Thomas Müller (* 13. September 1989 in Weilheim in Oberbayern) ist ein deutscher Fußballspieler. Er spielte von seinem elften Lebensjahr bis 2025 beim FC Bayern München und ist mit 756 Pflichtspieleinsätzen Rekordspieler des Vereins. 2013 gewann er das Triple aus UEFA Champions League, deutscher Fußballmeisterschaft und DFB-Pokal und 2020 das „Sextuple“ aus Meisterschaft, DFB-Pokal, UEFA Champions League, DFL-Supercup, UEFA-Super-Cup und FIFA-Klub-Weltmeisterschaft. Mit insgesamt dreizehn deutschen Meisterschaften ist er (gemeinsam mit Manuel Neuer) der Spieler mit den meisten deutschen Meistertiteln. Mit 35 gewonnenen Titeln ist er einer der erfolgreichsten deutschen Fußballspieler. Müller war von 2010 bis 2024 deutscher Nationalspieler und hat mit 131 gespielten Partien von allen deutschen Nationalspielern die drittmeisten Länderspieleinsätze. 2014 wurde er mit der deutschen Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister. Seit August 2025 steht er als Offensivspieler in der Major League Soccer bei den Vancouver Whitecaps unter Vertrag.
Leben Thomas Müller war in seiner Schulzeit Ministrant in seinem Heimatort Pähl im Pfaffenwinkel.Viele Promis waren Messdiener, dpa/FAZ, 24. September 2014, abgerufen am 2. Oktober 2014 Er besuchte das Gymnasium Weilheim, das er 2008 mit dem Abitur abschloss. Sein jüngerer Bruder Simon (* 1992) begann wie er seine Fußballlaufbahn beim TSV Pähl und ist bei der SG Wielenbach/Pähl als Mittelfeldspieler in der Kreisliga aktiv.
Thomas Müller ist seit November 2009 mit der Dressurreiterin Lisa Müller verheiratet und züchtet mit dieser gemeinsam Pferde. Beide besitzen auch eine Reitanlage in der Gemeinde Otterfing südöstlich von München.Warum Thomas Müller keine Kinder hat? Plant er überhaupt, Vater zu werden? Erklärt, Tribuna.com, 22. November 2023. Abgerufen am 7. August 2024FC-Bayern-Urgestein Thomas Müller privat: Frau, Kinder, Karriere – Informationen zum ehemaligen DFB-Star, abendzeitung-muenchen.de, 15. Juli 2024. Abgerufen am 7. August 2024 Im Juni 2026 gab das Paar bekannt, sich vor einiger Zeit getrennt zu haben. Thomas Müller ist (gemeinsam mit Madeleine Winter-Schulze) Eigentümer des Schimmelwallachs Checker 47, auf dem der Springreiter Christian Kukuk bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris im Einzelwettbewerb die Goldmedaille errang.
Vereinskarriere Jugendzeit und Anfänge beim FC Bayern München (bis 2009) Müller, der sowohl als Stürmer als auch im offensiven Mittelfeld eingesetzt wird, wechselte 2000 vom TSV Pähl, wo er in Saison 1999 120 Tore erzielte, zu den D-Junioren des FC Bayern München, trainierte aber zunächst weiterhin meist bei seinem Ausbildungsverein. Beim FC Bayern durchlief er anschließend alle Jugendmannschaften. Mit den A-Junioren der Bayern wurde er in der Saison 2006/07 Meister der A-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest und Zweiter in der Endrunde der deutschen A-Junioren-Meisterschaft, wobei er im Halbfinale und im Finale jeweils ein Tor erzielte. In der Saison 2007/08, seiner letzten Spielzeit bei den Junioren, erzielte er in 26 Spielen 18 Tore, womit er gemeinsam mit Julian Schieber (VfB Stuttgart) hinter Rahman Soyudoğru (21 Tore) vom SC Freiburg zweitbester Torschütze der Süd/Südwest-Staffel wurde. Ab dem Frühjahr 2008 wurde er parallel auch in der zweiten Mannschaft in der drittklassigen Regionalliga Süd eingesetzt. Am 7. März 2008 gab er dort sein Debüt und erzielte ein Joker-Tor.
Zu Beginn der Spielzeit 2008/09 in der neu gegründeten bundesweiten 3. Liga wurde Müller in den Kader der zweiten Mannschaft übernommen, absolvierte jedoch gleichzeitig einen Teil der Vorbereitung mit dem Bundesliga-Kader von Trainer Jürgen Klinsmann. Er hatte am 15. August 2008 (1. Spieltag der Bundesligasaison 2008/9) sein Debüt in der Bundesliga: er wurde beim 2:2 im Heimspiel gegen den Hamburger SV in der 80. Minute für Miroslav Klose eingewechselt. Danach spielte er fast ausschließlich in der zweiten Mannschaft und schoss in 32 Spielen 15 Tore. Gegen Ende der Spielzeit kam er zu drei weiteren Einwechslungen im Erstligateam. Zudem gab er am 10. März 2009 sein Debüt in der Champions League, als er beim Achtelfinalrückspiel gegen Sporting Lissabon in der 72. Minute für Bastian Schweinsteiger eingewechselt wurde, zwei Minuten später ein Tor vorbereitete und in der 90. Minute das Tor zum 7:1-Endstand erzielte.
