Der Landkreis Meißen ist ein Landkreis im Freistaat Sachsen. Er umfasst das Kerngebiet der einstigen Markgrafschaft Meißen und besteht seit dem 1. August 2008.

Geografie

Der Landkreis Meißen ist ein Landkreis in der nördlichen Mitte des Freistaates Sachsen, durch den die Elbe fließt. Nachbarkreise sind im Norden die brandenburgischen Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster, im Osten der Landkreis Bautzen, im Südosten die kreisfreie Stadt Dresden, im Süden der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, im Südwesten der Landkreis Mittelsachsen, sowie im Nordwesten der Landkreis Nordsachsen.

Die höchste Erhebung des Landkreises Meißen befindet sich mit etwas über 340 m im Zellwald bei Nossen.Die höchste Erhebung des Kreises Meißen liegt im Zellwald bei 51,01288°N, 13,23336° O. Siehe dazu das Messtischblatt Roßwein unter

http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/71055564/df_dk_0010001_4945_1935 Die Baeyerhöhe ist mit 320,5 m der zweithöchste Berg des Landkreises Meißen in Sachsen.

Geschichte Der Landkreis entstand im Zuge der sächsischen Kreisgebietsreform 2008 aus der Vereinigung des „alten“ Landkreises Meißen mit dem Landkreis Riesa-Großenhain. Die beiden Vorgängerkreise wurden 1994 bzw. 1996 in der ersten sächsischen Kreisreform nach der Wende gebildet.

Bevölkerung Jahr Einwohner 2008 256.638 2010 253.069 2015 245.244 2020 240.371 2021 239.344 2022 241.343

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres

Politik Kreistag Der Kreistag des Landkreises Meißen wurde bei den Kommunalwahlen in Sachsen am 9. Juni 2024 neu gewählt. Die 86 Sitze im Kreistag verteilen sich folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:

Parteien und WählergemeinschaftenProzent 2024Sitze 2024 Prozent2019 Sitze2019 Prozent2014 Sitze2014 Prozent2008 Sitze2008AfDAlternative für Deutschland32,0 %2726,0 %238,0 %7––CDUChristlich Demokratische Union Deutschlands29,1 %2530,8 %2742,2 %3944,7 %43BSWBündnis Sahra Wagenknecht10,0 %9––––––FWFreie Wähler Kreisverband Meißen8,0 %79,3 %84,8 %44,1 %3SPDSozialdemokratische Partei Deutschlands5,3 %56,7 %59,2 %810,0 %9GRÜNEBündnis 90/Die Grünen4,4 %48,0 %75,4 %45,0 %4DIE LINKE.DIE LINKE.3,7 %310,2 %915,2 %1418,2 %17FDPFreie Demokratische Partei3,7 %36,7 %65,9 %58,6 %8FSFreie Sachsen3,1 %3–––––– Sonstige0,7 %0––1,9 %–0,3 %–NPDNationaldemokratische Partei Deutschlands––1,3 %14,1 %35,7 %5DSUDeutsche Soziale Union––0,6 % -1,8 %13,4 %3ADPMAufbruch Deutscher Patrioten - Mitteldeutschland––0,4 %–––––PIRATENPiratenpartei Deutschland––––1,5 %1––Gesamt100,0 %86100,0 %86100,0 %86100,0 %92Wahlbeteiligung in Prozent68,4 %63,5 %50,5 %42,7 %

Landrat Am 7. Juni 2015 fand die Landratswahl im Landkreis Meißen statt. Der amtierende Landrat Arndt Steinbach (CDU) wurde im ersten Wahlgang mit 60,2 % bei zwei Gegenkandidaten (2008: 56,7 % gegen fünf Mitbewerber) wiedergewählt.Vorläufiges Ergebnis der Landratswahlen 2015

Zum 1. Dezember 2020 wurde Steinbach zum Geschäftsführer des Kommunalen Schadenausgleichs (KSA) für die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Steinbach gab zum Ende August seine Position als Landrat auf; er wurde übergangsweise bis zur Neuwahl am 11. Oktober 2020 durch die 1. Beigeordnete Janet Putz (CDU) vertreten.Meißen: Landratswahl am 11. Oktober. Bei der Neuwahl setzte sich Ralf Hänsel (CDU) mit 51,47 % der Stimmen gegen zwei Mitbewerber durch.https://www.kreis-meissen.org/download/Aktuelles/Amtsblatt_20_11_06.pdf

