Peter Mattias Forsberg (IPA: ; * 20. Juli 1973 in Örnsköldsvik) ist ein ehemaliger schwedischer Eishockeyspieler und heutiger -funktionär. Zwischen 1995 und 2011 spielte er in der National Hockey League (NHL) für Québec Nordiques, Colorado Avalanche, Philadelphia Flyers und Nashville Predators auf der Position des Centers. In seiner 14 Spielzeiten dauernden NHL-Karriere gewann er mit Avalanche 1996 und 2001 den Stanley Cup, 2003 die Hart Memorial Trophy als wertvollster Spieler der Liga sowie die Art Ross Trophy als bester Scorer der regulären Saison. Auf internationaler Ebene gewann Forsberg mit der schwedischen Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen 1994 und 2006 die Goldmedaille sowie 1992 und 1998 die Eishockey-Weltmeisterschaft. Forsberg ist folglich Mitglied im Triple Gold Club sowie Träger weiterer Ehrungen und Auszeichnungen. Sein Stammverein Colorado Avalanche ehrt den Spieler damit, dass seine Rückennummer 21 seit seinem Rücktritt vom aktiven Sport nicht mehr vergeben wird.
Karriere Anfänge in Schweden (1973–1995) Peter Forsberg wurde am 20. Juli 1973 in der schwedischen Stadt Örnsköldsvik geboren und begann im Alter von fünf Jahren mit dem Eishockeyspielen. Seit seinem sechsten Lebensjahr war er Mitglied des MoDo Hockeyklubb und durchlief zunächst sämtliche Kinder- und Jugendabteilungen des Vereins. Sein Vorbild als Heranwachsender war Håkan Loob. Im Alter von 14 Jahren wurde er in ein regionales All-Star-Team gewählt, ein Jahr darauf gelang ihm mit MoDo der Gewinn der nationalen Juniorenmeisterschaft.
Ab der Spielzeit 1989/90 spielte er erstmals für die Juniorenmannschaft des MoDo Hockeyklubb in der Nachwuchsliga J20 SuperElit, zusätzlich hatte er in dieser Saison auch einen Einsatz für MoDos Herrenmannschaft in der Allsvenskan, Schwedens zweithöchster Spielklasse. In der folgenden Saison erzielte Forsberg in 39 J20-SuperElit-Spielen 102 Scorerpunkte, darüber hinaus kam er auch für den in die Elitserien aufgestiegenen Profi-Klub regelmäßig zum Einsatz. Anschließend wurde er beim Entry Draft der National Hockey League (NHL), einer jährlichen Veranstaltung, bei der sich die Mannschaften der National Hockey League die Rechte an hoffnungsvollen Nachwuchsspielern sichern können, in der ersten Runde an insgesamt sechster Position von den Philadelphia Flyers ausgewählt. Diese frühe Wahl galt als überraschend, da der Schwede vor dem Entry Draft als 25. der besten Nachwuchsspieler und somit als gute Zweitrunden-Wahl bewertet worden war.
Nach dem Draft blieb Forsberg noch drei weitere Jahre in Schweden. Am Ende der Saison 1992/93 erhielt er als bester schwedischer Eishockeyspieler den Guldpucken (Goldener Puck), zusätzlich wurde der Offensivakteur als wertvollster Spieler der Elitserien mit dem Guldhjälmen (Goldener Helm) ausgezeichnet. Beide Auszeichnungen erhielt Forsberg auch am Ende der Folgesaison, nachdem er den MoDo Hockeyklubb ins Meisterschaftsfinale geführt hatte, welches seine Mannschaft im fünften Spiel der Best-of-Five-Serie gegen Malmö IF verlor. Zu diesem Zeitpunkt galt Forsberg als bester nicht in der NHL aktiver Spieler der Welt.
Der Lindros-Transfer Eric Lindros war beim NHL Entry Draft 1991 an erster Gesamtposition von den Québec Nordiques ausgewählt worden. Nachdem sich der Spieler geweigert hatte, mit dem frankokanadischen Franchise Vertragsverhandlungen einzugehen, wurde er am 30. Juni 1992 zu den Philadelphia Flyers transferiert. Die Nordiques erhielten im Gegenzug neben Forsberg fünf weitere Spieler, zwei Erstrunden-Wahlrechte für 1993 und 1994 sowie 15 Millionen US-Dollar. Dieses Transfergeschäft gilt als eines der einseitigsten aller Zeiten, das die folgenden erfolgreichen zehn Jahre des Franchises manifestierte. Diese Fügung wird außerdem als das Beste angesehen, was Forsberg im Hinblick auf seine NHL-Karriere passieren konnte.
Sofortiger Erfolg in Nordamerika (1995–2001) mini|links|Peter Forsberg während eines Saisonvorbereitungsspiels im Trikot der Colorado Avalanche (1997) Im Oktober 1993 unterschrieb Forsberg einen Vierjahresvertrag bei den Québec Nordiques, der ihm ein Gehalt von 6,5 Millionen US-Dollar für diesen Zeitraum zusicherte. Zusätzlich erhielt er einen Unterschriftsbonus in Höhe von 4,275 Millionen US-Dollar. Im Sommer 1994 entschied sich Forsberg schließlich für einen Wechsel nach Nordamerika, um ab der Spielzeit 1994/95 für die Nordiques in der National Hockey League zu spielen. Der Saisonstart verzögerte sich wegen eines Lockouts jedoch um einige Wochen, sodass er auch diese Saison in der Elitserien begann und in elf Partien für den MoDo Hockeyklubb auflief. Nachdem die NHL im Januar 1995 den Spielbetrieb wieder aufgenommen hatte, absolvierte Forsberg am 21. Januar 1995 gegen die Philadelphia Flyers sein erstes NHL-Spiel. Sein erstes Tor erzielte er sechs Tage später gegen Torwart Grant Fuhr von den Buffalo Sabres. Insgesamt bestritt Forsberg in seiner Rookie-Saison 47 Spiele für die Québec Nordiques, in denen ihm 15 Tore und insgesamt 50 Scorerpunkte gelangen. Damit war er hinter Mannschaftskapitän Joe Sakic zweitbester Punktesammler Québecs. Die Nordiques beendeten die reguläre Saison als zweitbestes Team der NHL, schieden jedoch in der ersten Play-off-Runde gegen den amtierenden Stanley-Cup-Sieger New York Rangers aus. Am Saisonende erhielt Peter Forsberg die Calder Memorial Trophy, die jährlich an den besten Neuprofi vergeben wird.
Trotz des sportlichen Erfolges plagten die Nordiques finanzielle Probleme. Der damalige Teambesitzer Marcel Aubut entschloss sich 1995 zu einem Verkauf des Teams an die COMSAT Corporation, nachdem finanzielle Hilfe von Seiten kommunaler Stellen abgelehnt worden war. Im Sommer 1995 wurde das Franchise nach Denver im US-Bundesstaat Colorado umgesiedelt und in Colorado Avalanche umbenannt.
Im ersten Jahr in Denver absolvierte Forsberg mit 116 Punkten seine erfolgreichste Saison. Colorado Avalanche belegte am Ende der Vorrunde hinter den Detroit Red Wings den zweiten Platz der Western Conference. In den anschließenden Play-offs gewann die Avalanche das Conference-Viertelfinale gegen die Vancouver Canucks, das Conference-Halbfinale gegen die Chicago Blackhawks sowie das Conference-Finale gegen die Detroit Red Wings mit 4:2-Spielen. Im Stanley-Cup-Finale spielte Colorado gegen das Siegerteam der Eastern Conference, die Florida Panthers. Die Colorado Avalanche besiegte das Team aus Miami mit 4:0 Siegen, einem Sweep, und gewann ihren ersten Stanley Cup.