Stammspieler und das „Vize“-Triple (2009–2012) Zur Saison 2009/10 erhielt Müller, der den deutschen Fußballspieler Gerd Müller zu seinen Vorbildern zählt,Gartenschläger, Lars: Was Joachim Löw an Nelson Mandela bewundert. In: welt.de, 6. Juni 2012. Abgerufen am 15. Juni 2012. einen Profivertrag mit Laufzeit bis 2011. Unter dem neuen Bayern-Trainer Louis van Gaal entwickelte Müller sich in seiner ersten vollständigen Bundesligasaison zum Stammspieler. Am 12. September 2009 erzielte er seine ersten beiden Bundesligatore beim 5:1-Sieg im Auswärtsspiel gegen Borussia Dortmund und rückte danach in die Startformation auf. Drei Tage später debütierte er in der Startelf des FCB im Champions-League-Auswärtsspiel gegen Maccabi Haifa; dort traf er zweimal. Am 1. Mai 2010 (33. Spieltag) erzielte er alle drei Tore beim 3:1-Sieg über den VfL Bochum und führte damit die Vorentscheidung zur Meisterschaft 2010 herbei. Neben der deutschen Meisterschaft gewann er mit dem FC Bayern München auch den DFB-Pokal und erreichte das Finale der UEFA Champions League, das der FCB aber mit 0:2 gegen Inter Mailand verlor. Müller absolvierte alle 34 Ligaspiele (29-mal von Beginn) und hatte mit seinen 19 Toren in 52 Pflichtspielen Anteil an den Erfolgen seiner Mannschaft.
Trotz einiger Angebote ausländischer Vereine bekundete Müller vor der Saison 2010/11, langfristig beim FC Bayern München bleiben zu wollen. Auch in seiner zweiten vollen Bundesligasaison kam Müller in allen 34 Saisonspielen zum Einsatz und erzielte im Saisonverlauf erneut 19 Pflichtspieltreffer. Insgesamt verlief die Saison für den Rekordmeister aber weniger erfolgreich. Die Bundesligasaison beendete man auf dem dritten Platz; auch in DFB-Pokal (Halbfinalaus) und Champions League (Ausscheiden im Achtelfinale) konnte man die guten Vorjahresergebnisse nicht bestätigen.
In der Saison 2011/12 galt er auch unter dem neuen Trainer Jupp Heynckes als einer der zuverlässigsten Spieler im Team. Zwar stand er nicht mehr ganz in vorderster Reihe und kam nur siebenmal (sowie je zweimal in Pokal und Champions League) erfolgreich zum Abschluss, spielte aber weiterhin eine wichtige Rolle im offensiven Mittelfeld. Am 31. März 2012 absolvierte Müller im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg seinen 100. Bundesligaeinsatz für Bayern München. Am Ende der Spielzeit hatte er zum dritten Mal in Folge in allen 34 Saisonspielen und damit in 102 Bundesligaspielen in Folge gespielt. Dazu kam er in drei Jahren bis auf eine Gruppenrundenpartie in allen Champions-League- und auch in allen DFB-Pokal-Partien zum Einsatz. Die Saison blieb für den FC Bayern München allerdings titellos, nachdem er in der Bundesliga den zweiten Platz belegte und das Pokalfinale gegen Borussia Dortmund verlor. In der Champions League stand Müller mit dem FC Bayern München in seinem zweiten Finale und erzielte den zwischenzeitlichen Führungstreffer im Spiel gegen den FC Chelsea. Das Finale wurde letztendlich im Elfmeterschießen verloren, so dass der FC Bayern München die Saison mit drei zweiten Plätzen beendete.
