Das 2. Großherzoglich Mecklenburgische Dragoner-Regiment Nr. 18 war ein Kavallerieverband des mecklenburgischen Militärs, ab 1868 innerhalb der preußischen Armee.

Geschichte und Aufstellung Aufstellung 1867 erging der Befehl des Großherzogs Friedrich Franz II. zur Errichtung eines zweiten Dragonerregiments.R. von Haber: Cavallerie des Deutschen Reiches. Derselben Entstehung, Entwicklung und Geschichte. Hellwing Verlagsbuchhandlung, Hannover 1877, 136f. Das bestehende Mecklenburgische Dragoner-Regiment teilte hierzu Mannschaften der Altersklassen 1867, 1866 und 1865 in zwei gleiche Teile. Aus einem dieser Teile formierte sich im September 1867 das „2. Großherzoglich Mecklenburgische Dragoner-Regiment Nr. 18“.Curt von Unger: Geschichte des 2. Großherzoglich Mecklenburgischen Dragoner-Regiment Nr. 18. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1892, S. 4. Nachfolgend wurde das Regiment in fünf Eskadrons gegliedert, mit einer Sollstärke von jeweils 110 Dragonern, die in der Anfangszeit allerdings nicht erreicht wurde. Es ergab sich folgende Stärke: 18 Offiziere, 61 Unteroffiziere, 16 Trompeter, 266 Dragoner und 404 Pferde.Curt von Unger: Geschichte des 2. Großherzoglich Mecklenburgischen Dragoner-Regiment Nr. 18. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1892, S. 9.

Geschichte mini|Parchimer Dragoner beim Ausritt zur Übung Mit Bildung des Norddeutschen Bundes gingen 1867 grundlegende militärische Umstrukturierungen einher. In diesem Zusammenhang traten die mecklenburgischen Verbände im selben Jahr dem IX. preußischen Armeekorps bei. Mecklenburg-Schwerin schloss am 24. Juli 1868 mit Preußen eine Militärkonvention, die den Übertritt der Offiziere in die preußische Armee regelte.Klaus-Ulrich Keubke: Eingereiht nach Rang angetreten, Der Übertritt der mecklenburgischen Offiziere in die preußische Armee 1868. Mecklenburg-Magazin, Regionalbeilage der SVZ, Landesverlags- u. Druckgesellschaft, Schwerin 1995, Nr. 21, S. 6. Am 11. September 1868 fand daher in Groß Rogahn eine Parade der 17. Division vor König Wilhelm I. statt, welche symbolisch den Beitritt in die preußische Armee besiegelte. Am 1. Oktober 1867 erhielt das Regiment die Bezeichnung „2. Großherzoglich Mecklenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 18“.

1872 wurde die Bezeichnung des Regiments kurzzeitig abgeändert. Grundlage dafür war eine Weisung des Großherzogs vom 22. Oktober, in der die Umbenennung in „Großherzoglich 2. Mecklenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 18“ veranlasst worden war. Die Entscheidung wurde wenig später revidiert. Die in der Verfügung des Generalkommandos vom 30. November 1867 gewählte Bezeichnung behielt somit ihre Gültigkeit.

Auf Grundlage der 1872 geschlossenen Militärkonvention, traten die mecklenburgischen Truppenverbände zum 1. Januar 1873 vollständig in den Etat der preußischen Armee. Besoldung und Versorgung der Soldaten gingen in die Verantwortung der preußischen Armee über, wie auch sämtliche Ausrüstung der Truppenverbände. Die Großherzöge gaben folgend ihre Befehlsgewalt ab. Eigentumsrechte an den Militärbauten und Liegenschaften blieben von der Konvention jedoch unberührt. Das Regiment war nunmehr in die preußische Armee eingegliedert worden. In Artikel 9 der Konvention wurde den mecklenburgischen Regimentern auch weiterhin der Namenszusatz „Großherzoglich Mecklenburgisch“ zugestanden.Paul von Schmidt: Der Werdegang des Preußischen Heeres. Verlag von Karl Hermann Düms, Berlin 1903, S. 301.Curt von Unger: Geschichte des 2. Großherzoglich Mecklenburgischen Dragoner-Regiments Nr. 18. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1892, S. 218. Der Helmbeschlag und die Kokarde in Landesfarben blieben ebenso erhalten.

