St. Johann am Pressen ist eine Ortschaft in der Gemeinde Hüttenberg im Bezirk St. Veit an der Glan in Kärnten. Die Ortschaft hat Einwohner (Stand ).

Lage Die zur Ortschaft gehörenden Siedlungen liegen abgeschieden und weit verstreut im Mosinztal und auf den umliegenden Höhenzügen in der Katastralgemeinde St. Johann am Pressen. Die Mosinzer Landesstraße (L 89) führt vom Gemeindehauptort Hüttenberg entlang des Mosinzbachs über Heft, Schottenau und Mosinz bis Plaggowitz. Teils auf unbefestigten Straßen sind die übrigen zur Ortschaft gehörenden Siedlungen erreichbar, Großkoll von Knappenberg her.

Geschichte Auf eine frühe Besiedlung weisen mehrere römische Inschriftsteine hin, die teils in die Kirchenmauer eingemauert wurden und zeigen, dass es hier schon in der Spätantike Bergbau gab. Die romanische Kirche St. Johann wurde im Jahre 1130 durch den Salzburger Ministerialen und Kleriker Rudbert erbaut. Jahrhundertelang spielte die Eisengewinnung eine große Rolle. Insbesondere die Gewerkenfamilie Rauscher war von Bedeutung: alleine auf dem Gebiet der heutigen Ortschaft St. Johann am Pressen gehörten dieser Familie mitunter gleichzeitig das Stettnergut, Hohenpressen, der Großkollerhof und der Plaggowitzerhof sowie einige eisenerzeugende und -verarbeitende Betriebe am Mosinzbach.

In der Steuergemeinde St. Johann am Pressen liegend, gehörte der Ort St. Johann am Pressen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Steuerbezirk Althofen (Herrschaft und Landgericht). Bei Gründung der Ortsgemeinden im Zuge der Reformen nach der Revolution 1848/49 wurde die Gemeinde St. Johann am Pressen gegründet. Der Niedergang des Bergbaus im Raum Hüttenberg führte zu einem dramatischen Bevölkerungsrückgang auch für den Ort St. Johann am Pressen: Von mehr als 800 Einwohnern im Jahr 1869 sank die Bevölkerungszahl auf nur mehr knapp über 100 Einwohner im 21. Jahrhundert. Bei der Gemeindestrukturreform 1973 wurde die Gemeinde St. Johann am Pressen aufgelöst; der Ort St. Johann am Pressen gehört seither zur Marktgemeinde Hüttenberg.

Bevölkerungsentwicklung Für die Ortschaft ermittelte man folgende Einwohnerzahlen: Für die Ortschaft ermittelte man folgende Einwohnerzahlen: 1869: 89 Häuser, 821 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission: Orts-Repertorium des Herzogthumes Kärnten. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. Dezember 1869. Carl Gerold’s Sohn, Wien 1872. S. 62. 1880: 68 Häuser, 786 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. December 1880. Alfred Hölder, Wien 1882. S. 49. 1890: 66 Häuser, 706 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorien der im Österreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. V. Kärnten. Alfred Hölder, Wien 1894. S. 50. 1900: 91 Häuser, 701 EinwohnerK. K. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1900. V. Kärnten. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1905. S. 66. 1910: 88 Häuser, 557 EinwohnerStatistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium der Österreichischen Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. V. Kärnten. Verlag der Staatsdruckerei, Wien 1918. S. 33. 1923: 84 Häuser, 503 EinwohnerBundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930. Abschnitt Kärnten, S. 12. 1934: 482 Einwohnerhandschriftlicher Nachtrag im Ortsverzeichnis 1923 (Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930.) mit der Signatur II 28238 der Universitätsbibliothek Klagenfurt. Abschnitt Kärnten, S. 12. 1961: 68 Häuser, 374 EinwohnerÖsterreichisches Statistisches Zentralamt: Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 21. März 1961. Österreichische Staatsdruckerei, 1965. S. 253. 2001: 77 Gebäude (davon 42 mit Hauptwohnsitz) mit 82 Wohnungen; 130 Einwohner und 9 Nebenwohnsitzfälle; 61 Haushalte; 1 Arbeitsstätte, 27 land- und forstwirtschaftliche BetriebeStatistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis 2001 Kärnten. Wien 2004. S. 107. 2011: 59 Gebäude, 107 Einwohner, 51 Haushalte, 2 ArbeitsstättenAmt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Kärntner Ortsverzeichnis. Gebietsstand 1. 1. 2014. Klagenfurt, 2014. S. 42. 2021: 64 Gebäude, 110 Einwohner, 50 Haushalte, 17 ArbeitsstättenAmt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Ortsverzeichnis Kärnten. Daten Volkszählung 2021. Klagenfurt, 2024. S. 37.

Ortschaftsbestandteile Im Gegensatz zu vielen anderen Kärntner Gemeinden wurde in der ehemaligen Gemeinde St. Johann am Pressen nur jeweils eine Ortschaft pro Katastralgemeinde geführt, was für diese Katastralgemeinden auch nach der Zusammenlegung mit der Gemeinde Hüttenberg bis heute so beibehalten wird. Daher besteht die Ortschaft St. Johann am Pressen aus ungewöhnlich vielen Ortschaftsbestandteilen. Die nachfolgenden Angaben zu Volkszählungsergebnissen der Ortschaftsbestandteile stützen sich auf dieselben Quellen wie die in obigem Abschnitt angegebenen Zahlen für den gesamten Ort.

St. Johann am Pressen mini Die kleine Siedlung um die Pfarrkirche St. Johann am Pressen in besteht aus dem stattlichen, ehemals landtäflichen Stettnerhof (Haus Nr. 5; im 17. Jahrhundert im Besitz des Gewerken Christian Rauscher) und dem Pfarrhof (Nr. 3). Weit verstreut liegen einige Höfe, die ebenfalls als Teil von St. Johann am Pressen im engeren Sinn gezählt werden, so die Höfe Wabnegger (Nr. 1), Greiml (Nr. 2), Hubmann (Nr. 8) und Brandstätter (Nr. 68).

Jahr Häuser Einwohner 1890 12127 1900 12108 1910 13101 1923 1069 1961 1052

Dörfl Die Streusiedlung liegt auf dem Höhenzug zwischen Mosinz- und Schafgrabenbach, in einer Höhe von 1100 bis Nahe beieinander liegen die Höfe Haidenbauer (Nr. 17), Mössl (Nr. 19), Hocker (Nr. 23), Garler (Nr. 24) und Rieger (Rügger, Nr. 25). Etwas oberhalb folgen in Streulage die Höfe Pfannegger (Nr. 16), Jobsthube (Nr. 15) und Greiner (Nr. 14). Das abseits im Schottenauergraben liegende Haus Nr. 13 wird heute ebenfalls zu Dörfl gezählt. Jahr Häuser Einwohner 1890 15103 1900 1369 1910 1599 1923 1285 1961 1055

Großkoll mini|Großkoll Die Siedlung liegt in etwa Höhe am Hüttenberger Erzberg und ist als einziger der Ortschaftsbestandteile von St. Johann am Pressen nicht vorrangig über den Heftgraben, sondern von Knappenberg aus erreichbar. Ab 1505 (Georg Großkoller) bis ins 18. Jahrhundert ist die Gewerkenfamilie Großkoller nachweisbar; Mitte des 18. Jahrhunderts gelangte der heute noch bestehende Großkollerhof in den Besitz der Gewerkenfamilie Rauscher. Jahr Häuser Einwohner 1890 5112 1900 788 1910 774 1923 792 1961 864

Heft mini|Heft, Haus Nr. 72 Einige Häuser am östlichen Rand der Bergbausiedlung Heft (Ortschaft, Gemeinde Hüttenberg) liegen auf dem Gebiet der Katastralgemeinde St. Johann am Pressen und werden zur Ortschaft St. Johann am Pressen gezählt. Jahr Häuser Einwohner 1890 649 1900 989 1910 1046 1923 1061 1961 840

Hohenpressen mini|Hohenpressen Das Schloss mit einigen Nebengebäuden liegt auf , knapp 1 km südwestlich der Kirche. Ein Ansitz wird hier schon ab dem 12. Jahrhundert erwähnt. Das heutige Schloss wurde im Kern im 16. Jahrhundert gebaut und es war ab dem 17. Jahrhundert im Besitz der Familie Rauscher. Jahr Häuser Einwohner 1923 2 15 1961 3 22

Horitzen (Höritzen) Die kleine Siedlung lag auf rechtsseitig des Mosinzbachs. Jahr Häuser Einwohner 1923 16 1961 24

Mosinz mini|Pfannerhütte (ehemaliger Hochofen, errichtet 1840), Mosinz Die Siedlung liegt auf am Mosinzbach. Die Gewerkenfamilie Rauscher betrieb hier ab dem 18. Jahrhundert einen Hochofen. Jahr Häuser Einwohner 1890 11166 1900 12129 1910 1397 1923 1371 1961 1065

Plaggowitz mini|Plaggowitzerhof Der Kern der Siedlung liegt auf ungefähr am Mosinzbach; einzelne Höfe befinden sich oberhalb auf den Hängen. Insbesondere die Gewerkenfamilie Rauscher betrieb hier jahrhundertelang Bergbau und Eisenverarbeitung; der Gewerkensitz Plaggowitzerhof wurde 1572 erbaut. Jahr Häuser Einwohner 1890 12105 1900 16113 1910 1585 1923 1359 1961640

Schottenau mini|hochkant|Fuchsfloßofen bei Schottenau Die Siedlung liegt auf etwa , rechts am Mosinzbach bei der Einmündung des Schafgrabenbachs. Unweit davon steht ein Fuchsfloßofen, der von 1767 bis 1792 in Betrieb war. Jahr Häuser Einwohner 1890544 1900749 1910949 1923631 1961630

Schottenauergraben Die Häuser im Schottenauergraben, entlang des Schafgrabenbachs, sind weitgehend abgekommen. Haus Nr. 13, das dort noch besteht, wird heute als Teil von Dörfl geführt. Jahr Häuser Einwohner 1890 544 1900 749 1910 949 1923 614 1961 12

Almen und Hütten Bei manchen Volkszählungen wurden Almhäuser und -hütten sowie Jagdhäuser und -hütten getrennt von den Ortschaftsbestandteilen erfasst. Das betraf für die Ortschaft St. Johann am Pressen unter anderem die Pressnerhütte () nahe beim Zöhrerkogel, das Jagdhaus Wieterling () zwischen Zöhrerkogel und Hohenwarth, die Probsteihütte () nordwestlich unterhalb des Hohenwarths, und die westlich unterhalb des Hohenwarths liegende Lattacherhütte (). Jahr Häuser Einwohner 1900 30 1910 66 1923 40 1961 40

Persönlichkeiten Die österreichische Politikerin und Widerstandskämpferin Paula Wallisch wurde am 7. Juni 1893 in Mosinz Nr. 52, St. Johann am Pressen, geboren.

Der Kärntner Landtagsabgeordnete Max Ritter von Burger (1850–1932) war Besitzer des Schlosses Hohenpressen und starb hier 1932.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Bezirk St. Veit an der Glan Kategorie:Geographie (Hüttenberg, Kärnten)