Das Waldstadion, aufgrund eines Namenssponsorings seit 1. Juli 2020 offiziell Deutsche Bank Park (zuvor Commerzbank Arena), ist ein Fußballstadion in Frankfurt am Main. Es liegt im Stadtwald im Stadtteil Frankfurt-Sachsenhausen. Das 1925 eröffnete, seither mehrfach modernisierte Stadion wurde anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 von 2002 bis 2005 als reines Fußballstadion ohne Leichtathletikanlage neu errichtet und am 15. Juni 2005 mit dem Eröffnungsspiel des FIFA-Konföderationen-Pokals, Deutschland gegen Australien, eingeweiht. Mit einer Kapazität von 60.100 Zuschauern ist es das sechstgrößte Fußballstadion in Deutschland.

Eigentümerin des Stadions ist die städtische Sportpark Stadion Frankfurt am Main Gesellschaft für Projektentwicklungen. Betreiberin war von 2005 bis 2020 die Stadion Frankfurt Management GmbH, an der Lagardère Sports Germany und die Apleona HSG Facility Management jeweils mit 50 Prozent beteiligt waren. Der Betreibervertrag und die Namensrechte der Commerzbank-Arena endeten zum 30. Juni 2020.

Hauptmieter des Stadions ist seit 1. Juli 2020 für die Dauer von 15 Jahren die Eintracht Frankfurt Fußball AG, die hier unter anderem ihre Bundesliga-Heimspiele austrägt und im Rahmen eines umfangreichen Nutzungsvertrags die Rechte für den Betrieb und die Vermarktung des Stadions hält.

Der Deutsche Bank Park umfasst neben dem Fußballstadion weitere Sportstätten. Hierzu gehören zusätzliche Fußballfelder im Bereich des Stadions, das Stadionbad, eine Beachvolleyball-Anlage und eine Turnhalle (Wintersporthalle). Anstelle der früheren Tennisanlage hat die Eintracht Frankfurt AG ihr Profi-Camp errichtet, in dem Geschäftsstelle und die Lizenzspielerabteilung untergebracht sind. Eine ehemals bestehende Radrennbahn, eine Kunsteisbahn sowie eine Minigolf-Anlage sind nicht mehr vorhanden. Der Sportpark ist über den Bahnhof Frankfurt am Main Stadion an das S-Bahn-Netz angeschlossen; die Straßenbahn bedient die Haltestelle Stadion Straßenbahn.

Das heutige Stadion Bau und Architektur mini|links|Das Stadion mit offenem Dach, rechts die beiden Medientürme mini|links|Das Stadion mit geschlossenem Dach Bei dem heutigen Stadion handelt es sich bereits um das vierte Stadion an gleicher Stelle. Es wurde im Jahr 2000 vom Hamburger Architektenbüro Gerkan, Marg und Partner in Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Ingenieuren Schlaich Bergermann und Partner konzipiert und von 2002 bis 2005 für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 erbaut. Bei laufendem Spielbetrieb wurde das Stadion abschnittsweise – Tribüne um Tribüne – neu errichtet. Offiziell wird von einem Umbau gesprochen, Website der Stadion Frankfurt Management GmbH. tatsächlich aber handelt es sich um einen Neubau an derselben Stelle.Deutsche Bank Park – Waldstadion und weitere Sportanlagen. Diskussion in: Deutsches Architektur-Forum, 6. Mai 2023.

Die jetzige Sportstätte ist ein reines Fußballstadion. Während im Vorgängerbau die Zuschauerplätze bis zu 125 Meter vom Spielfeld entfernt waren, ermöglichte der Verzicht auf die Leichtathletik-Laufbahn, die Tribünen heranzurücken – kein Platz ist weiter als 60 Meter entfernt. Die ursprünglich 51.500 Plätze verteilen sich auf zwei Ränge sowie ein zweistöckiges „Zwischenband“, in dem 74 „Business-Logen“ untergebracht sind. Bei American-Football-Spielen sowie bei internationalem Fußball werden die 8.000 Steh- in Sitzplätze umfunktioniert, was zur reduzierten Kapazität von 48.500 Zuschauern führt; In: rhein-main.net zur Fußball-WM 2006 betrug sie laut FIFA 48.000. In: fifa.com Bei Konzerten finden in dem Stadion bis zu 65.000 Besucher Platz.

Die leicht gebogenen Tribünen sind in die vorhandenen Erdwälle eingebettet. Eine integrierte Tiefgarage bietet 1800 Stellplätze. Das Stadion ist 210 m lang und 190 m breit, hat eine Bruttogeschossfläche von circa 110.000 m² sowie einen umbauten Raum von circa 480.000 m³.

