300px|mini|Lage mini|Panoramaluftaufnahme des namensgebenden Pfarrdorfs Veitsbronn Veitsbronn (fränkisch: „Faidsbrun“W. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth, S. 98 f.) ist eine Gemeinde im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung und der Verwaltungsgemeinschaft Veitsbronn, dessen Mitglied die Gemeinde ist.

Geographie Veitsbronn liegt an der Zenn.

Nachbargemeinden Die Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Obermichelbach Fürth Seukendorf Cadolzburg Langenzenn Puschendorf Tuchenbach

Gemeindegliederung Es gibt sieben Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Bernbach (Dorf) Kagenhof (Dorf) Kreppendorf (Dorf) Raindorf (Dorf) Retzelfembach (Dorf) Siegelsdorf (Dorf) Veitsbronn (Pfarrdorf)

Die Einöden Bach- und Veitsmühle zählen zum Gemeindeteil Veitsbronn.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Horbach (Gemarkungsteil 2), Tuchenbach (Gemarkungsteil 1) und Veitsbronn. Die Gemarkung Veitsbronn hat eine Fläche von 10,189 km². Sie ist in 3080 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3308,00 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Bernbach, Kagenhof, Kreppendorf und Siegelsdorf.

Geschichte Der Ort wurde ca. 1350 als „Prunn“ erstmals urkundlich erwähnt, wenig später „Vites prunne“ zur besseren Unterscheidung von Orten gleichen Namens (Brunn (Emskirchen), Brunn (Nürnberg)). Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Heilige Veit, der zugleich Patron der Dorfkirche war. Das Grundwort ist das mittelhochdeutsche Wort „brunne“ (= Brunnen, Quelle), womit wohl ein linker Nebenfluss der Zenn gemeint war.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 229.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Veitsbronn aus 25 Anwesen (5 Höfe, 14 Güter, 4 Häuser, 2 Mühlen). Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Stadtvogteiamt Langenzenn aus. Alle Anwesen hatten das brandenburg-ansbachische Kastenamt Cadolzburg als Grundherrn.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 183.

Im Jahre 1792 fiel die Markgrafschaft Ansbach – und damit auch Veitsbronn – an Preußen und dann 1806 an das Königreich Bayern. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Veitsbronn gebildet. Zu der I. Sektion gehörten Bachmühle, Bernbach, Kreppendorf, Siegelsdorf und Veitsmühle, zu der II. Sektion Retzelfembach und Tuchenbach. Im selben Jahr wurde die Ruralgemeinde Veitsbronn gegründet, die deckungsgleich mit der I. Sektion des Steuerdistrikts war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 234. Ab 1862 gehörte Veitsbronn zum Bezirksamt Fürth (1939 in Landkreis Fürth umbenannt) und zum Landgericht Fürth (ab 1876 Stadt- und Landgericht Fürth, 1879 in das Amtsgericht Fürth umgewandelt). Die Finanzverwaltung wurde 1870 vom Rentamt Fürth übernommen (1919 in Finanzamt Fürth umbenannt). Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 10,190 km².

Eingemeindungen Im April 1953 wurde Kagenhof von der Gemeinde Horbach nach Veitsbronn umgegliedert. Bei der Auflösung der Gemeinde Horbach am 1. Mai 1978 kam Raindorf zu Veitsbronn (der Rest zu Langenzenn). Am 1. Januar 1980 wurde der Retzelfembach von der Gemeinde Tuchenbach eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Veitsbronn Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2007 2011 2016Einwohner 405 409 452 471 490 521 497 539 528 567 605 674 679 747 742 759 865 1246 1957 2202 3308 4334 5461 6261 6215 6602HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und von 1871 bis 2016 als Wohngebäude. 67 72 74 84 92 92 104 204 443 1148 1720Quelle Für die Gemeinde Veitsbronn zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bernbach (S. 9), Kreppendorf (S. 50), Siegelsdorf (S. 86). Veitsbronn: 284 Einwohner, Bachmühle: 6 E., Veitsmühle: 7 E. Veitsbronn: 276 Einwohner, 45 Wohngebäuden; Bachmühle: 9 E., 1 Wgb.; Veitsmühle: 9 E., 2 Wgb.

Ort Veitsbronn mit Bach- und Veitsmühle Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2022Einwohner 236 240 284 297 294 306 357 728 948 1674 2388 3504Häuser 40 43 48 51 53 71 143 486 Quelle

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat hat 20 Mitglieder ohne den Ersten Bürgermeister: CSUSPD WBHFW Gesamt 2002 8 7 3 2 20 Sitze2008 8 9 2 1 20 Sitze2014 9 7 4 – 20 Sitze2020 9 6 5 – 20 Sitze

Bürgermeister Marco Kistner (CSU), der hauptamtliche Erste Bürgermeister, gewann am 8. März 2026 gegen Jörg Lehnberger von der SPD und tritt am 1. Mai 2026 nun seine dritte Amtszeit an. Bereits 2014 und 2020 hatte es dieses Duell gegeben, beide Male gewann Marco Kistner.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-weiß-blau.

Partnergemeinden Gemeindepartnerschaften bestehen mit : Leukersdorf, einem Ortsteil von Jahnsdorf im Erzgebirge und : Sovicille in der Provinz Siena.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Wehrkirchhof, Ostmauer mit Schießscharten und Wehrgang Baudenkmäler

St. Veit (Veitsbronn): In die südliche Seite der Ummauerung des ehemaligen Wehrkirchhofes ist ein Durchgang als Kriegerdenkmal für die Toten des Ersten Weltkriegs eingearbeitet. Die restaurierte Wehrmauer ist im Osten und Norden bis zur Mauerkrone erhalten; die hochgelegenen Schießscharten und der innen umlaufende Wehrgang lassen die ursprüngliche Anlage erahnen. Die Kirche mit östlichem Chorturm liegt in der Mitte des Kirchhofs.

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die Kreisstraße FÜ 20 verläuft am Kagenhof vorbei nach Raindorf (2,7 km westlich) bzw. nach Obermichelbach (2,5 km nordöstlich). Die FÜ 8 verläuft nach Tuchenbach (2,6 km nordwestlich) bzw. nach Seukendorf zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 8 (3 km südlich). Die FÜ 7/FÜs 2 verläuft über Bernbach nach Burgfarrnbach (3,8 km südöstlich) bzw. nach Puschendorf (3,7 km nordwestlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Retzelfembach (1,8 km westlich) und nach Kreppendorf (0,9 km östlich).

Im Gemeindeteil Siegelsdorf befindet sich der Bahnhof. Der Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Fürth–Würzburg, hier zweigt seit 1872 die Zenngrundbahn in Richtung Markt Erlbach ab.

Durch den Ort verlaufen die Rangau-Linie des Main-Donau-Wegs, die Magnificat-Route des Fränkischen Marienwegs und der Fernwanderweg Ansbacher Weg.

Medien Die lokale Berichterstattung erfolgt in den Fürther Nachrichten, ein Kopfblatt der Nürnberger Nachrichten, sowie in der Nürnberger Zeitung.

Ehrenbürger Zum Ehrenbürger Veitsbronns wurden ernannt: Altbürgermeister Friedrich Trautnitz († 5. März 1985) Andreas Mederer († 22. Juli 2014) am 28. April 2002 Altbürgermeister Wilhelm Schrott († 21. September 2001) am 9. August 1998 Altbürgermeister Adolf Meyer († 5. Dezember 2020) am 27. April 2008Sterbedatum aus folgendem Gemeindeblatt ersichtlich: https://vg-veitsbronn-seukendorf.de/wp-content/uploads/2020/12/neuMB-Veitsbronn-1-2021.pdf

Literatur

Weblinks

Gemeinde Veitsbronn

Fußnoten

Kategorie:Ersterwähnung 1350 Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Ort an der Zenn Kategorie:Gemarkung im Landkreis Fürth