Die Panicoideae sind eine Unterfamilie der Süßgräser (Poaceae). Sie ist vorwiegend tropisch und subtropisch verbreitet und umfasst wichtige Kulturpflanzen wie Zuckerrohr (Saccharum officinale) und den Mais (Zea mays) sowie verschiedene Hirsearten.
Beschreibung Vegetative Merkmale Die Vertreter der Panicoideae sind einjährige oder ausdauernde Pflanzen, die Rhizome und Ausläufer bilden und häufig Rasen bilden. Sie sind vorwiegend krautige Pflanzen. Die Halme sind meist voll, seltener hohl. Die Laubblätter stehen zweizeilig (distich). Die abaxiale Ligula ist meist fehlend, selten als Haarkranz vorhanden. Die adaxiale Ligula ist ein Häutchen oder ein Haarkranz, seltener fehlend. Die Blattspreiten sind relativ breit bis schmal, manchmal scheinbar gestielt. Die Blattnervatur ist parallel. Die Blattscheiden sind meist nicht geöhrt. Ein adaxiales Palisadenparenchym fehlt. Kranz-Anatomie ist vorhanden oder fehlt. Die Mittelrippe ist einfach, seltener komplex. Die Stomata haben dreieckige oder kuppelförmige Nebenzellen. Es gibt zweizellige Mikrohaare.
Generative Merkmale Die Blütenstände sind Ähren, Trauben oder Rispen, oder auch Kombinationen von diesen. Bei den Andropogoneae gibt es außerhalb der Ährchen Brakteen. Die Ährchen sind zwittrig oder seltener eingeschlechtig, in diesem Fall sind die Pflanzen dann diözisch oder monözisch. Es gibt meist zwei Hüllspelzen, ein steriles Blütchen und ein fertiles Blütchen. Die Ährchen sind am Rücken zusammengedrückt, seltener nicht oder seitlich. Die Ährchen zerfallen zur Reife unterhalb der Hüllspelzen (bei den Arundinelleae oberhalb), oder es brechen die Infloreszenz-Achsen auseinander. Die Deckspelze hat meist keine Makrohaare. Falls sie begrannt ist, dann nur mit einer Granne. Die Vorspelze ist ausgebildet bis fehlend (bei Andropogoneae). Die Lodiculae sind paarig, manchmal auch fehlend, frei, fleischig und meist kahl. Es gibt drei Staubblätter. Der Fruchtknoten ist meist kahl, Anhängsel an der Spitze fehlen. Die zwei Griffel sind frei bis verwachsen.
Die Karyopsen haben meist kurze Narben. Das Endosperm ist hart, ohne Fette, die Stärkekörner sind meist einfach, seltener zusammengesetzt. Der Embryo ist meist groß, ein Epiblast fehlt meist, die Scutellum-Spalte ist vorhanden. Der Mesokotyl-Knoten ist verlängert. Die Blattränder beim Embryo überlappen sich meist.
Chromosomensätze und Stoffwechselwege Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 5, (7), 9, 10, (12, 14).
Es gibt unter den Panicoideae sowohl C3- wie auch C4-Pflanzen (PCK-, NAD-ME und NADP-ME-Typ), wie auch C3/C4-Intermediäre.
Systematik und Verbreitung Die Unterfamilie Panicoideae ist vor allem in den Tropen und Subtropen verbreitet, etliche Arten kommen auch in den gemäßigten Gebieten vor.
Die Schwestersippe der Panicoideae sind die Centothecoideae. In der Umschreibung der Grass Phylogeny Working Group umfasst die Unterfamilie rund 3270 Arten. Die Panicoideae werden in sieben Triben unterteilt:
mini|Tribus Andropogoneae: Andropogon gerardii mini|Tribus Andropogoneae: Andropogon virginicus mini|Tribus Andropogoneae: Bothriochloa barbinodis mini|Tribus Andropogoneae: Bothriochloa ewartiana mini|Tribus Andropogoneae: Hiobsträne (Coix lacryma-jobi) mini|Tribus Andropogoneae: Hyparrhenia hirta mini|Tribus Andropogoneae: Miscanthus oligostachyus mini|Tribus Andropogoneae: Chinaschilf (Miscanthus sinensis) mini|Tribus Andropogoneae: Wilde Sorghumhirse (Sorghum halepense) mini|Tribus Andropogoneae: Sorghumhirse (Sorghum bicolor) mini|Tribus Andropogoneae: Mais (Zea mays) Tribus Andropogoneae Agenium : Die nur drei Arten sind von Bolivien bis Argentinien und Paraguay verbreitet. Anadelphia : Die etwa 14 Arten sind in Afrika verbreitet. Andropogon : Die etwa 117 Arten sind in den Tropen und Subtropen weitverbreitet. Andropterum : Sie enthält nur eine Art: Andropterum stolzii : Sie ist von Tansania bis ins südliche tropische Afrika verbreitet. Apluda : Sie enthält nur eine Art: Apluda