mini|Kaiserliches Kürassierregiment Prinz Emanuel von Portugal (K 12) im Polnischen Erbfolgekrieg 1734 – Gudenushandschrift
mini|Albrecht von Österreich-Teschen – Fotografie – Namensgeber 1888
Das k.u.k. Dragonerregiment „Erzherzog Albrecht“ Nr. 9 entstand aus einem Kavallerieverband, der 1682 als Sachsen-Lauenburg-Cürassiere für die kaiserlich-habsburgische Armee errichtet wurde. Aus diesem entwickelte sich im Laufe der Zeit bis hin zur Gemeinsamen Armee innerhalb der österreichisch-ungarischen Landstreitkräfte das Galizisch-Bukowina’sche Dragoner Regiment „Erzherzog Albrecht“ Nr. 9. Von 1798 bis 1801 wurde das Dragonerregiment „Liechtenstein“ als Dragonerregiment Nr. 9 geführt.
1769 wurde dem Regiment in der neu errichteten Kavallerie-Rangliste die Bezeichnung Cavallerie-Regiment Nr. 26 zugeteilt. Der Name lautete jedoch bis 1798 weiterhin nach dem Regimentsinhaber (der nicht auch der Kommandant sein musste). Eine verbindliche Regelung der Schreibweise existierte nicht (z. B. Regiment Graf Serbelloni oder Regiment Serbelloni). Mit jedem Inhaberwechsel änderte das betroffene Regiment dann auch seinen Namen.
Nach der Änderung des Systems 1798 galt vorrangig die nummerierte Bezeichnung, die unter Umständen mit dem Namen des Inhabers verbunden werden konnte. Hierbei erfolgte zunächst die Umbenennung in Dragoner-Regiment (leichtes) Nr. 3.
Seit 1895 hatte das Regiment seinen Namen „auf immerwährende Zeit“ zu führen. Dessen ungeachtet wurden im Jahre 1915 alle Ehrennamen ersatzlos gestrichen. Das Regiment hieß von da an nur noch Dragonerregiment Nr. 9. (Dies ließ sich in der Praxis jedoch nicht durchsetzen, einerseits weil sich niemand daran hielt, andererseits weil die sehr sparsame k.u.k. Militärverwaltung angeordnet hatte, zunächst alle noch vorhandenen Formulare und Stempel aufzubrauchen!)gem. „Verlautbarung der Quartiermeisterabteilung“ des Heeresgruppenkommando FM. Erzherzog Eugen / Q.Op. Nr. 665/15. Ausgegeben vom Feldpostamt 512
Zur Systematik wurden nachträglich auch folgende Nummerierungen eingeführt: 1682/1 (nach Tessin),Tessin 1986 Bd. 1: 40. Kürassierregiment K 12 (nach Bleckwenn).Bleckwenn: …?, S. ??
Formationsgeschichte
1682 erhielt der Obrist Julius Franz Herzog von Sachsen-Lauenburg ein Patent zur Errichtung eines Kürassier-Regiments. Am 6. März des gleichen Jahres wurde mit der Werbung und Aufstellung dieses Regiments in Böhmen begonnen. Als Stamm wurden ihm dazu eine Kompanie vom Regiment Dünewald-Kürassiere (später Dragoner-Regiment Nr. 7) und zwei Kompanien vom Regiment Metternich-Kürassiere (1801 aufgelöst) zugewiesen. 1721 wurde eine Kompanie (120 Mann) des aufgelösten Regiments Galves übernommen. 1731 erhielt das Regiment Teile der aufgelösten Auctions Kompanien der Kürassier-Regimenter Cordova, Hamilton und Caraffa. 1768 Die Karabinier Kompanie wurde an das neu aufgestellte 1. „Carabinier Regiment“ (später DR Nr. 3) abgegeben, als Ausgleich wurde eine Eskadron des aufgelösten Kürassier-Regiments Kleinholdt übernommen. 1769 Zuweisung der Kavallerie-Ranglistennummer 26. 1775 Eingliederungen der Oberst-Division und der Majors 2. Eskadron des aufgelösten Kürassier-Regiment Rothschütz. 1779 Umwandlung in ein Dragoner-Regiment. 1798 Benennung als Dragoner Regiment (leichtes) Nr. 3. 1802 erhielt das Regiment die Oberst-Division des aufgelösten Dragoner-Regiments Kronprinz Nr. 2 zugeteilt und führte sodann als Dragoner-Regiment bis 1860 die Nr. 1. 1860 Umwandlung in Kürassierregiment Nr. 9. 1867 Umwandlung in Dragonerregiment Nr. 9.