In der Saison 1996/97 bestritt Forsberg infolge einer Oberschenkelverletzung nur 65 von 82 möglichen Spielen. Das Québec/Colorado-Franchise gewann zum dritten Mal in Folge einen Divisions-Titel und zum ersten Mal die Presidents’ Trophy als punktbestes Team der regulären Saison. In den anschließenden Play-offs scheiterte die Avalanche im Finale der Western Conference an den Detroit Red Wings. Forsberg stellte in der NHL-Saison 1998/99 mit 30 erzielten Treffern seine bisherige Karrierebestmarke ein. Am Ende der Hauptrunde dieser Spielzeit wurde sein zum Saisonende auslaufender Vertrag um drei Jahre verlängert. Der neue Kontrakt hatte einen Wert von 26,5 Millionen US-Dollar, zusätzlich erhielt Forsberg einen 3,5 Millionen US-Dollar hohen Unterschriftsbonus. Somit gehörte er zu den Spitzenverdienern der National Hockey League dieser Zeit.cbsnews.com,
Zweiter Stanley-Cup-Erfolg, Lockout (2001–2005) Die Saison 2000/01 verlief für Forsberg und die Colorado Avalanche überaus erfolgreich. Colorado war am Ende der regulären Saison mit 118 Punkten das beste Team der NHL und erhielt folglich erneut die Presidents’ Trophy. In den Play-offs besiegte die Avalanche im Conference-Viertelfinale die Vancouver Canucks, im Conference-Halbfinale die Los Angeles Kings und im Conference-Finale die St. Louis Blues. Im Stanley-Cup-Finale gewann Colorado die Best-of-Seven-Serie gegen die New Jersey Devils mit 4:3-Spielen. Forsberg zog sich in der letzten Partie des Conference-Halbfinals eine Milzruptur zu. Infolgedessen wurde das Organ entfernt und der Schwede fiel für den Rest der Play-offs aus. Zum Zeitpunkt seines Ausfalls war Forsberg bester Punktesammler der Avalanche.sportsillustrated.com,
Nach einer Knöchelverletzung musste Forsberg die komplette reguläre Saison der Spielzeit 2001/02 vom Spielbetrieb aussetzen. Er kehrte im April 2002 rechtzeitig zum Play-off-Beginn in den Kader der Colorado Avalanche zurück und erreichte mit seiner Mannschaft das Western-Conference-Finale, in welchem Colorado den Detroit Red Wings unterlag. Trotz der langen Pause und des Drittrunden-Ausscheidens der Avalanche erzielte Forsberg in 20 Play-off-Partien 27 Scorerpunkte; mehr als jeder andere NHL-Spieler in dieser Saison. In der darauffolgenden Saison gewann er als erfolgreichster Scorer der Hauptrunde die Art Ross Trophy. Zusätzlich wurde Forsberg am Ende dieser Spielzeit als wertvollster Spieler der National Hockey League mit der Hart Memorial Trophy ausgezeichnet.
Endlich in Philadelphia, Gastspiel in Nashville (2005–2007) mini|Forsberg (#21) im Dress der Nashville Predators (2007). Die NHL-Spielzeit 2004/05 fiel aufgrund eines Lockouts komplett aus. Forsberg verbrachte die Saison bei seinem Ausbildungsverein MODO Hockey, bei dem sein Vater Kent Forsberg als Cheftrainer tätig war. Zu Beginn der NHL-Saison 2005/06 war Colorado gezwungen, mehrere Spieler abzugeben, um unter der neu eingeführten Gehaltsobergrenze (Salary Cap) zu bleiben.espn.com, Während Stars wie Mannschaftskapitän Joe Sakic und Verteidiger Rob Blake gehalten werden konnten, mussten langjährige Leistungsträger wie Forsberg und Adam Foote das Team verlassen. Am 3. August 2005 unterschrieb der Schwede einen Zweijahresvertrag im Wert von 11,5 Millionen US-Dollar bei den Philadelphia Flyers, dem Franchise, das Forsberg 14 Jahre zuvor gedraftet hatte.
Forsberg erzielte in seiner ersten Saison für die Philadelphia Flyers 75 Scorerpunkte in 60 Spielen, bevor sein Team in der ersten Play-off-Runde den Buffalo Sabres unterlag. Zu Beginn der Saison 2006/07 wurde er zum Mannschaftskapitän der Flyers ernannt. Für die Flyers verlief diese Spielzeit sportlich nicht erfolgreich, das Team lag wenige Tage vor dem Ende der Transferperiode auf dem letzten Platz der National Hockey League. Da sich Forsberg nicht eindeutig dazu bekannte, seinen am Saisonende auslaufenden Vertrag mit den Flyers zu verlängern, und er auch ein Karriereende nicht vollständig ausschließen konnte, wurde er am 20. Februar 2007 zu den Nashville Predators transferiert. Philadelphia erhielt im Gegenzug die Spieler Scottie Upshall, Ryan Parent, sowie ein Erst- und Drittrunden-Wahlrecht für den NHL Entry Draft 2007. Durch die Verpflichtung Forsbergs erhofften sich die Predators neben sportlichem Erfolg in den anstehenden Play-offs auch mehr Fans und höhere Zuschauerzahlen im Sommet Center, der Heimspielstätte in Nashville.espn.com,
Forsberg bestritt teamübergreifend 57 Partien in dieser Saison und erzielte dabei 55 Scorerpunkte. Es war das erste Mal in seiner NHL-Karriere, dass er einen Punkteschnitt von weniger als 1 pro Spiel erreichte. Die Nashville Predators schieden in der ersten Play-off-Runde nach fünf Spielen der Best-of-Seven-Serie gegen die San Jose Sharks aus.
Auszeit, Rückkehr nach Colorado, Karriereausklang in Schweden (2008–2010) mini|links|Peter Forsberg (1997).