mutica : Sie kommt von Mauritius und Sokotra bis Taiwan und Neukaledonien vor. Apocopis : Das Verbreitungsgebiet der etwa 16 Arten reicht von Indien bis China und Malesien. Arthraxon : Die etwa 22 Arten sind in den Tropen und Subtropen der Alten Welt bis nach Zentralasien weitverbreitet. Asthenochloa : Sie enthält nur eine Art: Asthenochloa tenera : Sie kommt auf den Philippinen und von Java bis zum zentralen Malesien vor. Bhidea : Sie enthält nur drei Arten, die in Indien beheimatet sind. Bothriochloa : Sie enthält etwa 34 Arten, die Gattung ist kosmopolitisch verbreitet. Zu ihr gehört: Bartgras (Bothriochloa ischaemum ): Es ist in Eurasien und im nordwestlichen Afrika verbreitet. Silber-Bartgras (Bothriochloa saccharoides ): Sie ist in vier Unterarten von den südlichen Vereinigten Staaten bis ins tropische Südamerika verbreitet. Capillipedium : Sie umfasst etwa 17 Arten, die in Afrika, im tropischen und subtropischen Asien bis zu den Inseln im Pazifik verbreitet sind. Chasmopodium : Sie enthält nur zwei Arten, die im tropischen Afrika beheimatet sind. Chionachne : Die etwa neun Arten sind im tropischen Asien bis Hainan und im nördlichen Australien verbreitet. Chrysopogon : Die etwa 48 Arten sind in den Tropen bis Subtropen der Alten Welt, auf pazifischen Inseln und in Nordamerika und in der Karibik weitverbreitet. Hierher gehört auch: Goldbart (Chrysopogon gryllus ): Er kommt von Frankreich, Italien, der Schweiz und Österreich bis Yunnan vor. Clausospicula : Sie enthält nur eine Art: Clausospicula extensa : Sie kommt im nördlichen Australien vor. Cleistachne : Sie enthält nur eine Art: Cleistachne sorghoides : Sie kommt von Äthiopien bis ins südliche Afrika, auf der südlichen Arabischen Halbinsel und in Indien vor. Coix : Die nur drei Arten sind in Asien von Indien und Malesien bis Taiwan und im nördlichen Queensland weitverbreitet. Hierher gehört auch mit vier Varietäten: Hiobsträne (Coix lacryma-jobi ): Sie ist von Indien bis Taiwan und Malesien weitverbreitet. Zitronengräser (Cymbopogon ): Die etwa 53 Arten sind in den Tropen bis Subtropen der Alten Welt weitverbreitet. Dichanthium : Die etwa 20 Arten sind in den Tropen bis Subtropen der Alten Welt weitverbreitet. Diheteropogon : Die vier Arten sind in Afrika und Madagaskar verbreitet. Dimeria : Die etwa 60 Arten sind in Asien, auf der Arabischen Halbinsel, auf Madagaskar, in Australien und auf Inseln im westlichen Pazifik weitverbreitet. Elionurus : Die etwa 15 Arten sind von Afrika bis Indien, Papuasien bis Australien und in der Neotropis weitverbreitet. Elymandra : Die etwa sechs Arten sind im südöstlichen Brasilien und vom tropischen bis ins südliche Afrika verbreitet. Eremochloa : Die etwa 13 Arten sind vom tropischen bis subtropischen Asien und in Queensland verbreitet. Eriochrysis (Syn.: Leptosaccharum ): Die etwa zehn Arten sind von Afrika bis Indien und in der Neotropis verbreitet. Euclasta (Syn.: Indochloa ): Die etwa zwei Arten vom tropischen Afrika bis Myanmar und von Mexiko bis ins tropische Südamerika verbreitet. Eulalia : Das Verbreitungsgebiet der etwa 31 Arten reicht von Äthiopien bis zum südlichen Afrika, vom tropischen und subtropischen Asien bis Australien und zu Inseln im westlichen Indischen Ozean. Eulaliopsis : Das Verbreitungsgebiet der zwei Arten reicht von Afghanistan bis Taiwan. Exotheca : Sie enthält nur eine Art: Exotheca abyssinica : Sie kommt in Indochina und von Eritrea bis zum tropischen südlichen Afrika vor. Germainia : Die etwa neun Arten sind vom tropischen bis subtropischen Asien und im nördlichen Australien verbreitet. Glyphochloa : Die etwa elf Arten sind in Indien verbreitet. Hemarthria : Das Verbreitungsgebiet der etwa 12 Arten reicht von den Tropen und Subtropen der Alten Welt bis zum westlichen Australien. Hemisorghum : Das Verbreitungsgebiet der zwei Arten umfasst Indien, Sri Lanka und Indochina. Heteropogon : Das Verbreitungsgebiet der etwa fünf Arten reicht von Süd- und