Die Liste der größten künstlichen, nichtnuklearen Explosionen ist eine Aufstellung der größten konventionellen Explosionen, die durch Menschenhand verursacht wurden. Im Wesentlichen handelt es sich um Unfälle, kriegsbezogene Ereignisse, Zweck-Sprengungen (z. B. Beseitigung von Hindernissen) sowie Tests. Die Berechnung des TNT-Äquivalents erfolgt nur, wenn der Informationsstand eine genaue Bestimmung zulässt.

Liste

In chronologischer Reihenfolge:

16. und 17. Jahrhundert

Ereignis Zeitpunkt Ort Ursache Beschreibung TNT-Äquivalent [t] Anzahl der Opfer Bild Explosion im Burgpalast, Burg Buda Budapest(Osmanisch besetztes Ungarn) Blitzschlag Explosion in der Pulverkammer, Palast großenteils zerstörtHeussler, Leonhard: Explosion eines Pulverlagers, Blitzschlag in Budapest am Pfingstsonntag Bibliothek zeno.org. unbekannt 2.000 Tote 200px Explosion des Geissturms Zürich(Alte Eidgenossenschaft, heute Schweiz) Blitzschlag Rund 40 t Schwarzpulver waren in diesem Turm der Stadtbefestigung gelagert, weil dieser am weitesten von Wohnbereichen entfernt lag. Die weitflächigen Gebäudeschäden gehen auf den Steinregen zurück (über 2 km weit).Wie der Geissturm zerstört wurde 1652 stadt-zuerich.ch. 10 t 7 Tote rahmenlos|200px Delfter Donnerschlag Delft(Niederlande) Unfall Etwa 40 t Schwarzpulver in einem Pulverturm explodierten vermutlich wegen Unachtsamkeit (Funkenflug). Rund 500 Häuser wurden zerstört, schätzungsweise 1200 Menschen kamen ums Leben. 10 t 1.200 Tote rahmenlos|200px|Sicht auf Delft nach der Explosion von 1654

18. Jahrhundert

Ereignis Zeitpunkt Ort Ursache Beschreibung TNT-Äquivalent [t] Anzahl der Opfer Bild Explosion in Belgrad Belgrad, Sandschak Smederevo(heute Serbien) Krieg Volltreffer des Mörsers von Belgrad in ein türkisches Pulvermagazin bei der Belagerung von Belgrad 1717, 3000 verteidigende Türken verloren auf einen Schlag das Leben.Johann Christoph Allmayer-Beck: Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Saal II – Das 18. Jahrhundert bis 1790. Kiesel Verlag, Salzburg 1983, S. 75–77.Manfried Rauchensteiner, Manfred Litscher (Hrsg.): Das Heeresgeschichtliche Museum in Wien. Graz, Wien 2000, S. 10–15. unbekannt 3.000 Tote 200px|Der Mörser von Belgrad, (HGM) Explosion des Pulverlagers der Stadt Graz Burg Gösting, Graz, (Erzherzogtum Österreich, heute Österreich) Blitzschlag Schießpulver, seitdem RuineNicht um die Burg: Ruine Gösting ist zu. Kleine Zeitung, Print, 18. Juli 2020, S. 20 f. unbekannt nicht genannt Explosion eines der Bremer Pulvertürme Bremen(Deutschland) Blitzschlag Ein Blitzschlag ließ den als Pulverturm dienenden Zwinger explodieren, die folgende Feuersbrunst vernichtete große Teile der Stadt. unbekannt 32 Tote Explosion beim Großen Depot Moldautein(heute Tschechien) Unfall Schießpulverexplosion bei den Vorbereitungen zu einem Manöver anlässlich eines Besuches von Maria Theresia. unbekannt 80 Tote40 Schwer­verletzte Explosion einer Pulverfabrik Grenelle, heute Paris(Frankreich) Unfall Explosion von 150 Tonnen SchießpulverAccidents industriels et régulation des risques: l’explosion de la poudrerie de Grenelle en 1794. in la revue d’histoire moderne et contemporaine (französisch) unbekannt 536 Tote827 Verletzte rahmenlos|200px|Gedenkstein in Paris

19. Jahrhundert

Ereignis Zeitpunkt Ort Ursache Beschreibung TNT-Äquivalent [t] Anzahl der Opfer Bild Explosion eines Pulverschiffs in Leiden Leiden(Niederlande) Unfall Mitten in der Stadt explodierte ein mit 17.760 Kilogramm Schießpulver beladenes Schiff. 151 Personen wurden dabei getötet, über 2.000 verletzt und etwa 220 Häuser zerstört. Auf der Freifläche entstand der Van der Werfpark. 4,44 t 151 Tote2.000 Verletzte Schießpulverexplosion von Eisenach Eisenach(Deutschland) Unfall Ein französischer Munitions­transport mit Schießpulver explodierte in der Altstadt von Eisenach. Es gab 70 Tote und mehrere hundert Verletzte, 24 Gebäude wurden zerstört. unbekannt 70 Tote rahmenlos|200px|Schwarzer Brunnen in Eisenach als Gedenkstätte Explosion des Pulverturms in Mainz Mainz(Deutschland) unbekannt, vermutlich Attentat 200 Zentner Zündhütchen und 600 Leuchtkugeln im Pulverturm in Mainz explodierten. Mindestens 153 Menschen starben und hunderte wurden verletzt. 57 Häuser wurden völlig zerstört und 64 schwer beschädigt. Die Ursache der Explosion, als die man den Racheakt eines österreichischen Korporals vermutete, konnte nicht geklärt werden. unbekannt > 153 Tote rahmenlos|200px|Die Zerstörungen auf dem Kästrich in Mainz Sprengung des Flood Rock – unter Wasser New York CityNew York(USA) Gewässer-Ausbau Mit 136 t Dynamit sprengte das United States Army Corps of Engineers den Flood Rock, eine Untiefe im Hell Gate, einem gefährlichen Abschnitt des East River. Es entstand eine rund 45 m hohe Wassersäule. Zu diesem Zeitpunkt war dies die größte gewollte gestaltende Explosion.William Hosea Balleau, The Flood Rock Explosion In: The American Naturalist, Vol. 20, No. 2, Chicago, Februar 1886, S. 137–140. 108,9 t keine Opfer rahmenlos|200px|Sprengung des Flood Rock 1885 Grubenunglück von Nanaimo NanaimoBritish Columbia(Kanada) Unfall Leichtfertiger Umgang mit Explosiv­stoffen führte in den Schächten der Kohlemine No. 1 in Nanaimo zu einer schweren Explosion, die rund 150 Bergleute tötete. Nur sieben Bergleute überlebten. unbekannt 150 Tote

20. Jahrhundert