Katharina Molitor (* 8. November 1983 in Bedburg, Nordrhein-Westfalen) ist eine ehemalige deutsche Speerwerferin und Volleyballspielerin. Ihr größter sportlicher Erfolg ist der Titelgewinn im Speerwurf bei den Weltmeisterschaften 2015 in Peking.

Berufsweg Molitor studierte zunächst auf Lehramt in den Fächern Geographie und Sport an Gymnasien und Gesamtschulen an der Bergischen Universität Wuppertal. Nachdem die Doppelbelastung durch das umfangreiche Studium zunahm und die erforderlichen Leistungen im Training nicht mehr abrufbar waren, wechselte sie 2018 auf Grundschul-Lehramt für Sport und Sozialwissenschaften.Zwei Spitzensportlerinnen der Bergischen Uni in Peking dabei In: presse-archiv.uni-wuppertal.de, 8. August 2008, abgerufen via web.archive.org am 16. Dezember 2022.Molitor, Katharina (2022 Internet Initiative Leverkusen e. V.) In: leverkusen.com, abgerufen am 18. Dezember 2022.

Sportliche Laufbahn Karriere Leichtathletik Jugend Katharina Molitor begann in ihrem Heimatort beim TV Bedburg mit der Leichtathletik. Ihr Jugendtrainer Franz Inden sorgte für eine vielseitige Ausbildung.Die Jungen abgehängt In: Kölner Stadt-Anzeiger, 21. August 2008, abgerufen via web.archive.org am 27. September 2022. Im Juni 1997 erzielte Molitor beim Ballwurf eine Weite von 52 Metern, mit der sie noch heute die Bestenlisten im Kreis Köln bei den Schülerinnen AW14 und W15 anführt.Gold im Speerwerfen für Molitor In: faz.net, 30. August 2015 (mit Hinweis/Beleg: 52 Meter Ballwurf Juni 1997), abgerufen am 6. September 2022. Ihre Vielseitigkeit stellte die Rheinländerin auch beim Leichtathletik-Club Jugend 07 Bergheim unter Beweis. So führte sie die Vereinsbestenliste 2000 bei der weiblichen B-Jugend sowohl in sämtlichen Laufdisziplinen als auch beim Vier- und Siebenkampf an; ihre damaligen Leistungen in den Wurfdisziplinen waren sogar in der Frauenklasse führend.Bestenliste 2000 weibliche B-Jugend Leichtathletikverband Nordrhein (inoffiziell, nicht vollständig und ohne Gewähr) In: namica.tripod.com, abgerufen am 27. September 2022. Ihre sportlichen Erfolge setzten sich in der Altersklasse der A-Jugend fort, 2001 unter anderem mit dem Titel der Deutschen A-Jugend-Meisterin und dritten Plätzen bei der A-Jugend-DM im Kugelstoßen.

2003–2005 2003 wechselte Molitor zum Leichtathletikverein Bayer Leverkusen, wo sie sich unter Helge Zöllkau auf den Speerwurf spezialisierte. 2005 wurde sie bei den U23-Europameisterschaften mit 57,01 m Zweite.

2007–2008 Bei der Sommer-Universiade 2007 in Bangkok belegte sie mit 58,19 m den sechsten Platz.Women's Javelin Throw Final; Results In: fisu.net, 14. August 2007 (PDF; 0,1 MB), abgerufen via web.archive.org am 23. Dezember 2022. Im Jahr darauf, im März beim Winterwurf-Europacup (englisch: 2008 European Throwing Cup) in Split, gewann Molitor mit einer persönlichen Bestweite von 58,26 m die Silbermedaille im Einzelwurf sowie (mit dem Ergebnis des Einzelwurfs) eine weitere Silbermedaille als Mitglied in der Gruppe BResults – 8th European Cup Winter Throwing In: tilastopaja.org (englisch), 16. März 2008, abgerufen via web.archive.org am 3. Oktober 2022.European Throwing Cup – 2008, Women’s Javelin throw – 15 March 2008 In: the-sports.org (englisch), abgerufen am 13. Februar 2023. des Frauen-Teams. Zwei Monate danach folgte eine neue Bestleistung von 61,74 m; das bei den Werfertagen in Halle erzielte Ergebnis bedeutete zudem eine bessere Qualifikationsweite gegenüber Linda Stahl sowie die Nominierung für die Olympischen Spiele 2008 in Peking als dritte deutsche Speerwerferin neben Christina Obergföll und Steffi Nerius, obschon Molitor bei den Deutschen Meisterschaften mit 59,02 m nur Vierte hinter Stahl geworden war.108. Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften; Ergebnisliste In: leichtathletik.de, 24. September 2008 (PDF; 0,4 MB), abgerufen am 20. September 2022. In Peking konnte Molitor – im Gegensatz zu Obergföll, die acht Jahre später nachträglich die Silbermedaille zugesprochen bekamObergföll bekommt Silber zugesprochen In: spiegel.de, 13. September 2016, abgerufen am 24. Dezember 2022. sowie Nerius als spätere Viertplatzierte – die nach der Nominierung in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen: Mit 59,64 m bildete sie das Schlusslicht der FinalteilnehmerinnenImmerhin Bronze In: welt.de, 22. August 2008 (PDF; 0,3 MB), abgerufen via web.archive.org am 24. Dezember 2022. beziehungsweise kam nachträglichSteffi Nerius erreicht vierten Platz bei Olympischen Spielen In: leverkusen.com, 13. September 2016, abgerufen am 27. September 2022. auf Rang sieben.

