Francisco Ximénez (* 28. November 1666 in Écija; † 1729 oder 1730) war ein spanischer Dominikaner und Historiker.

Leben Ximénez wurde in Écija nahe bei Sevilla geboren und trat zu einem unbekannten Zeitpunkt dem Dominikanerorden bei. Mit 21 Jahren kam er im Februar 1688 als Novize in Guatemala (damals Teil des Vizekönigreiches Neuspanien) an. Ab 1691 arbeitete Ximénez zuerst in San Juan Sacatepéquez und in San Pedro Las Huertas, ab 1693 als Kurat in San Raimundo mit Cakchiquel-Sprechern. Zwischen 1701 und 1703 wirkte Ximénez bei Quiché-Sprechern in Chichicastenango und zwischen 1704 und 1714 in Rabinal. 1715 wurde er Kurat in der Cakchiquel-Gemeinde Santo Domingo Xenacoj und 1718 Kurat der Pfarrei Candelaria in Antigua Guatemala. Nach einer Reise nach Spanien im Jahr 1720 war er ab 1721 Kurat in Sacapulas. 1729 wurde er erneut Kurat in Candelaria.

Wahrscheinlich während seines Aufenthalts in Chichicastenango zwischen 1701 und 1703 wurde er von einer Gruppe ortsansässiger Indianer über die Existenz eines heiligen Buches der Quiché, des Popol Vuh, unterrichtet, das sich unter dem Altar des Tempels von Chichicastenango befand. Anstatt das Buch zu zerstören, entschloss er sich, es ins Spanische zu übersetzen, um es der Nachwelt zu erhalten.

Francisco Ximénez ist zudem Autor eines Werkes zur Regionalgeschichte, der Historia de la Provincia de San Vicente de Chiapa y Guatemala de la Orden de predicadores, sowie von Sprachbeschreibungen von Quiché, Cakchiquel und Tzutuhil. Er bemerkte früh die Verwandtschaft zwischen den Maya-Sprachen. Ximénez starb 1729 oder 1730 in Spanien.

Literatur Gudrun Schumacher und Gregor Wolff: Nachlässe, Manuskripte, und Autographen im Besitz des IAI, Abteilung 2, Referat 1: Nachlässe und Sondersammlungen. Ibero-Amerikanisches Institut, Preußischer Kulturbesitz, Berlin 2004.

Einzelnachweise

Kategorie:Dominikanerbruder Kategorie:Spanier Kategorie:Geboren 1666 Kategorie:Gestorben 1729 Kategorie:Mann