Lachen (in der märchlerdeutschen Ortsmundart Ungedrucktes Material des Sprachatlasses der deutschen Schweiz; siehe ortsnamen.ch s. v. Die Angabe im Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen s. v. ist unzutreffend.) ist eine politische Gemeinde und Hauptort des Bezirks March im Schweizer Kanton Schwyz.
Geographie mini|links|Luftbild von Walter Mittelholzer (1919) Die Gemeinde Lachen liegt am oberen Teil des Zürichsees, dem Obersee. Der höchste Punkt liegt auf , der tiefste auf (Seehöhe). Die Gemeindefläche beträgt 519 ha (5,2 km²), wovon 54,7 % auf den Zürichsee entfallen.
Wirtschaft Unternehmen Lachen ist Sitz des Pharmazie-Unternehmens Octapharma. Die Estée Lauder Companies unterhält in Lachen eine Produktionsstätte für Parfums.
Tourismus Im Hintergrund die markanten Gipfel der Wägitaler Voralpen, lädt Lachen nicht nur zum Baden im Zürichsee oder zu einer Schifffahrt ein, sondern ist auch beliebter Ausgangspunkt für leichte Wanderungen bis zu ausgedehnten Berg- oder Skitouren und anspruchsvollen Kletterpartien.
Durch die südöstliche Lage am Ufer des Zürichsees ist Lachen bekannt für den Blick auf einen der schönsten Sonnenuntergänge am ganzen See.
Verkehr mini|links|Bahnhof Lachen (2008) Es gibt Busverbindungen in Richtung Reichenburg und Pfäffikon. Der Bahnhof verfügt über Verbindungen der Schweizerischen Bundesbahnen nach Zürich und in Richtung Ziegelbrücke. Stündlich verkehrt mit der (dem ehemaligen Glarner Sprinter) eine Direktverbindung zum Zürcher Hauptbahnhof, zudem hält die und im ZVV-Nachtnetz an Wochenenden hat die ihren Endpunkt am Bahnhof Lachen. Während der Sommermonate gibt es von der Anlegestelle am See einen fahrplanmässigen Ausflugsverkehr mit der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft.
Schulen Lachen ist Standort der kaufmännischen Berufsschule und der Oberstufenschule. Ebenfalls gibt es Spielgruppen, Kindergärten und eine Primarschule.
Geschichte Der Name Lachen stammt von althochdeutsch lahha «Lache, Sumpf» und bezieht sich auf das sumpfige Ufer am Obersee, an dem Lachen liegt. Die frühere Herleitung von lateinisch ad lacum «am See» wird heute verworfen. Erstmals bezeugt findet sich der Ort 1217 als de Lachun «von Lachen».Viktor Weibel, Albert Hug: Schwyzer Namenbuch. Die Orts- und Flurnamen des Kantons Schwyz. Hrsg. vom Kuratorium Schwyzer Orts- und Flurnamenbuch unter der Leitung von Toni Dettling. 6 Bde. Schwyz 2012. Siehe auch: Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 502.
Das in einer natürlichen Bucht liegende Lachen hatte schon früh eine grosse Bedeutung für den Markthandel erlangt.
Auf dem Landsgemeindeplatz im Oberdorf tagte im Spätmittelalter und in der Frühneuzeit die Landsgemeinde der Landschaft March. Bis 1999 wurden hier politische Entscheide des Bezirks March beraten.
