Die DDR-Liga 1982/83 war die 33. Spielzeit der zweithöchsten Spielklasse im Ligasystem auf dem Gebiet des DFV. In dieser gelang der BSG Stahl Riesa und der BSG Chemie Leipzig nach zwei bzw. drei Jahren wieder der Sprung in die DDR-Oberliga.

Nach nur einer Spielzeit stiegen von den 15 Vorjahresaufsteigern, die Mannschaften aus Wittenberge, Greifswald, Frankfurt/O., Plauen, Cottbus (Lokomotive), Neustadt, Hermsdorf und Steinach wieder in die Bezirksliga ab. Weitere Absteiger waren Parchim, Berlin (KWO), Berlin (Bergmann-Borsig), Stendal, Altenburg, Blankenburg und Eisenach.

Erfolgreichster Torjäger aller Staffeln war Dietmar Jentzsch (BSG Stahl Riesa) aus der Staffel D mit 16 Toren. __TOC__

Modus Gespielt wurde in 5 Staffeln zu je 12 Mannschaften (regionale Gesichtspunkte). In einer Doppelrunde mit Hin- und Rückspiel wurden die Teilnehmer für die Aufstiegsrunde und die drei Absteiger pro Staffel in die Bezirksliga ermittelt. In der Aufstiegsrunde ermittelten die fünf Staffelsieger ebenfalls in einer Doppelrunde mit Hin- und Rückspiel die beiden Aufsteiger in die DDR-Oberliga.

Staffel A Saisonverlauf Im Kampf um den Staffelsieg kam es zu einem Kopf an Kopf Rennen zwischen der BSG Schiffahrt/Hafen Rostock und der ASG Vorwärts Neubrandenburg. Beide gingen punktgleich in den letzten Spieltag, wobei die Rostocker über das bessere Torverhältnis verfügten. Neubrandenburg führte schnell bei der SG Dynamo Schwerin, musste aber in der 65. Minute den Ausgleich hinnehmen, der gleichzeitig den Endstand bedeutete. Dieses Unentschieden hätte fast noch den Staffelsieg gebracht, den man dann der TSG Bau Rostock zu verdanken hätte. Diese noch in Abstiegsnöten befindliche Elf führte gegen den Tabellenführer schon mit 3:1, ehe man noch nach dem 3:2 (78.), das 3:3 in der 89. Minute hinnehmen musste. Am Ende konnten beide Rostocker Mannschaften jubeln, die eine über den Klassenerhalt (Bau) und die andere über den Staffelsieg (Schiffahrt/Hafen). Auf den Plätzen drei und vier folgten Dynamo Schwerin und Vorjahressieger Vorwärts Stralsund. Beide waren nach der Winterpause nicht konstant genug, um an dem Spitzenduo dran zu bleiben. Die Mannschaften ab Platz fünf spielten gegen den Abstieg, wobei die BSG Hydraulik Nord Parchim und Neuling BSG KKW Greifswald frühzeitig als Absteiger in die Bezirksliga feststanden. Am vorletzten Spieltag retteten sich die ISG Schwerin-Süd und Post Neubrandenburg und somit kämpften noch vier Mannschaften am letzten Spieltag um die drei zum Klassenerhalt berechtigenden Plätze. Für die TSG Wismar und TSG Bau Rostock reichte im letzten Spiel jeweils ein Unentschieden, weil die punktgleichen Neulinge BSG Lok/Armaturen Prenzlau und BSG CM Veritas Wittenberge sich im direkten Duell gegenüberstanden und darüber hinaus das schlechtere Torverhältnis besaßen. Wismar gewann gegen Greifswald und Bau Rostock holte den nötigen Punkt zum Klassenerhalt gegen Schiffahrt/Hafen. Als dritte Elf musste dann Wittenberge absteigen, die nicht über ein Unentschieden in Prenzlau hinauskam.

Abschlusstabelle

(S) Staffelsieger der Vorsaison (N) Aufsteiger aus der Bezirksliga 1981/82

Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe. Staffel A 22. August 1982 – 23. April 1983 25px|alt=|BSG Schiffahrt/Hafen Rostock 25px|alt=|ASG Vorwärts Neubrandenburg 25px|alt=|SG Dynamo Schwerin 25px|alt=|ASG Vorwärts Stralsund 25px|alt=|ISG Schwerin-Süd 25px|alt=|BSG Post Neubrandenburg 25px|alt=|TSG Wismar 25px|alt=|TSG Bau Rostock 25px|alt=|BSG Lok/Armaturen Prenzlau 25px|alt=|BSG CM Veritas Wittenberge 25px|alt=|BSG KKW Greifswald 25px|alt=|BSG Hydraulik Nord Parchim 1. BSG Schiffahrt/Hafen Rostock 0:31:12:23:23:12:11:07:12:08:05:1 2. ASG Vorwärts Neubrandenburg 2:2 1:11:02:13:20:14:12:08:24:26:2 3. SG Dynamo Schwerin 1:11:1 4:31:15:13:00:01:03:14:04:0 4. ASG Vorwärts Stralsund 0:01:11:1 6:02:11:06:23:21:30:25:2 5. ISG Schwerin-Süd 1:11:11:02:2 0:12:00:03:10:42:01:1 6. BSG Post Neubrandenburg 1:11:11:00:11:2 1:13:04:53:24:22:2 7. TSG Wismar 1:15:20:32:12:41:1 4:10:00:11:02:0 8. TSG Bau Rostock 3:30:34:23:21:12:01:3 3:51:07:03:1 9. BSG Lok/Armaturen Prenzlau 1:31:32:00:22:10:03:02:2 1:10:12:1 10. BSG CM Veritas Wittenberge 1:40:00:62:30:00:03:33:01:1 5:32:2 11. BSG KKW Greifswald 0:11:42:10:12:01:21:00:21:10:0 5:2 12. BSG Hydraulik Nord Parchim 0:41:21:20:31:40:31:41:11:21:22:1

