Der Gelbe Zahntrost oder Gelb-Zahntrost (Odontites luteus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Zahntroste (Odontites) in der Familie der Sommerwurzgewächse (Orobanchaceae).
Für Naumburg ist als Trivialname auch die Bezeichnung Gelber Augentrost belegt.Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 148.(online).
Beschreibung mini|links|Stängel mit linealischen, fast ganzrandigen Laubblättern
Der Gelbe Zahntrost ist eine 10 bis 60 cm große, aufrechte und sparrig verzweigte, kurz behaarte, halbparasitäre, einjährige Pflanze. Die Laubblätter sind schmal lanzettlich, ganzrandig oder mit einzelnen Zähnen. Die Blattstellung ist gegenständig.
Die Blütenstände sind einseitswendige Trauben, die in den oberen Blattachseln stehen. Die Krone ist goldgelb gefärbt, 5 bis 6 Millimeter lang und bärtig bewimpert. Die Staubblätter ragen weit über die Krone hinaus. Die Frucht ist 4 bis 5 Millimeter lang und länger als der Kelch.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.
mini|links|Blütenstand mini|links|Blüte mit dottergelber Krone. Die Staubblätter ragen weit heraus, die Antheren sind kahl. Vorkommen Der Gelbe Zahntrost kommt in Europa und Nordafrika (subsp. reboudii) vor. Er wächst auf lückigen Xerothermrasen, in Säumen von Trockenwäldern und -gebüschen. Er bevorzugt mäßig trockenen, meist kalkhaltigen, nährstoffarmen Lehm-, Löß- oder Gipsboden in warmen Lagen. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart der Klasse Festuco-Brometea, kommt aber auch in Gesellschaften der Klasse Sedo-Scleranthetea vor.
In Österreich tritt der Gelbe Zahntrost im pannonischen Gebiet zerstreut und im restlichen Gebiet selten auf Trockenrasen auf. Die Vorkommen erstrecken sich auf die Bundesländer Wien, Niederösterreich, Burgenland, Steiermark, Kärnten und Nord-Tirol.
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 5 (kontinental).
Systematik Man kann folgende Unterarten unterscheiden: Odontites luteus subsp. luteus Odontites luteus subsp. bonifaciensis (Syn.: Euphrasia bonifaciensis ): Sie kommt auf Korsika vor. Odontites luteus subsp. reboudii : Sie kommt nur in Algerien vor. Nach M.Bolliger (1996) ist diese Unterart zu Odontites triboutii zu stellen.
Literatur
Markus Bolliger: Monographie der Gattung Odontites (Scrophulariaceae) sowie der verwandten Gattungen Macrosyringion, Odontitella, Bornmuellerantha und Bartsiella. In: Willdenowia: Annals of the Botanic Garden and Botanical Museum Berlin-Dahlem, Band 26, 1996. S. 37–168. (Online: Teil 1 (PDF; 2,4 MB), Teil 2 (PDF; 1,2 MB), Teil 3 (PDF; 1,2 MB), Teil 4; PDF; 2,1 MB)
Einzelnachweise
Karol Marhold, 2011: Scrophulariaceae: Datenblatt Odontites luteus In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
Weblinks
Thomas Meyer: Zahntrost Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)
Kategorie:Pannonische Flora Kategorie:Sommerwurzgewächse