Die Veinticinco de Mayo (Kennung: V-2) war ein Flugzeugträger der Colossus-Klasse, der von 1969 an im Dienst der Armada Argentina stand. Der Träger stand im Falklandkrieg gegen die Royal Navy im Einsatz.

Die Briten hatte das Schiff ursprünglich bauen lassen. Es wurde 1945 als Venerable (Kennung: R63) in Dienst gestellt. 1948 übernahm es die niederländische Koninklijke Marine und gab ihm den Namen Karel Doorman (Kennung: R81). Bekannt wurde der Flugzeugträger durch seine Reise nach Neuguinea 1960, als er die Absicht der Niederlande demonstrieren sollte, den Besitz von Niederländisch-Neuguinea zu verteidigen. Die Reise gilt als eines der wenigen Beispiele für niederländische Kanonenbootpolitik. Nach einem Feuer in der Maschinenanlage 1968 sonderten die Niederlande das Schiff aus, da die Reparaturkosten für die noch geplante Dienstzeit zu hoch waren.

Geschichte Der Flugzeugträger war einer der zehn Leichten Träger der Colossus-Klasse, die auf britischen Werften zwischen 1942 und 1946 entstanden. Die einfach zu bauenden Träger von 13.200 tn.l. Standardverdrängung hatten eine Höchstgeschwindigkeit von 25 kn und konnten bis zu 37 Flugzeuge einsetzen. Die Flugabwehrbewaffnung bestand aus sechs 40-mm-L/39-„pompom“-Vierlingen, elf 20-mm-L/70-Oerlikon-Zwillingskanonen sowie zehn Oerlikon-Einzelgeschützen. Alle Schiffe verfügten über Radar und Sonar.

Bau und Indienststellung Der Flugzeugträger wurde am 3. Dezember 1942 als Venerable bei Cammell, Laird & Company in Birkenhead auf Kiel gelegt und lief am 30. Dezember 1943 vom Stapel. Am 17. Januar 1945 wurde er bei der Royal Navy als dritter Träger der neuen Klasse in Dienst gestellt.

mini|links|Die Venerable

Der Träger wurde am 1. März 1945 Flaggschiff der „11th Aircraft Carrier Squadron“, zu der noch drei Schwesterschiffe (Colossus, Glory, Vengeance) gehörten. Über Malta und Ceylon verlegte die Venerable bis zum 22. Juli 1945 nach Sydney. Dort ersetzte man die 20-mm-Oerlikons durch 40-mm-„Boffins“. Am 15. August wurde der Träger der britischen „TF 112“ zugeteilt, die die britische Kronkolonie Hongkong besetzen sollte. In der Subic-Bucht traf sie mit den anderen Einheiten der Task Force zusammen, die dann am 30. August in Hongkong einliefen.

Ab Oktober 1945 wurde die Venerable als Transporter eingesetzt. Zuerst transportierte sie befreite indische Kriegsgefangene von Haiphong nach Madras. Es folgten Truppentransporte von und zu britischen Stützpunkten und im Dezember 1945 die Evakuierung von 725 befreiten niederländischen Zivilinternierten (davon 570 Frauen und Kinder) von Djakarta nach Sydney. Bis Oktober 1946 blieb die Venerable als Transporter im Einsatz. Sie wurde dann in Singapur wieder als Träger ausgerüstet und diente in dieser Funktion auf der „Far East Station“. Am 14. Februar 1947 trat der Träger die Heimreise an. Nach Eintreffen in Plymouth am 26. März wurde der Träger außer Dienst gestellt und der Reserve zugeteilt.

Im Dienst der Königlichen Marine der Niederlande mini|links|Als Karel Doorman 1960

Am 1. April 1948 wurde die Venerable an die niederländische Marine verkauft. Diese benannte das am 28. Mai 1948 in Dienst gestellte Schiff nach Konteradmiral Karel Doorman, der am 27. Februar 1942 während der Schlacht in der Javasee gefallen war. Seinen Namen hatte seit März 1946 schon der erste niederländische Flugzeugträger, der für zwei Jahre ausgeliehene ehemals britische Geleitträger Nairana geführt. Doorman war einer der ersten Marineoffiziere, die einen Pilotenschein besaßen und hatte auch besondere Verdienste beim Aufbau der niederländischen Marineluftfahrt, deren Haupteinsatzgebiet vor dem Zweiten Weltkrieg Niederländisch-Indien war.

Zum Zeitpunkt der Übernahme des neuen Trägers war der Indonesische Unabhängigkeitskrieg noch nicht abgeschlossen. Erst am 27. Dezember 1949 unterzeichnete Königin Juliana die Souveränitätsübergabe in Amsterdam. Anders als ihre Namensvorgängerin wurde die neue Karel Doorman nach ihrer Übernahme nicht in das niederländische Kolonialreich in Süd-Ost-Asien gesandt. Der Träger wurde in U-Jagd-Gruppen der NATO im Nordatlantik eingesetzt. Eine seiner ersten großen Besuchsreisen fand vom 2. Januar bis zum 4. Mai 1950 zu den Niederländischen Antillen statt. Mitreisender auf der Karel Doorman war der Ehemann der niederländischen Königin, Prinz Bernhard. Begleitet wurde der Träger von dem Leichten Kreuzer Jacob van Heemskerck (3665 tn.l., 1940–1969) und der Fregatte Johan Maurits van Nassau (ex Ribble, 1493 tn.l., 1943–1958). Die erste Flugzeuggruppe der Karel Doorman bestand aus Sea-Fury-Jagdbombern und Firefly-Aufklärern. Ab 1953 wurden letztere durch Avenger-3S2-(„Killer“)- und 3W2-(„Hunter“)-U-Jagd-Flugzeuge ersetzt. Alle drei Typen wurden nicht nur als Bordflugzeuge, sondern auch landgestützt in der Heimat, den Niederländischen Antillen und in Niederländisch-Neuguinea eingesetzt.

1952 besuchte der Träger erstmals skandinavische Häfen. 1954 übte die Karel Doorman im Frühjahr mit Begleitzerstörern im Mittelmeer und nach einer normalen Übung auf dem Nordatlantik und dem Besuch einiger US-Häfen besuchte sie anschließend noch Montreal, wo eine „air show“ stattfand. 1955 fanden Besuche in Mittelmeerhäfen wie auch in Skandinavien statt.

Von 1955 bis 1958 wurde die Karel Doorman einer umfangreichen Überholung in den Niederlanden unterzogen, um künftig auch strahlgetriebene Flugzeuge einsetzen zu können. Der Träger erhielt ein 8°-Winkeldeck, neue Aufzüge, eine neue Insel, neue 40-mm-Flak, ein Dampfkatapult, neue Werkstatträume und neue Sensoren meist aus niederländischer Fertigung. Oberhalb der Antriebsanlage erfolgte ein Totalumbau.

Im Sommer 1958 kam der stark überarbeitete Träger wieder in Dienst und setzte nun neben Avengern auch Sea-Hawk-FG.50-Jagdbomber, von denen 22 zwischen Juli 1957 und Januar 1958 geliefert wurden, und ab Januar fünf HSS-1N-Seabat-U-Jagd-Hubschrauber ein. Die britischen Strahlflugzeuge und die US-amerikanischen Hubschrauber kamen in die Niederlande als Lieferungen nach dem Mutual Defence Assistance Act, wie zuvor auch die Avenger-Maschinen. Nach diesem Gesetz beschafftes Gerät wurde von den Vereinigten Staaten bezahlt. Im Rahmen des Mutual Defense Assistance Programs (MDAP) folgten ab März 1960 auch noch 26 zweimotorige Tracker-U-Jagd-Flugzeuge als Ersatz für die veralteten Avenger. Nach ersten Testfahrten 1958 wurde der Träger 1959 auf dem Nordatlantik eingesetzt und besuchte die US-Ostküste und im September auch Hamburg.

Reise nach Neuguinea Nach dem Indonesischen Unabhängigkeitskrieg verblieb den Niederlanden in Asien noch der Westteil der Insel Neuguinea. Allerdings hatte auch Indonesien Ansprüche auf das Gebiet, und als Indonesien gegen Ende der 1950er Jahre aufrüstete, vermutete die niederländische Regierung, dadurch solle die Einverleibung Neuguineas direkt oder indirekt vorangetrieben werden. Um die indonesische Regierung abzuschrecken, planten die Niederlande die Entsendung des Trägers nach Südostasien und gemeinsame Manöver mit der australischen Flotte einschließlich eines zeitweisen Austausches von Einsatzstaffeln mit dem Träger Melbourne. Die Vereinigten Staaten waren schon seit 1945 mit den Bemühungen der Niederlande, ihren Kolonialbesitz in Südostasien zu erhalten, nicht einverstanden und versuchten durch verschiedene Maßnahmen die Pläne mit dem Träger zu verhindern. Mit Verweis auf die Beschaffung der Flugzeuge des Trägers warfen sie den Niederlanden einen illegalen Gebrauch des Trägers bei einem Einsatz außerhalb des NATO-Bereichs vor. Die niederländische Regierung entschied sich dennoch für die Entsendung des Trägers nach Südostasien.