Torschützenliste Spieler Mannschaft Tore 1. Hans-Jürgen Pohl SG Dynamo Schwerin 13 2. Andreas Below ASG Vorwärts Stralsund 12 Wolfgang Schwerin ISG Schwerin-Süd 12 Joachim Susa BSG Schiffahrt/Hafen Rostock 12 5. Peter Schlesinger BSG Schiffahrt/Hafen Rostock 11 Rainer Scholz BSG Lok/Armaturen Prenzlau 11 Klaus-Peter Stein TSG Wismar 11 Karsten Winkel ASG Vorwärts Neubrandenburg 11

Zuschauer In 132 Spielen kamen 143.970 Zuschauer ( 1.090 pro Spiel) in die Stadien. Größte Zuschauerkulisse 4.500 BSG Post Neubrandenburg – ASG Vorwärts Neubrandenburg (20. Spieltag) Niedrigste Zuschauerkulisse 250 TSG Bau Rostock – BSG Post Neubrandenburg (15. Spieltag)

Mannschaft Gesamt Heim Ausw. BSG Schiffahrt/Hafen Rostock 20.350 925 5.550 504 14.800 1.345 ASG Vorwärts Neubrandenburg 28.700 1.305 14.600 1.327 14.100 1.281 SG Dynamo Schwerin 24.370 1.108 10.500 954 13.670 1.242 ASG Vorwärts Stralsund 28.300 1.286 13.700 1.245 14.600 1.327 ISG Schwerin-Süd 17.450 793 6.750 613 10.700 972 BSG Post Neubrandenburg 26.850 1.220 15.100 1.372 11.750 1.068 TSG Wismar 21.500 977 10.400 945 11.100 1.009 TSG Bau Rostock 22.450 1.020 7.750 704 12.700 1.154 BSG Lok/Armaturen Prenzlau 38.200 1.736 26.200 2.381 12.000 1.090 BSG CM Veritas Wittenberge 23.020 1.046 13.020 1.183 10.000 909 BSG KKW Greifswald 22.400 1.018 12.500 1.136 9.900 900 BSG Hydraulik Nord Parchim 16.650 757 7.900 718 8.750 795

Staffel B Saisonverlauf Zum ersten Mal in ihrer 13-jährigen Ligazugehörigkeit wurde die BSG Stahl Brandenburg Staffelsieger. Brandenburg verwies die SG Dynamo Fürstenwalde sowie den Oberligaabsteiger und Staffelfavorit Energie Cottbus auf die Plätze. Die „launische“ Energie-Elf ließ immer dann unerwartet Punkte liegen, wenn sie sich gerade an Brandenburg heran gekämpft hatten. Danach kam ein breites Mittelfeld von der BSG Stahl Eisenhüttenstadt bis zur BSG Stahl Hennigsdorf. Im Kampf gegen den Abstieg mussten die BSG Bergmann-Borsig Berlin und der Neuling BSG Halbleiterwerk Frankfurt/O. frühzeitig die Segel streichen. Den dritten Absteiger ermittelten die Berliner Vereine von Rotation und KWO. Beide Vereine verpassten nach der Winterpause den Anschluss an das Mittelfeld und trafen nun zum entscheidenden Spiel am letzten Spieltag aufeinander. KWO, dem ein Unentschieden gereicht hätte, kam unerwartet klar mit 1:4 beim Nachbarn unter die Räder und stieg in die Bezirksliga ab.

Abschlusstabelle

(A) Absteiger aus der DDR-Oberliga 1981/82 (N) Aufsteiger aus der Bezirksliga 1981/82

Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe. Staffel B 22. August 1982 – 23. April 1983 25px|alt=|BSG Stahl Brandenburg 25px|alt=|SG Dynamo Fürstenwalde 25px|alt=|BSG Energie Cottbus 25px|alt=|BSG Stahl Eisenhüttenstadt 25px|alt=|BSG Chemie Premnitz 25px|alt=|BSG Chemie PCK Schwedt 25px|alt=|BSG Motor Babelsberg 25px|alt=|BSG Stahl Hennigsdorf 25px|alt=|BSG Rotation Berlin 25px|alt=|BSG KWO Berlin 25px|alt=|BSG Bergmann-Borsig Berlin 25px|alt=|BSG Halbleiterwerk Frankfurt/O. 1. BSG Stahl Brandenburg 2:25:02:11:03:24:22:02:12:05:14:1 2. SG Dynamo Fürstenwalde 1:1 2:21:17:33:10:03:23:00:13:03:2 3. BSG Energie Cottbus 1:02:2 2:14:11:02:03:32:32:04:22:1 4. BSG Stahl Eisenhüttenstadt 2:13:21:2 0:11:32:24:33:23:15:24:1 5. BSG Chemie Premnitz 0:22:31:11:1 2:23:13:03:22:10:31:0 6. BSG Chemie PCK Schwedt 0:10:02:23:10:3 0:23:24:02:07:17:1 7. BSG Motor Babelsberg 0:15:13:01:21:11:0 3:30:01:12:25:0 8. BSG Stahl Hennigsdorf 1:01:10:02:05:01:22:1 2:21:10:18:0 9. BSG Rotation Berlin 3:72:31:20:13:32:12:12:0 4:11:13:2 10. BSG KWO Berlin 0:00:10:12:12:21:10:02:22:2 1:25:1 11. BSG Bergmann-Borsig Berlin 0:40:50:00:31:11:20:41:21:22:5 8:1 12. BSG Halbleiterwerk Frankfurt/O. 3:40:32:20:12:42:11:33:41:01:32:2

Torschützenliste Spieler Mannschaft Tore 1. Jürgen Vüllings BSG Bergmann-Borsig Berlin 13 2. Frank Jeske BSG Stahl Brandenburg 12 Michael Klein BSG KWO Berlin 12 Detlef Schulz SG Dynamo Fürstenwalde 12 Rüdiger Uentz BSG Stahl Hennigsdorf 12 6. Bernd Rosenberg BSG Chemie Premnitz 10

Zuschauer In 132 Spielen kamen 195.800 Zuschauer ( 1.483 pro Spiel) in die Stadien. Größte Zuschauerkulisse 7.000 BSG Motor Babelsberg – BSG Stahl Brandenburg (9. Spieltag) Niedrigste Zuschauerkulisse 50 BSG Halbleiterwerk Frankfurt/O. – BSG KWO Berlin (18. Spieltag)

Mannschaft Gesamt Heim Ausw. BSG Stahl Brandenburg 53.100 2.414 30.300 2.754 22.800 2.072 SG Dynamo Fürstenwalde 23.900 1.086 9.450 859 14.450 1.313 BSG Energie Cottbus 56.600 2.573 39.000 3.545 17.600 1.600 BSG Stahl Eisenhüttenstadt 34.650 1.575 17.450 1.586 17.200 1.563 BSG Chemie Premnitz 28.350 1.289 14.300 1.300 14.050 1.277 BSG Chemie PCK Schwedt 26.800 1.218 12.000 1.090 14.800 1.345 BSG Motor Babelsberg 54.600 2.482 37.300 3.390 17.300 1.572 BSG Stahl Hennigsdorf 33.100 1.505 16.100 1.463 17.000 1.545 BSG Rotation Berlin 23.200 1.055 7.400 672 15.800 1.436 BSG KWO Berlin 23.150 1.052 5.850 531 17.300 1.572 BSG Bergmann-Borsig Berlin 12.850 584 3.800 345 9.050 822 BSG Halbleiterwerk Frankfurt/O. 17.300 786 2.850 259 14.450 1.313

Staffel C Saisonverlauf Die BSG Chemie Leipzig wurde souverän Staffelsieger und verwies die immer in Lauerstellung liegende ASG Vorwärts Dessau auf Platz zwei. Der Oberligaabsteiger BSG Chemie Buna Schkopau büßte zum Saisonbeginn zu viel Boden ein und musste sich letztendlich mit Platz drei zufriedengeben. Danach kamen mit der SG Dynamo Eisleben, BSG Stahl Thale und dem Neuling TSG Chemie Markkleeberg drei Vereine die rechtzeitig den Klassenerhalt schafften. Am vorletzten Spieltag folgte ihnen die BSG Einheit Wernigerode und somit kämpften noch vier Mannschaften am letzten Spieltag um die zwei zum Klassenerhalt berechtigenden Plätze. Den Neulingen BSG Chemie Wolfen und BSG Motor Schönebeck würde jeweils ein Unentschieden zum Klassenerhalt reichen, wobei der BSG Lokomotive Stendal und BSG Motor Altenburg nur eigene Siege und Ausrutscher der Konkurrenz helfen würde. Wolfen (4:4 gegen Eisleben) und Schönebeck (3.3 gegen Dessau) retteten sich aus eigener Kraft und schickten Stendal (3:0 gegen Markkleeberg) und Altenburg (0:3 in Schkopau) in die Bezirksliga. Die BSG Stahl Blankenburg, jahrelang an der Spitze der Ligastaffel C anzutreffen, konnte den Abwärtstrend der Vorsaison nicht aufhalten und stieg als dritte Mannschaft ab.

Abschlusstabelle

(A) Absteiger aus der DDR-Oberliga 1981/82 (N) Aufsteiger aus der Bezirksliga 1981/82

Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe.