Weitenauer (Schreibweise auch Weidenauer, Weidnauer, Weitnauer, Wettnauer, Weidner) war eine Stück-, Rot- und Glockengiesser-Werkstatt in Basel, die ab dem 17. Jahrhundert über mehrere Generationen hinweg bis Anfang des 19. Jahrhunderts bestand und den regionalen Markt dominierte. Aus dieser Werkstatt stammen zahlreiche Kirchenglocken vor allem in Basel, im Baselbiet, Markgräflerland und Elsass, von denen jedoch nur wenige erhalten sind. Einzelne Arbeiten aus der Werkstatt Weitnauer befinden sich heute auch in der Metallkunst-Sammlung des Historischen Museums Basel.
Glocken aus der Werkstatt Weitnauer Die nachstehende Auswahl ist geordnet nach Standort innerhalb heutiger Staatsgrenzen.
Schweiz Basel, St. Leonhard: zwei Glocken, 1693, Hans Heinrich Weitnauer Arlesheim, Stiftskirche, Hans Heinrich Weitnauer Pratteln, Schloss Maienfels: Glocke im Dachreiter, 1775, Johann Friedrich Weitnauer Dornachbrugg, St. Magdalena-Kapelle: St. Magdalena-Glocke, 1805, Friedrich Weitnauer (= Johann Friedrich Weitnauer?); die Kirche wurde 1874 abgebrochen, die Glocke befindet sich heute im Heimatmuseum Schwarzbubenland in Dornach Bubendorf BL, Schloss Wildenstein: 1785, Johann Friedrich Weitnauer Magden, Christkatholische Kirche: zwei Glocken, 1694 und 1697 Möhlin: Christkatholische Kirche St. Leodegar: Glocke, 1700 Allschwil, St. Peter und Paul: 1708, Hans Heinrich Weitnauer; 1803: zwei Glocken von Johann Friedrich Weitnauer Ziefen, St. Blasius: 1701, Hans Friedrich Weitnauer Saas-Fee, Wallfahrts-Kapelle Maria zur Hohen Stiege: 1693, Hans Heinrich Weitnauer I
Frankreich Fislis, Pfarrkirche Saint-Léger: zweites Quartal d. 18. Jh., Johann Friedrich Weitnauer Heiteren, Kapelle Notre-Dame-de-Thierhurst: eine von zwei Glocken, 1701, Hans Heinrich Weitenauer Mittelbergheim, Rathaus: 1685, Hans Heinrich Weitenauer und Jacob Roth Fulleren, Kapelle Saint-Michel: 1702, Hans Heinrich Weitnauer (die Glocke stammt möglicherweise ursprünglich aus der alten Kirche des nicht mehr existierenden Dorfes Rossburn) Guebwiller, Kapelle Notre-Dame-du-Saering: 1696, Hans Heinrich Weitnauer Hégenheim, Pfarrkirche Saint-Rémi: 1790, Johann Friedrich Weitnauer Michelbach-le-Haut: Pfarrkirche Saint-Jacques-le-Majeur: eine von drei Glocken (nicht erhalten, unsichere Zuschreibung Johann Friedrich Weitnauer) Michelbach-le-Bas, Pfarrkirche Saint-Théodore: 1699, Hans Friedrich Weitnauer Magstatt-le-Bas, Pfarrkirche Saint-Michel: Hans Heinrich Weitnauer Uffheim, Pfarrkirche Saint-Michel: 1700, Hans Heinrich Weitnauer und Johann Gintner Werentzhouse, Pfarrkirche Saint-Wendelin: 1716, Hans Heinrich Weitnauer
Deutschland Freiburg im Breisgau, Freiburger Münster: Scheid- oder Totenglocke, 1735, Hans Friedrich Weitnauer (= Johann Friedrich Weitnauer?) Lehen (Ortsteil von Freiburg im Breisgau), Pfarrkirche St. Cyriak: die kleinste Glocke, genannt „Gott zu Ehren für die gesamte Vogtei zu Lehen“, 1698, Hans Heinrich Weitnauer II Benzhausen: Kapelle St. Agatha: 1768, Johann Friedrich Weitnauer Glottertal, Pfarrkirche St. Blasius: zwei Glocken, 1720, Hans Heinrich Weitnauer II Eichstetten am Kaiserstuhl, Evangelische Kirche: Taufglocke, 1699, Hans Heinrich Weitenauer Blansingen, Peterskirche: 1686, Hans Heinrich Weitenauer Schliengen, St. Leodegar: 1685, Jakob Roth und Hans Heinrich II. Weitenauer (bis 1951 am Ort, heute im Historischen Museum Basel) Kirchzarten, Wallfahrtskapelle St. Marien (Giersbergkapelle): kleine Glocke 2, 1711, Hans Heinrich II. Weitenauer Mambach (Ortsteil von Zell im Wiesental), Wallfahrtskapelle Maria Frieden (ursprünglich Atzenbach, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt): 1817, Friedrich Weitnauer Bad Krozingen-Schlatt St. Sebastian 1725
Literatur Sigrid Thurm: Deutscher Glockenatlas, Bd. 4: Baden, Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 1985
Siehe auch Liste der Glockengießereien
Weblinks Geschützmodell aus Bronze, gegossen 1693 von Hans Heinrich Weitnauer, Landesmuseum Zürich – Sammlung Militaria / Waffen
Einzelnachweise
Kategorie:Glockengießerei Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Basel) Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Basel) Kategorie:Gegründet im 17. Jahrhundert Kategorie:Aufgelöst im 19. Jahrhundert