Der Lachner Primarlehrer Marzell Stählin schrieb über die Gemeinde Lachen viele Gedichte, welche 1985 im Buch «Mys Dorf am Sey» veröffentlicht wurden.
mini|Gemeindeverwaltung und Pfarrkirche (2012)
Sehenswürdigkeiten
Katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz. Sie wurde 1707–1711 von Peter Thumb, zusammen mit seinem Bruder Gabriel, errichtet. Die Pläne und die Mitarbeit werden dem Einsiedler Klosterarchitekten Bruder Caspar Moosbrugger (1656–1723) zugeschrieben. Im Einsiedler Stiftsarchiv liegen heute noch fünf nicht verwendete Pläne Moosbruggers für die Lachner Pfarrkirche. Die Wandpfeilerkirche mit Doppelturmfassade ist das Erstlingswerk des bei Vertragsschluss 26-jährigen Thumb. Er ist Schwiegersohn von Baumeister Franz Beer von Bleichten, durch dessen Vermittlung er den Auftrag erhielt, und von dessen Pfarrkirche St. Martin in Tannheim (Württemberg) er Anregungen aufnahm. Entscheidendes Vorbild war aber die Wallfahrtskirche Ellwangen-Schönenberg (Baden-Württemberg), die sein Vater Michael Thumb 1681–1683 erbaut hatte. Kapelle zur schmerzhaften Muttergottes in «Ried».Bernhard Anderes, Markus Bamert: Die Pfarrkirche Heilig Kreuz und die Riedkapelle in Lachen (= Schweizerische Kunstführer. Nr. 892, Serie 90). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 2011, ISBN 978-3-03797-022-5. Rathaus der Landschaft March. Denkmal für den in Lachen geborenen Komponisten Joachim Raff am Hafen. ehemaliger Landsgemeindeplatz der Alten Landschaft March und des Bezirks March. Auf der «Brücke» in der Platzmitte, heute eine gemauerte Terrasse, hatten jeweils die Landes- und späteren Bezirksbehörden Platz genommen.
Persönlichkeiten Eberli Bolt († 1525), Täufer Sebastian Steinegger (1736–1807), Ordensgeistlicher und Abt des Klosters Wettingen Melchior Diethelm (1800–1873), Mediziner und Politiker Joachim Raff (1822–1882), Komponist und Musikpädagoge Josef Anton Georg Büeler (1824–1891), Unternehmer und Politiker Marius Beul (1849–1914), Maler Josef Anton Ferdinand Büeler (1858–1939), Politiker Anna Hirzel-Langenhan (1874–1951), Pianistin und Klavierpädagogin Carl August Hegner (1880–1964), Augenarzt und Gründer des Schweizerischen Hilfskomitees für die hungernden Völker Heinrich Diethelm (1905–1986), Maler, Restaurator und Larvenentwerfer Josef Schibli (1925–2019), Grafiker, Radierer, Zeichenlehrer, Zeichner, Maler und Autor Fritz Gallati (1935–2020), Radrennfahrer, in Lachen geboren Al Imfeld (1935–2017), Publizist und Schriftsteller Anton Bruhin (* 1949), Maler und Musiker Paul Vogt (* 1957), Herzchirurg und Hochschullehrer Pirmin Schwander (* 1961), Politiker, wohnt in Lachen Beat Züger (1961–2023), Schachspieler Beat Keller (* 1966), Politiker Kaspar Michel (* 1970), Staatsarchivar, Politiker und Regierungsrat Patrick Mächler (* 1972), Skilangläufer Lars Weibel (* 1974), Eishockeytorhüter Alessandro Spezialetti (* 1975), Radrennfahrer Maya Bamert (* 1979), Bobfahrerin Judith Keller (* 1985), Schriftstellerin Beatrice Egli (* 1988), Schlagersängerin Roman Güntensperger (* 1991), Fussballspieler Tina Deplazes (* 1996), Wirtschaftsprüferin und Politikerin Mika Mettler (* 2001), Fussballspieler
Partnerstadt Seit 1963 unterhält Lachen eine Städtepartnerschaft mit Schramberg in Deutschland.
Bilder
Literatur Linus Birchler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz. Band I: Die Bezirke Einsiedeln, Höfe und March (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 1). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1927. Albert Jörger: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz. Band 2: Der Bezirk March (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 82). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1989, ISBN 3-909158-22-6, S. 180–285.
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Lachen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Schwyz Kategorie:Schweizer Gemeinde Kategorie:Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Schwyz
Kategorie:Linthgebiet