Prägnantes Merkmal ist neben den beiden ca. 65 m hohen Medientürmen, die Haustechnik bergen,Retzepis, Beier, Constantinescu: Die Massivbaukonstruktion der Frankfurter Commerzbank-Arena. In: Beton- und Stahlbetonbau, Ausgabe 101, Heft 1/2006; (Online). das 37.500 m² große Zeltdach, welches einer Felge mit Speichen nachempfunden ist. Die Dachlast von 3000 t wird von 44 Hauptstützen getragen und mittels Drahtseilen über einen äußeren Druckring auf die Außenwände des Stadions abgeleitet. Das Innendach überdeckt mit 9000 m² das gesamte Spielfeld und ist nach Darstellung der Arena-Betreiber „das größte Stahl-Seil-Membran-Innendach“ der Welt. Es kann vollständig im zentral aufgehängten, 30 t schweren und 31 m³ großen Videowürfel zusammengefaltet werden. Das Stadion wird deshalb auch als „das größte Cabrio der Welt“ bezeichnet. VDI Nachrichten, 27. Januar 2006. Der Vorgang des Schließens und Öffnens des aus PVC-beschichtetem Polyestergewebe hergestellten Innendachs dauert zirka 15 bis 20 Minuten. Es darf allerdings bei Unwetter oder Schneefall nicht geschlossen sein. Das Dach der Arena bzw. die verantwortlichen Architekten und Ingenieure wurden 2007 mit dem „Outstanding Structure Award“ der IABSE ausgezeichnet.

Das verschließbare Dach ermöglicht bei Starkregen eine wettergeschützte Durchführung von Veranstaltungen; allerdings gab es zunächst noch einige Probleme mit der Anlage: So sammelte sich im Juni 2005 beim Finale des Konföderationen-Pokals der Regen, der mit bis zu sieben Litern pro Quadratmeter vom Himmel fiel, aufgrund einer fehlerhaften Verspannung des Dachtragewerks in einer Mulde, floss durch ein Überlaufventil im Bereich der Eckfahne ab und weckte Erinnerungen an die „Wasserschlacht“ der WM 1974. Im Liga-Alltag versagte im Oktober 2005 der Öffnungsmechanismus aufgrund eines Hydraulikfehlers. Das Regenwasser sammelte sich in den Falten des halboffenen Dachs und strömte punktuell auf den Rasen. Weitere Pannen gab es seither nicht mehr; üblicherweise aber bleibt das Dach bei Bundesligaspielen geöffnet.

Das Stadion ist architektonisches Vorbild für die Arena Națională in der rumänischen Hauptstadt Bukarest, die im August 2011 fertiggestellt wurde.Neubau des Nationalstadions Lia Manoliu in Bukarest. max-boegl.de. Eine sehr ähnliche schließbare Dachkonstruktion hat auch das Nationalstadion in Warschau. Beide Stadien wurden vom selben Architekturbüro GMP entworfen wie die Frankfurter Arena.

Im November 2023 wurde der Umbau des Oberrangs der Nordwestkurve vollendet. Dort, wo vorher Sitzplätze zu finden waren, wurde nun ein weiterer Stehplatzblock eröffnet. Begründet wurde diese Veränderung einerseits damit, dass sich nun mehr Zuschauer an der Stimmung der aktiven Fanszene beteiligen könnten. Andererseits könne man damit auch Familien und wirtschaftlich schwächer aufgestellten Fans einen Besuch im Stadion ermöglichen. Damit wurde die Kapazität des Deutsche Bank Park auf 58.000 erhöht. Im Zuge dieses Umbaus wurde auch die Anzahl der Plätze für Menschen im Rollstuhl erhöht und die Barrierefreiheit im Allgemeinen verbessert. Mit Beginn der Saison 2026/27 beträgt die Kapazität 60.100 Zuschauer. Damit ist das Stadion das sechstgrößte Deutschlands.

Heutige Nutzung Das neue Waldstadion ist primär als Fußballstadion konzipiert, kann aber auch für andere Rasensportarten wie American Football sowie für Großveranstaltungen genutzt werden. Die Haupttribüne bietet Räumlichkeiten, die für Tagungen, Kongresse und andere Veranstaltungen vermarktet werden. Mit mehr als einer Million Besuchern jährlich zählt das Stadion zu den bestbesuchten Stadien Deutschlands.

mini|links|Außenansicht während des Konföderationen-Pokals 2005 Das neue Stadion wurde offiziell beim FIFA-Konföderationen-Pokal 2005, dem Testlauf für die Weltmeisterschaft 2006, eröffnet. Erstes Spiel im neuen Waldstadion war das Eröffnungsspiel Deutschland gegen Australien (Endstand 4:3) am 15. Juni 2005. Danach folgten zwei weitere Gruppenspiele sowie das Finale Brasilien gegen Argentinien (Endstand 4:1).

