Pottschach [ˈpɔtˌʃax] ist eine Katastralgemeinde und mit 5057 Einwohnern die zweitgrößte Ortschaft von Ternitz im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich. Pottschach liegt auf Bis 1973 war Pottschach eine eigenständige Gemeinde, ehe sie im Zuge der niederösterreichischen Gemeindereform der Stadtgemeinde Ternitz eingegliedert wurde.

Geographie Pottschach liegt am südlichen Ende des Wiener Beckens. Das Ortsgebiet (der Katastralgemeinde) erstreckt sich vom westlichen Ufer der Schwarza nach Westen bis zu den Ausläufern des Schneeberggebietes.

Der Ortskern liegt auf Seehöhe. Pottschach wird im Norden durch den Gfieder () und im Nordwesten durch den Kohlberg () begrenzt. Außerdem befindet sich im Südwesten der Burgstall mit dem Kalvarienberg.

Der Ort grenzt im Südwesten an die Gemeinden Buchbach, im Nordwesten an Bürg-Vöstenhof, im Süden an Grafenbach-Sankt Valentin und im Südosten an Wimpassing im Schwarzatale. Andere Gemeindeteile von Ternitz sind im Nordosten der Kernort Ternitz, im Südwesten Putzmannsdorf und im Westen Holzweg.

Die Strecke der österreichischen Südbahn (Abschnitt Wiener Neustadt – Semmering) trennt den Ort in einen West- und einen Ostteil.

Ortsgliederung Altpottschach mit Neudörfl und Sonnleiten Siedlung I Siedlung II Siedlung III C.-F.-Rüger-Siedlung

Klima

Geschichte mini|Pottschach im Schwarzatal, um 1873 (Aufnahmeblatt der 3. Landesaufnahme, Mitte rechts) mini|Die Pfarrkirche alt=leerstehendes Hotel Rabensteiner in Pottschach|mini|Hotel Rabensteiner in Pottschach Pottschach wurde 1094 erstmals urkundlich erwähnt. Es leitet sich vom alten Wort Botsaha oder Botsach ab, welches „verbotenes Wasser“ oder „Bannwasser“ bedeutet. Das heißt, dass die Untertanen nicht fischen durften. Der Ort bestand aber schon viel früher. Es wurden auf Pottschacher Gebiet steinzeitliche Werkzeuge gefunden. 600 n. Chr. befand sich auf dem Purgstall in Pottschach eine Wehranlage. Durch Funde alter Mauern in der Pfarrkirche konnte nachgewiesen werden, dass schon im 9. Jahrhundert eine karolingische Kirche bestand. Diese wurde um das Jahr 1500 in eine gotische Kirche umgebaut, und 1520 wurde der 25 m hohe Turm errichtet. Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche barockisiert.

Das Schloss Pottschach wurde im 16. Jahrhundert unter Bernhard Ursenbeck als Wasserschloss errichtet.

Seit 1864 war Pottschach eine Gemeinde. Die Katastralgemeinden waren Pottschach, Putzmannsdorf und Holzweg.

Im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war Pottschach eine beliebte Sommerfrische im südlichen Niederösterreich. Gefördert wurde dies durch den Bau der Südbahn, an die Pottschach 1842 angeschlossen wurde. Viele Sommergäste wohnten entweder im Hotel Rabensteiner oder bauten sich Villen. Noch heute stehen in Pottschach viele dieser Villen, die von einem ehemaligen Urlaubsort zeugen, das Hotel Rabensteiner steht seit vielen Jahren leer.

Bevölkerungsentwicklung Gemeinde Pottschach (Katastralgemeinden Pottschach, Holzweg und Putzmannsdorf) 1854: 794 Einwohner 1880: 1465 Einwohner 1934: 2368 Einwohner 1947: 4320 Einwohner 1951: 4664 Einwohner 1961: 5074 Einwohner 1971: 5506 Einwohner

Bildung Volksschule

In Pottschach gab es schon im 16. Jahrhundert eine Schule. Bis 1880 gab es eine einklassige Volksschule. Danach wurde eine mehrklassige Volksschule gebaut. Außerdem befand sich in der Pappenfabrik Lautner eine Sonntagsschule für die Kinder der Arbeiter. Als die Schülerzahlen anstiegen, wurde 1969 eine neue Volksschule gebaut, die heutige Dr. Adolf Schärf-Volksschule. In der Kreuzäckergasse wurde außerdem 1998 eine zusätzliche Volksschule errichtet, die Volksschule Kreuzäckergasse.

Hauptschule

1955 wurde in Pottschach eine eigene Hauptschule errichtet. Diese besteht heute noch und wurde in eine Neue Mittelschule (NMS) umgewandelt.

