New York City (AE: [], offiziell auch City of New York, Abkürzung NYC) ist eine Weltstadt an der Ostküste der Vereinigten Staaten. Die Stadt liegt im Bundesstaat New York und ist mit rund 8,5 Millionen Einwohnern (2024) die bevölkerungsreichste Stadt des Landes.
Die Metropolregion New York mit 20,11 Millionen Einwohnern (2025) ist einer der bedeutendsten Wirtschaftsräume und Handelsplätze der Welt, Sitz vieler internationaler Konzerne und Organisationen sowie wichtiger See- und Binnenhafen an der Ostküste der Staaten und dem Hudson River. Die Stadt genießt mit ihrer großen Anzahl an Sehenswürdigkeiten, den 500 Galerien, etwa 200 Museen, mehr als 150 Theatern und mehr als 18.000 Restaurants Weltruf in den Bereichen Kunst und Kultur und verzeichnet jedes Jahr etwa 50 Millionen Besucher, davon knapp zwölf Millionen aus dem Ausland. Laut Forbes Magazine ist New York City die Stadt mit den höchsten Lebenshaltungskosten in den Vereinigten Staaten sowie eine der teuersten Städte weltweit.
Die Stadt wird zu den wichtigsten Zentren der weltweiten Diplomatie gezählt. Zusammen mit Genf gehört New York zu den wenigen Städten der Welt, die als Sitz einer der wichtigsten internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen fungieren, ohne Hauptstadt eines Landes zu sein.
Nachdem 1524 Giovanni da Verrazzano und 1609 Henry Hudson die Gegend des heutigen New Yorks erforscht hatten, siedelten ab 1610 niederländische Kaufleute an der Südspitze der Insel Manna-Hatta und bald darauf an der Westspitze von Long Island, dem heutigen Brooklyn. Der Legende nach kaufte Peter Minuit 1626 den Einheimischen, wahrscheinlich Lenni-Lenape-Indianern, die Insel Manna-Hatta für Waren im Wert von 60 Gulden ab. Die Siedlung erhielt den Namen Nieuw Amsterdam und war zunächst Hauptstadt der Kolonie Nieuw Nederland, bis sie 1664 von den Briten erobert wurde und die Stadt den seither gültigen Namen bekam. Ihr Aufstieg zur Weltstadt begann 1825 mit der Fertigstellung des Eriekanals.
Die Stadt ist eine Principal City der New York–Newark–Jersey City, NY–NJ–PA Metropolitan Statistical Area. Die Region erbrachte 2024 eine Wirtschaftsleistung von 1,992 Billionen US-Dollar. Unter den Städten der Welt belegt sie damit den zweiten Rang hinter Tokio und wäre als eigener Staat gezählt unter den 20 größten Volkswirtschaften der Welt.
Geographie
Geographische Lage mini|Satellitenaufnahme von New York City New York City hat sich von der Insel Manhattan aus ausgedehnt, auf der sich heute das Stadtzentrum befindet. Die Stadt liegt auf 40,42° nördlicher Breite und 74,00° westlicher Länge an der Ostküste der Vereinigten Staaten in der New York Bay und in unmittelbarer Nachbarschaft zu Jersey City. Im Stadtgebiet liegt der Hauptarm der Mündung des Hudson River in den Atlantischen Ozean sowie der East River genannte Nebenarm dieser Mündung. Das Gelände, auf dem New York errichtet wurde, erhebt sich durchschnittlich sechs Meter über den Meeresspiegel.
Die Stadtränder New Yorks und seiner Nachbarstädte verzahnen sich innerhalb ausgedehnter Vorstadtgebiete. Das eigentliche Stadtgebiet hat eine Landfläche von 785,6 km² (Berlin 891,85 km²), das gesamte durchgängig bebaute Gebiet (die Agglomeration) erstreckt sich über 8683,2 km². Die New York–Newark–Jersey City, NY–NJ–PA Metropolitan Statistical Area umfasst 17.405 km², die etwas weiter gegriffene New York–Newark, NY–NJ–CT–PA Combined Statistical Area 30.671 km².
Manhattan steht auf Felsgrund, der es ermöglicht, auch höhere Bauwerke zu errichten. Es ist von zahlreichen Naturhäfen umgeben, die durch Schiffe mit großem Tiefgang angelaufen werden können. Der Hudson öffnet den wichtigsten natürlichen Weg ins Hinterland und ermöglicht es, über den Mohawk River bzw. den Lake Champlain zu den Großen Seen im Nordwesten bzw. dem Sankt-Lorenz-Strom im Norden zu gelangen. Südlich des Gebiets, das stärker durch Eisberge gefährdet ist, haben sich die Hauptmassen der europäischen Einwanderer angesiedelt. Dank dieser geographischen Voraussetzungen konnte New York eine herausragende Stellung in der US-amerikanischen und der Weltwirtschaft erringen.Irmgard Pohl, Josef Zepp: Harms Erdkunde. Band 5: Amerika. Paul List, München / Frankfurt am Main / Berlin / Hamburg / Essen 1966.
