Phew (* 1959) ist eine japanische Sängerin im Bereich der Rock- und Jazz-Avantgarde.
Leben Phew war in den späten 1970er-Jahren Mitglied der Punk-Band Aunt Sally. 1981 nahm sie mit Holger Czukay, Jaki Liebezeit (beide von Can) und Jah Wobble (von Public Image Ltd.)Jah Wobble & Holger Czukay: Various interviews 1981. Musikexpress, November 1981 im Studio von Conny Plank ihr erstes, selbstbetiteltes Soloalbum auf. Das Album wurde später mehrfach, um weitere Tracks erweitert, als CD neu herausgebracht, zuletzt 2005. 1987 folgte ihr Album View und 1995 Himitsu no Knife, beide mit Tatsuo Kondo (Keyboards und andere Instrumente) sowie weiteren japanischen Musikern. Dazwischen veröffentlichte sie 1992 mit Our Likeness ein weiteres, im Studio von Conny Plank aufgenommenes Album, auf dem neben Jaki Liebezeit auch Alexander Hacke von den Einstürzenden Neubauten vertreten war. Chrislo Haas (DAF, Der Plan) spielte Saxophon auf „Like Water and Water“.
Immer wieder beteiligte sie sich auch an Projekten anderer Künstler, so 1992 an Dreamspeed, einem Album von Anton Fier mit Bill Laswell, Bootsy Collins, Buckethead und Nicky Skopelitis. 1994 folgte in ähnlicher Besetzung Blind Light, auf dem aber zusätzlich Lori Carson und Lydia Kavanagh als Sängerinnen zu hören sind. Für beide Alben schrieb sie alle Texte. Ab 2001 arbeitete sie mehrfach mit Most, einer Band um die Gitarristen Seiichi Yamamoto und Hisato Yamamoto. Zur selben Zeit war sie auch Mitglied von Big Picture. Im September 2001 erschien Phew Video, das ihren bisherigen musikalischen Lebensweg in Bands und auch solo anhand von Live-Aufnahmen aus den Jahren 1979 bis 2001 inkl. Interviews nachzeichnete.
Im Juni 2001 veröffentlichte sie mit The Unknown Cases, einem Projekt von Helmut Zerlett, die Songs „Kôyasan“ und „Mishiho“. 2009 erschien eine Kooperation mit Bikke, einer alten Weggefährtin von Aunt Sally. 2010 legte sie ihr Soloalbum Five Finger Discount vor, das auch eine Coverversion von „Love Me Tender“ enthält. Neben japanischen Kollegen war Jim O’Rourke als Bassist und Keyboarder beteiligt.Five Finger Discount auf Japanimprov Im Juni 2011 nahm sie mit Seiichi Yamamoto am Tonofon Festival in Tokorozawa teil, zwei Stücke erschienen später auf einer DVD des Festivals. 2012 folgte eine Zusammenarbeit mit Erika Kobayashi und Dieter Moebius als Project UNDARK (Radium Girls 2011).Watch a video for Project UNDARK's Radium Girls 2011. The Wire, August 2012
In Zusammenarbeit mit Danielle de Picciotto erschien 2026 das Album Paper Masks.
Stil Das Touch-and-Go-Fanzine zog in einer Rezension von Phews Debütsingle 終曲(フィナレー) Vergleiche zu Suicide, Phews Musik sei aber „weniger kompakt“ und lasse die emotionale Intensität von Suicide vermissen. Dafür sei die Musik von Phew kalt, distanziert und mechanisch.
Diskografie Solo 1981: Phew (Pass Records) 1987: View (Continental) 1991: Songs (EP, Parco Sectary) 1992: Our Likeness (Mute Records) 1995: Himitsu no Knife (Creativeman Disc) 1998: Shi-a-wa-se No Su-mi-ka (mit Sei-ichi Yamamoto, Tokuma Japan Communications) 2009: Phew X Bikke (mit Yasuko „Bikke“ Mori, Bereket) 2010: Five Finger Discount (Bereket) 2015: A New World (Felicity) 2016: Jamming (Bereket) 2017: Voice Hardcore (Bereket) 2017: Light Sleep (Mesh-Key) 2018: Island (mit Ana Da Silva, Newhere Music) 2019: Patience Soup (mit Oren Ambarchi und Jim O’Rourke, Black Truffle Records)
Kompilationen Rebel Incorporated 2-LP set, Wax, 17WXL-3001/3002; CD, Wax, 32WXD-101 Megabank Presents Tribute to New Wave Megabank, MB-2.507CD, 1995 Mottomo Otomo: Unlimited XIII Trost, TR076, 2000 Improvised Music from Japan 10-CD set. Improvised Music from Japan, IMJ-10CD, 2001 Pass No Past 2-CD set. Pass/P-Vine, SSAP-004/5, 2005 Tonofon Festival & Solo 2011 DVD. Tonofon, TONO-001, 2012
Gastbeiträge mit Morio Agata: Norimono Zukan Vanity, 0005, 1980 mit Morio Agata: Norimono Zukan Bridge, BRIDGE-078, 2007 mit Aunt Sally: Aunt Sally Vanity 0003-A, 1979; Kojima, 1984 mit Aunt Sally: Live 1978-1979 P-Vine, PCD-5629, 2001 mit Aunt Sally: Aunt Sally Undo, UNDO-001, 2002 mit Big Picture: Big Picture CD-R mit Big Picture: Little More LMCA-1002, 2001 mit Bikke: Phew X Bikke BeReKeT, bm0001, 2009 mit Blind Light: The Absence of Time Alida, ALIDA-001, 1994 mit Anton Fier: Dreamspeed Avant, AVAN-009, 1993 mit Anton Fier: Dreamspeed/Blind Light 1992-1994 2-CD set. Tzadik, TZ 7609, 2003 mit Erika Kobayashi und Dieter Moebius: Radium Girls 2011 BeReKeT, bmp002, 2012 mit Most: 2000.11.26 CD-R. 2001 mit Most: Most P-Vine, PCD-5647, 2001 mit Most: Most Most P-Vine, PCD-25010, 2003 mit Most: The Most Notorious BeReKeT, bm0002, 2010 mit Novo Tono: Live CD-R. 2001 mit The Unknown Cases: Koyasan Fünfundvierzig, MCD 45122, 2001 mit Novo Tono: Panorama Paradise Alida/Creativeman, CMDD-00038, 1996 mit Otomo Yoshihide: Otomo Yoshihide Plays the Music of Takeo Yamashita P-Vine, PCD-5804, 1999 mit Otomo Yoshihide's New Jazz Ensemble: Dreams Tzadik, TZ 7238, 2002
Weblinks Offizieller Twitter-Account Phew bei Japanimprov
Novo Tono bei Japanimprov
Einzelnachweise
Kategorie:Fusion-Musiker Kategorie:Rocksänger Kategorie:Musiker (Japan) Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1959 Kategorie:Frau