Silvio Martinello (* 19. Januar 1963 in Padua) ist ein ehemaliger italienischer Radrennfahrer und Olympiasieger. Er war der erfolgreichste und vielseitigste italienische Radrennfahrer der 1990er Jahre. Zuletzt kommentierte er die Fernsehübertragungen des Giro d’Italia und anderer Radsportwettbewerbe im italienischen Fernsehsender Rai.
Sportliche Laufbahn Martinello war Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1984 in Los Angeles. Im Punktefahren kam er auf den 16. Rang.
1985 wurde Silvio Martinello gemeinsam mit Roberto Amadio, Massimo Brunelli und Gianpaolo Grisandi Amateur-Weltmeister in der Mannschaftsverfolgung. Im Jahr darauf wurde er Profi-Rennfahrer.
1995 wurde Martinello zweifacher Weltmeister, im Punktefahren sowie mit Marco Villa im Zweier-Mannschaftsfahren.
Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta gewann Martinello die Goldmedaille im Punktefahren, vier Jahre später in Sydney gemeinsam mit Marco Villa die Bronzemedaille im Zweier-Mannschaftsfahren. Insgesamt holte er u. a. vier Weltmeistertitel und elf nationale italienische Titel. Er startete bei insgesamt 97 Sechstagerennen, von denen er 28 gewann, 16 davon gemeinsam mit Villa. Das Duo liegt damit auf Platz sechs der besten Sechstage-Paarungen (Stand 2017).Jacq van Reijendam: 6-daagsen-statistieken 2010, Nr. 17, S. 23. Weitere prominente Partner von Martinello waren unter anderen Rolf Aldag, Erik Zabel und Bjarne Riis.
Viermal startete Martinello bei der Tour de France; 1994 wurde er Zweiter der Punktewertung, hinter Dschamolidin Abduschaparow. Den Giro d’Italia bestritt er neun Mal; 1991 und 1996 gewann er jeweils eine Etappe. 1996 trug er zudem vier Etappen lang das Maglia Rosa. Bei der Vuelta a España ging er einmal an den Start.
2003 beendete Silvio Martinello im Alter von 40 Jahren seine aktive Radsportlaufbahn.
Berufliches und Familie Martinello beendete seine aktive Radsportlaufbahn unter anderem deshalb, weil ihm eine Stelle als Kommentator bei der RAI angeboten worden war. Ab 2013 war er als technischer Direktor der TV-Übertragungen des Giro tätig. Im Februar 2019 gab er über Facebook bekannt, dass er künftig nicht mehr für RAI Sport tätig sein werde, wobei er von einer „gewissen Bitterkeit“ sprach. In der Folge kommentierte er Radrennen für den Hörfunk von RAI. Im Oktober 2020 kündigte er, bei den im Februar 2021 anstehenden Wahlen für das Amt des Präsidenten des italienischen Radsportverbandes Federazione Ciclistica Italiana zu kandidieren. Bei der Abstimmung unterlag er dem Mailänder Unternehmer Cordiano Dagnoni, einem früheren Rennfahrer und Schrittmacher.
Martinello betreibt einen Fitness-Club in Selvazzano Dentro nahe Padua und organisiert selbst Radrennen, wie 2008 das Sechstage-Rennen von Mailand.
Sein Sohn Nicolò Martinello war bis 2014 ebenfalls als Radrennfahrer aktiv. Seine Tochter Francesca betätigte sich im Triathlon und war anschließend als Springreiterin erfolgreich.
Ehrungen Im Juni 2017 wurde im Velodromo Pier Giovanni Mecchia von Portogruaro eine der Kurven nach Silvio Martinello benannt.
Erfolge Bahn 1985 Amateur-Weltmeister – Mannschaftsverfolgung (mit Roberto Amadio, Massimo Brunelli und Gianpaolo Grisandi) 1989 20px Italienischer Meister – Einerverfolgung 1990 20px Italienischer Meister – Punktefahren 1991 20px Italienischer Meister – Punktefahren 1995 Weltmeister – Punktefahren, Zweier-Mannschaftsfahren (mit Marco Villa) 20px Italienischer Meister – Punktefahren, Zweier-Mannschaftsfahren (mit Marco Villa) 1996 16px Olympiasieger – Punktefahren Weltmeister – Zweier-Mannschaftsfahren (mit Marco Villa) Weltmeister – Punktefahren 20px Italienischer Meister – Punktefahren, Zweier-Mannschaftsfahren (mit Marco Villa) 1997 Weltmeister – Punktefahren 20px Italienischer Meister – Punktefahren 1998 Weltmeisterschaft – Zweier-Mannschaftsfahren (mit Andrea Collinelli) Weltcup in Berlin – Zweier-Mannschaftsfahren (mit Andrea Collinelli) Weltcup in Hyères – Zweier-Mannschaftsfahren (mit Marco Villa) 20px Italienischer Meister – Punktefahren, Zweier-Mannschaftsfahren (mit Andrea Collinelli)
Sechstagerennen 1990 Bassano del Grappa (mit Volker Diehl) 1995 Grenoble (mit Marco Villa) 1996 Bordeaux (mit Marco Villa) Bremen (mit Marco Villa) Mailand (mit Marco Villa) Herning (mit Bjarne Riis) 1997 Bordeaux (mit Marco Villa) Medèllin (mit Marco Villa) Mailand (mit Marco Villa) Zürich (mit Marco Villa) 1998 Dortmund (mit Rolf Aldag) Gent (mit Marco Villa) Kopenhagen (mit Marco Villa) Mailand (mit Etienne De Wilde) Berlin (mit Marco Villa) 1999 München (mit Andreas Kappes) Mailand (mit Marco Villa) 2000 Berlin (mit Marco Villa) Bremen (mit Andreas Kappes) Gent (mit Matthew Gilmore) Stuttgart (mit Andreas Kappes) Fiorenzuola d’Arda (mit Andrea Collinelli) 2001 Berlin (mit Rolf Aldag) München (mit Erik Zabel)
Straße 1991 eine Etappe Giro d’Italia eine Etappe Giro del Trentino eine Etappe Tirreno–Adriatico 1992 Drei Tage von De Panne 1996 eine Etappe Giro d’Italia 1997 eine Etappe Setmana Catalana de Ciclisme eine Etappe Galicien-Rundfahrt Gesamtwertung und eine Etappe Giro di Puglia 1998 eine Etappe Vier Tage von Dünkirchen 1999 eine Etappe Tour de Suisse
Grand-Tour-Platzierungen
Literatur Roger De Maertelaere, De Mannen van de Nacht, Eeklo 2000
Weblinks
Offizielle Website von Silvio Martinello
Einzelnachweise
Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1984 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1996 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 2000 Kategorie:Radsportler (Italien) Kategorie:Olympiateilnehmer (Italien) Kategorie:Olympiasieger (Radsport) Kategorie:Weltmeister (Radsport) Kategorie:Italienischer Meister (Radsport) Kategorie:Bahnradfahrer Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Ritter) Kategorie:Radsportkommentator Kategorie:Sportler (Padua) Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1963 Kategorie:Mann