Glaucidium palmatum ist die einzige Pflanzenart der Gattung Glaucidium und der Unterfamilie Glaucidioideae innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Weil sie von allen anderen Mitgliedern dieser Familie stärker abweicht, wird sie von manchen Autoren auch in eine eigene Familie, die Glaucidiaceae, gestellt.
Beschreibung mini|links|Stängel, Laubblatt und Blüte mini|links|Fruchtstand
Vegetative Merkmale Glaucidium palmatum ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 40 Zentimetern erreicht. Sie bildet ein Rhizom aus. Der Stängel trägt zwei Blätter und eine endständige Blüte. Die Grundblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Ihr Blattstiel ist 10 bis 15 Zentimeter lang. Die handförmig gelappte bis gespaltene Blattspreite, hat einen mehr oder weniger kreisförmigen Umriss und einen herzförmigen Spreitengrund.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Die Blüten besitzen einen Durchmesser von 5 bis 10 Zentimetern. Die Blütenhülle ist einfach. Die vier Blütenhüllblätter sind hell-blaupurpurfarben gefärbt, selten auch weiß. Die zwei Fruchtblätter sind am Grund miteinander verwachsen.
Die Frucht enthält viele Samen und ist zur Fruchtzeit balgartig.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.
Vorkommen Glaucidium palmatum kommt in Japan nur auf Hokkaidō sowie im nördlichen bis zentralen Honshū vor. Glaucidium palmatum gedeiht in Bergwäldern.
Systematik Die Erstbeschreibung von Glaucidium palmatum erfolgte 1845 durch Philipp Franz von Siebold und Joseph Gerhard Zuccarini in Abhandlungen der Mathematisch-Physikalischen Classe der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4, Teil 2, Seite 184–185.
Da Glaucidium palmatum sich zytologisch, embryologisch, biochemisch sowie bei der Art der Entstehung der Staubblätter und der Art wie sich die Früchtchen öffnen von anderen Arten der Familie Ranunculaceae unterscheidet, wird diese Art manchmal in eine eigene monotypische Familie Glaucidiaceae gestellt. Nach genetischen Daten ist die Gattung Glaucidium Schwestergruppe aller anderen rezenten Ranunculaceae zusammengenommen.
mini|Sorte ‘Mikado’ Nutzung Glaucidium palmatum wird selten als Zierpflanze für Gehölzgruppen genutzt. Die Sorte ‘Alba’ hat weiße Blüten.
Literatur Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.
Einzelnachweise Guillaume Cossard, Julie Sannier, Hervé Sauquet, Catherine Damerval, Louis Ronse de Craene, Florian Jabbour, Sophie Nadot: Subfamilial and tribal relationships of Ranunculaceae: evidence from eight molecular markers. In: Plant Systematics and Evolution, Volume 302, Issue 4, 2016, S. 419–431. doi:10.1007/s00606-015-1270-6
Weblinks
Kategorie:Hahnenfußgewächse Kategorie:Ranunculaceae Kategorie:Endemische Pflanze Japans