mini|Friedrich-Wilhelm Junge auf dem Theaterkahn (2007) Friedrich-Wilhelm Junge (* 15. Juli 1938 in Schwerin; † 20. Februar 2025 in Dresden) war ein deutscher Schauspieler. Er war der Gründer des Theaters Dresdner Brettl (Theaterkahn).
Leben Junge studierte nach dem Abitur an der Goethe-Oberschule in Schwerin von 1957 bis 1960 an der Theaterhochschule „Hans Otto“ Leipzig.
1960 erhielt er ein Engagement am Theater Rudolstadt und ab 1962 am Theater Plauen im Vogtland. Von 1966 bis 1988 war Junge festes Ensemblemitglied am Staatsschauspiel Dresden. Nach Gastengagements an der Volksbühne Berlin und am Bayerischen Staatsschauspiel München zwischen 1985 und 1987 gründete er 1988 das Dresdner Brettl, eine selbstständige Einrichtung des Staatsschauspiels Dresden, die 1994 auf den Theaterkahn zog. Er war Künstlerischer Leiter des Brettl bis 2005.
Neben seinen Theaterrollen hat Junge Cabaret-, Chanson- und Literaturprogramme auf die Bühne gebracht. Darüber hinaus trat er einige Male im Fernsehen auf und war in DEFA-Filmen zu sehen, darunter 1979 in Addio, piccola mia und 1984 im Märchenfilm Die vertauschte Königin.
Im Jahr 1989 war Junge Gründungsmitglied des Neuen Sächsischen Kunstvereins und 1997 des Förderkreises zum Wiederaufbau der Dresdner Synagoge. Er war ordentliches Mitglied der Klasse Darstellende Kunst & Film der Sächsischen Akademie der Künste. Darüber hinaus war Junge viele Jahre Mitglied des Kultursenats der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen.
Junge war verheiratet und lebte in Radebeul-Oberlößnitz. Er starb am 20. Februar 2025 im Alter von 86 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in Dresden.
Auszeichnungen Junge wurde 1995 das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Im Jahr 1999 erhielt er den Kunstpreis der Landeshauptstadt Dresden, 2003 den Kunstpreis der Großen Kreisstadt Radebeul.
Theater 1970: Seán O’Casey: Ein Freudenfeuer für den Bischof (Maurer Rankin) – Regie: Hans Dieter Mäde (Staatstheater Dresden) 1971: William Shakespeare: Othello (Roderigo) (Staatstheater Dresden) 1987: Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita (Magier Voland) – Regie: Siegfried Höchst (Volksbühne Berlin)
Filmografie 1959: SAS 181 antwortet nicht 1959: Verwirrung der Liebe 1962: Menschen und Tiere 1968: Der Geizige 1968: Der Mensch neben dir 1969: Nebelnacht 1971: Salut Germain (Fernsehserie, 1 Folge) 1972: Die große Reise der Agathe Schweigert 1974: Städte und Jahre 1978: Volpone 1979: Addio, piccola mia 1979: Büchner 1983: Die vertauschte Königin 1984: Die kluge Bauerntochter 1994: Beckmann und Markowski (Fernsehserie, 1 Folge) 1998: Tatort: Money! Money! (Fernsehreihe) 1999: Die Braut 2000: Ariadne auf Naxos
Hörspiele 1967: Maxim Gorki: Feinde (Rjabzow) – Regie: Hans Dieter Mäde (Theater – Litera) 1987: Reinhard Griebner: Ich gehöre aber einer anderen Richtung an (Beamter) – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1990: Paul Hengge: Ein Pflichtmandat – Regie: Robert Matejka (Hörspiel – RIAS Berlin)
Schriften Dresdner Brettl – erfolgreicher Stapellauf eines Theaterkahns. In: Unternehmertum und Führungsverhalten im Kulturbereich. Hrsg. Elmar D. Konrad. Waxmann, Münster 2006.
Literatur Carl-Christoph Schweitzer: Lebensläufe – hüben und drüben. Leske und Budrich, Opladen 1993.
Weblinks
Friedrich-Wilhelm Junge auf der Website der Kunstakademie Ehemaliges Agenturprofil mit einer Rollenübersicht.
Einzelnachweise
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