Leslie Feinberg (geboren am 1. September 1949 in Kansas City, Missouri; gestorben am 15. November 2014 in Syracuse, New YorkTransgender Pioneer and Stone Butch Blues Author Leslie Feinberg Has Died. In: Advocate, 17. November 2014 (englisch).) war eine US-amerikanische Literaturschaffende und galt neben Sylvia Rivera und Marsha P. Johnson als eine der bekanntesten Personen der US-amerikanischen Trans-Liberation- und LGBT-Bewegung.

Leben Leslie Feinberg wuchs in Buffalo, New York, in einer jüdischen Arbeiterfamilie auf und begann im Alter von 14 Jahren in der Schilderabteilung eines örtlichen Kaufhauses zu arbeiten. Feinberg brach daraufhin sowohl den Kontakt zu deren Familie als auch die Schule ab, erhielt aber dennoch einen Abschluss. In dieser Zeit entdeckte Feinberg das gesellschaftliche Leben der Schwulenbars in Buffalo. Feinberg wurde bei Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen und unterzog sich im Erwachsenenalter zeitweilig einer Behandlung mit Testosteron.Gekürzter Auszug aus Leslie Feinberg's Transgender Warriors. From Joan of Arc to RuPaul in der EMMA, November 2014. Feinbergs Lebensgefährtin war die lesbische Dichterin Minnie Bruce Pratt, die beiden waren 22 Jahre zusammen.

Feinberg war führendes Mitglied der amerikanischen Workers World Party und leitete die Redaktion der Zeitschrift Workers World, für die Feinberg seit 1974 tätig war. Für 15 Jahre betreute Feinberg dort den Bereich zu politischen Gefangenen. In Workers World erschien auch die Serie "Lavender & Red", in der Feinberg von 2004 bis 2008 die Zusammenhänge zwischen Sozialismus und LGBT-Geschichte betrachtete. Auf die Workers World Party wurde Feinberg mit Anfang zwanzig auf einer Demonstration für palästinensische Selbstbestimmung und Landnutzungsrechte aufmerksam. Feinberg bezeichnete sich selbst als "anti-rassistischen weißen, sekulär jüdischen, transgender, lesbischen, weiblichen, revolutionären Kommunisten aus der Arbeiterklasse". Als Mitglied der Partei organisierte Feinberg unter anderem Kundgebungen und Proteste, wie zum Beispiel den March Against Racism in Boston (1974) sowie eine landesweite Tour um Aufmerksamkeit auf die verleugnete AIDS-Epidemie zu lenken. Des Weiteren war Feinberg auf der Camp Trans engagiert und erhielt die Ehrendoktorwürde von der Starr King School for the Ministry für die Arbeiten im Bereich Transgender und sozialem Engagement.

Feinberg starb am 15. November 2014 nach einem Jahrzehnt Krankheit an den Komplikationen mehrerer Infektionen, die von Zecken übertragen wurden, darunter Borreliose, Babesiose und Protomyxzoa Rheumatica. Minnie Bruce Pratt war bei Feinbergs Tod anwesend und zeichnete die letzten Worte auf: „Remember me as a revolutionary communist“ (Erinnert euch an mich als revolutionären Kommunisten).

Wirken Feinberg schrieb über LGBT-Themen. Für den Roman Stone Butch Blues erhielt Feinberg 1994 sowohl den Stonewall Book Award als auch den Lambda Literary Award. Dieser Roman wird von Feinberg als nicht autobiographisch, sondern fiktional beschrieben. Er behandelt allerdings Themen wie eine Arbeiterkindheit im Buffalo der sechziger Jahren und Butch-Femme-Beziehungen, weshalb er oft als zumindest semi-autobiografisch eingeordnet wird. In Stone Butch Blues geht es auch um Prostitution, Sexarbeit, die Wirtschaftskrise der 1970er, sexuelle Gewalt, Diskriminierung von LGBT-Personen und eine Hormonbehandlung mit Testosteron.

Feinberg wirkte in Rosa von Praunheims Film Transexual Menace (1996) mit.

Im Frühling 2012 erhielt Feinberg die Rechte an Stone Butch Blues (und Minnie Bruce Pratts Roman Crime Against Nature) zurück, nach einem kostspieligen und langwierigen Gerichtsprozess. Feinberg entschied sich dazu, den Roman der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In PDF-Form ist er auf Feinbergs Website frei zugänglich.

Werke Transgender Liberation: A Movement Whose Time Has Come, 1992, World View Forum, ISBN 0-89567-105-0 Stone Butch Blues, 1993, San Francisco: Firebrand Books, ISBN 1-55583-853-7 Stone Butch Blues, Deutsch von Claudia Brusdeylins. 1996, Berlin: Verlag Krug & Schadenberg, ISBN 978-3-930041-35-0 (vormals unter dem Titel Träume in den erwachenden Morgen) Transgender Warriors: Making History from Joan of Arc to Dennis Rodman, 1996, Boston: Beacon Press. ISBN 0-8070-7941-3 Trans Liberation: Beyond Pink or Blue, 1999, Beacon Press, ISBN 0-8070-7951-0 Drag King Dreams, 2006, New York: Carroll & Graf, ISBN 0-7867-1763-7

Forschungsliteratur Jack Halberstam (1996): Lesbian Masculinity. Or, Even Stone Butches Get the Blues, in: Women & Performance. A Journal of Feminist Theory, Vol. 8 No. 2, S. 61–73. Cat Moses (1999): Queering Class. Leslie Feinberg's Stone Butch Blues, in: Studies in the Novel, Vol. 31 No. 1, S. 74–97. Nadyne Stritzke (2011): Subversive literarische Performativität. Die narrative Inszenierung von Geschlechtsidentitäten in englisch- und deutschsprachigen Gegenwartsromanen. Inhaltsverzeichnis, darin Kapitel 4: Leslie Feinbergs Stone Butch Blues (1993). Aufklärung und Subversion (transgender-)sexueller Begehrens- und Identitätsstrukturen, S. 251–264. Wissenschaftsverlag Trier, Trier, ISBN 9783868213003

Weblinks Leslie Feinberg Kolumne in Worker's World

Steckbrief von Leslie Feinberg beim Forum Queeres Archiv München

Einzelnachweise

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