Alexandra Engelhardt, geborene Alexandra Demmel, (* 29. Dezember 1982 in Schifferstadt) ist eine deutsche Ringerin.
Werdegang Alexandra Engelhardt begann 1996 unter ihrem Geburtsnamen Alexandra Demmel erst mit 13 Jahren, also für eine Ringerin verhältnismäßig spät, beim TSV St. Wolfgang in Sankt Wolfgang mit dem Ringen. Später wechselte zum SV Siegfried Hallbergmoos und seit 2006 ist sie Angehörige der KSG Ludwigshafen und trainiert in Schifferstadt. In ihrer Laufbahn wurde bzw. wird sie von Andreas Buchhorn, Behcet Selimoglu, Rainer Kamm, Waldemar Galwas und Jörg Helmdach trainiert. Sie ist Angehörige der Bundeswehr und trainiert in der Sportfördergruppe Bruchsal. 2005 heiratete Alexandra Demmel ihren Sportkameraden Peter Engelhardt aus Nürnberg und wurde Mutter eines Sohnes. In ihrer Freizeit fährt sie gerne Snowboard.
Als ersten größeren Erfolg in ihrer Laufbahn kann sie im Jahre 2000 einen dritten Platz bei der deutschen Meisterschaft in der Gewichtsklasse bis 46 kg Körpergewicht (KG) verzeichnen. 2001 wurde sie erstmals deutsche Meisterin in der Gewichtsklasse bis 50 kg KG. 2002, 2003 und 2004 wurde sie in der Gewichtsklasse bis 51 kg KG deutsche Vizemeisterin, 2002 hinter Jessica Bechtel, KSG Ludwigshafen und 2003 und 2004 hinter Brigitte Wagner vom SV Siegfried Hallbergmoos. 2005 musste sie wegen ihrer Schwangerschaft pausieren und 2006 wurde sie hinter Brigitte Wagner, nachdem sie ihr Gewicht, das sich durch die Schwangerschaft und die trainingsfreie Zeit stark erhöht hatte, um 16 kg reduziert hatte, wieder deutsche Vize-Meisterin in der Gewichtsklasse bis 51 kg KG. Von 2007 bis 2011 wurde sie dann fünfmal in Folge deutsche Meisterin, immer in der Gewichtsklasse bis 51 kg KG.
Ihren ersten Einsatz bei einer internationalen Meisterschaft hatte Alexandra Engelhardt (Demmel) im Jahre 2001. Sie nahm an der Europameisterschaft in Budapest teil und belegte dort mit einem Sieg über Liliana Schterewa, Bulgarien und einer Niederlage gegen Sofia Poumpouridou aus Griechenland einen guten fünften Platz. 2001 bestritt sie auch die Junioren-Weltmeisterschaften (Juniors) in Martigny/Schweiz und kam dort in der Gewichtsklasse bis 50 kg KG nach Niederlagen gegen Iwona Matkowska, Polen und Ngangbam Devi, Indien u. einem Sieg über die Türkin Sebiha auf den siebten Platz.
Im Jahre 2003 gewann sie dann ihre erste Medaille bei einer internationalen Meisterschaft. Sie gewann bei der Europameisterschaft in Riga in der Gewichtsklasse bis 51 kg KG über Innessa Rebar aus der Ukraine und über Victoria Bucheri, Italien, verlor gegen Natalja Karamtschakowa aus Russland und besiegte im Kampf um eine EM-Bronzemedaille Anne Catherine Deluntsch aus Frankreich. Bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in New York besiegte Alexandra Demmel Emese Szabó aus Ungarn, hatte dann aber das Pech auf die vielfache Weltmeisterin Chiharu Ichō aus Japan zu treffen, gegen die sie verlor. Sie schied dadurch aus und belegte den zehnten Platz.
