Jacquemontia ist eine Pflanzengattung in der Familie der Windengewächse (Convolvulaceae). Die 100 bis 110 Arten sind in der Neotropis und Paläotropis weitverbreitet. Der Gattungsname ehrt den französischen Botaniker, Geologen und Forschungsreisenden Venceslas Victor Jacquemont (1801–1832).
Beschreibung miniatur|Illustration aus The Botanist von Jacquemontia pentanthos Jacquemontia sind ausdauernde oder einjährige, krautige Pflanzen, Sträucher oder Lianen. Die Sprossachse verholzt meistens an der Basis. Die Pflanzenteile sind unbehaart oder dicht behaart, die Trichome sind meist verzweigt. Die Laubblätter haben meist eine herzförmige Basis, sind ganzrandig, gezähnt oder gelappt und haben oftmals feine drüsige Punkte.
Die kleinen oder mittelgroßen Blüten stehen in achselständigen, schirm- oder kopfförmigen Zymen. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Blütenboden ist klein oder wird nicht ausgebildet. Die fünf Kelchblätter sind gleich geformt oder nahezu gleich. Die Krone ist glocken- oder trichterförmig und blau, violett, weiß oder rot gefärbt. Der Kronsaum ist ganzrandig, fünfzahnig oder -lappig. Die Staubfäden und der Stempel stehen meist nicht über die Krone hinaus. Die Pollenkörner sind paltocolpat. Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, zweikammerigen Fruchtknoten verwachsen, der vier Samenanlagen enthält. Der fadenförmige Griffel endet in zwei elliptischen oder langgestreckten und abgeflachten Narben.
Die kugelförmigen oder beinahe kugelförmigen Kapselfrüchte sind zweikammerig mit vier oder selten auch acht Fächern und enthält vier Samen. Die Samen sind unbehaart, warzig oder ruminiert, geflügelt oder fein behaart.
Systematik und Verbreitung mini|Jacquemontia abutiloides mini|Habitus, Laubblätter und Blüten von Jacquemontia agrestis mini|Blüte von Jacquemontia holosericea mini|Jacquemontia curtisii mini|Jacquemontia paniculata mini|Jacquemontia pentanthos mini|Jacquemontia pentanthos mini|Blüten im Detail von Jacquemontia reclinata mini|Habitus, Laubblätter und Blüten von Jacquemontia robertsoniana mini|Habitus, Laubblätter und Blüten von Jacquemontia sandwicensis
Die Gattung Jacquemontia wurde 1834 durch Jacques Denys Choisy in Mémoires de la Société de Physique et d'Histoire Naturelle de Genève Band 6 Seite 476 aufgestellt. Synonyme für Jacquemontia sind: Emulina , Lobake , Thyella , Montejacquia , Schizojacquemontia .
Die Gattung Jacquemontia gehört zur Tribus Jacquemontieae innerhalb der Familie Convolvulaceae.
Die Gattung Jacquemontia ist in der Neotropis und Paläotropis weitverbreitet.
Es gibt 100 bis 110 Jacquemontia-Arten:
Jacquemontia abutiloides : Sie kommt nur im mexikanischen Niederkalifornien und auf den Inseln im Golf von Kalifornien vor. Jacquemontia acrocephala : Sie ist im südöstlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia acuminata : Sie kommt in Bolivien vor. Jacquemontia agrestis (Syn.: Jacquemontia evolvuloides var. longipedunculata , Jacquemontia palmeri , Jacquemontia pedunculata , Jacquemontia secundiflora , Jacquemontia evolvuloides var. parviflora , Jacquemontia palmeri var. varians , Jacquemontia evolvuloides var. grandiflora , Jacquemontia pauciflora , Jacquemontia diantha , Jacquemontia guatemalensis ): Sie ist in der Neotropis weitverbreitet. Jacquemontia albida : Sie ist im nordwestlichen Mexiko verbreitet. Jacquemontia anomala : Sie kommt in Paraguay vor. Jacquemontia asarifolia : Sie ist im nordöstlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia bahiensis : Sie ist im nordöstlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia blanchetii (Syn.: Jacquemontia blanchetii var. major , Jacquemontia martii var. floribunda nom. superfl., Jacquemontia blanchetii var. puberula ): Sie ist von Paraguay bis Peru und Brasilien bis nördlichen Argentinien verbreitet. Jacquemontia bracteosa : Sie ist im östlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia browniana (Syn.: Jacquemontia browniana var. grandiflora ): Sie ist im nördlichen sowie nordwestlichen Australien in den Bundesstaaten Western Australia, Queensland und Northern Territory verbreitet. Jacquemontia capitellata : Sie kommt im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais vor. Jacquemontia cataractae : Sie wurde 2009 erstbeschrieben und ist von Paraguay bis ins nordöstliche Argentinien verbreitet. Jacquemontia caudata : Sie kommt in Peru vor. Jacquemontia cayensis : Sie kommt auf Karibischen Inseln vor. Jacquemontia cearensis : Sie ist im nordöstlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia cephalantha (Syn.: Jacquemontia hallieriana nom. superfl.): Sie ist im östlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia chrysanthera : Sie wurde 2011 aus dem nordöstlichen Brasilien erstbeschrieben. Jacquemontia ciliata (Syn.: Jacquemontia nelsonii ): Sie ist vom südlichen Mexico über Zentralamerika bis ins tropische Südamerika verbreitet und kommt auf der Insel Trinidad vor. Jacquemontia confusa (Syn.: Jacquemontia mollissima ): Sie ist vom südlichen Mexiko bis Zentralamerika und im östlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia corymbulosa (Syn.: Jacquemontia azurea var. parviflora , Jacquemontia guayaquilensis , Jacquemontia prominens ): Sie ist von Ecuador bis Peru verbreitet. Jacquemontia cumanensis : Sie ist von Puerto Rico über die Kleinen Antillen bis Venezuela verbreitet. Jacquemontia curtisii : Sie kommt nur im südlichen Florida vor. Jacquemontia cuyabana : Sie kommt im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso vor. Jacquemontia decipiens : Sie ist im östlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia decumbens : Sie ist im südlichen Brasilien bis nordöstlichen Argentinien verbreitet. Jacquemontia densiflora (Syn.: Jacquemontia violacea var. densiflora ): Sie ist im tropischen Südamerika weitverbreitet. Jacquemontia densifolia (Syn.: Jacquemontia densifolia var. involuta ): Sie kommt Paraguay vor. Jacquemontia diamantinensis : Sie wurde 2013 aus dem brasilianischen Bundesstaat Bahia erstbeschrieben. Jacquemontia eastwoodiana (Syn.: Jacquemontia abutiloides var. eastwoodiana ): Sie kommt nur im mexikanischen Niederkalifornien vor. Jacquemontia ekmanii : Es ist ein Endemit in der Dominikanischen Republik. Jacquemontia elegans : Sie ist von Kolumbien über Ecuador bis Peru verbreitet. Jacquemontia erecta : Sie ist im östlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia estrellensis : Sie ist von Bolivien über Paraguay bis ins östliche Brasilien verbreitet. Jacquemontia evolvuloides : Sie ist von Brasilien über Paraguay und Uruguay bis ins nordöstliche Argentinien verbreitet. Jacquemontia ferruginea : Die zwei Varietäten sind im südöstlichen sowie südlichen Brasilien verbreitet: Jacquemontia ferruginea var. ambigua : Sie kommt im brasilianischen Bundesstaat Bahia vor. Jacquemontia ferruginea var. ferruginea: Sie ist im südöstlichen sowie südlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia floribunda : Sie ist von Venezuela über Ecuador bis Peru verbreitet. Jacquemontia fruticulosa (Syn.: Jacquemontia fruticulosa var. genuina nom. inval., Jacquemontia evolvuloides var. brevipedunculata ): Sie ist vom westlichen-zentralen Brasilien bis Paraguay verbreitet. Jacquemontia fusca : Sie ist im zentralen Brasilien verbreitet. Jacquemontia glaucescens (Syn.: Jacquemontia glaucescens var. petiolaris , Jacquemontia glaucescens var. glabrescens ): Sie ist im östlichen sowie südlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia gracilis : Sie ist im zentralen Brasilien verbreitet. Jacquemontia gracillima : Sie ist von Panama und Venezuela bis Brasilien verbreitet. Jacquemontia grisea : Sie wurde 2012 aus dem brasilianischen Bundesstaat Bahia erstbeschrieben. Jacquemontia guaranitica : Sie ist von Brasilien bis Paraguay verbreitet. Jacquemontia guyanensis (Syn.: Jacquemontia ferruginea var. mucronata ): Sie ist von den Guayana-Staaten bis ins nördliche Brasilien verbreitet. Jacquemontia havanensis (Syn.: Jacquemontia ruderaria ): Sie ist in Florida und vom südöstlichen Mexiko bis Belize und auf Karibischen Inseln Caribbean verbreitet. Jacquemontia heterantha : Sie ist in Brasilien verbreitet. Jacquemontia heterotricha (Syn.: Jacquemontia evolvuloides var. tweediei ): Sie ist von Brasilien bis ins nordöstliche Argentinien verbreitet. Jacquemontia holosericea (Syn.: Jacquemontia menispermoides , Jacquemontia menispermoides var. canescens ): Sie ist von Costa Rica bis Brasilien verbreitet. Jacquemontia itatiayensis : Sie ist im südöstlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia lasioclados (Syn.: Jacquemontia choisyana , Jacquemontia rufovelutina ): Sie ist im zentralen Brasilien verbreitet. Jacquemontia laxiflora : Sie ist im nordöstlichen Argentinien verbreitet. Jacquemontia linarioides : Sie ist im südöstlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia linoides (Syn.: Jacquemontia linoides var. major ): Sie ist im nordöstlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia lorentzii : Sie ist von Paraguay bis ins nordwestliche Argentinien verbreitet. Jacquemontia macrocalyx : Sie wurde 2012 aus dem brasilianischen Bundesstaat Bahia erstbeschrieben. Jacquemontia martii (Syn.: Jacquemontia martii var. acuminata , Jacquemontia alba ): Sie ist im östlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia mexicana : Sie ist vom südöstlichen Mexiko bis Zentralamerika verbreitet. Jacquemontia montana : Sie ist im östlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia mucronifera : Sie ist in Brasilien verbreitet. Jacquemontia multiflora : Sie ist im östlichen Brasilien verbreitet. Jacquemontia nipensis : Dieser Endemit kommt nur im westlichen Kuba vor. Jacquemontia nodiflora (Syn.: Jacquemontia parviflora var. tomentosa , Jacquemontia nodiflora var. congesta , Jacquemontia simulata , Jacquemontia monteroi ): Sie ist in der Neotropis weitverbreitet. Jacquemontia oaxacana (Syn.: Jacquemontia parviflora var. oaxacana ): Sie ist in Mexiko verbreitet. Jacquemontia obcordata (Syn.: Jacquemontia ovalifolia subsp. obcordata , Jacquemontia subsalina ): Sie ist in Mexiko und auf Karibischen Inseln verbreitet. Jacquemontia ochracea : Sie wurde 2005 aus dem brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais erstbeschrieben. Jacquemontia ovalifolia (Syn.: Jacquemontia coerulea , Jacquemontia caerulea nom. nud., Jacquemontia ovata ): Sie ist im tropischen Afrika und Madagaskar verbreitet. Jacquemontia paniculata : Sie ist von Kenia bis Mosambik, auf Inseln des westlichen Indischen Ozeans und vom tropischen bis subtropischen Asien und auf Inseln des südwestlichen Pazifik weitverbreitet. Jacquemontia paniculata var. grandiflora : Sie kommt in Vietnam vor. Jacquemontia paniculata var. lanceolata : Sie kommt nur in Hainan vor. Jacquemontia paniculata var. paniculata (Syn.: Jacquemontia umbellata ): Sie ist von Kenia bis Mosambik, auf Inseln des westlichen Indischen Ozeans und vom tropischen bis subtropischen Asien und auf Inseln des südwestlichen Pazifik weitverbreitet. Jacquemontia paniculata var. philippinensis : Sie kommt nur auf Luzon vor. Jacquemontia paniculata var. tomentosa (Syn.: Jacquemontia multivalvis , Jacquemontia paniculata var. multivalvis ): Sie ist von Malesien bis ins nördliche Australien verbreitet. Jacquemontia pannosa : Sie ist vom nordwestlichen sowie nördlichen Western Australia bis nördlichen Northern Territory verbreitet. Jacquemontia paraguayensis (Syn.: Jacquemontia fusca var. altosiana ): Paraguay vor. Jacquemontia parviflora : Sie ist im westlichen-zentralen Brasilien verbreitet. Jacquemontia parvifolia : Sie kommt in Peru vor.