Die Gefleckte Wolfsmilch (Euphorbia maculata), auch Gefleckte Zwergswolfsmilch genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wolfsmilch (Euphorbia) innerhalb der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Sie ist in der Neuen Welt verbreitet und in vielen gemäßigten Gebieten der Welt ein Neophyt.
Beschreibung mini|links|Die Laubblätter weisen das typische marmorierte Nervennetz der C4-Pflanzen auf. mini|links|Die Früchte sind auf der ganzen Oberfläche anliegend behaart. mini|Die Samen weisen drei bis fünf flache Längsfurchen auf. mini|Illustration aus Plantarum indigenarum et exoticarum icones ad vivum coloratae, oder, Sammlung nach der Natur gemalter Abbildungen inn- und ausländischer Pflanzen, für Liebhaber und Beflissene der Botanik
Vegetative Merkmale Die Gefleckte Wolfsmilch ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 2 bis 5 Zentimetern erreicht. Es werden Pfahlwurzeln gebildet. Sie wächst niederliegend, stark verzweigt und ist behaart.
Die gegenständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in sehr kurzen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist bei einer Länge von 5 bis 9 Millimetern sowie einer Breite von 2 bis 4 Millimetern eiförmig bis lineal-länglich. Ihr Rand ist von der Mitte bis zur Spitze hin fein gezähnelt. Die Blattoberseite weist oftmals einen dunklen Fleck auf. Alle Nebenblätter sind voneinander getrennt, sie sind lanzettlich-pfriemlich und fransig gezähnt.
Generative Merkmale Die Cyathien sind grün. Die Drüsen des Hüllbechers sind oval und weiß oder rötlich gefärbt.
Die Kapselfrüchte sind gleichmäßig anliegend behaart. Die Samen sind rotbraun, später grau und sind von Querrunzeln durchzogen.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.
Vorkommen Euphorbia maculata ist in der Neuen Welt vom südöstlichen Kanada über die USA und Mexiko bis Belize weitverbreitet und umfasst Kuba sowie die Bahamas. Als Neophyt kommt Euphorbia maculata in Süd- und Mitteleuropa vor und ist hier vielerorts wie auch in anderen Ländern Asiens, Afrikas und der Neuen Welt eingebürgert. Auch in Neuseeland und Australien ist sie ein Neophyt, Euphorbia maculata in einigen Ländern wird sie als invasive Art bewertet.
Die Gefleckte Wolfsmilch wächst in Mitteleuropa in Trittgesellschaften auf Wegen und in Pflasterfugen, z. B. auf Friedhöfen, Industriebrachen und Bürgersteigen. Hier wächst sie in Mitteleuropa oft in der Trittrasengesellschaft des Vogelknöterichs (Polygonetum calcati), ist aber eine Charakterart der Ordnung Plantaginetalia majoris. Sie gedeiht am besten in trockenwarmen, nährstoffreichen, meist feinerdearmen Sandböden.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+w (trocken aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).
Taxonomie Die Erstveröffentlichung von Euphorbia maculata erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 1, S. 455. Das Artepitheton maculata bedeutet gefleckt. Synonyme für Euphorbia maculata sind : Anisophyllum maculatum , Chamaesyce maculata , Chamaesyce jovetii , Chamaesyce pseudonutans , Chamaesyce supina , Chamaesyce tracyi , Tithymalus maculatus , Xamesike depressa , Xamesike littoralis , Xamesike maculata , Xamesike supina , Euphorbia depressa , Euphorbia jovetii , Euphorbia supina , Euphorbia maculata var. detonsa , Euphorbia maculata var. parvula .
Literatur
Paul E. Berry, Ricarda Riina, Jess A. Peirson Ya Yang, Victor W. Steinmann, Dmitry V. Geltman, Jeffery J. Morawetz, Natalia I. Cacho: Euphorbia Linnaeus. In: Flora of North America Editorial Committee: Flora of North America North of Mexico, Volume 12: Magnoliophyta: Vitaceae to Garryaceae, Oxford University Press, Oxford, New York, 2016, ISBN 978-0-19-064372-0. Euphorbia maculata Linnaeus. – textgleich online wie gedrucktes Werk.
Einzelnachweise Paul E. Berry, Ricarda Riina, Jess A. Peirson Ya Yang, Victor W. Steinmann, Dmitry V. Geltman, Jeffery J. Morawetz, Natalia I. Cacho: Euphorbia Linnaeus. In: Flora of North America Editorial Committee: Flora of North America North of Mexico, Volume 12: Magnoliophyta: Vitaceae to Garryaceae, Oxford University Press, Oxford, New York, 2016, ISBN 978-0-19-064372-0. Euphorbia maculata Linnaeus. – textgleich online wie gedrucktes Werk.
Weblinks
Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben). Günther Blaich: Datenblatt mit Fotos. Nahaufnahme von Cyathien und Früchten des Bochumer Botanischen Vereins.
Kategorie:Wolfsmilch