Geologie Das Gebiet um die Stadt New York liegt am nördlichen Ende der Atlantischen Küstenebene im Grenzbereich zum Newark-Becken und zu den Nördlichen Appalachen.
Oberflächlich finden sich im Stadtgebiet weit überwiegend glaziale Ablagerungen des Pleistozäns. So zieht sich küstenparallel von der Südspitze von Staten Island und weiter nach Nordosten quer durch Brooklyn und Queens (Long Island) eine Endmoräne der Wisconsin-Kaltzeit (entspricht zeitlich der Weichsel-Kaltzeit Nord-Mitteleuropas), die sogenannte Harbour Hill Moraine. Sie repräsentiert den maximalen Vorstoß des Laurentidischen Eisschilds im jüngeren Abschnitt der Wisconsin-Kaltzeit (Woodfordium) vor ca. 22.000 Jahren.Les Sirkin: Deglaciation of Central Long Island. S. 113–124 in: Alan I. Benimoff, Anderson A. Ohan (Hrsg.): Field Trip Guide for the 68th Annual Meeting of the New York State Geological Association. New York State Geological Association, Albany (NY) 1996 (PDF 9,1 MB, Digitalisat des kompletten Exkursionsführers). An die Endmoräne schließt sich küstenseitig ein Sandergebiet (sowie u. a. in Gestalt der Rockaway-Halbinsel ein schmaler Streifen kiesig-sandiger holozäner Küstenablagerungen) und küstenabgewandt eine Grundmoräne an.
mini|alt=Gesägtes und angeschliffenes Stück des Fordham Gneiss mit Kleinfalten|Schwarzweißaufnahme eines gesägten und angeschliffenen Stücks (ca. 40 cm breit) des Fordham Gneiss vom östlichen Ende der Washington Bridge mit deutlich erkennbaren Kleinfalten
Die quartären Ablagerungen sind jedoch oft nur wenige Meter mächtig und insbesondere nordwestlich des Endmoränenzuges auf Staten Island, in Manhattan und in der Bronx stehen Gesteine des metamorphen Grundgebirges relativ oberflächennah oder sogar oberflächlich an. Dieser nur wenige Kilometer breite Grundgebirgsausläufer, der sich von Norden zwischen das Newark-Becken und die Küstenebene schiebt, wird auch Manhattan Prong genannt (als Gegenstück zum Reading Prong westlich des Newark-Beckens in New Jersey und Pennsylvania).Steven J. Jaret, Nicholas D. Tailby, Keiji G. Hammond und 9 weitere Autoren: Geology of Central Park, Manhattan, New York City, USA: New geochemical insights. S. 1–14 in: J. Florsheim, C. Koeberl, M.P. McKay, N. Riggs (Hrsg.): 2021 GSA Section Meeting Guides: Geological Society of America Field Guide 61. Geological Society of America, 2021, doi:10.1130/2020.0061(02) (alternativer Volltextzugriff: AMNH). Das Grundgebirge gehört regionalgeologisch zu den Appalachen und besteht aus kristallinen Schiefern (vor allem Granat-Glimmerschiefer), Marmor und verschiedenen Gneisen. Es handelt sich um kambro-ordovizische marine Sedimente, die im Ordovizium während einer der frühen Phasen der Kaledonischen Orogenese i. w. S. (Takonische und Salinische Phase) intensiv gefaltet und (teils unter partieller Aufschmelzung) metamorph überprägt wurden (Hartland Formation, Manhattan Formation, Inwood MarbleCharles Merguerian, J. Mickey Merguerian, Nehru E. Cherukupalli: Stratigraphy, structural geology and metamorphism of the Inwood Marble Formation, northern Manhattan, NYC, NY. In: G. N. Hanson (Hrsg.): Eighteenth Annual Conference on Geology of Long Island and Metropolitan New York. State University of New York at Stony Brook (NY) 2011 (PDF 1,8 MB).), sowie um ihr proterozoisches („grenvillisches“) Grundgebirge (Fordham Gneiss). Die Gesteine der Manhattan Formation sind dabei von besonderer Bedeutung für die New Yorker Skyline, denn sie bilden den standfesten Baugrund für die Wolkenkratzer von Lower Manhattan.