Ergänzungsbezirke
1781 Steiermark und Kärnten 1823 Galizien 1853 Ergänzungsbezirk des Infanterieregiments Nr. 30 (Lemberg) 1857–60 Ergänzungsbezirk der Infanterieregimenter Nr. 9, 15, 24, 30 und 58 (Stryj, Tarnopol, Kolomea, Lemberg und Stanislau), 1860–67 zusätzlich aus dem Ergänzungsbezirk der Infanterieregimenter Nr. 41 und 55 (Czernowitz, Brezany) 1867–68 auch noch zusätzlich aus dem Ergänzungsbezirk des Infanterieregiments Nr. 80 (Zloczów) 1868 ausschließlich aus der Bukowina (Ergänzungsbezirk Infanterieregiment Nr. 41, teilweise Nr. 24) Seit 1889 aus dem Bereich des XI. Korps (Militär – Territorialbezirk Lemberg)
Friedensgarnisonen und Dislozierungen
I. II. III. 1698 verteilt auf Ungarn 1700 verteilt auf Böhmen 1701–02 verteilt auf Ungarn 1712–16 Königgrätz und Teplitz 1718 verteilt auf Kroatien 1720 Mantua 1722 Hohenmauth (einige Kompanien lagen in Oberösterreich und Mähren) 1725 Courtrai 1732–34 Brüssel 1735 Roermond 1736–37 Gömörer Komitat 1739–41 Hermannstadt 1748 Szegszárd 1749 Fünfkirchen 1750 Essegg 1753 Grosswardein 1755–56 Banat 1768 Mediasch 1766 Schäßburg 1767 Fünfkirchen
1775 Essegg 1776–78 Valpó (Valpovo) 1779 Grosswardein 1781 Derecske 1786–88 Böszörmény (Berekböszörmény) 1789 Gyöngyös 1790 Zolkiew 1791–92 Keszthely 1798 Kuttenberg 1799 Vorarlberg 1801–05 Rzeszów 1808 Keszthely 1807 Pápa 1808–09 Wien 1810 Debreczin 1811 Deés 1812–13 Jaworów (Jaworiw) 1814–15 Török-Szent Miklós (Törökszentmiklós) dann Szász-Régen, danach Vaskoutz (Waschkiwzi/Bukowina) 1816 Wien, dann Bochnia 1817 Horodenka 1821 Wien
1823 Maria-Theresiopel 1827 Rzeszów 1828 Pécsvár 1831 Kanizsa 1833 Pécsvár 1836 Moór 1846 Maria-Theresiopel 1848 Essegg 1849 Nyíregyháza und Czegléd 1850 Ödenburg, dann Bernau 1851 Wessely 1854 Busk-Rojdol 1855 Gródek 1857–59 Tarnów 1859 Wien 1862–66 Ödenburg 1866 Cegléd 1871 Tarnopol 1882 St. Georgen 1885 Pressburg 1888 Czernowitz 1894 Brezany 1904–08 Lemberg 1908 Stab/II. DivisionBrody – I. Division Kamionka Strumiłowa
mini|Als Kürassier-Regiment „Prinz Emanuel von Portugal“ 1719–1766
Regimentsinhaber 1682 General der Kavallerie Julius Franz Herzog von Sachsen-Lauenburg 1689 Obrist Johann Baptist Marchese Doria 1692 Generalfeldwachtmeister Franz Graf Gronsfeld-Bronkhorst 1719 Generalfeldwachtmeister Emanuel, Infant von Portugal 1766 Feldmarschallleutnant Freiherr Eberhard Maximilian Karl von Berlichingen 1785 Oberst Joseph Anton, Erzherzog von Toscana 1795 Feldmarschall Erzherzog Johann Baptist 1859 Feldmarschalleutnant Philipp Graf Stadion zu Thanhausen und Warthausen 1868 Feldmarschallleutnant Carl Prinz zu Solms-Braunfels 1875 Feldmarschallleutnant Eugen Freiherr Piret de Bihain Zweiter Inhaber 1785 Freiherr Karl von Lilien, General der Kavallerie, († 1810) 1810 Freiherr