Mitteleuropa bis zu den Tropen und Subtropen. Homozeugos : Das Verbreitungsgebiet der etwa fünf Arten umfasst Tansania, Angola, Malawi und Sambia. Hyparrhenia : Das Verbreitungsgebiet der etwa 56 Arten umfasst die ganzen Tropen und Subtropen. Hyperthelia : Das Verbreitungsgebiet der sechs Arten umfasst das tropische und südliche Afrika sowie Madagaskar. Imperata : Das Verbreitungsgebiet der etwa 11 Arten umfasst die Tropen und Subtropen. Ischaemum (Syn.: Digastrium ): Die etwa 85 Arten sind in den Tropen und Subtropen weit verbreitet. Iseilema : Das Verbreitungsgebiet der etwa 24 Arten reicht vom tropischen Asien bis Australien. Kerriochloa : Sie enthält nur eine Art: Kerriochloa siamensis : Sie kommt in Thailand und in Vietnam vor. Lasiurus : Sie enthält nur eine Art: Lasiurus scindicus : Sie kommt von der Sahara bis ins nordwestliche Indien vor. Lophopogon : Die Heimat der nur zwei Arten ist Indien. Loxodera : Das Verbreitungsgebiet der fünf Arten ist das tropische Afrika. Manisuris : Sie enthält nur eine Art: Manisuris myurus : Sie kommt in Indien vor. Microstegium : Das Verbreitungsgebiet der etwa 25 Arten reicht von Uganda bis zum südlichen Afrika, dem tropischen und subtropischen Asien bis zu den Inseln im Pazifik. Miscanthus : Das Verbreitungsgebiet der etwa 15 Arten reicht von Uganda bis zum südlichen Afrika, vom tropischen Asien bis Ostasien und bis zu den Inseln im Pazifik. Mnesithea : Das Verbreitungsgebiet der etwa sechs Arten reicht vom tropischen und subtropischen Asien bis zu den Inseln im nordwestlichen Pazifik und bis Australien. Monocymbium : Das Verbreitungsgebiet der drei Arten umfasst das tropische und südliche Afrika. Ophiuros : Das Verbreitungsgebiet der vier Arten umfasst das nordöstliche tropische Afrika und reicht von den Tropen und Subtropen Asiens bis zum nördlichen Australien. Oxyrhachis : Sie enthält nur eine Art: Oxyrhachis gracillima : Sie kommt in Sierre Leone, von Nigeria bis Kamerun, von Tansania bis in südliche Afrika und in Madagaskar vor. Parahyparrhenia : Das Verbreitungsgebiet der sechs Arten reicht vom tropischen Westafrika bis zur Sahara und dem Sudan und umfasst Indien und Indochina. Phacelurus : Das Verbreitungsgebiet der etwa zehn Arten umfasst das tropische und südliche Afrika und reicht von Südosteuropa bis Indochina und Japan. Pogonachne : Sie enthält nur eine Art: Pogonachne racemosa : Sie kommt in Indien vor. Pogonatherum : Die etwa vier Arten kommen in Madagaskar, auf der Arabischen Halbinsel, von Afghanistan bis Japan und bis zum tropischen Asien und auf den Marianen vor. Darunter die Art: Zimmerbambus (Pogonatherum paniceum ) Polliniopsis : Sie enthält nur eine Art. Diese wird auch als Microstegium somae zu Microstegium gestellt wird. Sie kommt in Anhui, in Fujian und von den Nansei-Inseln bis Taiwan vor. Polytoca (Syn.: Cyathorhachis ): Die nur zwei Arten sind von Assam bis zum südlichen China verbreitet und eine davon kommt auch in Neuguinea vor. Polytrias : Sie enthält nur eine Art: Polytrias indica : Sie kommt vom tropischen Westafrika bis Kamerun, auf den Seychellen und vom tropischen und subtropischen Asien bis zu den Inseln des westlichen Pazifik vor. Pseudanthistiria : Das Verbreitungsgebiet der drei Arten reicht von Indien und Sri Lanka bis Thailand und Myanmar. Pseudodichanthium : Sie enthält nur eine Art: Pseudodichanthium serrafalcoides : Sie kommt in Oman und in Indien vor. Pseudopogonatherum : Die etwa sieben Arten kommen vom tropischen und subtropischen Asien bis zum nördlichen Australien vor. Pseudosorghum : Die zwei Arten sind vom tropischen Asien bis China verbreitet. Rhytachne : Die etwa zwölf Arten sind im tropischen und südlichen Afrika, auf Madagaskar und vom südlichen Mexiko bis zum tropischen Südamerika weitverbreitet. Rottboellia : Das Verbreitungsgebiet der etwa sechs Arten umfasst die Tropen und Subtropen der Alten Welt. Rubimons , die aber vielleicht zu Miscanthus zu stellen ist: Sie enthält nur eine Art: