Brixen im Thale, kurz Brixen i. Th., (lokal apokopiert Brix’n) ist eine Gemeinde in Tirol in Österreich mit Einwohnern (Stand ). Sie ist die älteste Gemeinde des Brixentals, dem es auch ihren Namen verlieh. Sie liegt etwa elf Kilometer (Luftlinie) westlich von der Bezirkshauptstadt Kitzbühel und damit im Gerichtsbezirk Kitzbühel.
Geografie Lage Brixen im Thale liegt mit 794 Meter Seehöhe inmitten der Grasberge der Kitzbüheler Alpen. Das Besiedlungsgebiet erstreckt sich überwiegend nördlich des Tales, wobei vereinzelte Fraktionen sich auch auf der südlichen Seite befinden. Südöstlich des Ortskerns zweigt das Brixenbachtal ab, welches dicht bewaldet ist und als Naturerholungsgebiet bekannt ist. Nördlich des Ortes befinden sich zahlreiche Berghänge, die als Sonn- und Salvenberg bezeichnet werden und vorwiegend landwirtschaftlich genutzt werden. Die Hänge südlich des Dorfes werden Schattseitn benannt und sind mit Ausnahme vereinzelter Almflächen Nadelwald. Das Gemeindegebiet wird im Westen durch den Sautalgraben und den Achenbergbach und im Osten überwiegend durch den Bockernbach und das Bockernbachtal eingegrenzt. Im Norden und im Süden verläuft die Gemeindegrenze hauptsächlich auf den Bergen der Kitzbüheler Alpen.
Gemeindegliederung Ortsteile Brixens (Zählsprengel) Zählsprengel Einwohner Wohnungen Gebäude 000 Brixen-Lauterbach 1.306 644 422 001 Sonnberg-Buchberg-Achenberg 1.268 475 494 Einwohnerzahlen Stand 2001
Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Brixen im Thale. Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 15. Mai 2001):
Brixen im Thale (479) Feuring (681) Hof (436) Lauterbach (714) Sonnberg (264)
Flächennutzung Von der Quadratkilometer großen Gemeindefläche sind (Stand 2025):
Die Länge der Gemeindestraße Brixens, auch Dorfstraße genannt, beträgt etwa 2,50 km, die Länge der Bundesstraße 170 3,19 km.Umfahrung Brixen im Thale Im Gemeindegebiet befinden sich fünf Bahnunterführungen. Seit 2010 ist das gesamte Brixental schrankenlos.
Flüsse und Bäche Der Hauptfluss der Gemeinde ist die Brixentaler Ache. Sie entsteht aus den Quellbächen Schleicherbach, Lauterbach und Brixenbach. Zu den weiteren Bächen zählen der Achenbergbach, Adlgraben, Badhausbach, Bahngraben, Bergergraben, Gauxgraben, Grabnerbach, Gugggraben, Jodlbach, Kendlbach, Kernbach, Ködringgraben, Kranzbach, Lasslgraben, Raggingraben, Santenbach, Sautalgraben, Schrahnbach, Seitengraben I-III und Tanzergraben. Durch mehrere Quellflüsse im Gemeindegebiet kann es bei sintflutartigen Regenfällen zu Hochwasser kommen, vor allem in den Ortsteilen Feuring, Lauterbach und Hof. Dabei entstehen erhebliche Schäden an Haus und Landwirtschaft, zuletzt im großen Ausmaß im Jahre 1946. In den letzten Jahren wurden vor allem im Brixenbachtal etliche Verbauungsarbeiten vorgenommen, damit künftige Hochwassersituationen nicht erneut in so einem Ausmaß auftreten können.
Berge Das Gemeindegebiet ist von etlichen hohen Bergen umgeben. Der Zinsberg, nördlich gelegen, ist mit wohl der höchste Gipfel, der sich eindeutig auf Brixener Gemeindegebiet befindet. Angrenzend zu den Gemeinden Westendorf und Kirchberg im Süden befinden sich der Fleiding mit , der Gampenkogel mit , der Nachtsöllberg mit und der Gaisberg mit Nordöstlich des Ortes erhebt sich der Gebirgszug der Hohen Salve mit , wobei dieser Gipfel gänzlich auf Westendorfer Gemeindegebiet liegt.
Nachbargemeinden An Brixen grenzen die Gemeinden Ellmau, Kirchberg in Tirol, Söll und Westendorf.
Klima Der Ort befindet sich in den Nordstaulagen, in denen die Jahresniederschläge entsprechend hoch sind. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beläuft sich zurzeit auf etwa 1.300 mm. Die Hauptniederschlagszeit liegt zwischen April und Oktober mit Höchstwerten in den Monaten Juni, Juli und August. In dieser Zeit ziehen häufig Starkregen- oder Gewitterwolken, die bis zu Hagelunwettern heranwachsen können, von Westen kommend über die Hohe Salve und Westendorf. Durch das föhnarme Gebiet sind stärkere Stürme sehr selten. Zudem schirmen die Berge die Winde häufig gut ab. Die Winter sind aufgrund der Nordstaulage sehr niederschlagsreich.
Geologie Das heutige Erscheinungsbild des Brixentals wurde überwiegend in der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren geformt. Für ein Gebirgstal (Trogtal) ist es verhältnismäßig breit und flach. Der Talboden ist maximal zwei Kilometer breit. Nur vereinzelt findet man Murschwemmkegel aus den Seitenbachtälern, die nach und nach abgelagert worden sind. Der Ortskern von Brixen liegt auf einem relativ flachem Abschnitt, wohingegen sich die Ortsteile Lauterbach, Winkl-Feuring und kleinere Fraktionen auf Schwemmkegeln befinden. Östlich des Ortes, Richtung Kirchberg, hat der Ragginggraben einen mächtigen Murschwemmkegel abgelagert, der in der Nähe der Talwasserscheide Brixental-Leukental liegt. Deshalb entwässert der Schleicherbach, der im Kirchberger Gemeindegebiet entspringt, noch in die Brixentaler Ache, wohingegen die Aschauer Ache in die Großache bei St. Johann in Tiro mündet. Die Gebirgshänge und -kämme sind gemächlicher als beispielsweise im Tiroler Oberland und daher dem Mittelgebirge zuzuordnen. Das Tal liegt ausschließlich in der Grauwackenzone.
Bevölkerung Demografie Von den 2.698 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2025) zählen 13,3 % zur Altersgruppe unter 15 Jahren, 20,4 % sind älter als 60 Jahre und der größte Bevölkerungsanteil ist zwischen 55 und 65 Jahre alt.
15,7 % sind keine österreichischen Staatsbürger, wovon 22 Einwohner (im Vergleich zur Gesamtbevölkerung 0,82 %) nicht aus Europa stammen. Die Verteilung zwischen der weiblichen (1.383) und männlichen (1.315) Bevölkerung im Ort ist nahezu ausgewogen.Bevölkerung und Soziales - Bevölkerungsstruktur
Familien und Haushalte Die Statistik ermittelt 758 Familien für das Jahr 2025, zumeist Paarfamilien. Die Anzahl der Familien mit keinem bzw. einem Kind ist beinahe gleich hoch, etwa 41 % melden ein Kind, 36,7 % bestehen aus zwei Kindern. Im Ort gibt es 1234 Privathaushalte, wobei den größten Anteil die 1-Personen-Haushalte ausmachen (38,6 %).Bevölkerung und Soziales - Familien, Haushalte, Lebensformen
Religion Laut der Volkszählung vom 15. Mai 2001 zählte man 2.574 Einwohner, von denen sich 2.386 bzw. 92,7 % zur römisch-katholischen Kirche bekannten. Etwa 2 % waren evangelisch und knapp 1 % islamisch. Ohne religiöses Bekenntnis waren 3,5 %.
Heute (2025) zählt man nach wie vor etwa 2.300 Katholiken, das sind gut 86,0 % der Gesamtbevölkerung. Somit bleibt seit der letzten Volkszählung 2001 der Anteil der Katholiken in Brixen erstaunlich stabil.
Bildung Von den 2062 Bewohnern, die 2001 älter als 15 Jahre waren, hatten 5,7 % eine Matura absolviert, wobei 2,8 % noch zusätzlich eine Universität, Fachhochschule oder Akademie abgeschlossen haben. Etwa 1100 Personen der relevanten Bevölkerungsgruppe verfügten über einen Lehrabschluss oder den Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule. Fast 37 % hatten die Pflichtschule als höchsten Abschluss.