Zweifacher Gewinn des Triple und Rekord von elf Meisterschaften in Serie (2012–2023) mini|hochkant|Thomas Müller im Champions-League-Spiel bei ZSKA Moskau am 30. September 2014
Obwohl Müllers ununterbrochene Serie von Ligaeinsätzen früh in der Saison 2012/13 geendet hatte und er in insgesamt sechs Saisonspielen nicht eingesetzt worden war, kam er am Ende der Spielzeit auf 13 Ligatreffer. Am 28. Spieltag sicherte er sich mit dem FC Bayern München so früh wie noch nie die Meisterschaft in der Bundesliga. Am 25. Mai 2013 gewann er mit dem FC Bayern München im Londoner Wembley-Stadion das Finale der UEFA Champions League mit 2:1 gegen Borussia Dortmund. Er war im Wettbewerb mit acht Toren bester Torschütze des FC Bayern und hatte vor allem beim 7:0 (nach Hin- und Rückspiel) im Halbfinale gegen den FC Barcelona mit drei Toren erheblichen Anteil am Finaleinzug seines Vereins. Mit dem Sieg im DFB-Pokal-Finale am 1. Juni 2013 gewann Müller mit dem FC Bayern als erstem deutschen Fußballverein das Triple im Herrenfußball. Insgesamt stellte er mit 23 Pflichtspieltoren eine persönliche Bestmarke auf, obwohl er auf weniger Einsätze gekommen war als in den drei Spielzeiten zuvor.
Unter dem neuen Trainer Pep Guardiola kam Müller in der Saison 2013/14 zwar häufiger als in den Vorjahren nur als Einwechselspieler zum Einsatz, konnte seine Torquote aber weiter steigern. So kam er auf insgesamt 26 Pflichtspieltore und trug dazu bei, den Vorjahresrekord der am frühesten feststehenden Meisterschaft in der Bundesliga noch einmal zu verbessern. Im DFB-Pokal erzielte Müller acht Treffer, darunter das Tor zum 2:0-Endstand in der Verlängerung im Pokalfinale gegen Dortmund. In der Champions League misslang dem FC Bayern München zwar die Titelverteidigung, die Mannschaft gewann aber im Saisonverlauf mit dem UEFA Super Cup gegen den FC Chelsea und der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2013 im Finale gegen Raja Casablanca zwei weitere Titel.
mini|hochkant|Thomas Müller während eines Trainings von Bayern München, 2015 In der Saison 2014/15 gewann Müller mit dem FC Bayern München zum dritten Mal in Folge die deutsche Meisterschaft. Zum vierten Mal erreichte er dabei seine persönliche Bestmarke von 13 Ligatreffern. Weitere acht Tore erzielte er in der Champions League und im DFB-Pokal, scheiterte aber mit seinem Team in beiden Wettbewerben im Halbfinale. Am 6. Spieltag der UEFA-Champions-League-Saison 2014/15 erzielte Müller seinen 24. Treffer in der Champions League und löste damit Mario Gómez (23 Treffer) als erfolgreichsten Torschützen des FC Bayern in diesem Wettbewerb ab. Am 21. April 2015 erzielte er im Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Porto seinen 27. Treffer in der Champions League und wurde damit auch erfolgreichster deutscher Torschütze des Wettbewerbs, einzig Gerd Müller war zunächst mit 34 Treffern im Vorgänger-Wettbewerb Europapokal der Landesmeister noch erfolgreicher.
Zur Saison 2015/16 wurde Müller nach Philipp Lahm und Manuel Neuer zum dritten Kapitän des FC Bayern ernannt. Mit dem 4:0-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart am 7. November 2015 erreichte er seinen 150. Bundesliga-Sieg im 209. Bundesliga-Spiel und ist damit nach Georg Schwarzenbeck der jüngste Spieler, dem 150 Siege in der Bundesliga gelangen. Kein Spieler in der Bundesliga benötigte dafür so wenige Spiele wie er. Mit einem 4:0-Heimsieg gegen Olympiakos Piräus am 24. November 2015 erreichte er als jüngster Spieler seinen 50. Sieg in der UEFA Champions League. Am 16. März 2016 traf Müller im Achtelfinale beim 4:2-Sieg n. V. gegen Juventus Turin in der Nachspielzeit zum 2:2. Dies war sein 35. Treffer in der Champions League, womit er Gerd Müller als erfolgreichsten deutschen Torschützen im höchsten europäischen Vereinswettbewerb ablöste. Am 19. April 2016 trug Müller beim 2:0-Sieg im Pokal-Halbfinale gegen Werder Bremen mit zwei Toren zum Finaleinzug bei und erzielte dabei seinen 150. Pflichtspieltreffer im 347. Pflichtspiel. Am vorletzten Spieltag wurde die vierte deutsche Meisterschaft in Folge perfekt gemacht; mit seinen 20 Saisontoren in der Bundesliga stellte Müller einen neuen persönlichen Rekord auf. Beim Pokalsieg am 21. Mai 2016 gegen Borussia Dortmund nach 4:3 im Elfmeterschießen verwandelte Müller den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 3:2 und gewann zum vierten Mal das Double. 2018 gewann er zum sechsten Mal in Folge die deutsche Meisterschaft. 2019 und 2020 gewann er mit dem FC Bayern zum siebten und achten Mal in Folge die deutsche Meisterschaft.
mini|Thomas Müller neben Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (2019)