Muscaris ist eine 1987 gezüchtete pilzwiderstandsfähige weiße Rebsorte. Sie hat eine hohe bis sehr hohe Toleranz gegenüber Pilzkrankheiten und ermöglicht dadurch eine Reduktion des chemischen Pflanzenschutzmittelaufwandes.
Herkunft, Abstammung Muscaris wurde am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg durch Norbert Becker aus den Sorten Solaris (als Muttersorte, ♀) und Gelber Muskateller (als Vatersorte, ♂) gekreuzt. Die Rebsorte Solaris wiederum ging aus den Elternsorten Merzling (als Muttersorte, ♀) und Gm 6493 (als Vaterpopulation, ♂) hervor.Info auf der Homepage des Staatlichen Weinbauinstituts Freiburg Von dieser übernimmt Muscaris neben einem dominanten Vitis-vinifera-Einfluss noch Gene der Arten Vitis amurensis, Vitis lincecumii und Vitis rupestris.
Verbreitung In Deutschland wurde 2020 eine Fläche von 88ha ausgewiesen. In Österreich wurde 2020 eine Fläche von 52ha erfasst, in der Schweiz betrug die Anbaufläche 2020 17ha.
Ampelografische Merkmale Die Spitzen der starkwachsenden Triebe sind schwach wollig behaart.Karl Bauer, Ferdinand Regner, Barbara Friedrich: Weinbau, avBuch im Cadmos Verlag, Wien, 9. Auflage 2013, ISBN 978-3-7040-2284-4.
Das Blatt ist fünfeckig mit 3 bis 5 Lappen und hat ein V-Profil. Die Blattspreite ist schwach gewaffelt und schwach blasig, die Stielbucht ist offen bis wenig offen mit V-förmiger Basis.
Die Traube mittel bis groß mit wenig kompakten mittelgroßen Beeren mit mittlerer Reifezeit.
Eigenschaften Vorteilhaft ist die hohe bis sehr hohe Toleranz der Pilzkrankheiten Echter Mehltau sowie Falscher Mehltau und Botrytis. Wegen des höheren Säuregehalts ist eine Eignung für die Sekterzeugung gegeben. Die Winterfrostfestigkeit ist gut. Der Ertrag ist mittelhoch, aber etwas instabil.Karl Bauer, Ferdinand Regner, Barbara Friedrich: Weinbau, avBuch im Cadmos Verlag, Wien, 9. Auflage 2013, ISBN 978-3-7040-2284-4.
Auf wüchsigen Standorten ist mehr Laubarbeit notwendig. Die Sorte hat einen erhöhten Bedarf am Nährstoff Magnesium – ansonsten tritt typisches Mangelsyptom auf (Blattgilbung).
Wein Die Weißweine sind schlank bis kräftig-stoffig, verfügen über eine kräftige Säure sowie ein von Muskatnoten bestimmtes intensives Bouquet.
Literatur Ferdinand Regner, Karel Hanak, Cornelia Eisenheld: Verzeichnis der österreichischen Qualitätsweinrebsorten und deren Klone, 2. Auflage 2015, HBL und BA für WB, Klosterneuburg, S25. Karl Bauer, Ferdinand Regner, Barbara Friedrich: Weinbau, avBuch im Cadmos Verlag, Wien, 9. Auflage 2013, ISBN 978-3-7040-2284-4. Hans Ambrosi, Bernd H. E. Hill, Erika Maul, Erst H. Rühl, Joachim Schmid, Fritz Schuhmann: Farbatlas Rebsorten 3. Auflage, Eugen Ulmer, 2011, ISBN 978-3-8001-5957-4. Walter Hillebrand, Heinz Lott, Franz Pfaff: Taschenbuch der Rebsorten. 13., neubearbeitete Auflage, Fachverlag Fraund, Mainz 2003, ISBN 3-921156-53-X.
Weblinks Pilzwiderstandsfähige Keltertraubensorten auf der Homepage des Staatlichen Weinbauinstituts Freiburg Piwis als Rebsortenwein, weiterer Fortschritt für pilzwiderstandfähige Rebsorten, Agrar-Server Land Steiermark
Einzelnachweise
Kategorie:Neuzüchtung (Rebsorte) Kategorie:Weinrebenhybride