+Historische LandratswahlergebnisseBewerber fett: AmtsinhaberVorschlagStimmenAnteil in %gewähltStimmenAnteil in %gewählterster Wahlgangzweiter Wahlgang[Anm. 1]11. Oktober 2020 Wahlbeteiligung: 40,5 %Ralf HänselCDU41.17851,5×Thomas KirsteAfD23.07128,8Elke SiebertGrüne15.75219,77. Juni 2015 Wahlbeteiligung: 36,8 %Arndt SteinbachCDU44.21960,2×Thomas GeySPD, Die Linke, Grüne, Piraten16.93523,0Andreas FranzkeFW12.32516,88. Juni 2008 Wahlbeteiligung: 42,7 %Arndt SteinbachCDU51.25856,7×Heinz HoffmannDie Linke16.94518,8Harald Baumann-HaßkeSPD6.4787,2Jürgen GanselNPD6.3647,0Rudolf HaasGrüne7.6248,4Karl-Heinz ObserDSU1.6951,9 [Anm. 1] Ein zweiter Wahlgang wird nur nötig, wenn kein Kandidat aus dem ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erzielt hat und damit direkt gewählt ist. Im zweiten Wahlgang ist die relative Mehrheit für die Wahl zum Landrat ausreichend. Bewerber, die im ersten Wahlgang antreten, können vor dem zweiten Wahlgang ihre Kandidaturen zurückziehen. Ein zweiter Wahlgang wurde im Landkreis noch nie nötig.

Landtags- und Bundestagsabgeordnete Mitglieder des Sächsischen Landtags (MdL) der vier Landtagswahlkreise (Wahlkreis Meißen 1, 2, 3 und 4) sind Carsten Hütter, Mario Beger, Thomas Kirste und Matthias Rößler. Auch der Wohnsitz von André Barth liegt im Landkreis Meißen. Am 29. September 2009 wurde Rößler zum sächsischen Landtagspräsidenten gewählt.Rößler zum Landtagspräsidenten gewählt. In: Sächsische Zeitung, 29. September 2009.

Infolge der sächsischen Kreisreform von 2008 wurden die Bundestags-Wahlkreise neu gestaltet. Seit der Bundestagswahl 2009 liegt der Landkreis Meißen im neu gebildeten Bundestagswahlkreis Meißen (2013: Wahlkreis 155). Direkt gewähltes Mitglied des Deutschen Bundestags (MdB) wurde mit 53,6 % der Erststimmen bei der Wahl 2013 Thomas de Maizière (wiedergewählt, 2009: 45,2 %). Susann Rüthrich (SPD) zog über die Landesliste der SPD als Abgeordnete 2013 ebenfalls in den 18. Bundestag ein. Ihre Bürgerbüros befinden sich in Meißen, Dresden sowie Pirna.

Wappen mini|Logo des Landkreises Meißen Das Landkreiswappen stellt einen auf goldenem Hintergrund innerhalb eines roten Innenbordes aufrecht stehenden, nach rechts gewendeten, rotbewehrten, schwarzen Löwen mit rot ausschlagender Zunge dar. Es greift das Wappen der einstigen Markgrafen von Meißen auf und ergänzt es um den Innenbord. Die Wahl dieses Wappens drückt aus, dass der Landkreis Meißen ein Gebiet umfasst, das mit dem historischen Zentrum der früheren Markgrafschaft Meißen gleichbedeutend ist. Die modifizierte Version wurde am 19. März 2009 durch den Landkreis angenommen, weil durch die vorherige Version Rechte der heraldischen Gesellschaft „Schwarzer Löwe“ verletzt wurden.

Logo Die blaue Welle symbolisiert den Fluss Elbe, der den Landkreis durchzieht, das grüne Häkchen die malerischen Elbhänge, an denen schon seit 800 Jahren der von Kennern geschätzte Meißner Wein gedeiht.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft mini|Weine aus dem Sächsischen Elbland mini|Weinausschank beim Winzer mini|„Kurfürstliches Stallgebäude“ in Zabeltitz

Die Region wurde durch das Wegbrechen des bisherigen Wirtschaftsgefüges nach der Wende völlig verändert. So sind zwar seit der Mitte der 1990er Jahre zahlreiche Unternehmen entstanden, diese konnten aber nicht die weggefallenen Arbeitsplätze kompensieren. Durch die Nähe zu Dresden, aber auch im Zuge großer wirtschaftspolitischer Anstrengungen der vergangenen Jahre nimmt der Landkreis eine Spitzenposition unter den sächsischen Landkreisen ein. Die Wirtschaftsstruktur ist zu etwa gleichen Teilen vom produzierenden und verarbeitenden Gewerbe, von Landwirtschaft und Weinbau sowie vom Tourismus geprägt. Anballungen von Industrie und Gewerbe existieren vor allem um die fünf Großen Kreisstädte Meißen, Riesa, Großenhain, Coswig und Radebeul, es sind aber auch zahlreiche, gut ausgelastete Gewerbegebiete entstanden. Die Landwirtschaft ist vor allem durch den Anbau von Obst- und Gemüsesorten geprägt, während der unter Kennern geschätzte und weithin bekannte Wein der Region an den nördlichen Elbhängen gedeiht.