Kindergarten

Heute gibt es in Pottschach drei Kindergärten: 2 Landeskindergärten Pottschach den Kindergarten in der Kreuzäckergasse

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Annakapelle mini|hochkant|Gfiederwarte

Pfarrkirche Pottschach

Kapellen Die Kalvarienbergkapelle ist die älteste Kapelle in Pottschach. Sie wurde 1709 von Maria Anna von Geyersberg gestiftet. Sie befindet sich am Ende des Kreuzweges in Pottschach am Kalvarienberg. Annakapelle – Diese Kapelle wurde 1775 am Ortsende von Pottschach, im Neudörfl, erbaut. Hier wird jedes Jahr die Palmweihe abgehalten. Holzwegkapelle – 1828 von der Familie Niederl erbaut.

Gfiederwarte Am Gipfel des Gfieders, einem 609 m hohen Berg in Pottschach, befindet sich eine Aussichtswarte mit Sicht bis zum Neusiedler See. In der Nähe ist einer der ältesten Bäume Österreichs, der Vierbrüderbaum.

Friedhof Früher befand sich der Friedhof um die Kirche herum. Heute liegt der Friedhof am Fuße des Kalvarienberges.

Kriegsgräberanlage (Russenfriedhof) Neben der Franz-Samwald-Straße befindet sich eine Kriegsgräberanlage der Sowjetarmee, die im Volksmund auch „Russenfriedhof“ genannt wird. Im Winter 1945/46 wurde dieser Friedhof unter der Leitung eines sowjetischen Offiziers nahe der damaligen Ternitzer Straße (heute Franz-Samwald-Straße) bei der Abzweigung Wimpassing errichtet. Zur Zwangsarbeit wurden als Nationalsozialisten eingestufte Österreicher herangezogen, die von sowjetischen Soldaten bei der Arbeit beaufsichtigt wurden. Am 13. April 1946, dem 1. Jahrestag des Einmarsches der Roten Armee, fand die feierliche Eröffnung des 22 Ar großen Soldatenfriedhofs statt. An der Eröffnung nahmen viele sowjetische Offiziere, darunter der in Pottschach stationierte General Zwjetkow teil. Hier sind 236 in der Region gefallene sowjetische Soldaten bestattet. Darunter fallen auch jene Rotarmisten, die in den Quellschutzgebieten der I. Wiener Hochquellenleitung auf dem Schneeberg gefallen und bestattet wurden und nach Kriegsende nach Genehmigung der sowjetischen Kommandantur exhumiert wurden.vgl. Art. I. Wiener Hochquellenwasserleitung; Abschnitt 1938 bis 1945, letzter Satz Am 30. Januar 1948 erhielt die damalige Gemeinde Pottschach die Obhut über den Friedhof.mini|Kriegsgräberanlage Pottschach (Russenfriedhof)

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Pumpwerk Pottschach Pumpwerk Pottschach der I. Wiener Hochquellenwasserleitung

Schienenverkehr mini|Die Haltestelle Pottschach

Pottschach ist mit der Haltestelle Pottschach seit 1842 an die Südbahn angeschlossen, die ausschließlich von Regionalzügen in Richtung Payerbach-Reichenau und Wien angefahren wird.

2023 wurde mit dem Abriss des alten Bahnhofgebäudes begonnen, da die Haltestelle modernisiert wird. Die ursprünglich für 2027 geplanten Adaptierungsarbeiten wurden auf 2031 verschoben. alternativtext=Bauarbeiten am Bahnhof Pottschach|mini|Bauarbeiten an der Haltestelle Pottschach Sommer 2023

Sport Fußball Seit 1920 gibt es den Fußballklub „SVSF Pottschach“ (Sportverein Sportfreunde Pottschach).

Stocksport 1. ESV Pottschach EK Elite Pottschach ESK Eintracht Pottschach ESV Einigkeit SG Eiskristall

Tennis 1. TC Pottschach

Turnen ATUS Pottschach

Söhne des Ortes Robert Hammerstiel (1933–2020), Maler, Grafiker und Holzschneider Rudolf Steiner (1861–1925), lebte in seiner Jugend teilweise Pottschach, weil sein Vater hier als Eisenbahnbeamter tätig war Alfons Haider (* 1957), lebte in seiner Jugend für einige Zeit in der Siedlung III Helmut A. Gansterer (* 1946), Journalist, Herausgeber und Autor Peter Kraus (* 1986) lebte in seiner Jugend in Pottschach und besuchte die Volksschule Pottschach Franz Samwald (1931–1995) SPÖ-Bezirksparteisekretär, Bürgermeister und Abgeordneter zum Nationalrat

Literatur

Walter Arlt: Pottschach einst und jetzt. Stadtgemeinde Ternitz, Ternitz 1976.

Weblinks

Pottschach bei Museumstrasse

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Ternitz) Kategorie:Ort im Bezirk Neunkirchen Kategorie:Katastralgemeinde im Bezirk Neunkirchen Kategorie:Ehemalige Gemeinde im Bezirk Neunkirchen Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Schwarza (Leitha) Kategorie:Rax-Schneeberg-Gruppe Kategorie:Ersterwähnung 1094 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972