mini|Darstellung von Valmorel Chatus ist eine rote Rebsorte, die im französischen Département Ardèche und an den italienischen Ausläufern der Cottischen Alpen der Metropolitanstadt Turin im Pinerolese um Pinerolo und in der Provinz Cuneo im Saluzzese um Saluzzo und Dronero kultiviert wird. Während sie in Frankreich meist im Verschnitt mit anderen Sorten wie der Sorte Syrah ausgebaut wird, finden sich in Italien auch reinsortige Weine. Sowohl die DOC der Colline Saluzzesi als auch die DOC Pinerolese befassen sich mit der Rebsorte.

Herkunft, Abstammung Die Rebsorte stammt aus Frankreich und wurde erstmals vom Ampelographen Victor Pulliat beschrieben. Der Name der Sorte stammt möglicherweise von dem Weiler „Chatus“ in der Gemeinde Verclause im Département Drôme.

Verbreitung Die bestockte Rebfläche betrug in Frankreich Anfang der 1990er Jahre nur noch 18 ha. Vor der Reblauskatastrophe war die Sorte in den Höhenlagen rund um das Zentralmassif und in der Region der Drôme sehr verbreitet.

Die Anbauflächen beliefen sich 2016 in Frankreich auf 62 ha und in Italien 9 ha. Format: xlsx, 18. August 2020.

Synonyme Bolgnino, Bourgnin, Bournin, Brachet, Brunetta, Burgnin, Carbesse, Chanu, Chany, Charagnot, Charamiot, Chatelos, Chatelus, Chatos, Chatut, Chenu, Corbeil, Corbel, Corbelle, Corbes, Corbesse, Cornaglietta, Courbet, Gros Chenu, Houron, Korbel, Korbess, Mauvais Noir, Mouraud, Mouret, Mouret Noir, Mourre, Nebbiolo di Dronero, Nebbiolo Dronero, Nebbiolo Pairole, Negru Romanesc, Neiret, Neiret Pinerolese, Neretto, Ouron, Persagne Gamay, Scarlattin, Scheibkern, Shatu, Shenyu, Siramuse, Syramhuse, Syramuse, Vert Chanu, Vert Chenu. 28. August 2020

Trotz scheinbar hinweisender Synonyme bzw. morphologischer Ähnlichkeiten darf sie nicht mit den Sorten Nebbiolo und Neret di Saint Vincent verwechselt werden.

Ampelographische Sortenmerkmale Die Triebspitze ist offen. Sie ist stark weißwollig behaart und die Spitzen sind karminrot gefärbt. Die gefleckt bronzefarbenen Jungblätter sind noch wollig behaart. Die mittelgroßen Blätter sind fünflappig und tief gebuchtet. Die Stielbucht ist lyrenförmig offen. Das Blatt ist stumpf gezahnt. Die walzen- bis konusförmige Traube ist mittelgroß bis groß und dichtbeerig. Die rundlichen sind klein und von bläulich-schwarzer Farbe.

Reife: mittel bis spät – reift ca. 5–6 Tage nach dem Gutedel.

Eigenschaften Die mäßig wüchsige Sorte ist sehr anfällig gegen den Echten Mehltau, den Falschen Mehltau und Winterfrost.

Wein Der Wein der Rebsorte Chatus ist tiefdunkel und reich an Tanninen. Er sollte daher mindestens 5–7 Jahre vor dem Genuss gelagert werden.

Züchtungen Als „Nebbiolo di Dronero“ war Chatus ein beliebter Kreuzungspartner für den Züchter Giovanni Dalmasso (1886–1974) bei dessen Neuzüchtungen Albarossa, Cornarea, Nebbiera, Passau, San Martino (1), San Michele, Soperga und Valentino Nero.

Literatur

Einzelnachweise