Emanuel von Schuslekh, General der Kavallerie, († 1827) 1827 Johann Pikard, Ritter von Grünthal, FML († 1855) 1855 Philipp Graf Stadion zu Thanhausen und Warthhausen, FML (ab 1859 Inhaber) Regiments-Kommandanten I. II. III. 1682 Obristlieutenant Johann Alexander Graf Noirquermes 1687 Obristlieutenant Leopold Graf Schlik 1689 der Inhaber Obrist Doria 1691 Obristlieutenant Franz Joseph Graf Serényi 1692 Obristlieutenant Heinrich Freiherr von de Roo 1698 Obristlieutenant Johann Flothe von Seilburg (Flesse?) 1703 Obristlieutenant-Obrist Joseph Albert Graf Saint – Croix 1707 Obristlieutenant-Obrist Johann Heinrich Globen 1711 Obristlieutenant-Obrist Robert Graf Beaufort 1721 Obrist Ludwig Marquis de Rochonville 1725 Obrist Friedrich Heinrich Freiherr von Stein 1734 Obrist Johann Joseph de Holly 1739 Obrist Preisgott Graf Kueffstein 1744 Obrist Carl Freiherr von Zedtlitz 1751 Obrist Johann Gaston Chevalier D’Argeut 1757 Oberst Nicolaus Graf Colloredo – Mels 1759 Oberst Franz Chevalier de Bosfort
1771 Oberstlieutenant-Oberst Joseph Freiherr von Broudre (Brudern) 1784 Oberst Joseph Freiherr von Frohn 1785 Oberst Heinrich Graf Bellegarde 1793 Oberst Franz Freiherr von Bueren 1796 Oberst Carl Graf de La Motte 1799 Oberst Joseph Graf Gavre 1802 Oberst Sebastian Freiherr Speth von Zwiefalten 1805 Oberst Johann Belloute de Watters 1805 Oberst Ludwig Ritter von Hentzy 1806 Oberst Johann Belloute de Watters 1809 Oberst Johann von Szombathely 1812 Oberst Johann von Stück 1815 Oberst Johann Freiherr von Schuster 1824 Oberst Heinrich Sunstenau von Schützenthal 1834 Oberst Friedrich Freiherr von Rummerskirch 1835 Oberst Carl Edler von Ballarini
1842 Oberst Johann Graf Falkenhayn 1848 Oberst Ferdinand Dreihann Ritter von Sulzberg am Steinhof 1849 Oberst Ludwig Kaminski von Burczymucha 1854 Oberst Gustav Kahlert 1858 Oberst Gustav Freiherr von Hammerstein 1862 Oberst Anton Hermann 1865 Oberst Ernst Freiherr von Bothmer 1866 Oberst Alexander Ritter Pollack von Klumberg 1870 Oberst Carl Freiherr von Vlasits 1876 Oberst Othmar Edler von Pelikan 1882 Oberstlieutenant-Oberst Othmar Freiherr von Hermann 1887 Oberstlieutenant-Oberst Ferdinand Weiss 1892 Oberst Ernst Freiherr von Thüngen 1894 Oberst Franz von Liel 1895 Oberstlieutenant-Oberst Eduard, Edler von Lehmann 1903 Oberst Adolf Freiherr Gayer von Ehrenberg 1907 Oberst Leopold Edler von Prager 1912 Oberst Johann Kopecek
Gefechtskalender Großer Türkenkrieg (1683 bis 1699)