In den Jahren 2004 und 2005 kam Alexandra Dremmel zu keinen internationalen Einsätzen. 2004 kam sie auf nationaler Ebene nicht an Brigitte Wagner vorbei und 2005 aus den bereits geschilderten Umständen. Im April 2006 startete sie aber bereits wieder bei der Europameisterschaft in Moskau und kämpfte sich dort in der Gewichtsklasse bis 51 kg KG mit Siegen über Natalja Smirnowa aus Russland, Marta Podedworna aus Polen und Maria de Mar Segrano Barcelo aus Spanien bis in das Finale vor, in dem sie allerdings der Französin Vanessa Boubryemm unterlag. Sie wurde damit Vize-Europameisterin 2006. Bei der Weltmeisterschaft 2006 trainierte sie in die Gewichtsklasse bis 48 kg KG ab. In ihrem ersten Kampf gelang ihr dort ein sensationeller Sieg über die amtierende Europameisterin Lilija Kaskarakowa aus Russland, in ihrem nächsten Kampf unterlag sie allerdings gegen Marina Markewitsch aus Belarus, womit sie ausschied und nur den 13. Platz belegte.
Im Jahre 2007 belegte Alexandra Engelhardt sowohl bei der Europameisterschaft in Sofia, als auch bei der Weltmeisterschaft in Baku in der Gewichtsklasse bis 51 kg KG den fünften Platz, wobei sie in den Kämpfen um die Bronzemedaillen gegen Emese Barka aus Ungarn und gegen Anne Cathrine Deluntsche jeweils knapp nach Punkten unterlag. 2008 entschloss sie sich, in die Gewichtsklasse bis 48 kg KG abzutrainieren, weil in der Gewichtsklasse bis 51 kg KG ihre alte Rivalin, die frühere Weltmeisterin Brigitte Wagner, ihren Startplatz behauptete. Bei der Europameisterschaft in Tampere zeigte sich jedoch, dass das starke Abtrainieren nicht ohne Substanzverlust geschehen kann. Alexandra Engelhardt verlor in Tampere gegen Burcu Kebic aus der Türkei und landete auf dem 15. Platz. Bei den Qualifikations-Turnieren in Edmonton und Haparanda für die Olympischen Spiele in Peking belegte sie jeweils den dritten Platz. Diese Plätze reichten aber nicht aus, um sich einen der 20 Startplätze zu sichern. Sie profitierte aber von einer kurzfristigen Entscheidung des Ringer-Weltverbandes, die ihr einen Quotenplatz zugestand. In Peking verlor sie aber schon in ihrem ersten Kampf gegen Tatjana Bakatjuk aus Kasachstan und erreichte den 14. Platz.
Nach einem elften Platz bei der Europameisterschaft 2009 in Vilnius, wo sie gegen Francine De Paola aus Italien verlor, siegte sie bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres in Herning/Dänemark über Kyle Bremner aus Australien und Kim Hyung-joo aus Südkorea, verlor aber gegen Sofia Mattsson aus Schweden und Hong Di aus der Volksrepublik China und kam damit auf den siebten Platz. 2010 gewann Alexandra Engelhardt dann bei der Europameisterschaft in Baku nach einer Niederlage gegen Sofia Mattsson mit Siegen über Hafize Sahin aus der Türkei und Natalja Budu aus Moldawien wieder eine Bronzemedaille. Bei der Weltmeisterschaft dieses Jahres konnte sie verletzungsbedingt nicht an den Start gehen.
Bei den Europameisterschaften 2011 in Dortmund siegte sie über Melek Atakol aus der Türkei, erlitt aber in ihrem nächsten Kampf gegen Estera Dobre aus Rumänien eine schwere Schulterverletzung und verlor diesen Kampf deswegen nach Punkten. Da Estera Dobre das Finale erreichte, hätte Alexandra Engelhardt in der Trostrunde weiterkämpfen können, ihre Verletzung ließ aber einen Kampf gegen Karlaina Tjapko aus Lettland nicht zu. Sie schied dadurch aus und kam auf den siebten Platz. Nach der Ausheilung dieser Verletzung gewann sie bei den Europameisterschaften 2012 Bronze. Bei den Olympischen Spielen in London schied sie im Achtelfinale nach einer Niederlage gegen Mayelis Caripá aus Venezuela aus.
Internationale Erfolge