Der deutsche Limes-Radweg ist ein rund 818 Kilometer langer Radwanderweg zwischen Rhein und Donau. Er folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes, einem römischen Grenzwall aus dem ersten bzw. zweiten Jahrhundert n. Chr., der seit 2005 Weltkulturerbe der UNESCO ist.

Der Limes-Radweg verläuft durch die vier Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern; dabei durchquert er die Naturparks Rhein-Westerwald, Nassau, Rhein-Taunus, Schwäbisch-Fränkischer Wald und Altmühltal. Da der Radweg meist durch ruhige, unberührte Landstriche abseits von Großstädten verläuft, ist er neben Geschichtsinteressierten auch Naturfreunden zu empfehlen. Die Strecke ist sehr bergig und kann daher Ungeübten und Familien mit Kindern nicht empfohlen werden.

Charakteristik Der Limes-Radweg verbindet zahlreiche Sehenswürdigkeiten entlang des Obergermanisch-Raetischen Limes. Dazu gehören rekonstruierte Wachtürme und Kastelle sowie andere erhaltene oder rekonstruierte Anlagen des Limes. Außerdem führt er zu verschiedenen Römer- und Limesmuseen. An der Strecke liegen interessante Städte, Burgen und Schlösser sowie reizvolle Landschaften.

Der Wegezustand reicht von sehr gut für asphaltierte Flussradwege bis extrem schlecht für ausgewaschene Kieswege mit enormer Steigung. Da die Beschilderung teilweise fehlt, sollte eine Karte oder GPS mitgenommen werden. Mehr oder weniger parallel verlaufen die Deutsche Limes-Straße und auf Teilabschnitten die Limes-Wanderwege, so dass sich immer wieder alternative Routen ergeben. Einige Abschnitte des Limes-Radwegs (Taunus, Schwäbischer Wald) sind vom Höhenprofil sehr anspruchsvoll.Radreise Wiki, abgerufen im Dezember 2012. Am geeignetsten für die Route ist ein Tourenrad mit bergtauglicher Schaltung. Da die Strecke verkehrstechnisch weitgehend gut erschlossen ist, kann der Limes-Radweg auch leicht in Teilabschnitten befahren werden.

Nach ADFC-Angaben sind: Der Schwierigkeitsgrad: ca. 45 % leicht, 45 % mittel, 9 % schwer, 1 % sportlich Die Streckenbeschaffenheit: ca. 40 % rennradgeeignet, 60 % wird Tourenrad empfohlen Die Verkehrsbelastung: ca. 97 % keine bis geringe, 2 % mäßig, 1 % hoch Ideal für Kinder: 6 %

Streckenverlauf Abschnitt Bad Hönningen–Bendorf ADFC-Angaben: 31,0 km; bergauf 494 Höhenmeter (Hm); bergab 431 Hm; Mittelgebirgslandschaft Schwierigkeitsgrad: ca. 14 % leicht, 70 % mittel, 16 % schwer Streckenbeschaffenheit: Tourenrad empfohlen Verkehrsbelastung: keine bis geringe

Die Strecke hat einen Anstieg von fast 300 Höhenmetern aus dem Rheintal. Nach etwa zwölf Kilometer fällt die Strecke bis Neuwied-Rodenbach wieder fast auf das Ausgangsniveau ab und führt leicht hügelig bis zum Abschnittsziel. Die Route startet in Bad Hönningen, wo sich das Kleinkastell Rheinbrohl und die RömerWelt am Caput Limitis, dem Anfang des Obergermanischen Limes, befinden und führt auf der Kreisstraße K1 vorbei am Kleinkastell „Am Forsthofweg“ ins 17 Kilometer entfernte Rodenbach. Zwischen Rodenbach und Oberbieber befinden sich die konservierten Reste des Kastells Niederbieber. Auf der Landesstraße L260 über die Neuwieder Stadtteile Gladbach und Heimbach-Weis wird Bendorf erreicht. Sehenswert sind dort die Doppelkirche Medardus und St. Medard, die Sayner Hütte, das Schloss Sayn uns die Abtei Sayn.

Abschnitt Bendorf–Kemmenau ADFC-Angaben: 38,3 km; bergauf 846 Hm; bergab 603 Hm; Mittelgebirgslandschaft Schwierigkeitsgrad: ca. 80 % mittel, 20 % schwer Streckenbeschaffenheit: Tourenrad empfohlen Verkehrsbelastung: keine bis geringe, kleiner 1 % mäßig

In Bendorf startet die Route mit einem Anstieg von rund 200 Höhenmetern, führt dann bergig weiter durch den Westerwald, bevor mit dem Endanstieg vor Kemmenau noch einmal 200 Höhenmeter zu überwinden sind. Nach Bendorf verläuft die Route vorbei am Keramikmuseum Westerwald und erreicht nach 14 Kilometern das Zentrum von Höhr-Grenzhausen. Die nächste Ortschaft ist Hillscheid, vom dortigen Kleinkastell sind nur wenige rekonstruierte Reste zu sehen. Kurz vor Hillscheid wurde ein Limesturm rekonstruiert. Danach geht es durch die Ortschaften Neuhäusel und Eitelborn nach Arzbach, an dessen südlichem Rand das nicht mehr sichtbare Bodendenkmal Kastell Arzbach liegt. Danach muss noch auf der Kreisstraße K2 ein Höhenzug mit ca. 220 Höhenmetern überwunden werden, bevor Kemmenau erreicht wird.