Bevölkerungsentwicklung Brixen war lange ein bäuerlich geprägtes langgezogenes Straßendorf, das überwiegend vom Ortskern dominiert wurde. Aufgrund ihres hohen Alters war die Gemeinde zwar ein geistliches und kulturelles Zentrum, seitdem aber der untere Hauptort Hopfgarten zur Marktgemeinde erhoben wurde und dieser seine Handels-, Verkehrs- und Gewerbefunktionen immer weiter ausbauen konnte, erwuchs Brixen ein wirtschaftlicher Konkurrent. Die Folge war eine geringere Zunahme der Bevölkerung als in den umliegenden Gemeinden. Im Jahre 1497 hatte das Dorf einen diesen vergleichbaren Bevölkerungsstand, der aber bis 1869, anders als in den Nachbargemeinden, nur wenig wuchs. + Veränderung der Einwohnerzahlen in den Gemeinden des Brixentales (1497–1869) Jahr Brixen Kirchberg Westendorf Hopfgarten14977519167759241792917149313042210181798611471127183618379471608121923631869992165513242757 Lange lebte die Bevölkerung größtenteils von der Landwirtschaft. Erst mit Eröffnung der Giselabahn kam ein größerer Aufschwung, und immer mehr Menschen zogen in das Dorf. Gleichzeitig entwickelte sich der Tourismus. In den 1870er Jahren überschritt die Gemeinde die 1000-Einwohner-Grenze. Zwischen 1900 und 1939 stieg die Bevölkerung um 30 % an. Zwischen 1950 und 2001 wuchs die Zahl um knapp 60 % und man registrierte ca. 2600 Einwohner. Ein Maximum mit 2.666 Einwohnern wurde im Jahr 2011 erreicht. Seither gab es einige Jahre mit stark negativer Wanderungsbilanz, die durch die meist leicht positive Geburtenbilanz nicht mehr aufgehoben werden konnte, sodass die Einwohnerzahl gesunken ist.
Zweitwohnsitzproblematik In Brixen im Thale sind im gesamten Bezirk die meisten Zweitwohnsitze gemeldet. Auf 100 Hauptwohnsitze fallen 60,2 Zweitwohnsitze. Das sind umgerechnet etwa 1.600 Personen (1. Jänner 2012), was zusammengefasst mit den amtlich gemeldeten Bürgern eine Gesamtbevölkerungszahl von etwa 4.300 Einwohnern ergibt. Dass in Brixen so viele amtlich mit einem Zweitwohnsitz gemeldet sind, hat einerseits den Grund, dass in den letzten Jahren viele Altbauten von Nicht-Gemeindebürgern gekauft, saniert und ausgebaut wurden, andererseits geht die Gemeinde bei Neuwidmungen streng vor. In Tirol gibt es nur mehr die Vertragsraumordnung. Der Trend nach Zweitwohnsitze ist weiter steigend. Des Weiteren gehen seither viele Gemeinden im Bezirk streng gegen illegale Zweitwohnsitze vor, es wurde jedoch vom ehemaligen Brixener Bürgermeister, DI Ernst Huber, betont, dass nicht immer bewiesen werden könne, ob alles legal gemeldet wurde, vor allem wenn Pensionisten aus anderen Ländern sich in österreichischen Gemeinden niederließen.
Geschichte Etymologie Die genaue Herkunft des Namens Brixen ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Der Name kann mit keinem deutschen Wort in Verbindung gebracht werden. Man nimmt an, dass er aus der keltischen Zeit stammt, denn es existieren eine ganze Reihe ähnlich lautender Ortsnamen, u. a. Brixen in Südtirol, Brixia in der Lombardei, Brixellum in der Emilia. Sie haben alle den gleichen Namenherkunftsursprung. Vermutlich leitet sich der Name vom römerzeitlichen Wort Prixina ab, das vom keltischen Wort *brigsina abgeleitet wird (Stammwort *brigs (*briga)) und so viel wie kleine (befestigte) Anhöhe oder Berg bedeutet.
Brixen vor der ersten Namensnennung und bayrische Zeit Um 3000 v. Chr. drangen die Kelten in die europäischen Alpentäler vor und kamen somit auch in das heutige Brixental. Dort errichteten sie kleine Ortschaften. Das lässt sich anhand archäologischer Funde von zwei Beilen und einem Schwert aus dieser Zeit nachweisen. An einem Götschen (Berghang), südöstlich des Dorfzentrums, fand man einen Urnenfriedhof und Reste einer kleinen Siedlung. Zu dieser Zeit wurde vermutlich auch schon Bergbau betrieben, wo hauptsächlich Kupfer abgebaut wurde. Im 3. Jahrhundert n. Chr. stießen die Römer in das Brixental vor und ließen sich im heutigen Dorfzentrum nieder. Am Platz der heutigen Dekanatskirche erbauten sie einen kleinen Profanbau. Ab 483 gehörte das Tiroler Unterland zum nördlichen Teil des Ostgotenreiches unter König Theoderich, ab ca. 550 wanderten die Bajuwaren ein und vermischten sich allmählich mit der rätoromanischen Bevölkerung. Die auf „-ing“ endenden Ortsteile und Bauernorte, wie Feuring, Zinting, Nieding, Obing usw. erinnern an die bajuwarische Landnahme. Seitdem war das Brixental ein Teil des bairischen Herzogtums der Agilolfinger.Erich Egg: Das Tiroler Unterland. Verlag St. Peter Salzburg, 1971, S. 12.
Erste urkundliche Erwähnung und erste Nennung einer Pfarrei