mini|Friedhof Liesing, 2009 mini|Orthofoto des Friedhofs Der Friedhof Liesing ist ein Friedhof im 23. Wiener Gemeindebezirk Liesing.
Lage und Größe Der Friedhof liegt im Bezirksteil Liesing nördlich der Grenze zur niederösterreichischen Gemeinde Perchtoldsdorf. Er erstreckt sich über eine Fläche von 47.272 m² und weist über 4300 Grabstellen auf.
Geschichte miniatur|Eingangsbereich
Die Verstorbenen von Liesing wurden zunächst auf dem Atzgersdorfer Friedhof beerdigt. 1784 erhielt Liesing einen eigenen Friedhof an der heutigen Dirmhirngasse, der 1825 erweitert wurde.
Der heutige Friedhof Liesing wurde 1863 angelegt und der alte Friedhof aufgelassen. An dessen Stelle wurde eine Mädchenschule erbaut. 1927 wurde auf dem heutigen Friedhof ein Urnenhain angelegt. 1952 wurde der Friedhof zum Hauptfriedhof des Gemeindebezirks Liesing bestimmt. Die letzte von mehreren Erweiterungen erfolgte im Jahr 1960. Die 1920 errichtete Aufbahrungshalle wurde 1969/1970 durch den Architekten Erich Boltenstern umgebaut.
Auf dem Friedhof Liesing steht das 1926 enthüllte Kriegerdenkmal Trauernde Mutter mit Kind von Rudolf Schmidt. Der älteste erhaltene Grabstein datiert auf das Jahr 1792 und markiert die letzte Ruhestätte von Josef von Kurzböck, Herr von Ober- und Unterliesing und Großvater des ebenfalls hier begrabenen August Neilreich. Nach 1945 wurde am Friedhof ein Mahnmal für die Liesinger Freiheitskämpfer gegen Austrofaschismus und NS-Regime errichtet, auf deren Tafeln die Namen der Ermordeten und Hingerichteten eingraviert sind.
Grabstätten bedeutender Persönlichkeiten Ehrenhalber gewidmete Gräber mini|Das Grab von Rudolf Waisenhorn
Der Friedhof Liesing weist sieben ehrenhalber gewidmete Gräber auf.
NameLebensdatenTätigkeitRudolf Bukal1863–1914Chemiker und WohltäterKarl Cizek1854–1922PfleglingFamilie Kurzbeck-FelsernBuchhändler, DruckerAugust Neilreich1803–1871Botaniker und JuristFerdinand Pellmann1828–1906Privater, Bürgermeister von Liesing (1860–1867)Anton Singer1790–1861Gemeindearzt und WohltäterRudolf Waisenhorn1871–1921Krankenkassenbeamter, Bürgermeister von Liesing
Gräber weiterer Persönlichkeiten
Weitere bedeutende Persönlichkeiten, die am Friedhof Liesing begraben sind:
NameLebensdatenTätigkeitLudwig Brousek1908–1974FußballspielerKarl Fian1960–2006Jazz- und RocktrompeterJohann Fröhlich1911–1934Widerstandskämpfer gegen den AustrofaschismusRichard Lehmann1911–1934Widerstandskämpfer gegen den AustrofaschismusFriedrich Leisch1968–2024StatistikerHubert Maresch1874–1955Baumeister und ArchitektHeinz Scharff1920–2014Generaltruppeninspektor des BundesheerLeopold Schumm1878–1955ArchitektReinhold Suttner1927–2018Politiker mini|Mausoleum Löwenthal, renoviert 2020 Das kunsthistorisch wertvolle neogotische Mausoleum über der Gruft von Theodor Löwenthal (Gruppe 1, G 9) stammt aus der Zeit um 1865, es wurde in den Jahren 2018 bis 2020 durch die Kulturabteilung der Stadt Wien renoviert (das Grab als solches ist aufgelassen). Theodor Löwenthal war Bankfachmann, Mitbesitzer der Liesinger Brauerei und Gemeinderat in Liesing.Stadt Wien Kultur: Restaurierung des Mausoleums von Theodor Löwenthal am Friedhof Liesing APA-OTS-Service, 04.10.2020, 10:00 | OTS0014 | PID Presse- und Informationsdienst der Stadt Wien. (abgerufen am 4. Oktober 2020).
Denkmal Vor dem Eingang des Friedhofes befindet sich ein Denkmal für Viktor Mrnustik und Franz Heindl, zwei Mitgliedern des antifaschistischen Widerstandes.
Siehe auch Liste von Friedhöfen in Wien
Literatur Werner T. Bauer: Wiener Friedhofsführer. Falter Verlag, Wien 1988, ISBN 3-85439-049-1. Josef Fiala: Die Februarkämpfe 1934 in Wien Meidling und Liesing: Ein Bürgerkrieg, der keiner war, Diplomica Verlag, 2012 (Google Buch). Ferdinand Opll: Liesing: Geschichte des 23. Wiener Gemeindebezirks und seiner alten Orte. Jugend und Volk, Wien 1982, ISBN 3-7141-6217-8.
Weblinks
Friedhof Liesing auf den Seiten der Friedhöfe Wien GmbH
Einzelnachweise
Liesing Kategorie:Liesing (Wien)