2009 Beim Winterwurf-Europacup, der traditionell im März sowie 2009 – in Los Realejos auf Teneriffa, Spanien – zum neunten Mal ausgetragen wurde, konnte das Team der deutschen Frauen die Bronzemedaille gewinnen; Molitors Beitrag dazu war ein Wurf von 59,75 m, eine Weite, die ihr selbst keinen Podestplatz als Einzelwerferin einbrachte. Anfang Juli gewann sie in Ulm mit einer ähnlichen Weite (59,64 m) auf Platz drei ihre erste Meisterschaftsmedaille. Den nächsten internationalen Wettkampf bestritt Molitor vier Tage später mit der Teilnahme an der Sommer-Universiade 2009 in Belgrad, Serbien; im Finale musste sie sich mit 59,41 m und knappen drei Zentimetern Team-Mitglied Mareike Rittweg geschlagen geben, die die Bronzemedaille gewann.Women's Javelin Throw Final; Results In: fisu.net (PDF; 0,3 MB), 9. Juli 2009, abgerufen via web.archive.org am 26. Dezember 2022.

2010 Ende Juni 2010 steigerte Molitor im heimischen Leverkusener Stadion ihre Vorjahresweite von 62,69 m auf 64,53 m;64,53 Meter – Katharina Molitor wirft EM-Norm In: leichtathletik.de, 25. Juni 2010, abgerufen via web.archive.org am 14. Februar 2023. mit der neuen persönlichen Bestleistung übertraf sie die geforderte Europameisterschaftsnorm von 61,00 Metern deutlich und reihte sich auf Platz fünf der europäischen Jahresbestenliste direkt hinter der nationalen Rekordhalterin (68,63 m) Christina Obergföll ein.64,53 Meter: Der Knoten bei Katharina Molitor ist geplatzt In: leverkusen.com, 25. Juni 2010, abgerufen am 28. Dezember 2022. Bei den Deutschen Meisterschaften 2010 in Braunschweig konnte sich Molitor schließlich mit 64,27 m gegen Obergföll und Stahl durchsetzen – ihr zweitbester Wurf der Saison markierte sowohl ihren ersten Meistertitel als auch die Teilnahme an den Europameisterschaften 2010 in Barcelona. Mit 63,81 m und Platz vier blieb die Wiederholung des Erfolgs über die interne Konkurrenz jedoch erneut aus – mit einem deutschen Doppelsieg triumphierten Molitors Teamkollegin und neue Europameisterin Linda Stahl (66,81 m) sowie Christina Obergföll (65,58 m) auf Platz zwei.Javelin Women Results Final In: sportresult.com, 29. Juli 2010 (PDF; 60 KB), abgerufen via web.archive.org am 27. Dezember 2022.

2011–2012 Bei den Weltmeisterschaften 2011 in Daegu wurde Molitor hinter Christina Obergföll (65,24 m) mit 64,32 m VierteJavelin Throw women; Final Result In: worldathletics.org (englisch), abgerufen am 26. Dezember 2022. – drei Wochen zuvor hatte sie in Kassel mit 64,67 m eine neue persönliche Bestleistung geworfen und musste sich bereits dort der überragenden Obergföll geschlagen geben, die mit 68,86 m einen neuen deutschen Meisterschaftsrekord aufstellte. Die Europameisterschaften 2012 im Jahr darauf hielten für Molitor mit 60,99 m einen fünften Platz bereit,Ergebnisse Frauen – Speerwurf In: sportschau.de, 1. Juli 2012, abgerufen via web.archive.org am 27. September 2022. wobei ihr zum Höhepunkt der Saison, den Olympischen Spielen 2012 in London, eine Steigerung auf 62,89 m entsprechend Rang sechs gelang.