Abschnitt Kemmenau–Marienfels ADFC-Angaben: 27,5 km; bergauf 429 Hm; bergab 603 Hm; Mittelgebirgslandschaft Schwierigkeitsgrad: ca. 55 % leicht, 4 % mittel, 41 % schwer Streckenbeschaffenheit: Tourenrad empfohlen Verkehrsbelastung: keine bis geringe

Der Abschnitt startet mit einer Abfahrt von etwa 330 Höhenmetern nach Bad Ems im Lahntal. Nach einer kurzen Strecke entlang der Lahn erklimmt die Route die Höhen des Taunus, wobei bis Schweigenhausen ungefähr 300 Höhenmeter zu bewältigen sind. Danach fällt der Weg bis zum Abschnittsziel Marienfeld. Von Kemmenau führt die Route auf der Landesstraße L327 hinunter ins Lahntal und in die Kurstadt Bad Ems, die nach rund drei Kilometern erreicht wird. Vorbei am Stadtschloss erreicht der Weg das Zentrum. Zur Zeit der Römer sicherten zwei Kastelle den Lahnübergang. Im Innenstadtbereich befanden sich das Kastell Ems und das Kleinkastell Auf der Schanz, von dem nichts mehr erhalten ist. Im Stadtmuseum werden römische Funde gezeigt. Schon seit dem Mittelalter entwickelte sich Bad Ems zu einem der bedeutendsten Heilbäder Deutschlands und besitzt eine eindrucksvolle Bäderarchitektur. Neben Deutschlands größtem Blumenkorso findet jährlich ein Musikfestival statt. Nach einem kurzen Abschnitt an der Lahn überquert der Limes-Radweg den Fluss und zweigt bei Nievern mit der Kreisstraße K65 nach Süden in den Taunus ab. Kurz vor der Ortschaft Schweighausen führt die Route am ehemaligen Kleinkastell Becheln vorbei, das nur noch als nicht mehr sichtbares Bodendenkmal existiert. Nach dem 300 Höhenmeter überwindenden Aufstieg nach Schweighausen verläuft die Route abwärts ins 150 Höhenmeter tiefer gelegene Marienfels im Mühlbachtal.

Abschnitt Marienfels–Adolfseck ADFC-Angaben: 32,7 km; bergauf 614 Hm; bergab 536 Hm; Mittelgebirgslandschaft Schwierigkeitsgrad: ca. 8 % leicht, 78 % mittel, 14 % schwer Streckenbeschaffenheit: Tourenrad empfohlen Verkehrsbelastung: keine bis geringe

Das Höhenprofil des Abschnitts ist durch zwei Aufstiege geprägt. Der erste Aufstieg von Marienfels aus dem Mühlbachtal überwindet auf einem Kilometer rund einhundert Höhenmeter, steigt dann langsam über zwölf Kilometer noch einmal um 100 Höhenmeter an und überwindet auf dem letzten Kilometer noch einmal einhundert Höhenmeter. Am Grauen Kopf hinter Grebenroth wird der höchste Punkt erreicht. Der zweite Aufstieg führt von Laufenselden über circa fünf Kilometer und 55 Höhenmeter bis Huppert. Die erste Ortschaft auf dem Abschnitt ist Pohl, etwa fünf Kilometer hinter Marienfels, wo das historische Kastell Pohl liegt, das nur als Bodendenkmal erhalten ist. In dessen Nähe wurde im Oktober 2011 ein Nachbau des Kastells eröffnet. Drei Kilometer weiter liegt Holzhausen an der Haide, in dessen Wäldern das Kohortenkastell Holzhausen auf durchschnittlich 495 Höhenmetern am nordwestlichen Hang des Grauen Kopfs liegt, des mit 543,4 m ü. NN zweithöchsten Berges im westlichen Hintertaunus. Es zählt zu den am besten erhaltenen Limeskastellen Deutschlands und ist als gut erhaltene Ruine erkennbar. Über den Limeswanderweg ist es von Holzhausen aus zu erreichen. Der Radweg verläuft südlich des Grauen Kopfs am Kastell vorbei nach Laufenselden und weiter ins 15 Kilometer entfernte Huppert. Dort lag das Kleinkastell „Auf dem Dörsterberg“, wo eine Limespalisade rekonstruiert wurde (ca. 300 m südlich des Radwegs). Danach erreicht die Route Heidenrod-Kemel, wo das einstige Kastell Kemel weitgehend überbaut ist. Vorbei an der Villa Lilly führt die Route ins Aartal nach Adolfseck mit der Burg Adolfseck und dem Kleinkastell Adolfseck, das nur noch ein nicht sichtbares Bodendenkmal ist.

