Die Universität Nagasaki (japanisch , Nagasaki daigaku, kurz: Chōdai ()) ist eine staatliche Universität in Japan. Der Hauptcampus liegt in Bunkyō-machi, Nagasaki.
Geschichte mini|Die Medizinische Fachschule Nagasaki mini|Die Höhere Handelsschule Nagasaki in der Meiji-Zeit. Die Brücke steht noch heute. mini|Die Keirin Halle, ein ehemaliges Institutsgebäude der Höheren Handelsschule Nagasaki, gebaut 1919 mini|Nagasaki vor und nach dem Atombombenabwurf (1945). Die Nummer 17 kennzeichnet die Medizinische Hochschule, 20 das Klinikum. mini|Die Nagasaki-Universität im Jahr 2012
Die Universität hat ihren Ursprung in der 1857 gegründeten Medizinischen Lehranstalt (, Igaku denshūjo) des Nagasaki-'Gouvernements, das die direkt der Zentralregierung unterstellte Stadt verwaltete. Die erste Lehrkraft, Johannes L. C. Pompe van Meerdervoort (1829–1908), ein Absolvent der Medizinischen Hochschule der Marine in Utrecht, führte ein Curriculum nach westlichem Vorbild ein. Hier wurde die Medizin erstmals auf der Grundlage der Naturwissenschaften unterrichtet. Die 1865 in Seitokukan () umbenannte Schule und das ihr angeschlossene Klinikum markieren daher den Beginn der modernen Medizin in Japan.
Die nach der Meiji-Restauration in eine öffentliche Einrichtung überführte Lehranstalt wurde 1874 geschlossen; das Klinikum blieb jedoch erhalten. 1876 öffnete man erneut eine medizinische Lehranstalt. Diese überführte man 1887 in die Medizinische Abteilung der staatlichen Fünften Höheren Mittelschule (, Dai-go kōtō chūgakkō igakubu) und 1894 in die Medizinische Abteilung der Fünften Oberschule (, Dai-go kōtō gakkō igakubu). 1891 verlegte man sie in den Stadtteil Sakamoto.
1901 wurde diese Medizinische Abteilung als Medizinische Fachschule Nagasaki () selbständig. Diese überführte man 1923 in die Medizinische Hochschule Nagasaki (, Nagasaki ika daigaku). 1939 entstand hier eine Abteilung für die Ausbildung von Militärärzten und 1940 das Forschungsinstitut für (Asien-)Kontinental-Medizin (, Tairiku igaku kenkyūsho, heute das Institut für Tropische Medizin).
Am 9. August 1945 wurde die Hochschule durch eine Atombombe völlig zerstört, da sie nur 500 bis 700 m weg vom Explosionszentrum lag. Im September 1945 nahm man den Lehrbetrieb vorübergehend in Ōmura und 1946 in Isahaya auf. 1950 wurde der Sakamoto-Campus wieder aufgebaut.
1949 wurde die Nagasaki-Universität durch den Zusammenschluss fünf staatlicher Hoch- und Fachschulen gegründet: die Medizinische Hochschule Nagasaki (die Fakultät für Medizin, die Fachschulabteilung für Pharmazie und das Klinikum), die Oberschule Nagasaki (, Nagasaki kōtō gakkō, vormals die Fachschulabteilung für die Ausbildung der Militärärzte), die Wirtschaftsfachschule Nagasaki (, Nagasaki keizai semmon gakkō, gegründet 1905), die Normalschule Nagasaki (, Nagasaki shihan gakkō, gegründet 1874), und die Jugend-Normalschule Nagasaki (, Nagasaki seinen shihan gakkō, gegründet 1921).
Anfangs umfasste die Universität fünf Fakultäten (Liberal Arts, Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Pharmazie und Fischerei). 1953 zog die Fakultät für Liberal Arts (seit 1966 Fakultät für Pädagogik) in den neuen Bunkyō-Campus auf dem Gelände des ehemaligen Mitsubishi-Waffenwerks um. Bis 1969 wurden alle Fakultäten mit Ausnahme der Fakultäten für Medizin und Wirtschaftswissenschaften auf dem Areal des Bunkyō-Campus konzentriert. Weitere Fakultäten entstanden: Ingenieurwissenschaften (1966), Zahnmedizin (1979) und Umweltwissenschaften (1997).
Ein bekannter Absolvent der Universität ist Osamu Shimomura, der 2008 den Nobelpreis für Chemie erhielt.
Geschichte der ehemaligen Wirtschaftsfachschule Nagasaki Die Wirtschaftsfachschule Nagasaki wurde im März 1905 als Höhere Handelsschule Nagasaki (, Nagasaki Kōtō shōgyō gakkō) gegründet. Nach Tokio (1887), Kōbe (1902) und Yamaguchi war dies die vierte staatliche Höhere Handelsschule, in der man Kaufleute für den Handel mit China, Korea und dem Pazifischen Raum ausbildete. Die Schule hatte kein Promotionsrecht.
1944 wurde diese Höhere Handelsschule in Wirtschaftsfachschule Nagasaki umbenannt. Am 9. August 1945 schützten die Berge die Schulgebäude vor den direkten Auswirkungen der explodierenden Atombombe. Da die einige Klassen im 1,5 Kilometer weg vom Explosionszentrum entfernt liegenden Mitsubishi-Waffenwerk arbeiten mussten, starben etwa 26 der Schüler dort. 1949 wurde diese Wirtschaftsfachschule in die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Nagasaki umgewandelt. Seit ihrer Gründung liegt die Fakultät bis heute im Katafuchi-Campus.
Fakultäten Bunkyō-Campus (): Fakultät für Pädagogik Fakultät für Pharmazie Fakultät für Ingenieurwissenschaften Fakultät für Umweltwissenschaften Fakultät für Fischerei Sakamoto-Campus (): Fakultät für Medizin Fakultät für Zahnmedizin Katafuchi-Campus (): Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Forschungsinstitute Institut für Tropische Medizin Institut für Atombomben-Leiden (jap. , engl. Atomic Bomb Disease Institute) von der Graduate School für Medizin und Zahnmedizin
Siehe auch Liste der Universitäten und Hochschulen in Japan
Weblinks
Offizielle Website – Japanisch und Englisch
Einzelnachweise
Nagasaki Kategorie:Organisation (Nagasaki) Kategorie:Hochschule in der Präfektur Nagasaki Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1857