1683: Das Regiment nahm mit der Hauptarmee am Gefecht bei Stammersdorf (Überfall auf das feindliche Lager am Bisamberg) und an der Schlacht am Kahlenberg teil. Gefecht bei Párkány. 1684: Gefecht bei Gran und Belagerung von Ofen (Treffen bei Hanzsabék). 1685: Belagerung von Neuhäusel. Gefecht bei Gran. Später Marsch nach Oberungarn. 1686: Verlegung zum Korps Scherflenberg nach Siebenbürgen. Gefechte bei St. Benedek und Hermannstadt. Zurück nach Ungarn zur zweiten Belagerung von Ofen. Gefecht und Einnahme von Szegedin. 1687: Zur Hauptarmee detachiert, kämpfte das Regiment bei Essegg und am Berg Harsány. Am Feldzug der Hauptarmee nach Siebenbürgen beteiligt. 1688: Belagerung von Belgrad. 1689: Operationen in Bosnien mit dem Gefecht bei Tuschiava und den Schlachten bei Batocina und Nissa. 1690: Große Verluste im Gefecht bei Tohány (der Obrist-Inhaber geriet in Gefangenschaft). Gefecht bei Gyula. 1691: Schlacht bei Slankamen, Belagerung von Grosswardein. 1692: Erneut vor Grosswardein, dann zu dem zur Erhaltung der Verbindung nach Siebenbürgen an der Maros stehenden Korps kommandiert (Einnahme von Gyula). 1693: In Oberungarn, Einnahme von Boros-Jenö, später vor Belgrad. 1694: Patrouillen- und Sicherungsdienste an der Maros. 1695: Zur Hauptarmee kommandiert, keine größere Gefechtstätigkeit. 1696: Kämpfe bei Olasch. 1697: Belagerung von Bihác. Gefecht bei Titel und Schlacht bei Zenta. 1698: Streifzug gegen Temesvár und Besetzung von Arad.
Spanischer Erbfolgekrieg (1601 bis 1614)
1702: Zur Armee im Reich kommandiert, stand das Regiment vor Landau. 1703: Zwei Eskadronen im Korps Styrum. Gefecht an der Vils (bei Ennhofen). 1704: Schlacht am Schellenberg, dann Belagerung von Ingolstadt; ein kleines Detachement führte unter Obrist Heindl Operationen in Nordtirol und Bayern aus.
Antihabsburgischen Aufstände im Königreich Ungarn
1705: Verlegung nach Ungarn. Ein Detachement unter Obristlieutenant Baron Glohen war an der Einnahme der Schanzen bei Paks beteiligt. Das Regiment kämpfte dann bei Bibersburg und in der Schlacht bei Sibó. Später Verlegung nach Siebenbürgen. 1706: Gefecht bei Alsó – Szilvás. Im Korps Rabutin Vorrückung nach Ungarn. Vergebliche Belagerung von Kaschau. 1707: Zurück nach Siebenbürgen, die im Korps Tige eingeteilten Eskadronen kämpften bei Klausenburg, Székely – Kocsárd, Boitza und Mühlenbach. 1708: Gefecht bei Karika. 1709: Ein Detachement kämpft im Gefecht bei Belényes. Das Regiment wurde später bei der zur Verproviantierung von Grosswardein unternommenen Aktion in Gefechte bei Püspöky und am Királyhágó verwickelt. Zwei Eskadronen führten ein Gefecht bei Sómkát. 1710: Patrouillen- und Sicherungsdienste.
Spanischer Erbfolgekrieg 1713: Verlegung an den Rhein, Patrouillen- und Sicherungsdienste.
Venezianisch-Österreichischer Türkenkrieg
1716: Kämpfe bei Peterwardein. Belagerung von Temesvár. 1717: Bei der Belagerung und der Schlacht bei Belgrad. Später Verlegung im Korps Battée nach Serbien.
Krieg der Quadrupelallianz
1718: Das Regiment wurde nach Neapel überschifft.