Karl Hannemann (* 4. März 1895 in Freiberg; † 6. November 1953 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler.

Leben

Der Sohn eines Theaterdirektors volontierte 1914 beim Theater und gab sein Debüt im selben Jahr am Berliner Schillertheater. Er stand auf diversen hauptstädtischen Bühnen, darunter 1934 bis 1937 am Theater am Schiffbauerdamm und von 1940 bis 1941 am Deutschen Theater. 1944 wurde er kurz vor Kriegsende in die Gottbegnadeten-Liste aufgenommen.Hannemann, Karl, in: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main : S. Fischer, 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 214f.

Beim Film hatte er anfangs nur sporadische Auftritte, doch seit Beginn der 1930er Jahre wirkte er als Nebendarsteller in zahlreichen Produktionen mit. Er verkörperte Faktoten, Diener, Kumpel, Kleinkriminelle und andere Figuren dieser Art.

Nach Kriegsende konnte er bei der DEFA an seine Filmkarriere anknüpfen, beendete jedoch 1949 seine Arbeit beim Film. Als Bühnenschauspieler agierte er wieder beim Deutschen Theater und ab 1948 am Schlossparktheater sowie am Schillertheater in West-Berlin.

Filmografie 1921: Die Beichte einer Mutter 1921: Der Friedhof der Lebenden 1921/22: Frauenbeichte (3 Teile) 1922: Die Erlebnisse einer Kammerzofe 1928: Unter der Laterne 1928: Der Mann mit dem Laubfrosch 1930: Zwei Krawatten 1931: M 1931: Gassenhauer 1932: Das Abenteuer der Thea Roland 1932: Fünf von der Jazzband 1931: Man braucht kein Geld 1932: Der schwarze Husar 1932: Der träumende Mund 1932: Unter falscher Flagge 1933: Drei blaue Jungs – ein blondes Mädel 1933: Hitlerjunge Quex 1934: Liebe, Tod und Teufel 1934: Pechmarie 1934: Die Insel 1934: Prinzessin Turandot 1935: Das Mädchen Johanna 1935: Der höhere Befehl 1936: Der Abenteurer von Paris 1936: August der Starke 1936: Die Nacht mit dem Kaiser 1936: Die Stunde der Versuchung 1936: Die unmögliche Frau 1937: Die gelbe Flagge 1937: La Habanera 1937: Patrioten 1937: Togger 1937: Gefährliches Spiel 1937: Zu neuen Ufern 1938: Capriccio 1938: Du und ich 1938: Die fromme Lüge 1938: Der nackte Spatz 1938: Schüsse in Kabine 7 1938: Der Spieler 1938: Steputat & Co. 1938: Urlaub auf Ehrenwort 1938: Fracht von Baltimore 1938: Mordsache Holm 1939: Es war eine rauschende Ballnacht 1939: Robert Koch, der Bekämpfer des Todes 1939: Roman eines Arztes 1939: Salonwagen E 417 1939: Zentrale Rio 1939: Die Geliebte 1939: Der Polizeifunk meldet 1939: Nanette 1939: Der Weg zu Isabell 1940: Der Fuchs von Glenarvon 1940: Golowin geht durch die Stadt 1940: Die gute Sieben 1940: Die 3 Codonas 1940: Mädchen im Vorzimmer 1940: Die Rothschilds 1940: Unser Fräulein Doktor 1941: Heimaterde 1942: GPU 1942: Der Seniorchef 1942: Viel Lärm um Nixi 1942: Wir machen Musik 1942: Diesel 1942: Andreas Schlüter 1942: Liebeskomödie 1942: Zwischen Himmel und Erde 1943: Altes Herz wird wieder jung 1943: Du gehörst zu mir 1943: Gefährlicher Frühling 1944: Die Frau meiner Träume 1944: Ein fröhliches Haus 1944: Das Leben ruft 1944: Der Majoratsherr 1944: Seinerzeit zu meiner Zeit 1944: Sommernächte 1944: Die Zaubergeige 1944: Die schwarze Robe 1945: Der stumme Gast 1945: Kamerad Hedwig (unvollendet) 1945: Die Schenke zur ewigen Liebe (unvollendet) 1945: Der Puppenspieler (unvollendet) 1945: Shiva und die Galgenblume (unvollendet) 1946: Irgendwo in Berlin 1947: … und über uns der Himmel 1947: Ehe im Schatten 1947: Straßenbekanntschaft 1948: Berliner Ballade 1948: Der große Mandarin 1948: Fahrt ins Glück 1949: Der Posaunist 1949: Ruf an das Gewissen 1949: Die Kuckucks 1949: Quartett zu fünft 1949: Unser täglich Brot 1950: Der Rat der Götter 1953: Starke Herzen

Synchronisation 1943 (1946): Stepan Kajukow als Bachtijar in Nasreddin in Buchara

Theater 1914: Heinrich von Kleist: Die Hermannsschlacht (Luitgar) – Regie: Franz Bonno (Schiller Theater Berlin) 1921: Montague Glass: Potasch und Perlmutter (Boris Andrieff) – Regie: Iwan Smith (Deutsches Theater Berlin) 1922: Ernst Toller: Maschinenstürmer – Regie: ? (Großes Schauspielhaus Berlin) 1922: Friedrich Hebbel: Judith (Daniel) – Regie: Berthold Viertel (Großes Schauspielhaus Berlin) 1922: Anton Tschechow: Der Heiratsantrag – Regie: ? (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1923: William Shakespeare: Der Kaufmann von Venedig (Salarino) – Regie: Berthold Viertel (Die Truppe im Lustspielhaus Berlin) 1923: Heinrich von Kleist: Penthesilea (Doloper) – Regie: Richard Nevy (Deutsches Theater Berlin) 1923: Knut Hamsun: Vom Teufel geholt – Regie: Berthold Viertel (Die Truppe im Lustspielhaus Berlin) 1924: Ernst Toller: Bordelle des Krieges – Regie: Ernst Raden (Volksbühne Theater am Bülowplatz Berlin) 1925: Friedrich Schiller: Don Carlos (Herzog von Feria) – Regie: Fritz Holl (Volksbühne Theater am Bülowplatz Berlin) 1925: Rudolf Leonhard: Segel am Horizont (Neger) – Regie: Erwin Piscator (Volksbühne Theater am Bülowplatz Berlin) 1926: Dietzenschmidt: Vom lieben Augustin – Regie: Viktor Schwanneke (Volksbühne Theater am Bülowplatz Berlin) 1926: Fritz Stavenhagen: Der dütsche Michel – Regie: Erwin Kalser (Volksbühne Theater am Bülowplatz Berlin) 1927: Ernst Toller: Hoppla, wir leben! – Regie: Erwin Piscator (Piscator-Bühne im Theater am Nollendorfplatz Berlin) 1927: Ehm Welk: Gewitter über Gottland – Regie: Erwin Piscator (Volksbühne Theater am Bülowplatz Berlin) 1928: Bertolt Brecht, Kurt Weill: Die Dreigroschenoper (Münzmatthias) – Regie: Erich Engel (Theater am Schiffbauerdamm Berlin) 1928: Joseph Jefferson Farjeon: Nr. 17 – Regie: Hans Lotz (Lessingtheater Berlin) 1928: Erich Mühsam: Judas (Pazifist) – Regie: Leopold Lindtberg (Piscator-Bühne im Theater am Nollendorfplatz Berlin) 1929: Marieluise Fleißer: Pioniere in Ingolstadt – Regie: Jacob Geis (Theater am Schiffbauerdamm) 1930: Bruno Frank: Sturm im Wasserglas (Dr. Thoß) – Regie: Hans Deppe (Theater in der Stresemannstraße) 1932: Eleonore Kalkowska: Zeitungsnotizen – Regie: Heinz Dietrich Kenter (Schiller Theater Berlin) 1933: Emil Pohl: Eine leichte Person (Pühsecke) – Regie: Heinz Hilpert (Volksbühne Theater am Bülowplatz Berlin) 1945: Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise – Regie: ? (Deutsches Theater Berlin) 1946: Jean Anouilh: Der Reisende ohne Gepäck (Kammerdiener) – Regie: Hans-Robert Bortfeldt (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1946: George Bernard Shaw: Kapitän Brassbounds Bekehrung (Räuber) – Regie: Gustaf Gründgens (Marzo) (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1947: Jewgeni Schwarz: Der Schatten (Korporal) – Regie: Gustaf Gründgens (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1947: Carl Sternheim: Die Hose (Fremder) – Regie: Willi Schmidt (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1947: Rose Franken: Claudia (Fritz) – Regie: Arthur Maria Rabenalt (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1948: Carl Zuckmayer: Des Teufels General (Polizeikommissar) – Regie: Boleslaw Barlog (Schlosspark Theater Berlin) 1949: Jacques Deval: Wir armen Erdenbürger (Kellner) – Regie: Günter Rennert (Schlosspark Theater Berlin) 1949: William Shakespeare: Der Sturm (Kapitän) – Regie: Lothar Müthel (Schlosspark Theater Berlin) 1951: Jean-Louis Barrault, André Gide nach Franz Kafka: Der Prozeß – Regie: Willi Schmidt (Schlosspark Theater Berlin)

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 3: F – H. John Barry Fitzgerald – Ernst Hofbauer. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 514.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Darstellende Kunst (Nationalsozialismus) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1895 Kategorie:Gestorben 1953 Kategorie:Mann