Das Amt Schmallenberg war ein Amt im Kreis Meschede in der Provinz Westfalen und in Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurde das Amt zum 1. Januar 1975 aufgelöst.
Geschichte mini|Ehemaliges Amtshaus und ältester Teil des heutigen Rathauses mini|Siegelmarke Amt Schmallenberg Am 31. Oktober 1841 wurde die erste Landgemeindeordnung für die Provinz Westfalen eingeführt. Die bisherigen Verwaltungsbezirke und Bürgermeistereien wurden in Ämter umgewandelt. An deren Spitze des Amtes stand ein Amtmann, der von der Regierung ernannt wurde.Klaus Siebenkotten: Schmallenberg, das Gesicht einer Stadt in Vergangenheit und Gegenwart, S. 221, aus Beiträge zur Geschichte der Stadt Schmallenberg 1244–1969, Schmallenberg, 1969
Das Amt Schmallenberg entstand 1843 im Kreis Meschede aus der Bürgermeisterei Schmallenberg. Es umfasste zunächst die Stadt Schmallenberg sowie die Landgemeinden Oberkirchen und Grafschaft.Zusammensetzung der Bürgermeisterei Schmallenberg, Stand 1839 1844 kam noch die Gemeinde Wormbach aus dem Amt Fredeburg hinzu.
1894 regte der Amtmann Ferdinand von Papen (1852–1897) in einer Amtsversammlung den Bau eines Amtshauses an. Nach Zustimmung der Versammlung wurden die Bauplanungen von dem Baumeister Sander aus Hagen durchgeführt. Am 1. Januar 1897 war das Amtshaus nach eineinhalbjähriger Bauzeit bezugsfertig. 25 Jahre später war das Gebäude bereits zu klein, so dass Amtmann Kraß den Auftrag für einen An- und Umbau erhielt. Der Umbauentwurf wurde von dem Architekten Theodor Balzer erstellt. 1923 konnte der Anbau bezogen werden.Helmut Voß: Das Amtshaus von Schmallenberg wurde 100 Jahre alt, Schmallenberger Heimatblätter, S. 98 ff., 63. Ausgabe, 1996/97
1920 wurde aus Teilen von Wormbach und Grafschaft die Gemeinde Fleckenberg gebildet. Somit bestand ab diesem Zeitpunkt das Amt neben der Stadt Schmallenberg aus vier Gemeinden.
Im Jahr 1961 hatte das Amt bei einer Fläche von 164,59 km² eine Einwohnerzahl von 12.382 Menschen.
Durch das Sauerland/Paderborn-Gesetz vom 5. November 1974 wurde das Amt am 31. Dezember 1974 aufgelöst. Das gesamte Amtsgebiet mit 14.670 Einwohnern fiel an die vergrößerte Stadt Schmallenberg im neuen Hochsauerlandkreis.W. Haeser, J. Wiegel: Ein historischer Tag für Schmallenberg, 1. Januar 1975, S. 2 in Schmallenberger Heimatblätter, 39./40. Ausgabe, 1974
Einwohnerentwicklung
Jahr Einwohner Quelle 1839 3.518 Einwohnerzahl der Bürgermeisterei Schmallenberg in Ortschafts- und Entfernungs-Tabelle des Regierungs-Bezirks Arnsberg, 1841 1871 5.631 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Westfalen 1871 1885 6.227 Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen 1885 1895 6.312 Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen 1895 1910 7.225 1933 8.444 1939 9.721 1950 12.368 Volkszählung 1950 1961 12.382 Volkszählung 1961 1974 14.670
Wappen 100px|Wappen des ehemaligen Amtes SchmallenbergBlasonierung In Silber ein durchgehendes schwarzes Kreuz, belegt mit einem goldenen Schild, der zwei rote Pfähle zeigt.
