenbach (1,8 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Retzendorf (0,7 km nördlich).
Gemarkung Die Gemarkung Elpersdorf b.Windsbach hat eine Fläche von 4,441 km². Sie ist in 573 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7751,29 m² haben.
Geschichte Aus dem Jahr 1304 datiert der älteste Nachweis für diesen Ort: In der Urkunde ist belegt, dass ein Chunrad Rotse den Brüdern vom Deutschen Haus in Eschenbach seine Güter in „Eltweinstorf“ schenkte. Der Ortsname bedeutet „Zum Dorf des Elprecht“.K. Dunz: Elpersdorf bei Windsbach, S. 18. Anders E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 69, die diesen Beleg Elpersdorf bei Ansbach zuordnet. Laut dem Salbuch der Deutschordenskommende Nürnberg aus dem Jahr 1343 gehörten dem Stadtvogteiamt Eschenbach in Elpersdorf 1 Hube.Staatsarchiv Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg, Salbuch 134 (= Gerhard Pfeifer (Bearb.): Die ältesten Urbare der Deutschordenskommende Nürnberg, Neustadt/Aisch 1981, S. 55–78). Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 531. Die Verflechtungen des Deutschen Ordens mit Elpersdorf ist im Gemeindewappen durch das Tatzenkreuz als Sinnbild des Ritterordens ersichtlich.
Im burggräflichen Urbar von 1361/64 wurden für Elpersdorf sechs Untertansfamilien verzeichnet, die dem Amt Windsbach unterstanden.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 501.
In den Salbüchern des eichstättischen Kollegiatstifts St. Nikolaus zu Spalt von 1517 und 1549 wurden für Elpersdorf jeweils eine abgabenpflichtige Untertansfamilie verzeichnet. Der Hauptmannschaft Hergersbach der Reichsstadt Nürnberg unterstanden 1529 2 Untertansfamilien im Ort.F. Eigler: Schwabach, S. 347.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für Elpersdorf 18 Mannschaften verzeichnet: 4 Güter gehörten dem Kastenamt Windsbach, 7 Höfe und 2 Güter dem Stiftsamt Ansbach, 2 Höfe der Reichsstadt Nürnberg, 1 Gut dem eichstättischen Kastenamt Abenberg und 2 Güter dem Stadtvogteiamt Eschenbach des Deutschen Ordens. Daneben gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 12. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 730.
1671 wurden im eichstättischen Salbuch für Elpersdorf 11 Untertanen angegeben, wovon einer dem Kastenamt Abenberg unterstand, sechs dem Fürstentum Ansbach und vier der Reichsstadt Nürnberg.F. Eigler: Schwabach, S. 129.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Elpersdorf mit der Kugelmühle eine Realgemeinde bestehend aus 22 Anwesen und einem Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (17 Anwesen; Kastenamt Windsbach: 2 Güter, 1 Mühle, 1 Schmiede-Gütlein, 1 Schenkstatt, 1 Leerhaus; Stiftsamt Ansbach: 5 Höfe, 4 Halbhöfe, 1 Söldengut), die Reichsstadt Nürnberg (Landesalmosenamt: 1 Halbhof; Mendel’sche Zwölfbruderstiftung: 1 Halbhof), das Stadtvogteiamt Eschenbach (1 Halbhof, 1 Leerhaus) und das Kastenamt Abenberg (1 Gütlein).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 852. Es gab zu dieser Zeit 19 Untertansfamilien, von denen 14 ansbachisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 5f. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.
1806 kam Elpersdorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Elpersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Mitteleschenbach und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Mitteleschenbach zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Elpersdorf, zu der Kugelmühle gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Elpersdorf zum Bezirksamt Heilsbronn, seit 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 986. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,478 km². 1952 wurde der Gemeindename von „Elpersdorf“ nach „Elpersdorf bei Windsbach“ geändert. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1972 nach Windsbach eingemeindet.
Baudenkmäler Haus Nr. 7 (1980 abgerissenPlanet-Franken-Online.de): Der sogenannte Deutschbauernhof aus dem 18. Jahrhundert, viergeschossiger Giebel und Dachgauben, die zum Hopfentrocknen dienten.G. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 92. Haus Nr. 12: Wohnstallhaus, eingeschossiger Bau mit Steildach, verputzter Fachwerkgiebel, 17./18. Jahrhundert; Scheune, eingeschossiger Satteldachbau, mit Fachwerkteilen, wohl 18. Jahrhundert, Erweiterung im 19. Jahrhundert; erhaltene Teile der Hofmauer, 18./19. Jahrhundert.
Bodendenkmäler In der Gemarkung Elpersdorf gibt es vier Bodendenkmäler, darunter: 700 Meter östlich des Ortes Siedlung der Urnenfelderzeit 200 Meter westlich Siedlung vorgeschichtlicher Zeitstellung Grabhügel aus der LatènezeitM. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 24.
Einwohnerentwicklung Gemeinde Elpersdorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 134 143 144 141 141 148 142 138 141 147 137 138 120 116 130 113 105 130 145 215 198 203 131 122HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 25 24 22 23 22 24 21 20 21 Quelle Für die Gemeinde Elpersdorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Kugelmühle (S. 51).
Ort Elpersdorf Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 128 134 134 134 138 110 97 193 124 117 74Häuser 24 23 22 23 20 19 20 19Quelle
Politik Gemeindevorsteher Seit 1605 gibt es in Elpersdorf ein Gemeindeoberhaupt. Name Amtszeit Hannß Leidel Um 1739 Bartholomäuß Schütz Um 1805 Hörauf Um 1806 Johann Wagner Um 1810 Höllein Um 1817 Johann Kramer Um 1823 Andreas Hertzog Um 1845 Mathias Grillenberger Um 1859 Georg Konrad Kramer Um 1860 Georg Kramer 1867–1896 Georg Wagner 1896–1933 Bernhard Wagner 1933–1946 Georg Sitzmann 1946–1952 Ludwig Rabenstein 1952–1963 Johann Krug 1963–1971
Wappen Seit dem 30. November 1957 führte die Gemeinde Elpersdorf b.W. ein Wappen. Die Blasonierung lautet: In Silber der blaugerüstete und barhäuptige hl. Georg auf einem sich aufbäumenden golden bewehrten und golden gezäumten schwarzen Pferd, dem Lindwurm eine goldene Lanze in den Rachen stoßend; im linken Obereck schwebt ein schwarzes Tatzenkreuz.
Religion Elpersdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Margareta (Windsbach) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Bonifatius (Windsbach) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Windsbach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1304 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort an der Fränkischen Rezat Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach