Weißbachmühle (fränkisch: WaisbaxmühlR. Schuh: Gunzenhausen, S. 331. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „waęsbagsmǖl“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Merkendorf im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Weißbachmühle liegt in der Gemarkung Merkendorf.

Geographie Nördlich der Einöde mündet der Speckgraben in einen Weiher, der als Naturfreibad genutzt wird. Beim Ort entspringt der Weißbach, ein linker Zufluss des Braungartenbachs. Circa einen Kilometer westlich befindet sich die Flur Kreuth, circa einen Kilometer nordwestlich die Flur Langeck. Der Ort liegt an einer Gemeindeverbindungsstraße, die nach Willendorf (1,3 km westlich) bzw. nach Merkendorf zur Staatsstraße 2220 führt (0,7 km östlich).

Geschichte Die Weißbachmühle wurde 1437 erstmals urkundlich erwähnt. In der Urkunde erlaubt Markgraf Friedrich von Brandenburg dem Kloster Heilsbronn den Bau einer neuen Mühle „vnter des Schonmans weyer an dem Weischpach Bey Mirckendorf gelegen“.R. Schuh: Gunzenhausen, S. 331. Nach der Säkularisierung des Klosters in der Reformation unterstand sie dem nunmehr brandenburg-ansbachischen Verwalteramt Merkendorf. Während des Dreißigjährigen Krieges verödete das Anwesen. 1641 konnte es für 56 fl. an einen Herrn Hönig wieder verkauft und besetzt werden.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 481.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Weißbachmühle zu Merkendorf. Sie hatte weiterhin das Verwalteramt Merkendorf als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Weißbachmühle bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 139 des Ortes Merkendorf.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 886. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde die Weißbachmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Gerbersdorf und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Gerbersdorf zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Nach 1820, jedoch spätestens 1824, wurde die Weißbachmühle in die Munizipalgemeinde Merkendorf umgemeindet;Wird in noch der Gemeinde Gerbersdorf zugerechnet. 1824 gehörte die Weißbachmühle zur Munizipalgemeinde Merkendorf.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1000.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurde dort Mehl gemahlen. Zur Weißbachmühle gehört ein Naturfreibad, das 1969 angelegt und ein Jahr später eröffnet wurde. Es wird vom Speckgraben gespeist. Von 2007 bis 2018 sanierte die Stadt Merkendorf das Naturfreibad grundlegend und eröffnete es unter dem Namen „Freizeitzentrum Weißbachmühle“ wieder. Ein neues Kiosk- und Sanitärgebäude wurde errichtet sowie ein Wohnmobilstellplatz angelegt.

Einwohnerentwicklung Jahr 1824 1840 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2006 2010 2014 2020Einwohner 4 6 9 5 9 5 13 11 8 6 4 2 2 2 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 1 1 2 2 1 2 2 1 Quelle M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1000. Fränkische Landeszeitung von Montag, 4. Dezember 2006: Michael Alban: „Stetiges Wachstum“ Daten aus den Bürgerversammlungen vom 24. und 25.11.2020 / Präsentation (PDF) S. 6 auf merkendorf.de, abgerufen am 3. Dezember 2020 Fränkische Landeszeitung von Montag, 8. Dezember 2014: Michael Alban: „Schuldenfreie Stadt mit über 3000 Bürgern“

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach Unserer Lieben Frau (Merkendorf) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Liebfrauenmünster (Wolframs-Eschenbach) gepfarrt.

Wanderwege Durch die Weißbachmühle verläuft der Rundwanderweg Zwei-Städte-Weg, der die beiden Nachbarstädte Merkendorf und Wolframs-Eschenbach verbindet.

Literatur

Wilhelm Koch, Heinrich Helmreich: Der Stadtteil Weißbachmühle. In: Merkendorf – Historische Kleinstadt im Fränkischen Seenland. Merkendorf 1988, S. 349–350.

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Merkendorf, Mittelfranken) Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Ansbach Kategorie:Wassermühle im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1437 Kategorie:Mühle in Europa Kategorie:Bauwerk in Merkendorf (Mittelfranken)