2013 Molitors dritte Teilnahme beim Winterwurf-Europacup in Castellón de la Plana, Spanien, hatte 2013 mit einem Ergebnis von 59,73 m auf Rang vier weder eine Einzelmedaille noch eine Podestplatzierung für das Frauen-Team zu verzeichnen. Dem misslungenen Saisonstart folgte im Mai eine beachtliche Steigerung bei den Werfertagen in Halle – die Weltmeisterschafts-Qualifikationsweite von 63,55 m einschließlich dem Ergebnis zwei Monate später beim Meeting in Luzern (62,16 m) sollte jedoch im Verlauf der Saison die Ausnahme bleiben. So reihte sich neben Würfen von größtenteils unter 60 Metern, erzielt bei diversen einheimischen sowie internationalen Challenge-Wettbewerben,Katharina Molitor / Results / 2013 / By Event In: european-athletics.com, abgerufen am 31. Januar 2023. auch Molitors zweite Weltmeisterschaftsteilnahme Mitte August in Moskau in die Liste unterdurchschnittlicher Ergebnisse ein: Nach der B-Qualifikationsrunde verfehlte sie mit 60,32 m auf Platz acht knapp das Finale.World Athletics Championships Moskva (Luzhniki) – Javelin Throw women, Group B, 16 Aug 2013 10:55 In: worldathletics.org (englisch), 16. August 2013, abgerufen am 6. September 2022.

2014 Mitte März, zu Beginn der Saison 2014, ging Molitor nach 2008, 2009 und 2013 erneut beim Winterwurf-Europacup (2014 European Throwing Cup) an den Start – in Leiria gewann sie mit dem Frauen-Team die Goldmedaille, zudem stand sie zum zweiten Mal bei diesen Wettbewerben als Einzelwerferin auf dem Podest und sicherte sich hinter Linda Stahl (61,20 m) mit 60,97 m die Silbermedaille.European Throwing Cup – 2014, Women’s Javelin throw – 15 March 2014 In: the-sports.org (englisch), abgerufen am 24. September 2022. Den Abschluss der Saison bildete Platz neun bei den Europameisterschaften 2014 in Zürich – im „Letzigrund“ reichten Molitors 58,00 m nicht aus, um ins Finale der besten acht Werferinnen zu kommen.Results Javelin Throw Women Final In: amazonaws.com, 14. August 2014 (PDF; 0,13 MB), abgerufen via web.archive.org am 27. Dezember 2022. Die dem Formtief geschuldete Zurückstellung des Studiums an der Universität sowie die Konzentration auf ein intensiviertes Training sollte die entscheidende Wende zum „Wurf ihres Lebens“ (throw of her lifetime) einleiten.

2015 Wie schon in der vorangegangenen Saison stationierte der Winterwurf-Europacup (2015 European Throwing Cup) in Leiria, Portugal; wieder gingen die Podestplätze über Linda Stahl und Katharina Molitor – gegenüber dem Vorjahr jeweils ein Platz tiefer entsprechend Silber und Bronze, jedoch mit besseren Weiten (Stahl: 62,12 m; Molitor: 62,08 m)European Throwing Cup – 2015, Women’s Javelin throw – 14 March 2015 In: the-sports.org (englisch), abgerufen am 13. Februar 2023. und erneutem Gesamtsieg für das Frauen-Team. Im Juli verbesserte Molitor beim Meeting in Luzern ihre vier Jahre alte Bestleistung auf 66,40 mSpitzen Leichtathletik 2015 Luzern; Results In: spitzenleichtathletik.ch (PDF 0,2 MB), 14. Juli 2015, abgerufen am 28. Dezember 2022. – die neue persönliche Bestleistung kurz zusammengefasst: Meeting-Rekord,Spitzen Leichtathletik Luzern; Meetingrekorde In: spitzenleichtathletik.ch, abgerufen am 28. Dezember 2022. Jahresbeste in Europa und Vierte der Welt.Molitor has a night to remember In: european-athletics.com (englisch), 16. Juli 2015, abgerufen am 28. Dezember 2022.„Mein Angriff ist wirklich gefürchtet“ In: faz.net, 16. Dezember 2015, abgerufen am 29. September 2022. Eine Bestätigung der Form gelang zwei Wochen später in Nürnberg mit dem Gewinn ihres zweiten nationalen Meistertitels;115. Deutsche Meisterschaften; Ergebnisliste Speerwurf Frauen – Finale In: sportresult.com, 26. Juli 2015 (PDF; 0,1 MB), abgerufen via web.archive.org am 26. Dezember 2022. der Siegerweite von 65,40 m folgte die Nominierung zur Teilnahme an den Weltmeisterschaften.

Dort gewann sie im Nationalstadion von Peking ihren ersten internationalen Titel.Report: women’s javelin final – IAAF World Championships, Beijing 2015 In: worldathletics.org (englisch), 30. August 2015, abgerufen am 3. September 2022. Mit diesem Wurf war Molitor 2015 die Weltjahresbeste,Senior Outdoor 2015 – Javelin Throw Women In: worldathletics.org, abgerufen am 17. Oktober 2022. ihre Weite wurde auch bei den nachfolgenden (vier) Weltmeisterschaften nicht mehr übertroffen.