Fußball Hauptnutzer der neuen Arena ist die Fußballmannschaft von Eintracht Frankfurt, die seit Einführung der Fußball-Bundesliga 1963 ihre Heimspiele im Waldstadion bestreitet. Den bislang höchsten Sieg im neuen Stadion erzielte die Eintracht im Spiel gegen Düsseldorf in der Saison 2018/19, das Spiel endete 7:1. In der Saison 2006/07 empfing die Eintracht bei den UEFA-Pokal-Spielen gegen Brøndby IF (4:0), US Palermo (1:2) und Newcastle United (0:0) erstmals internationale Vereinsmannschaften im neuen Waldstadion.

Nach der Fusion des 1. FFC Frankfurt mit der Eintracht im Jahr 2020 trugen die nun in der Bundesliga spielenden Eintracht-Frauen ihr erstes Pflichtspiel gegen Werder Bremen im Deutsche Bank Park aus. Weitere Spiele am letzten Spieltag der Saison 2020/21 gegen Wolfsburg sowie der Saisonauftakt zur Saison 2022/23 gegen Bayern München folgten. Das letztere Spiel stellte mit 23.200 Zuschauern einen neuen Rekord für ein Spiel der Frauen-Bundesliga auf, knapp 10.000 Menschen mehr als beim bisherigen Rekord aus dem Jahr 2014.

Daneben dient das Stadion aber auch als Ausweichort für Heimspiele anderer Mannschaften: Der 1. FSV Mainz 05 bestritt die Qualifikationsspiele zum UEFA-Pokal 2005/06 gegen den armenischen Vertreter MIKA Aschtarak und gegen Keflavík ÍF aus Island sowie das Spiel der 1. Runde gegen den FC Sevilla im Waldstadion.

Die heimischen Fußball-Frauen des 1. FFC Frankfurt besiegten im Stadion am 24. Mai 2008 im Finalrückspiel des UEFA Women’s Cup den Umeå IK mit 3:2, gewannen zum dritten Mal den Europapokal und stellten mit 27.500 Zuschauern auch einen neuen Rekord im Frauen-Vereinsfußball auf.FFC holt UEFA-Pokal. kicker.de. Der SV Wehen Wiesbaden spielte die ersten Spieltage der Saison 2007/08 der 2. Fußball-Bundesliga in dem Stadion, da der eigene Neubau der Brita-Arena noch nicht fertiggestellt war. Aufgrund des Neubaus des Stadions am Bornheimer Hang musste der FSV Frankfurt in der Saison 2008/09 der 2. Fußball-Bundesliga ebenfalls ins Waldstadion ausweichen, und bereits im August 1974 trug Kickers Offenbach sein Bundesliga-Heimspiel gegen Bayern München im Frankfurter Waldstadion aus.

Auch der türkische Verband richtete bereits mehrere Spiele in der Arena aus. Im Frankfurter Stadion gewann Beşiktaş Istanbul 2006 den türkischen Super-Cup mit einem 1:0 gegen Galatasaray Istanbul, zudem fanden auf Grund der Platzsperre durch die UEFA in der Arena die Qualifikationsspiele zur Fußball-Europameisterschaft 2008 gegen Malta (Endstand 2:0 für die Türkei), gegen Moldawien (5:0 für die Türkei) und gegen Norwegen (Endstand 2:2) statt.

Das Stadion war außerdem Spielort der Fußball-Weltmeisterschaften 1974 und 2006, der Fußball-Europameisterschaft 1988 und 2024 sowie des Konföderationen-Pokals 2005 (inkl. Finale). Hierbei ist insbesondere das bei der WM 1974 als „Wasserschlacht von Frankfurt“ bekannte Zwischenrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen zu nennen, das trotz eines aufgrund starker Regenfälle nahezu unbespielbaren Platzes von der FIFA ausgetragen wurde. Vier Jahre später musste das Länderspiel Deutschland gegen Ungarn hingegen in der 60. Minute beim Stand von 0:0 wegen erneut widriger Wetterverhältnisse, diesmal starken Nebels, abgebrochen werden. Als weiteres bedeutendes Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft im Frankfurter Waldstadion gilt ein 9:3-Sieg gegen Rumänien am 14. Juli 1940, bei dem der damals 19-jährige Fritz Walter, später Ehrenspielführer der Nationalelf, mit drei Toren sein Länderspieldebüt gab. In: faz.net Des Weiteren fanden fünf DFB-Pokal-Endspiele im ehemaligen Waldstadion statt (1966, 1969, 1976, 1982 und 1984). Bei der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 war die Arena unter anderem Austragungsort des Finales.

Das Stadion und die Stadt Frankfurt erhielten den Zuschlag für das Finale der UEFA Europa League 2027.