Werner Linß (* 26. August 1937; † August 2012) war ein deutscher Fußballspieler. In der höchsten Spielklasse des DDR-Fußballs, der Oberliga, spielte er für die BSG Motor Steinach. Linß wurde zweimal in der DDR-A-Nationalelf aufgeboten.
Sportliche Laufbahn Gemeinschaftsstation Der später etatmäßige Innenstürmer Werner Linß begann als Schüler unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg bei der SG Steinach mit dem Fußballspielen. Schon mit 16 Jahren spielte er in der 1. Männerschaft, die inzwischen unter dem Namen BSG Motor Steinach antrat. Als Linß 1955 offiziell in den Männerbereich aufrückte, spielte seine Mannschaft in der Bezirksliga Suhl. In den folgenden Jahren konnte der gelernte Schlosser gleich zweimal den Aufstieg erleben, 1956 in die drittklassige II. DDR-Liga und 1958 in die I. DDR-Liga. Dort konnte sich Steinach jedoch nur ein Jahr halten, sodass Linß drei weitere Jahre in der Drittklassigkeit verbringen musste. Als Motor Steinach 1962 zum zweiten Mal in die I. DDR-Liga aufstieg, holte die Mannschaft zu einem Paukenschlag aus und stieg binnen einer Saison in die Oberliga auf. Die Offensivkraft war mit 25 Einsätzen in 26 möglichen Punktspielen 1962/63 maßgeblich am Sprung ins ostdeutsche Oberhaus beteiligt.
Erfolgreicher war Linß zunächst mit seiner Steinacher Mannschaft. Die Thüringer überraschten auch in ihrem ersten Oberligajahr mit einem 7. Platz noch vor dem Hauptstadtclub SC SC Dynamo Berlin, dem späteren Serienchampion BFC Dynamo. Insgesamt erwiesen sich die Steinacher jedoch als zu schussschwach und mussten nach ihrer zweiten Spielzeit im Fußballoberhaus 1965 wieder den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Einen Anteil daran hatte wohl auch Linß, der mit nur einem Treffer in beiden Spielzeiten als Stammspieler im Angriff der erfolgloseste Stürmer der Motor-Mannschaft war. Immerhin hatte er es bei insgesamt 52 Oberligapunktspielen der Steinacher auf 48 Einsätze gebracht. Außerdem wurde er in 60 Spielen der Fußball-Bezirksauswahl Suhl eingesetzt. Als Motor Steinach 1975 auch aus der zweitklassigen DDR-Liga abstieg, beendete Linß 38-jährig seine aktive Laufbahn und war später bei seiner Heimatgemeinschaft auch als Trainer tätig.
Auswahleinsätze Noch als Zweitligaspieler kam Werner Linß zu Länderspielehren. Während einer Afrikatournee der DDR-A-Nationalmannschaft im Dezember 1962 wurde er in den beiden Spielen gegen Mali (2:1) und Guinea (3:2) eingesetzt. Auf seiner Position im linken Angriffsbereich eroberten sich allerdings Henning Frenzel und Dieter Erler langfristig die Stammplätze, sodass es für Linß bei diesen beiden A-Länderspielen blieb.
Daneben kam er noch zu einem Einsatz in der ostdeutsche B-Mannschaft. 1964 wirkte er in dieser Auswahl im Länderspiel gegen Polen mit.
Statistik Ligenüberblick1955–1956 Bezirksliga Suhl1957–1958 II. DDR-Liga1959 I. DDR-Liga1960–1962 II. DDR-Liga1962/63 I. DDR-Liga1963–1965 Oberliga1965–1975 DDR-Liga
Trivia 1969 ehrte ihn die Stadt Steinach mit der Ehrenbürgerwürde.
Literatur Deutsches Sportecho: Jahrgänge 1955–1975. fuwo – Die neue Fußballwoche: Jahrgänge 1955–1976. Andreas Baingo, Michael Hohlfeld: Fußball-Auswahlspieler der DDR. Das Lexikon. Sportverlag Berlin, Berlin 2000, ISBN 3-328-00875-6, Seite 103/104. Andreas Baingo, Michael Horn: Geschichte der DDR-Oberliga. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2003, ISBN 3-89533-428-6, Seite 341. Michael Horn, Gottfried Weise: Das große Lexikon des DDR-Fußballs. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-536-8, Seite 220. Lorenz Knierim, Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Spielerlexikon 1890-1963. AGON Sportverlag, Kassel 2006, ISBN 3-89784-148-7, Seite 235/236. Hanns Leske: Enzyklopädie des DDR-Fußballs. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2007, ISBN 978-3-89533-556-3. Hanns Leske: Die DDR-Oberligaspieler. Ein Lexikon. AGON Sportverlag, Kassel 2014, ISBN 978-3-89784-392-9, Seite 298/299.
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Einzelnachweise
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