mini|Angewitterter kristalliner Schiefer der Manhattan Formation in einem Aufschluss im Central Park zeigt Falten verschiedener Größenordnungen
Die Grundgebirgseinheiten formen eine Sattelstruktur mit NNE-SSW-streichender Faltenachse. Aufgrund ihrer lithologisch sehr ähnllichen Ausprägung wurde die Hartland Formation (Hartland Schist) ursprünglich als stratigraphisch höchstes Schichtglied der Manhattan Formation (Manhattan Schist) ausgeschieden, wird mittlerweile aber als allochthone Einheit, die während der Orogenese aus größerer Entfernung tektonisch an ihre heutige Position transportiert und auf die anderen Einheiten überschoben wurde, interpretiert. Demnach repräsentierte sie einen vom großen Südkontinent Gondwana abstammenden Kontinentalsplitter (perigondwanisches Terran), der dem damaligen „Ur-Nordamerika“ (Laurentia) angegliedert wurde. Zwar lagert auch die Manhattan Formation mit Überschiebungskontakt auf dem Inwood Marble, aber sie gilt lediglich als parautochthon, d. h. repräsentiert einfach einen distaleren Ablagerungsraum des laurentischen Kontinentalrandes. Ebenfalls als allochthon gilt der Staten Island Serpentinite, ein großer Serpentinitkörper. Aufgrund seiner vergleichsweise hohen Verwitterungs- und Erosionsresistenz baut er die höchste Erhebung auf Staten Island, Todt Hill, auf.
Der Staten Island Serpentinite bildet das südliche Ende des Manhattan Prongs. Auf ihn greifen (unterhalb des Quartärs) Gesteine des Mesozoikums über. Im Nordwesten sind dies die basalen Arkosen der Füllung des Newark-Beckens (Doswell und/oder Stockton Formation der Newark-Supergruppe, untere Obertrias), im Südwesten und Südosten, im Bereich der Atlantik-Küstenebene, die schwach verfestigten, überwiegend tonigen marinen Sedimente der unteren Oberkreide.Alan I. Benimoff, Anderson A. Ohan: Highlights of Staten Island Geology. S. 125–143 in: Alan I. Benimoff, Anderson A. Ohan (Hrsg.): Field Trip Guide for the 68th Annual Meeting of the New York State Geological Association. New York State Geological Association, Albany (NY) 1996 (PDF 9,1 MB, Digitalisat des kompletten Exkursionsführers). Während das Newark-Becken nur auf Staten Island Anteil am New Yorker Stadtgebiet hat, wo sich nach Nordwesten bis zur Grenze zu New Jersey noch Sand-, Silt- und Tonsteine der Passaic Formation („Brunswick Formation“, höhere Obertrias) anschließen, die von der Doswell/Stockton Formation durch einen mächtigen frühjurassischen Dolerit-Lagergang, den Palisade Diabase, getrennt werden, stehen im Untergrund von Brooklyn und Queens, im Bereich der Atlantik-Küstenebene, schwach verfestigte siliziklastische marine Sedimente der unteren und oberen Oberkreide großflächig an. Diese sind oberflächennah durch die pleistozäne Gletschertätigkeit deformiert und in die Endmoräne eingeschuppt.
Stadtgliederung
Das Stadtgebiet ist in fünf Stadtbezirke (Boroughs) geteilt, von denen jeder einem Kreis (County) des Bundesstaates New York entspricht. Jedes Borough untersteht einem Borough President.
mini|hochkant=1.2|Die 5 Stadtbezirke von New York City:
Die Flughäfen LaGuardia im Norden und J. F. Kennedy im Süden von Queens sind braun eingefärbt.
Manhattan (New York County) hat 1.694.251 Einwohner (Stand 2020) und eine Landfläche von 59,5 km². Der Stadtbezirk besteht hauptsächlich aus der Insel Manhattan Island, die vom Hudson River im Westen, vom East River im Osten und vom Harlem River im Nordosten umflossen wird, sowie aus weiteren kleineren Inseln, darunter Roosevelt Island, Belmont Island, Governors Island und einem kleinen Stück vom Festland, Marble Hill. Marble Hill war bis zum Bau des Harlem River Ship Canal im 19. Jahrhundert noch Teil von Manhattan Island.
Brooklyn (Kings County) hat 2.736.074 Einwohner (Stand 2020) und ist damit der bevölkerungsreichste Stadtteil New Yorks. Er liegt im Südosten der Stadt, am westlichen Ende Long Islands und hat eine Ausdehnung von 182,9 km². Die Stadt Brooklyn wurde nach der niederländischen Stadt Breukelen benannt und 1898 nach New York City eingemeindet.