Standort mini|Dragoner-Kaserne von 1879 in Parchim. mini|Kaserne des Reiterregiments Nr. 14 an der Cordesius- u. Flörkestraße. Garnison Parchim Die Stadt Parchim übernahm anfänglich die Verantwortung und Kosten für die Unterbringung der Dragoner. Grundlage hierfür war der am 15. Juli 1867 zwischen dem Großherzoglichen Militär-Departement und der Stadt geschlossene Vertrag.Curt von Unger: Geschichte des 2. Großherzoglich Mecklenburgischen Dragoner-Regiments Nr. 18. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1892, S. 15 ff. Auch die Unterbringung der Pferde oblag der Verantwortung der Stadt. Für die notwendigen Aufwendungen, die nicht unerheblich waren, erhielt die Stadt eine jährliche Kostenentschädigung. Ausgenommen von diesen Vereinbarungen waren die Offiziere und Beamte im Offiziersrang, für die gesonderte Quartiere bereitstanden.

Dem Regiment wurden anschließend folgende Quartierbezirke innerhalb der Stadt zugewiesen: 1. Eskadron: Neustädter Tor bis zum Neustädter Markt. 2. Eskadron: Woker Tor und der angrenzende Stadtteil. 3. Eskadron: Ziegenmarkt, Berliner-Straße, Mauerstraße und Rosenstraße. 4. Eskadron: Häuserviereck zwischen Neustädter Markt, Langestraße, Blutstraße und Mühlenstraße. 5. Eskadron: Altstädter Markt und der Lindenstraße, Rosenstraße bis zum Ziegenmarkt und der Vorplatz des Wallhotels.

Die Anzahl der Mannschaftsunterkünfte lag anfänglich bei 309, später sank diese Zahl auf 294 Quartiere. Auch für die Unterbringung der Pferde wurde gesorgt. So standen für die Parchimer Eskadrons 40 Quartierstallungen zur Verfügung.

Dem Offizierskorps wurde im selben Zeitraum im Wallhotel eine Offiziers-Speiseanstalt eingerichtet.

Dragoner-Kaserne Mit den Jahren erhöhte sich der Mannschaftsbestand stetig, daher ergab sich die Notwendigkeit der zentralen Unterbringung und räumlichen Erweiterung. 1877 begannen dann die Bauarbeiten für eine neue Dragoner-Kaserne, für deren Planung und Errichtung Intendanturbaurat Kunze und Architekt Beckmann verantwortlich waren. Die Baukosten beliefen sich auf rund eine Million Mark. Am 1. November 1879 konnte der 148 Meter lange Kasernen-Neubau in der damaligen Friedrich-Franz Straße (heute Putlitzer Straße) bezogen werden. Diese Kaserne blieb nunmehr bis 1919 die Heimstätte des 2. Großherzoglich Mecklenburgischen Dragoner-Regiment Nr. 18. Nach 1919 beherbergte die Kaserne u. a. die Angehörigen der 2. Eskadron des 14. Reiter-Regiments bzw. des Kavallerie-Regiments 14 der Wehrmacht. Letztere Einheit nutzte auch die Ende der 1930er Jahre erbaute Kasernenanlage zwischen der Flörke- und Cordesiusstraße.

Kaserne in Flammen Am 9. Juni 1888 wurde das Parchimer Kasernement Opfer eines Brandunglückes.Curt von Unger: Geschichte des 2. Großherzoglich Mecklenburgischen Dragoner-Regiments Nr. 18. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1892, S. 298. Während die Offiziere des Regiments am alljährlichen „Rittmeisterbowlen“ teilnahmen, kam es zum Brand innerhalb der Kaserne. Ausgelöst wurde der Brand des nördlichen Gebäudeflügels durch Blitzschlag. Der Brand wurde jedoch erst bemerkt, als er die Regimentskammer erreichte und diese in voller Ausdehnung brannte. Es gelang schließlich durch intensive Löscharbeiten den Brand einzugrenzen. Das Inventar der Regimentskammer und der nördliche Dachstuhl erlitten jedoch schwere Schäden, ebenso die darunter liegenden Räume durch das Löschwasser. Bereits zum 1. Oktober desselben Jahres konnten die beschädigten Gebäudeteile wiederhergestellt werden.

Offiziers-Speiseanstalt Im Zuge der Neugestaltung des Kasernement erhielten die Dragoner auch eine eigene Offiziers-Speiseanstalt. Diese wurde am 20. November 1869 eingeweiht und befand sich in einem schlichten Fachwerkhaus in der Wallallee Nr. 31, wobei der Saal im Jahr 1896 und ein kleinerer Anbau im Jahr 1937 hinzukamen. Das Gebäude war bis 1945 durchgehend in Nutzung der in Parchim garnisonierten Einheiten. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges folgte die nichtmilitärische Nutzung, als „Haus der Jungen Pioniere“. Seit 1990 befindet sich das Gebäude in Besitz des DRK.

Exerzierplatz Nach der Einquartierung in Parchim stellte die Stadt den Dragonern ein Gelände als Übungsplatz zur Verfügung. Der zur Geländeausbildung bereitgestellte Platz, ein Teil des sogenannten Blöker Feldes, lag an der Straße nach Damm. In den 1880er Jahren wurde auch ein Exerzierplatz beidseitig der Lübzer Chaussee genutzt. Dieser eignete sich aufgrund seiner Geländebeschaffenheit ausgezeichnet zum Exerzieren und Manövrieren größerer Reitermassen. Auf dem Gelände, auf dem heute der stillgelegte Flughafen Schwerin-Parchim steht, befand sich von 1914 bis 1921 das Kriegsgefangenenlager Parchim, eines der größten deutschen Kriegsgefangenenlager des Ersten Weltkriegs.

Erwähnenswert ist auch die Militärsschwimm-Anstalt am Wockersee, wo die Dragoner bei günstiger Witterung ihre Schwimmübungen abhielten.

Schießplatz 1874 wurden in den Dammer Tannen, am Westrand des Exerzierplatzes, drei Scheibenstände errichtet. Im darauffolgenden Jahr konnte auch das Schießhaus fertiggestellt werden.Curt von Unger: Geschichte des 2. Großherzoglich Mecklenburgischen Dragoner-Regiments Nr. 18. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1892, S. 235. Das Schulschießen fand von nun an auf dem regimentseigenen Schießplatz statt, wobei das Schießen auf kurzer Entfernung weiterhin auf den Schießständen im Buchholzer Forst geübt wurde.

Garnisonslazarett Das Lazarett wurde 1869 in einem vom Militärfiskus aufgekauften klassizistischen Putzbau in der Blutstraße Nr. 1 eingerichtet.Reinhard Parchmann: Militärbauten in Mecklenburg 1800–1918. (Hrsg.) Schriften des Ateliers für Porträt- und Historienmalerei, Schwerin 2001, S. 50. Die Inbetriebnahme des mit 29 Betten ausgestatteten Militärkrankenhauses erfolgte am 1. Juli 1869. 1872 wurde der Bau um einen Südflügel erweitert.

Einsatzgeschichte Deutsch-Französischer Krieg 1870/71 mini|hochkant|Oberstleutnant Ernst von Rathenow, Regimentsführer im Feldzug 1870/71

Am 16. Juli 1870 erhielt das Parchimer Dragoner-Regiment den Befehl zur Mobilmachung. Das von Major von Rathenow befehligte Regiment – 2. bis 5. Eskadron – zog folgend mit einer Stärke von 634 Dragonern und über 600 Pferden in den Krieg gegen Frankreich. Die 1. Eskadron blieb als Ersatz zurück.