Zusammen mit den Zerstörern Groningen und Limburg sowie dem zivilen Tanker Mijdrecht, nimh-beeldbank.defensie.nl der Einrichtungen für Betankungen auf hoher See erhalten hatte, verließ die Karel Doorman am 30. Mai 1960 die Niederlande. Der Verband lief nicht durch das Mittelmeer, da man das mit Indonesien verbündete Ägypten nicht provozieren wollte, sondern über Las Palmas und Mauritius – bzw. die Zerstörer über Lourenço Marques – nach Australien. Als der niederländische Verband am 11. Juli Fremantle erreichte, weigerten sich Hafenarbeiter, den Schiffen Schlepperassistenz zu geben.Vlootbezoek aan Fremantle 1960. veteranen-online.nl Dem Träger gelang es durch auf dem Flugdeck angebundene Flugzeuge mit laufenden Motoren sich selbst die benötigte Manövrier-Unterstützung zu geben. Nachdem der Besuch doch noch harmonisch endete, marschierte der niederländische Verband um Südaustralien bis zum 2. August nach Hollandia in Niederländisch-Neuguinea. Die Maschinen des Trägers (zehn Sea Hawks der Staffel „860“, acht Avenger der Staffel „2“ sowie die beiden S-55-Rettungshubschrauber) führten eine Luftparade durch.

Am 6. August verlegte der Verband dann nach Biak, wo mitgebrachte Güter für die niederländischen Truppen in der Kolonie ausgeladen wurden, darunter zwölf teilzerlegte Hunter-Jagdflugzeuge und zwei Alouette-III-Hubschrauber. Dann beteiligte sich der Verband an der Überwachung des Seeraumes um die Kolonie und operierte mit den Stationsschiffen Piet Hein und Kortenaer, inzwischen als Fregatten klassifizierte Zerstörer der britischen S-Klasse. Die Limburg hatte bei diesen Übungen eine heftige Grundberührung und musste Hongkong anlaufen, da die notwendige Reparatur in der niederländischen Kolonie nicht fachgerecht durchzuführen war.

Wie vorab geplant, verließen die drei verbliebenen Schiffe des Karel-Doorman-Verbandes am 1. September 1960 die Kolonie, um nach Yokohama zu marschieren, wo sie an einer Veranstaltung zum 350. Jahrestag der Aufnahme von Handelsbeziehungen zwischen Japan und den Niederlanden teilnehmen sollten. Erst während des Anmarsches luden die Japaner die niederländischen Kriegsschiffe wieder aus, so dass der Träger mit der Groningen am 4. September wieder den Rückweg nach Niederländisch-Neuguinea antrat. Sie besuchten noch Sorong und Manokwari. Der Tanker Mijdrecht (mit seinem kleinen Militäranteil an Bord) lief allerdings Kōbe an und übernahm eine bereitgestellte Treibstoffladung und andere Güter für den Verband.

Der Flugzeugträger wurde von indonesischen Militärs als ein Hauptziel auserkoren, als im Rahmen der „Operation Trikora“ zur Eroberung der niederländischen Kolonie der Plan ausgearbeitet wurde, den Träger mit Tu-16-Bombern und Marschflugkörpern KS-1 anzugreifen. Aufgrund des Waffenstillstandes und der UN-Verwaltung des Gebietes wurde der Plan aber wieder fallengelassen. Der Karel-Doorman-Verband sammelte sich wieder vor Nouméa, das als erster Hafen der Rückreise am 21. September angelaufen wurde. Es folgten die Karel Doorman und der Tanker Sydney, während die beiden Zerstörer Auckland anliefen. Auf der folgenden Pazifiküberquerung liefen die niederländischen Schiffe noch die Juan-Fernández-Inseln an, ehe sie am 11. November in Valparaíso eintrafen. Nach fünf Tagen ging es weiter über Punta Arenas (20.) nach Rio de Janeiro (28. November bis 3. Dezember). Am 20. Dezember 1960 traf der Verband dann wieder in den Niederlanden ein. Während der Reise gingen eine Sea Hawk, deren Pilot gerettet werden konnte, und eine Avenger verloren.

mini|Videoaufnahme der Karel Doorman vor der Übergabe an Argentinien 1969 im Trockendock; niederländische Wochenschau.

Im Jahgr 1961 endete der Einsatz der Avenger von der Karel Doormann, die ab März 1962 mit den zweimotorigen Grumman-S-2A-Tracker-U-Jadflugzeugen eingesetzt wurde. Ab 1964 nahm der Träger keine Sea-Hawk-Jäger mehr an Bord. Die Fliegergruppe bestand dann meist aus acht Trackern und sechs Seabat-Hubschraubern, von denen der „Marineluchtvaartdienst“ (MLD) zwischen 1960 und 1963 zwölf Stück erhielt. Vier wurden zu Transport-/Rettungshubschraubern umgerüstet. Sechs der S-58-Hubschrauber gingen zwischen 1961 und 1968 verloren.