Beschreibung Das schwarze Kreuz symbolisiert den früheren kurkölnischen Landesherrn, den Erzbischof von Köln, während der Schild die ausgestorbenen Edelherren von Grafschaft repräsentiert.Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen, Arnsberg 1986, S. 183 ISBN 3-87793-017-4
Amtmänner/Amtsbürgermeister/Amtsdirektoren 1841 bis 1888: Wilhelm Röper – 1897: Ferdinand von Papen 1897–1908: Wilhelm Röper (II), Sohn des Amtmannes Röper 1908: Lothar von Fürstenberg (1870–1951), übernahm anschließend die Verwaltung des Familiengutes Schloss Eggeringhausen abgerufen am 1. August 2025 1910: von Borries 1913–1937: Laurenz KraßHelmut Voß: Das Amtshaus von Schmallenberg wurde 100 Jahre alt, Schmallenberger Heimatblätter, S. 104, 63. Ausgabe, 1996/97 1937–1943: Fitz RieseWerner Haeser: Die Geschichte der Stadtsparkasse Schmallenberg 1855–1994, Seite 172, Januar 1994, Schmallenberg, Stadtsparkasse Schmallenberg (Hrsg.) 1944–1945: 21. Juli 1945 bis April 1946: Klaus Siebenkotten (Amtsbürgermeister und zugleich Stadtbürgermeister)Stadt Schmallenberg (Hrsg.): Bürger und ihre Stadt, S. 65 April 1946 bis September 1946: Albert Dameris (Amtsbürgermeister und zugleich Stadtbürgermeister; der Amtsbürgermeister war in der Zeit vom 15. Dezember 1945 bis 29. September 1946 Vorsitzender des, von der Militärregierung berufen, ersten Stadtrates) April 1946 bis 31. Juli 1957: Klaus Siebenkotten (Amtsdirektor; bis zum Ruhestand am 31. Juli 1957)Werner Haeser: Die Geschichte der Stadtsparkasse Schmallenberg 1855–1994, Seite 208, Januar 1994, Schmallenberg, Stadtsparkasse Schmallenberg (Hrsg.) 4. September 1957 - : Bernhard Scholl (Amtsdirektor)
Ergebnisse der Reichstagswahlen 1932 und 1933 Die Wahlbeteiligung im Amt Schmallenberg lag bei der Reichstagswahl am 31. Juli 1932 bei 96,5 % und am 5. März 1933 bei 82,3 %.
Partei Stimmen Reichstagswahl 1932Alfred Bruns: Oberkirchen, Gericht und Kirchspiel Oberkirchen, S. 324 ff. Stadt Schmallenberg (Hrsg.), 1981 Stimmen Reichstagswahl 1933 Sozialdemokraten 166 56 Nationalsozialisten 532 1011 Kommunisten 212 110 Zentrum 3499 2929 Deutschnationale 181 – Schwarzweißrot – 164 Deutsche Volkspartei 33 7 Wirtschaftspartei 21 – Staatspartei 7 3 Landvolk 13 – Christlicher Sozialer Volksdienst 13 3 Sonstige 20 3
Ergebnisse der Landtagswahlen 1947 und 1966 Die erste Landtagswahl am 20. April 1947 gewann die CDU. Bei der sechsten Landtagswahl am 10. Juli 1966 legte die SPD im Vergleich zur Wahl 1962 um 416 Stimmen zu. 1966 waren im Amt Schmallenberg 7983 Personen wahlberechtigt. Insgesamt beteiligten sich in dem Jahr 6626 Wähler.
Partei Stimmen Landtagswahl 1947Alfred Bruns: Oberkirchen, Gericht und Kirchspiel Oberkirchen, S. 347 ff. Stadt Schmallenberg (Hrsg.), 1981 Stimmen Landtagswahl 1966 CDU 2.440 4.441 SPD 998 1.776 KPD 104 – Zentrum 1.262 – FDP – 319
Literatur Eduard Belke, Alfred Bruns, Helmut Müller: Kommunale Wappen des Herzogtums Westfalen. Kurkölnisches Sauerland. Strobel, Arnsberg 1986, ISBN 3-87793-017-4, S. 183.
Einzelnachweise
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