Die Suionen (auch Suonen, Sueonen, Sweonen, Swionen oder Svionen; lateinisch Suiones) waren ein von dem römischen Historiker und Ethnographen Cornelius Tacitus im 1. Jahrhundert erwähntes nordgermanisches bzw. nordeurasisches Volk. Tacitus nannte sie in seiner Germania im Zusammenhang mit den Sueben und Sithonen. Tacitus’ geographische Angaben lassen sich jedoch nur schwer mit späteren Überlieferungen von den Svear bzw. den Schweden in Einklang bringen.
mini|In Schonen gefundene Felszeichnungen eines bronzezeitlichen Seevolkes passen zu Tacitus’ Beschreibungen der Suionen
Eine modernere Übersetzung liest sich folgendermaßen
In Schonen, der möglicherweise nach den Suionen benannten Region Südschwedens, wurden Felsritzungen der Bronzezeit gefunden, die Schiffsbau und Seefahrt zeigen. Dies passt zu Tacitus’ Beschreibung der Suionen als Seevolk. Weiter nördlich hingegen, in das Gebiet der Svear, sind römische Reisende niemals vorgedrungen. Tacitus’ geographische Lokalisierungen und ethnologische Beschreibungen der Suionen konnten nicht verifiziert werden, und ihre Spur verlor sich spätestens seit der Völkerwanderung. Jordanes’ Getica erwähnte stattdessen im 6. Jahrhundert die Suehans im Zusammenhang mit den Goten. Dennoch wurden die Suionen ab dem Mittelalter (u. a. von Adam von Bremen) – mehr als 1.000 Jahre nach Tacitus – zunächst mit den Sueben gleichgesetzt, dann mit den erst nach der Völkerwanderung überlieferten Svear. Diese teilweise noch heute anzutreffende Zuordnung ist seit der Neuzeit ebenso umstritten wie die Gleichsetzung von Goten und Gauten.
Literatur
Kategorie:Germanischer Stamm Kategorie:Schonen Kategorie:Geschichte (Skåne län)