Abschnitt Adolfseck–Dasbach ADFC-Angaben: 23,7 km; bergauf 461 Hm; bergab 422 Hm; Mittelgebirgslandschaft Schwierigkeitsgrad: ca. 20 % leicht, 62 % mittel, 18 % schwer Streckenbeschaffenheit: Tourenrad empfohlen; 4 % auch rennradgeeignet Verkehrsbelastung: ca. 95 % keine bis geringe, 5 % mäßig

Dieser Abschnitt beginnt mit einem steilen Anstieg über zwei Kilometer und 230 Höhenmeter. Danach wird die Route etwas flacher und steigt dann auf 3,5 Kilometern noch einmal 60 Höhenmeter an. Es folgt ein 11 km langer hügliger Abschnitt, bevor die Route mit 200 Höhenmetern in die Idsteiner Senke führt. Vor dem Abschnittsziel liegt noch ein Anstieg mit 60 Höhenmetern. Etwa auf halber Strecke bei der Ortschaft Orlen an der Bundesstraße 417 befand sich das Kastell Zugmantel. Etwa einen Kilometer östlich des Bodendenkmals befindet sich ein rekonstruierter steinerner Wachturm nebst einem Stück Limes mit Palisade. Die Route führt dann durch den Naturpark Rhein-Taunus, vorbei an der Hohen Kanzel, dem Wildpark Engenhahn und unter der Autobahnbrücke der BAB 3 nach Niederseelbach, danach über Oberseelbach nach Dasbach. Dort befindet sich an der L3026 der Römerturm Idstein-Dasbach, eine Rekonstruktion von 2002. Es ist nach der Auffassung von Historikern die authentischste Rekonstruktion eines römischen Wachturms aus der Zeit ab 150 n. Chr. Im Turm befindet sich eine kleine Ausstellung zum Thema Die Römer im Taunus.

Abschnitt Dasbach–Langenhain ADFC-Angaben: 43,9 km; bergauf 521 Hm; bergab 787 Hm; Mittelgebirgslandschaft mit Schiebepassagen Schwierigkeitsgrad: ca. 22 % leicht, 58 % mittel, 17 % schwer, 3 % sportlich Streckenbeschaffenheit: Tourenrad empfohlen Verkehrsbelastung: keine bis geringe

Dieser Abschnitt ist mit einem Aufstieg mit über 455 Höhenmetern zwischen der niedrigsten Stelle vor Schloßborn und dem Kastell Altes Jagdhaus sehr anspruchsvoll. Fast der gesamte Abschnitt führt durch die Wälder des Hochtaunus. Nach Dasbach führt die Route zum Kastell Alteburg, wo nur noch schwache Bodenspuren zu sehen sind. Auf dem Gelände wird dreimal jährlich der Alteburger Markt abgehalten. Weiter führt die Route über Schloßborn nach Glashütten. Vom dortigen Kleinkastell Maisel ist an der Oberfläche nichts mehr zu erkennen. Die Route steigt dann weiter an und führt nördlich des Kleinen Feldbergs zum dortigen Kastell. Mit seiner Höhenlage von mehr als 700 Metern über dem Meeresspiegel ist es das höchstgelegene Kastell am gesamten Obergermanisch-Raetischen Limes. In den Jahren 2004 und 2005 wurde es umfassend restauriert. Die Route verläuft dann vorbei am Großen Feldberg zum Kleinkastell Altes Jagdhaus auf dem Taunuskamm. Das Kastell und das im 16. Jahrhundert darin errichtete Jagdhaus wurden 2009 konserviert, wodurch die Anlage durch einen Erdwall und darin die Grundmauern des Jagdhauses wahrnehmbar sind. Das Kleinkastell Heidenstock liegt abseits des Radwegs und kann über den Taunusrundweg vom Sandplacken erreicht werden. Von ihm sind noch Reste der Grundmauern erkennbar. Die Route führt abwärts und erreicht das bekannteste Bauwerk des germanischen Limes, die Saalburg. Über etwa ein Jahrzehnt bis 1907 entstand die vollständigste Rekonstruktion eines Kastell am gesamten Limes, das mit dem Saalburgmuseum die wohl neben dem Aalener Limesmuseum bedeutendste Einrichtung dieser Art zur deutschen Limesforschung ist. Der weitere Weg führt nach zwei Kilometern zur Saalburgsiedlung mit dem Kleinkastell Lochmühle, das kaum noch erkennbare Spuren aufweist, und weiter zum Kleinkastell Kaisergrube. Das Kastell ist kaum erkennbar, aber auf dem nahen Gaulskopf wurde ein Wachturm aus Stein rekonstruiert, an dem der Radweg vorbeiführt. Die Route erreicht dann das Abschnittsziel Langenhain-Ziegenberg mit seinem Schloss Ziegenberg und dem Kastell Langenhain (nicht sichtbar).

Abschnitt Langenhain–Grüningen ADFC-Angaben: 26,9 km; bergauf 384 Hm; bergab 344 Hm; Mittelgebirgslandschaft Schwierigkeitsgrad: ca. 9 % leicht, 91 % mittel Streckenbeschaffenheit: Tourenrad empfohlen; 10 % auch rennradgeeignet