mini|Schloss Uebigau Stadtseite. Das Schloss Uebigau ist das jüngste Schloss im Landkreis Elbe-Elster und befindet sich im historischen Stadtkern von Uebigau. Es wurde im neobarocken Stil errichtet und weist Elemente des Jugendstils auf. Hinter dem Gebäude schließt sich ein etwa zwei Hektar großer Schlosspark aus dem 19. Jahrhundert an.

Geschichte

1864 erwarb der Berliner Bauunternehmer Johannes August Schmidt das Rittergut 2. Teils vom Vorbesitzer Heinrich Pinkerneil,Karl Friedrich Rauer: Hans-Matrikel der in sämmtlichen Kreisen des Preussischen Staats auf Kreis- und Landtagen vertretenen Rittergüter. Selbstverlag, Berlin 1857, S. 361. ließ ein altes Wohnhaus abreißen und 1864/65 ein Herrenhaus als „Schwarzbau“ errichten.

Anschließend wechselten die Besitzer mehrfach und in schneller Folge (Friedrich Hürche, Max von Schönberg, Carl Böhm). 1867 bis mindestens 1878 war Moritz Rutschmann aus Finsterwalde Besitzer des Grundstückes. Er war beschäftigt beim Bau der Bahnlinie Falkenberg-Cottbus.

1886 gestaltete der neue Besitzer, Premieur-Leutnant und KompanieführerBeihefte Militär-Wochenblatt 1896. Mit: Namensverzeichniß der Festversammlung zur Kaiserproklamation in der Spiegelgalerie des Schlosses zu Versailles am 18. Januar 1871, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1896, S. 56. im 1. Nassau. Inf. Regiment Nr. 87, Georg von Bismarck,Georg Schmidt: Das Geschlecht von Bismarck. In: Johannes von Penzler: Geschichte des Fürsten Bismarck in Einzeldarstellungen. Verlag Trewendt, Berlin 1908, S. 223. Nr. 374. welcher standesgemäß im Johanniterorden war,C. Herrlich: Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg. Jahrgang 31, Nr. 27, Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin, 2. Juli 1890, S. 159. das Schloss wohnlicher. Er war verheiratet mit der aus Uebigau stammenden Helene von Thünen (* 1890) und nannte sich zudem von Bismarck-Uebigau.R. v. Mosch: Deutsches Adelsblatt. Wochenschrift für die Aufgaben des Deutschen Adels. Jahrgang 8 (VIII), №. 2, Verlag G & G, Berlin, Sonntag, den 12. Januar 1890, S. 28. Herr von Bismarck war zuletzt Hauptmann a. D. und nahm an der Festversammlung zur Kaiserproklamation in der Spiegelgalerie des Schlosses zu Versailles am 18. Januar 1871 teil.Theodor Toeche-Mittler: Die Kaiserproklamation in Versailles am 18. Januar 1871. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, 1896, S. 66. 1898 ist Paul Besckow als Besitzer vermerkt.Quelle der korrigierten Jahreszahlen: Klaus Wackernagel, Falkenberg/Elster. mini|hochkant=0.4|Wappen der Bock von Wülfingen. Anschließend wurde das Haus mit Gut an Major Ernst Bock von Wülfingen (1858–1925),Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1953. Band I, Band 5 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1953, , S. 19–21. Bruder des Georg Bock von Wülfingen, verkauft, der dem Schloss sein heutiges Aussehen verlieh. Dazu ließ er nach Plänen des Leipziger Architekten Gustav Pflaume 1904 den Mitteltrakt aufstocken und ihm ein Mansarddach sowie einen Dachturm aufsetzen. Der ursprüngliche, parkseitige Turm wurde mit einer Zwiebelhaube versehen. 1904 wurde im Schlosspark ein Gewächshaus gebaut und 1909/1910 ein Gärtnerhaus errichtet.

Um 1922 betrug die Größe des Gutes 107 ha, davon 7 ha Wald. Der Eigentümer Ernst Bock von Wülfingen war inzwischen kgl. sächs. Oberstleutnant a. D., Pächter der Schwiegersohn Rittmeister a. D. Felix Ferdinand von Bomhard (1892–1983). Man unterhielt nebenbei 12 Pferde und einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb.Oskar Köhler, Gustav Wesche, H. Krahmer: Landwirtschaftliches Güter-Adreßbuch der Provinz Sachsen. 1922. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter und Güter von ungefähr 20 ha herab mit Angabe der Gutseigenschaft, des Grundsteuerertrages, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. Hrsg. Mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer zu Halle a. S., In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band V, (Paul Niekammer), 3. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1922, S. 142–143. Der Offizier Felix von Bomhardt übernahm dann später das Gut ganz von seinem Schwiegervater.Vgl. Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1972. Band X, Band 52 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1972, S. 74. Nach anderen genealogischen Quellen behielt seine Ehefrau Maria-Elisabeth von Bomhard geb. Bock von Wülfingen das Gut, weil ihr älterer Bruder Jobst Bock von Wülfingen 1916 als sächsischer Oberleutnant im Krieg blieb. Bomhard, NachfahreGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1910. Jahrgang 4, Justus Perthes, Gotha 1909, S. 71. eines Generals, dessen älterer Bruder Adolf von Bomhard nachmals SS- und Polizei-General wurde, hatte 1917 Maria-Elisabeth Bock von Wülfingen in Uebigau geheiratet. Ihre gemeinsamen vier ältesten Kinder sind im Herrenhaus Uebigau geboren worden. Felix von Bomhard war zuletzt als Oberstleutnant Leiter der Wehrersatz-Inspektion in Leipzig, zudem Ehrenritter des Johanniterordens und Chronist seines Familienverbandes.Derselbe: [Felix von Bomhard]: Stammtafel der Familie von Bomhard. Hrsg. Geschlechtsverband der Familie v. Bomhard, München 1926. Er führte den 111 ha großen Besitz als Erbhof und wurde 1945 enteignet. Oberst a. D. Felix von BomhardOberst Felix von Bomhard war weiterhin als AutorWorldCat Derselbe: Von Felix von Bomhard: Nachkommen des Ernst von Bomhard 1758–1842. Selbstverlag, Prien 1965. aktiv, wurde Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände für Land- und Forstwirtschaft in Bayern und erhielt später den Bayerischen Verdienstorden.

Im Jahr 1951 wurde eine Jugendherberge im Schloss eingerichtet. Seit 1990 wird diese als „städtische Schlossherberge“ genutzt. Sanierungen fanden 1996/97 sowie 2000 im Innenbereich statt. 2010/2011 wurden Schlosshof und Parterre neu gestaltet.

Galerie

Literatur Gerhard Vinken, u. v. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. 1. Auflage, Hrsg. Georg Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 2000, S. 1070. Matthias Donath: Schlösser zwischen Elbe und Elster. In: Edition Sächsische Zeitung, Schlösser in Sachsen. Redaktions- und Verlags-Gesellschaft Elbland, Meißen 2007.Werk ist ohne ISBN.

Weblinks

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Fußnoten und Einzelnachweise

Uebigau Kategorie:Betriebsstätte eines Beherbergungsbetriebes Kategorie:Baudenkmal in Uebigau-Wahrenbrück Kategorie:Bauwerk in Uebigau-Wahrenbrück Kategorie:Bauwerk im Elbe-Elster-Land Kategorie:Wohngebäude im Landkreis Elbe-Elster Uebigau-Wahrenbruck Kategorie:Unternehmen (Landkreis Elbe-Elster)