Folgende Firmen besitzen überregionale Bedeutung:

Arevipharma in Radebeul Auma Drives (ehemals Getriebefabrik Coswig, GFC) in Coswig Boge Komponenten in Großenhain Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer AG – Werk Radebeul (ehemals Planeta) in Radebeul Eickhoff Wind Power GmbH in Klipphausen Elbbinnenhafen Riesa ESF Elbe-Stahlwerke Feralpi Riesa Fischbach Kunststofftechnik Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH (ehem. Pneumant Riesa) Kappus Seifen Riesa Kronospan GmbH Lampertswalde Neways Electronics Riesa Polartherm Flachglas Großenhain RIBE Elektroarmaturen Radebeul in Radebeul Salzgitter Mannesmann Rohr Sachsen GmbH in Zeithain bei Riesa Schmiedewerke Gröditz GmbH STEMA Metalleichtbau Großenhain Teehaus in Radebeul Teigwaren Riesa GmbH Vadossi in Radebeul Vodafone D2 in Radebeul WACKER-Chemiewerk in Nünchritz Walzengießerei Coswig (seit 2002 bei der Dihag Holding)

Laut Zukunftsatlas 2019 belegt der Landkreis Meißen mit Rang 308 von 401 kreisfreien Städten und Landkreisen in Sachsen einen mittlere Position. Zukunftschancen und -risiken gelten laut dieser Erhebung als ausgeglichen.

Gesundheitswesen In Meißen wurde 1863 ein „Arbeits- und Versorgehaus“ erbaut. Aus der dort befindlichen Krankenstube für akut erkrankte Insassen entstand das Krankenhaus in der Hospitalstraße, welches 1998 vom Neubau in Meißen-Bohnitzsch abgelöst wurde. Seit 1992 gehört zum Meißner Krankenhaus eine Medizinische Berufsfachschule.

In Radebeul war es ein Verein für Heilwesen und Naturkunde, der 1849 im so genannten Steinernen Haus in Niederlößnitz das erste Krankenhaus in der Umgebung von Dresden eröffnete. Das Gebäude ist immer noch Bestandteil des heutigen Elblandklinikums. Es wurde vor einiger Zeit umfassend saniert.

Die Riesaer Krankenhauswurzeln gehen ins Jahr 1861 zurück, in dem ein Armen- und Krankenhaus entstand. 1880 wurde in der heutigen Hauptstraße ein Johanniter-Krankenhaus gebaut, welches 1902 geschlossen wurde. Dem folgte dann das Städtische Krankenhaus am heutigen Standort, das einzige Krankenhaus der Schwerpunktversorgung im Landkreis. Es wird derzeit modernisiert und erweitert.

1868 wurde mit einem Hospital unweit der heutigen Klinik in Großenhain der Grundstein für die medizinische Versorgung gelegt. Das jetzige Haus wurde 1962 erbaut.

Während sich bereits 2002 die Häuser Meißen und Radebeul zu den Elblandkliniken Meißen-Radebeul zusammenschlossen, wurden Riesa und Großenhain 2007 zu einem Plankrankenhaus zusammengeführt. Seit April 2008 bilden alle vier Häuser gemeinsam die heutige Elblandkliniken.. Die Klinikengruppe verfügt mit ihren vier Klinikstandorten über 1.000 Betten im somatischen und psychiatrischen Bereich. Verantwortlich dafür sind rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zu den Elblandkliniken gehören außerdem die Elbland Polikliniken GmbH,Homepage der Elbland Polikliniken. Abgerufen am 7. April 2016. die Dienstleistungstochter Elbland Service & Logistik GmbH, sowie die Elblab GmbH für Labordienstleistungen. Der Landkreis ist Gesellschafter der Elblandkliniken, Vorsitzender des Aufsichtsrates ist Landrat Arndt Steinbach.

Aus dem ehemaligen Akutkrankenhaus in Großenhain wurde 2013 die neu errichtete Elbland Rehabilitations- und Präventionsklinik.Website Elbland Reha Großenhain Die Elbland Rehabilitationsklinik Großenhain ist eine moderne, stationäre und interdisziplinäre Rehabilitationsklinik mit 125 Betten. Sie wird unter dem Dach der Elblandkliniken und der Recura Kliniken betrieben. Auf dem Gelände der Rehabilitationsklinik befindet sich zudem ein ambulantes Facharztzentrum mit einem Medizinischen Versorgungszentrum, einer Dialysepraxis und frei praktizierenden Fachärzten.Ulrike Körber und Jörg Mosch: Reha-Klinik für Großenhain genehmigt. In: Sächsische Zeitung, 27. Oktober 2009.

Die Recura Kliniken betreiben auch das Fachkrankenhaus für Pneumologie, Allergologie, Beatmungsmedizin sowie Thorax- und Gefäßchirurgie in Coswig mit ca. 200 Betten sowie die Geriatrische Rehabilitationsklinik Radeburg.

Die Fachklinik Weinböhla ist eine Einrichtung zur Entwöhnungstherapie von alkohol- und/oder medikamentenabhängigen Patienten. Träger ist der Ev.-Luth. Diakonenhaus Moritzburg e. V.

Verkehr mini|Schloss Moritzburg

Autobahnen A 4, Aachen – Görlitz, Dreieck Nossen A 13, Berlin – Dresden, AS Radeburg A 14, Magdeburg – Nossen (AS Nossen-Nord, AS Nossen-Ost, Dreieck Nossen)

Bundesstraßen